mini|Edward Stilgebauer Johannes Edward Alexander Stilgebauer (auch: Eduard Stilgebauer, * 19. September 1868 in Frankfurt am Main als Johannes Edward Alexander Stilgebauer; † 18. Dezember 1936 in San Remo) war ein deutscher Schriftsteller.

Leben

Edward Stilgebauer war der Sohn des Pfarrers Otto Stilgebauer (1837–1905) an der evangelischen Katharinenkirche. Er wuchs anfangs in der Pfarrwohnung im Großen Hirschgraben sowie in Praunheim bei Frankfurt auf; ab 1874 lebte die Familie wieder in Frankfurt. Edward Stilgebauer besuchte das Gymnasium und legte dort 1888 die Reifeprüfung ab. Anschließend studierte er Romanistik an der Akademie in Lausanne, Theologie an den Universitäten in Marburg und Bonn, Germanistik an der Universität Berlin und ab 1890 Kunstgeschichte, Germanistik und Philosophie an der Universität Marburg. 1893 promovierte er mit einer literaturgeschichtlichen Arbeit an der Universität Tübingen zum Doktor der Philosophie. Danach leistete er seinen Militärdienst ab und ging wiederum nach Lausanne, wo er sich 1895 habilitierte und bis 1899 als Privatdozent unterrichtete. Anschließend lebte er ein Jahr lang als Korrespondent der Frankfurter Zeitung in Amsterdam. Ab 1901 wirkte er in Berlin als Chefredakteur der Zeitschrift Zur guten Stunde. Von 1906 bis 1914 lebte er als freier Schriftsteller in Bad Homburg vor der Höhe und in Frankfurt am Main. Seit Beginn des Ersten Weltkriegs hielt sich der überzeugte Pazifist Stilgebauer in der Schweiz auf und war Korrespondent diverser deutscher Zeitungen. Er lebte ab 1917 in Lugano und ab 1924 in San Remo.

Edward Stilgebauer war Verfasser von Romanen, Erzählungen, Gedichten und Theaterstücken. Während er bis in die 1920er Jahre ein erfolgreicher Autor war, wurden seine Werke nach 1933 in Deutschland nicht mehr aufgelegt. Am 29. März 1934 veröffentlichte der Deutsche Reichsanzeiger die zweite Ausbürgerungsliste des Deutschen Reichs, durch welche er ausgebürgert wurde. 1938 wurde ihm auf Betreiben der nationalsozialistischen Machthaber posthum von der Universität Tübingen der Doktortitel aberkannt und sein Gesamtwerk im gleichen Jahr in die „Liste des schädlichen und unerwünschten Schrifttums“ aufgenommen.

Werke

Das Jahr, Frankfurt a. M. 1885 Herodes, Leipzig 1891 Vom Wege, Leipzig 1892 Grimmelshausens „Dietwald und Amelinde“, Gera (Reuß) 1893 Menschenschicksal, München 1894 Ada, Frankfurt a. M. 1895 Frühlicht, Zürich [u. a.] 1896 Das Opfer, Zürich [u. a.] 1896 Geschichte des Minnesangs, Weimar 1898 () Thomas Lindner, München 1899 Neidhart von Reuenthal, Halle a.S. 1900 Leben, München 1901 Der neue Staat, München 1901 Saulus von Tarsus, Berlin 1901 Götz Krafft, Berlin Mit tausend Masten, Februar 1904 Im Strom der Welt, November 1904 Im engen Kreis, 1905 () Des Lebens Krone, 1905 Aus freudelosem Hause, Stuttgart 1906 Neidhart, Berlin 1906 Die Lügner des Lebens, Berlin Das Liebesnest, 1908 Der Börsenkönig, 1907 Bildner der Jugend, 1908 Der Eroberer, 1909 Die neue Stadt, 1910 Purpur, 1911 Pfarrer Schröder, 1912 Die blaue Blume, Mainz 1908 Der Minister, Frankfurt a. M. 1908 Der moralische Teeabend, München 1908 Der goldene Baum, Leipzig [u. a.] 1909 Wally Sattler, Leipzig 1911 Frühlingsopfer und anderes, Leipzig 1912 Monte Carlo, Frankfurt a. M. 1912 Das rote Gold, Dresden 1912 Fasching und anderes, Leipzig 1913 Harry. Ein Roman aus der ersten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts, Konstanz i. B. 1913 () Das verlorene Paradies, Leipzig 1913 Der Felsen von Monaco, Konstanz 1914 In Sünden und anderes, Leipzig 1914 Inferno. Roman aus dem Weltkrieg, Basel 1916 () Junge und alte Liebe, Berlin 1916 Den unbekannten Helden und andere Novellen, Berlin 1916 Das Schiff des Todes, Olten 1917 Briefe eines Einarmigen, Olten 1918 Postpaket Nr. 475. Tragödie aus der Gegenwart in einem Akt, Olten 1918 () Die Stunde der Entscheidung, Basel 1918 Die brennende Stadt, Olten 1919 Sei mündig, Volk!, Bern 1919 Bürgerin Louise, Berlin 1920 () Der schwarze Teufel von Campione, Hamburg 1920 Ulla Ull, Berlin 1920 Die galanten Abenteuer des Doktor Ribera, Berlin 1921 Götz Kraffts Wanderzeit, Berlin, 2 Teile, beide 1921 Die Königin des Weltbades, Hamburg 1921 (unter selbem Titel 1926 verfilmt) Der Garten Eden, Hamburg 1922 Nord und Süd, Berlin 1923 Landolt, Berlin 1924 Letzte Liebe, Berlin 1924 Monaco, Dresden 1924 Der Yankee, Graz 1927 Roman eines armen jungen Mädchens, Berlin 1929 Das Himmelsguckerli, Rheinfelden 1932

Übersetzungen Victor Margueritte: Prisma. Berlin 1927

Literatur Birgit Weyel: (Stand des Artikels: 24. Juli 1995), auch in:

Weblinks

Einzelnachweise

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