mini|hochkant|Wiesław Myśliwski (2006)
Wiesław Myśliwski (* 25. März 1932 in Dwikozy bei Sandomierz; † 29. März 2026 in Warschau) war ein polnischer Schriftsteller. Er zählte zu den bedeutendsten zeitgenössischen Autoren Polens.
Leben mini|Ruine von Myśliwskis Geburtshaus in Dwikozy
Myśliwski entstammte einer Familie, die der polnischen Mittelschicht angehörte. Sein Vater war Offizier und nahm 1920 am Polnisch-Sowjetischen Krieg teil. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs studierte Myśliwski von 1951 bis 1956 Polonistik an der Katholischen Universität Lublin. Von 1955 bis 1976 war er als stellvertretender Redakteur, Herausgeber und Chefredakteur beim Verlag Ludowa Spółdzielnia Wydawnicza tätig. Von 1975 bis 1999 arbeitete er als Chefredakteur der vierteljährlich erscheinenden Zeitschrift Regiony und leitete von 1993 bis 1999 zudem die Zeitschrift Sycyna. Von 1971 bis 1983 war Myśliwski Mitglied des polnischen Schriftstellerverbandes. Er lebte in Warschau.
Im Jahr 1967 erschien in Polen sein erster Roman Nagi sad (Der nackte Garten), der mit dem Stanisław-Piętak-Preis ausgezeichnet wurde. Seitdem sind mehrere Romane und Dramen erschienen, die „üblicherweise als ‚Bauernliteratur‘ bezeichnet werden. Sie behandeln die Identitätsprobleme der Dörfer und ihrer Bewohner in Zeiten historischer Veränderung.“ Myśliwskis Werke wurden ins Englische, Deutsche, Niederländische, Russische, Ungarische, Tschechische, Slowakische, Rumänische, Bulgarische, Lettische, Litauische, Estnische, Ukrainische und Georgische übersetzt. Für Widnokrąg (Der helle Horizont, 1997) und Traktat o łuskaniu fasoli (2006) erhielt er den Literaturpreis Nike, die bedeutendste literarische Auszeichnung Polens.
Mehrere Romane und Stücke Myśliwskis wurden verfilmt, so Klucznik 1980 unter der Regie von Wojciech Marczewski, Pałac 1980 durch Tadeusz Junak und Kamień na kamieniu 1995 durch Ryszard Ber. Myśliwski verfasste selbst einige Drehbücher für Fernsehfilme.
Werke 1967: Nagi sad (dt. Der nackte Garten) 1970: Pałac 1972: Przez dziewięć mostów – Drehbuch 1973: Złodziej – Theaterstück, erschienen in der Zeitschrift Dialog 1978: Klucznik – Theaterstück, erschienen in der Zeitschrift Dialog 1981: Droga – Drehbuch 1984: Kamień na kamieniu (dt. Stein auf Stein) 1984: Popielec – Drehbuch TV-Serie 1988: Drzewo – erschienen in der Zeitschrift Twórczość 1996: Widnokrąg (dt. Der helle Horizont) 2000: Requiem dla gospodyni 2006: Traktat o łuskaniu fasoli 2013: Ostatnie rozdanie 2018: Ucho igielne
Auszeichnungen (Auswahl) 1980: Orden Polonia Restituta (5. Stufe) 1997: Nike für Widnokrąg 1998: Orden Polonia Restituta (4. Stufe) 2007: Literaturpreis Gdynia für Traktat o łuskaniu fasoli 2007: Nike für Traktat o łuskaniu fasoli 2009: Ehrendoktorwürde der Universität Opole. In: uni.opole.pl 2011: Samuel-Bogumil-Linde-Preis 2012: Ehrendoktorwürde der Universität Rzeszów 2019: Adam-Mickiewicz-Preis für Ucho igielne 2022: Ehrendoktorwürde der Jagiellonen-UniversitätŚwięto Uniwersytetu Jagiellońskiego. uj.edu.pl, 12. Mai 2022.
Weblinks
Wiesław Myśliwski auf perlentaucher.de
Einzelnachweise
Kategorie:Autor Kategorie:Literatur (Polnisch) Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert) Kategorie:Literatur (21. Jahrhundert) Kategorie:Roman, Epik Kategorie:Drama Kategorie:Drehbuchautor Kategorie:Träger des Ordens Polonia Restituta (Ritter) Kategorie:Träger des Nike-Literaturpreises Kategorie:Ehrendoktor der Universität Oppeln Kategorie:Pole Kategorie:Geboren 1932 Kategorie:Gestorben 2026 Kategorie:Mann