mini|Justizzentrum Anhalt (2010) mini|Gerichte im Justizzentrum Das Landgericht Dessau-Roßlau ist ein Gericht der ordentlichen Gerichtsbarkeit und eines von vier Landgerichten in Sachsen-Anhalt. Es hat seinen Sitz in Dessau-Roßlau.

Instanzenzug Zum Gerichtsbezirk gehören die Amtsgerichte Bitterfeld-Wolfen, Dessau-Roßlau, Köthen, Wittenberg und Zerbst. Dem Landgericht Dessau-Roßlau ist das Oberlandesgericht Naumburg übergeordnet.

Geschichte Im Herzogtum Anhalt bestand in Dessau von 1850 bis 1879 das Oberlandesgericht Dessau, das Appellationsgericht für das ganze Herzogtum. Nach der Einführung der Reichsjustizgesetze 1879 entstand eine neue Gerichtsstruktur.Gesetz, die Organisation der Gerichtsbehörden betreffend vom 12. April 1879; in: Gesetzessammlung für das Herzogtum Anhalt-Dessau, S. 403 f., Digitalisat An der Spitze des Instanzenzugs stand nun das Reichsgericht, dem das gemeinsame Oberlandesgericht Naumburg nachgeordnet war. Das Herzogtum Anhalt bildete den Sprengel des neu gebildeten Landgerichtes Dessau. Das Oberlandesgericht Dessau wurde aufgehoben.

Darunter befanden sich folgende Amtsgerichte:

Gericht Ort Anmerkungen Amtsgericht Ballenstedt Ballenstedt Amtsgericht Bernburg Bernburg Amtsgericht Köthen Köthen Amtsgericht Coswig Coswig Amtsgericht Dessau Dessau mit Gerichtstag in Quellendorf, auch Elbzollgericht Amtsgericht Harzgerode Harzgerode Amtsgericht Jeßnitz Jeßnitz Gerichtstag in Raguhn Amtsgericht Oranienbaum Oranienbaum Gerichtstag in Wörlitz Amtsgericht Roßlau Roßlau Amtsgericht Sandersleben Sandersleben Amtsgericht Zerbst Zerbst

Das Landgericht Dessau war 1888 für eine Fläche von 2347,35 Quadratkilometer und für 213.565 Gerichtseingesessene zuständig. Am Gericht war ein Gerichtspräsident, ein Direktor und sechs Richter tätig. Am Amtsgericht Bernburg war eine Strafkammer eingerichtet.Carl Pfafferoth: Jahrbuch der deutschen Gerichtsverfassung. 1888, S. 450 ff. online Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Gerichtsbezirke im Zusammenhang mit der Bildung des Landes Sachsen-Anhalt neu geordnet. Zum Landgericht Dessau gehörten zum 1. Juli 1947 folgende Amtsgerichte: Aschersleben, Ballenstedt, Bernburg, Calbe (Saale), Dessau, Köthen, Quedlinburg und Zerbst (mit Sitz in Roßlau).A. Vössing, NJ 1947, 141–143 Mit der Verwaltungsreform von 1952 wurden die Landgerichte im Gebiet der DDR aufgehoben und die Gerichtsbarkeit durch die Errichtung von Kreis- und Bezirksgerichten neu organisiert.Gesetz über die Verfassung der Gerichte der Deutschen Demokratischen Republik (Gerichtsverfassungsgesetz) vom 2. Oktober 1952 im Gesetzblatt der DDR, Teil I Nr. 141 vom 9. Oktober 1952, S. 983 ff., Digitalisat. Entsprechend wurde das Landgericht Dessau aufgehoben. Nach dem Zusammenbruch der DDR wurde Dessau 1992 erneut Sitz eines Landgerichts.Geschichte des Landgerichtes Dessau Im Zuge der Kreisgebietsreform änderte sich zum 1. Juli 2007 die Gerichtsbezeichnung in „Landgericht Dessau-Roßlau“.

Gebäude Zunächst erfolgte die Unterbringung im Gebäude des Amtsgerichts. 1994 begann man mit dem Neubau eines Landgerichtsgebäudes, welches 1996 bezogen werden konnte. Architekt war Frank Weber (* 1939), Acerplan Halle. Im „Justizzentrum Anhalt“ befinden sich neben dem Landgericht auch das Landesverfassungsgericht des Landes Sachsen-Anhalt sowie das Arbeitsgericht Dessau-Roßlau. Im November 2007 zog auch das Finanzgericht des Landes Sachsen-Anhalt ein.

Der drei- bzw. fünfgeschossiger Neubau wurde aus rotem Klinker und grauem Beton im Bauhausstil errichtet. Auffallend ist die offene breite Freitreppe mit heller Glasfront und der Mittelteil mit betontem Portalbereich.20 Gerichtsgebäude in Sachsen-Anhalt, Digitalisat.

Richter Seit dem 28. Juni 2024 ist Michael Koch Präsident des Landgerichtes Dessau-Roßlau.

Siehe auch Liste deutscher Gerichte Liste der Gerichte des Landes Sachsen-Anhalt

Weblinks Landgericht Dessau-Roßlau auf sachsen-anhalt.de

Einzelnachweise

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