The Walking Dead () (deutsch: Die wandelnden Toten) ist eine US-amerikanische Fernsehserie von Frank Darabont, die von 2010 bis 2022 ausgestrahlt wurde. Sie ist Teil des The Walking Dead Franchise. Die Handlung basiert auf der gleichnamigen Comicserie von Robert Kirkman und Tony Moore. Die Serie startete am 31. Oktober 2010 in den Vereinigten Staaten bei AMC mit einer 68-minütigen Pilotepisode im Rahmen des sogenannten „Fearfest“ des Senders.
Am 9. September 2020 gab AMC bekannt, dass die Serie mit der 11. Staffel enden werde, deren letzte Episode am 20. November 2022 ausgestrahlt wurde.
AMC veröffentlichte mit der Zeit neue Serien und fasste diese in ein Franchise zusammen. Der Sender kündigte kurz nach der Bekanntgabe der finalen Staffel die Spin-Offs Tales of the Walking Dead, The Walking Dead: Daryl Dixon, The Walking Dead: Dead City und The Walking Dead: The Ones Who Live an. Die Serie The Walking Dead: World Beyond lief von 2020 bis 2021, während Fear the Walking Dead mit einer 8. Staffel 2023 abgeschlossen wurde.
Handlung → Hauptartikel: Staffel 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11
The Walking Dead spielt zu Beginn hauptsächlich in der Metropolregion von Atlanta im US-Bundesstaat Georgia und erzählt die Geschichte einer kleinen Gruppe Überlebender nach einer weltweiten Zombie-Apokalypse. Unter der Führung des Deputy Sheriffs Rick Grimes ist die Gruppe auf der Suche nach einer dauerhaften und vor allem sicheren Unterkunft. Dabei stellen die fast überall präsenten Untoten, gruppenintern als Beißer oder Streuner (engl. „Biters“ und „Walkers“) bezeichnet, eine ständige Bedrohung dar, die jederzeit ohne Vorwarnung zuschlagen kann. Infolge diverser Todesfälle, Ab- und Neuzugänge verändern sich Größe und Konstellation der Gruppe kontinuierlich. Mit der Zeit wächst der stabilere Kern der Gruppe emotional stark zusammen und begreift sich als Familienverbund, in dem jeder notfalls auch sein eigenes Leben für das des anderen zu opfern bereit ist. Die Suche nach einem sicheren Ort führt die Überlebenden durch von Zombies überrannte Städte und Wälder, über Highways, zu Militäranlagen und geheimen Forschungseinrichtungen. Überall, wo die Gruppe hingelangt, hat die Seuche bereits gewütet und nahezu alle Menschen in Zombies verwandelt. Unterwegs trifft die Gruppe auf andere Überlebende, einzeln und in Gruppen, die ihr teils friedlich, teils neutral, aber auch feindlich gesinnt sind. Gegen Ende der fünften Staffel erreichen die Überlebenden die Gegend um Washington, D.C.
Aufgrund ihrer immer hoffnungsloser erscheinenden Situation und der wachsenden Skepsis gegenüber Fremden stellt sich bei einigen Mitgliedern eine merkliche seelische Veränderung ein. Beispielgebend für diese Veränderung ist Carol Peletier. Während sie in den ersten beiden Staffeln noch eher ängstlich, schüchtern und zurückhaltend wirkt, entwickelt sie sich im Laufe der Ereignisse zu einer eiskalten und berechnenden Kämpferin. Diese äußert sich durch emotionale Abstumpfung und wachsende Bereitschaft für hartherzige Entscheidungen zugunsten des eigenen Überlebens (oder dessen der Gruppe). Daryl Dixon, der anfangs eher die Rolle eines Außenseiters einnimmt, nicht zuletzt durch den Einfluss seines Bruders Merle, wandelt sich zu einem wertvollen und wichtigen Entscheidungsträger für die Gruppe um Rick Grimes. Die permanente Zombiebedrohung steht somit, wie in den Comics, eher im Hintergrund, da es neben dem Kämpfen gegen die Zombies auch noch die eigentliche Handlung gibt. Im Vordergrund stehen mehr die gruppeninternen Differenzen und Spannungen sowie Konflikte mit Außenstehenden. Die häufigsten Streitpunkte unter den Überlebenden sind Meinungsverschiedenheiten um weitere Vorgehensweisen, grundsätzliche Ansichten und moralische Werte, darunter Themen wie Suizid, Kannibalismus, Abtreibung, „Präventivtötung“ Infizierter und potentiell gefährlicher Gefangener sowie Rassismus. Der Schwerpunkt liegt somit einerseits auf der Frage, wie sich die Menschen verändern, wenn ihnen ihr gewohntes Leben weggenommen wird und sie plötzlich um Dinge, die sie für selbstverständlich hielten, kämpfen müssen. Mehr und mehr stellt sich jedoch heraus, dass die eigentliche Bedrohung nicht die Untoten sind, sondern die Überlebenden selbst, im Kampf um die verbleibenden Ressourcen. Zum anderen aber geht es um die Selbstdefinition von Menschen. Erstmals seit 30.000 Jahren konfrontiert mit einer Menschengruppe, die ihnen zwar äußerlich ähnelt, jedoch nicht derselben Spezies bzw. Reproduktionsgemeinschaft angehörig ist, ringen die Apokalypse-Überlebenden mit ihrer Vorstellung und Verteidigung dessen, was sie „Mensch“ nennen wollen. Der Autor Wayne Yuen erörtert daher in der Zeitform des Indikativ Futur („will it be …?“):
Besetzung und Synchronisation
mini | Andrew Lincoln spielt in neun Staffeln die Hauptrolle des Rick Grimes. mini | Norman Reedus spielt Daryl Dixon. Eine Figur, welche in der Comic-Vorlage nicht existiert mini | Carol Peletier, wird von Melissa McBride gespielt. Zusammen mit Reedus gehörte sie, als einzige durchgehend, seit der ersten Staffel zur Besetzung. mini | Lauren Cohan spielt Maggie Greene. Ihre Figur wird in der zweiten Staffel eingeführt und gehörte fortführend zur Stammbesetzung. mini | rechts | Danai Gurira spielt die Katana-Kämpferin Michonne. mini | rechts | Der Antagonist Negan wird von Jeffrey Dean Morgan verkörpert.
Produktion mini|Frank Darabont (vorn) und Drew Struzan signieren ein Limited-Edition-Poster der Serie The Walking Dead (2010) mini|hochkant=1|Gale Anne Hurd – mit Sternen-Halskette – inmitten des The Walking Dead-Casts (2012)
Am 20. Januar 2010 kündigte AMC offiziell an, eine Pilotfolge der Comicadaption in Auftrag gegeben zu haben. Frank Darabont und Gale Anne Hurd wurden als Executive Producer vorgestellt. Darabont schrieb auch das Drehbuch und führte Regie. Die komplette Serie wurde vorab bestellt, nur basierend auf der Qualität des Comics, der Drehbücher und Darabonts Beteiligung. Die Dreharbeiten zum Pilotfilm begannen am 15. Mai 2010 in Atlanta, Georgia und dauerten 15 Tage, nachdem AMC insgesamt sechs Folgen für die erste Staffel beauftragte. Die Dreharbeiten zu den restlichen Folgen, bei denen Darabont die Rolle des Showrunners einnahm, begannen am 2. Juni. Der Make-up-Designer Gregory Nicotero war für die Masken und Spezialeffekte der Serie zuständig. Am 17. Juli gab Darabont bekannt, wer die sechs Episoden der ersten Staffel schreiben und drehen werde. Darabont arbeitete am Drehbuch für die ersten drei Folgen und führte Regie beim Piloten. Michelle MacLaren führte bei der zweiten Folge Regie. Charles H. Eglee – der ebenfalls als Executive Producer arbeitete – und Jack LoGiudice schrieben zusammen mit Darabont das Drehbuch zur dritten Folge, die von Gwyneth Horder-Payton gefilmt wurde. Die vierte Episode wurde von Robert Kirkman – dem Erschaffer des Comics – geschrieben, während Johan Renck Regie führte. Das Drehbuch zur fünften Folge wurde von Glen Mazzara geschrieben und Ernest R. Dickerson führte Regie. Die sechste und letzte Episode wurde von Adam Fierro geschrieben und von Guy Ferland gedreht. Die Serie wurde komplett mit 16-mm-Film gedreht. Der Produzent Gregory Melton arbeitete als Set Director und an den CGI-Effekten.
Der Verkauf der internationalen Ausstrahlungsrechte wurde am 14. Juni bekannt gegeben. Für Deutschland sicherte sich FOX Channel die Rechte an der Serie. Auf der Cologne Conference am 30. September 2010 wurde anstatt der zuerst angekündigten ersten Episode nur ein zehnminütiger Trailer gezeigt.
Am 31. August erklärte Darabont, dass The Walking Dead um eine zweite Staffel verlängert worden sei, mit einem Produktionsstart im Februar 2011. AMC gab jedoch an, dass dies noch nicht der Fall sei. Die Produzentin Gale Anne Hurd sagte später, dass alle zukünftigen Staffeln 13 Episoden umfassen werden. Darabont war es ein Anliegen in der zweiten Staffel die bei den Fans des Comics sehr beliebte Figur der Michonne einzuführen und mehr von der Umwelt des zweiten Buches zu zeigen.
Am 8. November gab AMC – nach nur zwei ausgestrahlten Episoden – die Verlängerung für eine zweite Staffel mit 13 Folgen bekannt, dessen Produktion am 1. Juli 2011 begann. Am 13. Juli 2011 wurde während der Premiere der vierten Staffel von Breaking Bad eine Vorschau der zweiten Staffel gezeigt. Im Juli 2011 trat Frank Darabont als Showrunner von The Walking Dead zurück und wurde von Glen Mazzara ersetzt.
Aufgrund der gestiegenen Quoten während der zweiten Staffel gab AMC nach zwei ausgestrahlten Episoden die Produktion einer dritten Staffel mit insgesamt 16 Episoden bekannt.
Im Dezember 2012 wurde die Serie auf Grund der sehr hohen Einschaltquoten von über 10 Millionen Zuschauern um eine vierte Staffel verlängert – welche aus 16 Episoden besteht –;. die Ausstrahlung begann im Oktober 2013. Gleichzeitig wurde bekannt, dass der Showrunner Glen Mazzara die Serie wegen künstlerischer Differenzen verließ. An seine Stelle als Showrunner trat Scott Gimple. Ende Oktober 2013 wurde die Serie um eine fünfte Staffel verlängert. Einen Tag vor Beginn der Ausstrahlung dieser gab AMC die Bestellung einer sechsten Staffel bekannt.
Am 12. Juli 2017 stürzte der Stuntman John Bernecker am Set im US-Bundesstaat Georgia bei einer Kampfszene aus mehr als 6 m (20 Fuß) in die Tiefe und starb später an seinen schweren Kopfverletzungen.'The Walking Dead' Stuntman John Bernecker Died After Missing Safety Cushion by Inches. In: TMZ, 14. Juli 2017, abgerufen am 25. Oktober 2023. (englisch)
Im Oktober 2017 wurde die Serie um eine neunte Staffel verlängert, die zwischen dem 7. Oktober 2018 und 31. März 2019 in den Vereinigten Staaten und jeweils einen Tag später in Deutschland ausgestrahlt wurde.
Mitte Januar 2018 wurde bekannt, dass Scott Gimple als Showrunner zurücktritt und Angela Kang ab der neunten Staffel seinen Posten übernimmt.
Am 4. Februar 2019 wurde bekannt, dass AMC die Serie um eine zehnte Staffel verlängert, deren Ausstrahlung ab dem 6. bzw. 7. Oktober 2019 in Deutschland stattfand. Eine 11. Staffel wurde bestellt, die gleichzeitig das Serienfinale darstellte. Weiterhin bekamen die Figuren Daryl (Norman Reedus) und Carol (Melissa McBride) sowie Negan (Jeffrey Dean Morgan) und Maggie (Lauren Cohan) jeweils ein eigenes Spin-Off.
Klagen gegen AMC
Im August 2017 verklagten die Produzenten Robert Kirkman, Gale Anne Hurd, Glen Mazzara, David Alpert und mitproduzierende Firmen den Medienkonzern AMC Networks, die AMC Studios, den ausstrahlenden Sender AMC und andere beteiligte Firmen. Hintergrund der Klage ist, dass AMC die Gewinne aus der Serie im Konzern nach ihrer Sicht so verteilt, dass die Produzenten ungerecht beteiligt würden. Konkret sagen sie in ihrer Klage, dass der Sender AMC zu geringe Lizenzgebühren an die ebenfalls zum Konzern gehörende Produktionsfirma AMC Studios zahlt. In ihrer Klage vergleichen sie die Höhe der Lizenzzahlungen mit denen, die der Sender AMC an externe Produktionsfirmen zahlt, z. B. bei den Serien Mad Men oder Breaking Bad, die höhere Lizenzgebühren bekamen bei weniger Gewinn für den Sender.
In einer inhaltlich ähnlichen seit Jahren laufenden Klage gegen AMC durch Frank Darabont, dem bereits 2011 nach der ersten Staffel abgesetzten Showrunner der Serie, wird von einem Klagewert von 30 Millionen US-Dollar pro Episode gesprochen und weiterem Geld für die unbezahlte Arbeit, die die Produktion der zweiten Staffel vorbereitete. Insgesamt fordert er 280 Millionen US-Dollar Entschädigung. Sollte die Klage der anderen Produzenten in ähnlicher Höhe Erfolg haben, wird von einem Klagewert von knapp einer Milliarde US-Dollar spekuliert.
Ausstrahlung
Vereinigte Staaten