mini|hochkant=1.5|Meyernberg – links unten der Wohnpark Meyernberg Süd-West
Meyernberg ist ein Stadtteil von Bayreuth. Die Gemarkung Meyernberg hat eine Fläche von 1,642 km². Sie ist in 892 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Flurstücksfläche von 1840,78 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Geigenreuth und Laimbach.
Lage Meyernberg liegt im Westen der Stadt am Südhang des Roten Hügels.
Beschreibung mini|Schloss Meyernberg mini|Ortsmitte Meyernberg mit altem Wirtshaus mini|Meyernberger Straße mit Katharina-von-Bora-Kirche mini|hochkant|Einfamilienhäuser und Hochhaus an der Sauerbruchstraße Das heutige Meyernberg besteht überwiegend aus Nachkriegsbebauung vom Einfamilienhaus bis zum Hochhaus. Ältestes Gebäude ist das Schloss, das als Stadtgartenamt und von der Freiwilligen Feuerwehr genutzt wird. Die Gaststätte am Beginn der Donndorfer Straße ist seit ca. 1750 nachweisbar, die ersten Kleinsiedlungshäuser am Sterntalerring entstanden in der Zeit des Dritten Reichs.Herbert Popp: Bayreuth – neu entdeckt, S. 170
Geschichte Keimzelle des Ortskerns war ein einzelner Hof, der 1398 mit dem Namen „Poxreuth“ erstmals erwähnt wurde. 1753 wurde der von Johann Gottlob von Meyern zum Rittergut umgestaltete Hof in Meyernberg umbenannt. Um 1850 war Herzog Alexander Friedrich Wilhelm von Württemberg, der im Schloss Fantaisie im nahen Donndorf lebte, Eigentümer des erneut umgestalteten Gebäudes, das deshalb auch als „Herzogliches Schloss“ bezeichnet wird.
Im 18. Jahrhundert ließ von Meyern unterhalb des Schlosses mehrere Trüpfhäuser errichten, um die Seidenraupenzucht zu fördern. In der Folge entstanden bergab weitere Häuser, die den alten Ortskern darstellen. Der am Hang gelegene Ort war nie ein Bauerndorf, sondern herrschaftliches Rittergut.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Meyernberg 20 Anwesen. Die Hochgerichtsbarkeit stand dem bayreuthischen Stadtvogteiamt Bayreuth zu. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Rittergut Meyernberg. Grundherren waren das Amt St. Johannis (1 Wirtshaus) und das Rittergut Meyernberg (1 Schlossgut, 1 Schmiede, 6 Gütlein, 1 Gut mit Ziegelhütte, 3 Tropfhäuser, 7 Häuser).R. Winkler: Bayreuth, S. 374.
Von 1797 bis 1810 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Bayreuth. Nachdem im Jahr 1810 das Königreich Bayern das Fürstentum Bayreuth käuflich erworben hatte, wurde Meyernberg bayerisch. Infolge des Gemeindeedikts wurde Meyernberg dem 1812 gebildeten Steuerdistrikt Eckersdorf zugewiesen. Zugleich entstand die Ruralgemeinde Meyernberg, zu der Geigenreuth und Laimbach gehörten. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Bayreuth zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Bayreuth (1919 in Finanzamt Bayreuth umbenannt). In der freiwilligen Gerichtsbarkeit unterstanden 26 Anwesen bis 1848 dem Patrimonialgericht Meyernberg. Ab 1862 gehörte Meyernberg zum Bezirksamt Bayreuth (1939 in Landkreis Bayreuth umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Bayreuth (1879 in Amtsgericht Bayreuth umgewandelt).R. Winkler: Bayreuth, S. 462ff. Die Gemeinde hatte eine Gebietsfläche von 1,707 km².
Nach Plänen des Baumeisters Karl Wölfel entstand 1873 am Südhang des Roten Hügels eine imposante Anlage. Das im Mittelpunkt eines versteckt liegenden Parks angelegte „Belvedere“ umfasste ein Arkadengebäude und einen Siegesturm, der an den militärischen Triumph im Deutsch-Französischen Krieg erinnern sollte. Im April 1945 wurde das am heutigen Herrnholzweg gelegene Ensemble von der United States Army gesprengt.Zeichen des Wandels an vielen Stellen in: Nordbayerischer Kurier vom 1. Oktober 2021, S. 8.
Am 1. April 1939 wurde Meyernberg nach Bayreuth eingemeindet. Bis dahin blieb Meyernberg ein kleines Dorf, das erst in den 1960er Jahren dynamisch zu wachsen begann.Herbert Popp: Bayreuth – neu entdeckt, S. 168.
Im Juni 1972 wurde mit der Anlage des Wohnparks Meyernberg Süd-West begonnen, einem der größten Bayreuther Bauprojekte der Nachkriegszeit. Auf einer Grundfläche von 80.000 Quadratmetern entstanden 275 Häuser und Wohnungen, darunter am Westrand der Siedlung drei Hochhäuser mit je acht Stockwerken und 144 Eigentumswohnungen. 115 Ein- und acht Zweifamilienhäuser wurden als überwiegend bungalowförmige Flachbauten breit davor gelagert.Vor 50 Jahren. Neuer Stadtteil für tausend Bürger in: Nordbayerischer Kurier vom 6. Juli 2023, S. 11. Die Grundschule Meyernberg wurde im September 1975 ihrer Bestimmung übergeben.Vor 50 Jahren. Grundschule Meyernberg wurde ihrer Bestimmung übergeben in: Nordbayerischer Kurier vom 15. September 2025, S. 10.
Baudenkmäler Meyernberger Straße 54: Ehemaliger Gutshof Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges 1914–18
Einwohnerentwicklung Gemeinde Meyernberg Jahr 1822 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933Einwohner 195 148 207 206 206 189 206 192 211 218 224 258 271 305 312 298 340 366HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 29 33 31 30 32 41 Quelle
Ort Meyernberg Jahr 1819 1822 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987Einwohner 170 165 206 184 191 246 296 406 383 3277Häuser 26 28 28 34 50 61 570Quelle Dort als „Meiernberg“ aufgelistet.
Religion Meyernberg ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und war ursprünglich nach Heilig Dreifaltigkeit (Bayreuth) gepfarrt. Ab Mitte des 20. Jahrhunderts war die Pfarrei Christuskirche (Bayreuth) zuständig, etwas später wurde in Meyernberg die Pfarrei Katharina-von-Bora gegründet.
Verkehr Hauptachse ist die Meyernberger Straße. Der Stadtteil wird von den Buslinien 305 und 309 des Verkehrsverbunds Großraum Nürnberg (VGN) erschlossen.
Literatur
Weblinks
Plan von Meyernberg von 1850 bei bayerische-landesbibliothek-online.de
Fußnoten
Kategorie:Ort in der kreisfreien Stadt Bayreuth Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Bayreuth) Kategorie:Ersterwähnung 1398 Kategorie:Gemeindegründung 1812 Kategorie:Gemeindeauflösung 1939 Kategorie:Meyern-Hohenberg (Adelsgeschlecht) Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Gemarkung in der kreisfreien Stadt Bayreuth