Indiana Jones und der letzte Kreuzzug ist der Titel eines Abenteuerfilms mit Harrison Ford und Sean Connery aus dem Jahr 1989. In diesem dritten Teil der Abenteuerfilm-Pentalogie des Regisseurs Steven Spielberg geht es um den Heiligen Gral, den Kelch, aus dem Jesus von Nazaret und seine Jünger beim letzten Abendmahl angeblich tranken und der dessen Blut bei der Kreuzigung auffing. Der Film hatte ein Budget von 48 Mio. US-Dollar. Insgesamt spielte er über 470 Mio. US-Dollar ein.Indiana Jones and the Last Crusade, auf boxofficemojo.com Er startete am 14. September 1989 in den bundesdeutschen Kinos.Indiana Jones und der letzte Kreuzzug in der Internet Movie Database
Handlung In der Anfangssequenz des Films (1912) gelingt es dem jungen Indiana Jones, als Pfadfinder in einer Felsenhöhle in Utah das Kreuz von Coronado zwielichtigen Schatzsuchern zu entwenden. Nach einer Verfolgungsjagd zu Fuß, mit Auto und Pferd und auf einem Zirkuszug gelangt er schließlich nach Hause. Sein Vater, der gerade beschäftigt ist, will allerdings nichts davon wissen, und so muss Indiana das Kreuz aufgrund des US-amerikanischen Finderrechts zurückgeben. Erst als erwachsener Mann (Zeitsprung ins Jahr 1938) gelingt es ihm endlich, das Kreuz dem Besitzer Panama Hat im Kampf abzunehmen und einem Museum zu übergeben.
Es folgt die Haupthandlung des Films, in dem sich Dr. Henry Jones Junior, genannt Indiana Jones, und sein Vater, Dr. Henry Jones, ein erbittertes Rennen um den Heiligen Gral mit deutschen Nationalsozialisten liefern. Dieser Kelch soll der Legende nach ungeheure Kräfte besitzen und der Schlüssel zur ewigen Jugend sein. Der Sage nach wurde der Gral schon einmal während der Kreuzzüge von drei Rittern gefunden. Nur einer von ihnen kehrte lebend nach Europa zurück und gab vor seinem Tod das Wissen um die Existenz der Reliquie weiter.
Als Indy von seiner Suche nach Coronados Kreuz an die Universität zurückkehrt, findet er in seiner Post ein Päckchen aus Venedig vor. Kurz darauf wird er vom Millionär Walter Donovan angeheuert, welcher die Hälfte einer Tafel besitzt, die ein Wegweiser zum Versteck des Grals ist. Von ihm erfährt Indiana, dass sein Vater – der sein Leben lang selbst nach dem Gral geforscht hat – vorher ebenfalls für Donovan nach dem Kelch Jesu gesucht hatte und während seiner Forschung verschwunden ist. Als Indiana zusammen mit Marcus Brody im Haus seines Vaters vorbeisieht, findet er dieses verwüstet und die Post geöffnet vor. Dabei fällt ihm das Päckchen aus Venedig ein; in ihm befindet sich ein Tagebuch, in dem Henry Jones jeden Hinweis auf den Gral niedergeschrieben hat.
Zusammen mit Marcus macht sich Indy auf den Weg nach Venedig, wo Henry Jones nach Hinweisen auf die Ruhestätte des zweiten Ritters gesucht hat, und trifft dort dessen Mitarbeiterin Dr. Elsa Schneider, eine österreichische Archäologin. In der Bücherei, wo Dr. Jones verschwunden war, finden sie anhand des Graltagebuchs einen Eingang zu einem Katakombenkomplex, in dem sich das Grab des Ritters befindet. Dieses gibt den entscheidenden Hinweis auf den Ausgangsort für ihre Suche: Alexandretta. Von den Mitgliedern eines Geheimbundes, der den Ruheplatz des Grals bewacht, erfährt Indiana zudem den Aufenthaltsort seines Vaters; er wurde nach Schloss Brunwald in Österreich, nahe der Grenze zu Deutschland, entführt.
Marcus Brody begibt sich mit von Indy zugesandten Tagebuchseiten nach Alexandretta, um zusammen mit Sallah, Indys altem Freund, die Expedition vorzubereiten. Dort entführen ihn jedoch die Deutschen. Während Indy seinen Vater aus Schloss Brunwald befreit, entpuppen sich dort Donovan und Elsa als Komplizen der Nazis und nehmen ihm das unvollständige Tagebuch ab. Die beiden Jones können aus dem Schloss fliehen, müssen jedoch zunächst nach Berlin, da Indy nicht wusste, dass sich neben der Wegbeschreibung weitere entscheidende Hinweise zur Erlangung des Grals im Tagebuch befinden. In der Hauptstadt holt er es sich von Dr. Schneider zurück und setzt sich mit seinem Vater am Flughafen Tempelhof in einen Zeppelin, von dem sie nach ihrer Entdeckung in einem parasitären Jagdflugzeug flüchten. Der Verfolgung durch Jagdflieger bis zum Balkan können sie gerade noch entkommen.
In der Republik Hatay schließen sich Vater und Sohn mit Sallah zusammen und müssen erfahren, dass Donovan und Elsa schon vor Ort sind und Marcus mitsamt der Karte in der Gewalt der Nazis. Die drei folgen der deutsch-hatayischen Wüstenexpedition und nach turbulenten Kämpfen mit den deutschen Soldaten kann Indy schließlich Marcus aus deren Panzer befreien. Am Ende gewinnt auch Henry Jones die Einsicht, jahrelang seinen Sohn wegen seiner Obsession vom Gral vernachlässigt zu haben.
Schließlich erreichen beide Parteien den Gralstempel. Da der Weg zum Relikt drei tödliche Fallen aufweist, schießt Donovan Indys Vater an und zwingt den Sohn dazu, den Gral persönlich zu holen, um dessen heilende Kräfte für die Rettung seines Vaters nutzen zu können. Mithilfe des Graltagebuchs überwindet Indiana die Fallen und steht schließlich dem letzten der drei Ritter gegenüber, der dank der Kraft des Grals und einem Wasserbecken die Jahrhunderte überdauert hat. Um sich des Grals würdig zu erweisen, muss der Suchende allerdings noch eine Prüfung bestehen: aus einer Sammlung von Kelchen den richtigen herausfinden.
Donovan und Dr. Schneider sind Indiana gefolgt; Donovan trinkt aus dem von Elsa ausgesuchten goldenen Kelch mit Edelsteinen. Dieser jedoch stellt sich als der falsche heraus, woraufhin Donovan innerhalb von Sekunden altert und schließlich zu Staub zerfällt. Ein einfacher Becher eines Zimmermanns erweist sich für Indiana als die richtige Wahl und er kann mit Wasser aus ihm seinem Vater das Leben retten. Als Elsa trotz der Warnung des Ritters den Gral aus dem Tempel entfernen will, stürzt dieser ein und der Felsboden reißt auf. Elsa gerät in eine Bodenspalte, kann sich gerade noch an der Felskante festhalten, verliert aber dabei den Gral. Beim gefährlichen Versuch, ihn wieder zu fassen, stürzt sie in den Abgrund. Dadurch gerät Indy selbst in Versuchung, den Gral wiederzuerlangen, doch seinem Vater gelingt es, ihn davon abzubringen. Die Überlebenden flüchten aus dem Tempel. Obwohl der Gral nun verloren ist, kehren Indiana und Dr. Jones mit etwas viel Wertvollerem wieder nach Hause zurück: einem lange zerrissenen und wieder neu geschmiedeten Band zwischen Vater und Sohn.
Produktion Besetzung Pat Roach war der einzige Schauspieler neben Harrison Ford, der in den ersten drei Kinofilmen je einen Auftritt hatte. Er übernahm die Rollen eines Bergführers und Mechanikers im ersten, eines Wächters im zweiten sowie eines Gestapo-Manns im dritten Teil. Der 1,96 m große Mime mit der imposanten Statur wurde mehrmals als Zweikampf-Gegner von Indiana Jones eingesetzt. River Phoenix, der von Harrison Ford für die Besetzung vorgeschlagen wurde, spielte in dem Film den jungen Indiana Jones, was seiner kurzen Karriere einen kräftigen Schub verlieh. Sean Connery, der Indiana Jones’ Vater spielt, war nur zwölf Jahre älter als Harrison Ford. Der Darsteller Michael Sheard hatte in diesem Film eine kleine Gastrolle als Adolf Hitler. Ronald Lacey, der schon im Film Jäger des verlorenen Schatzes als Toht auftrat, hatte einen Cameo-Auftritt: Er war kurz als Heinrich Himmler zu sehen.
Drehorte miniatur|„Double Arch“, Arches-Nationalpark in Utah miniatur|„The Organ“, Arches-Nationalpark in Utah miniatur|Die San-Barnaba-Kirche in Venedig, diente als Bücherei miniatur|Das Schloss Bürresheim bei Mayen in Rheinland-Pfalz, diente als das österreichische „Schloss Brunwald“ mini|Administration Building, auf Treasure Island, in San Francisco, diente als Flughafen Berlin-Tempelhof mini|Die Bucht von Mónsul (Playa de Mónsul) – im Hintergrund der Torre de Vela Blanca in Cabo de Gata in Almería mini|Die Wüste von Tabernas in Almería mini|Der Innenhof der Kunstschule von Almería (Escuela de Arte de Almería), diente als Palast des „Sultans von Hatay“ mini|Das „Schatzhaus“ in Petra – Außendrehort für den Gralstempel miniatur|Die fiktive „Flagge der Republik Hatay“
Die am Anfang des Filmes gezeigten Wüstenszenen entstanden im Arches-Nationalpark in Utah (USA). Als erstes sind „The Organ“ und der „Balanced Rock“ zu sehen, an denen die Gruppe vorbeireitet. Danach klettern Personen der Gruppe an der „Double Arch“ genannten Felsformation herum. Direkt rechts daneben befinden sich auch die Höhlen, in die der junge Indiana Jones klettert und in denen er die Grabräuber mit dem Kreuz von Coronado überrascht. Die Stadt Venedig räumte dem Filmprojekt für einen Tag von 07:00 Uhr bis 13:00 Uhr die absolute Kontrolle über den Canal Grande ein. Das österreichische „Schloss Brunwald“, in dem Professor Jones gefangen gehalten wird, ist das deutsche Schloss Bürresheim bei Mayen in der Eifel. Auf der Reise nach „Schloss Brunwald“ ist ein kurzer Ausschnitt einer Autofahrt zu sehen, aufgenommen am Scheitelpunkt der Roßfeldhöhenringstraße (an der Grenze zwischen Österreich und Deutschland). Als Kulisse für den Abflug des Zeppelins diente nicht, wie oft irrtümlich angenommen, der Flughafen Berlin-Tempelhof, sondern das Treasure Island Museum auf Treasure Island (Kalifornien) in der Bucht von San Francisco. Die Aufnahmen, in denen ein Jagdflugzeug in einen Tunnel stürzt, in den Indiana Jones und sein Vater mit einem Auto flüchten, sowie die spätere Sequenz der Verfolgungsjagd mit einem Panzer entstanden in der Wüste von Tabernas bei Almería in Andalusien (Südspanien). Produzent Robert Watts hatte dort bereits in den 1960er Jahren einen Western gedreht. Die Szene am Strand, in welcher Professor Jones mit einem Schirm einen Schwarm Möwen aufscheucht, um ein Jagdflugzeug zum Absturz zu bringen, wurde an der südspanischen Mittelmeerküste an der Playa de Mónsul, östlich von Almería gedreht. In einer Einstellung ist die Felsklippe des Torre de Vela Blanca zu sehen. Drehort des Bahnhofs von İskenderun war der Bahnhof von Guadix (ebenfalls Andalusien). Die Anfangsansicht der Szene, die mit dem Einblenden von „Republik Hatay“ eingeleitet wird, zeigt die Hagia Sophia im heutigen Istanbul, also nicht etwa einen Ort der heutigen Provinz Hatay. Von der Namens- und Ortsgleichheit abgesehen, hat die im Film gezeigte „Republik Hatay“ allerdings nichts mit der historischen Republik Hatay zu tun. Die Flagge ist erfunden, ebenso die Staatsform, eine Monarchie mit einem Sultan an der Spitze. Der Siq, eine teils nur zwei Meter breite, dafür über 1,2 Kilometer lange Schlucht, die zur verlassenen Felsenstadt Petra im heutigen Jordanien führt, wurde als Kulisse des Films genutzt. Der Tempel aus den Schlussszenen des Films ist das Felsgrab Khazne al-Firaun in Petra. Während der Dreharbeiten dort besuchte die jordanische Königsfamilie den Drehort.
Kostüme Für alle Schauspieler, die deutsche Soldaten darstellten, wurden extra aus Osteuropa Reproduktionen der früheren Uniformen eingekauft. Wegen der großen Hitze im Studio trugen Sean Connery und Harrison Ford während des Drehs der Zeppelin-Szene teilweise keine Hosen. Der SS-Offizier Vogel wird im Film mehrmals als Obersturmbannführer bezeichnet. Dieser SS-Dienstgrad entspricht jedoch dem militärischen Dienstgrad Oberstleutnant, während die Kragenspiegel von Vogels SS-Uniform ihn jedoch eindeutig als Standartenführer ausweisen, d. h. der entsprechende militärische Dienstgrad wäre Oberst.
In der englischen Originalfassung kommen SS-Dienstgrade in den Dialogen überhaupt nicht vor, Vogel wird nur ein einziges Mal von Dr. Schneider wörtlich mit „Herr Oberst“ angesprochen (fälschlicherweise, da die Dienstgrade "Oberst" und "Standartenführer" in der NS-Hierarchie zwar gleichrangig waren, aber nur letzterer in der SS existierte).
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