Das Körpergewicht, eigentlich Körpermasse, ist ein biometrisches Merkmal und bezeichnet die physikalische Masse eines Menschen, üblicherweise angegeben in Kilogramm (kg). Es ist kurz nach der Geburt (Geburtsmasse) am geringsten und nimmt dann bis zum Erwachsenenalter bei normaler Entwicklung zusammen mit der Körpergröße stetig zu.

Viele Menschen, vor allem in Entwicklungsländern, leiden aufgrund von Mangelernährung an Untergewicht. Übergewicht (bzw. dessen schwere Form Adipositas) ist ein verbreitetes Problem, das sowohl in EntwicklungsländernArne Perras (8. Dezember 2010). „Früchte? So was essen Vögel“. Süddeutsche Zeitung (abgerufen am 23. Februar 2011)Harro Albrecht (22. Februar 2008). Dick in Afrika. Die Zeit (abgerufen am 23. Februar 2011)3. März 2003. Importierte Konserve. In Afrika wird Übergewicht zur Todesursache Nummer 1. Taz (abgerufen am 23. Februar 2011) als auch in Industrieländern stark zugenommen hat.

Auch Essstörungen können Untergewicht verursachen (z. B. Anorexia nervosa und Bulimia nervosa) oder zu Übergewicht führen (z. B. Binge-Eating-Störung und Bulimia nervosa).

Geburtsgewicht mini|Quantile des Geburtsgewichts von Lebendgeborenen in Deutschland 1990–2008 Das Geburtsgewicht von Neugeborenen wird in vielen Ländern ermittelt, aufgezeichnet und statistisch ausgewertet. Berechnungen anhand der Daten von 2,2 Millionen Einlingsschwangerschaften in Deutschland zeigten einen linearen Zusammenhang zwischen der Körpergröße der Mutter und dem Geburtsgewicht des Kindes. Mit den im Verhältnis zur Größe der Mutter ermittelten Perzentilen können „genetisch“ kleine und „genetisch“ große, dennoch gesunde Neugeborene adäquater klassifiziert werden.M. Voigt, N. Rochow et al.: Birth weight percentile values for girls and boys under consideration of maternal height. In: Zeitschrift für Geburtshilfe und Neonatologie, 29. Oktober 2012, PMID 23108965.

Neugeborene von unterernährten Frauen haben nicht nur ein geringeres Geburtsgewicht, sondern sie wachsen im ersten Lebensjahr langsamer, können an kognitiven Beeinträchtigungen leiden und Schädelfehlbildungen aufweisen.S. Hermann, R. Glöckner: Anorexia Nervosa während bzw. nach einer Schwangerschaft – Selten diagnostiziert dennoch ernst zu nehmen!. Das Gesundheitswesen, Thieme Verlag, Stuttgart 2016.

Es gibt zudem eine Korrelation zwischen (Über-)Gewicht der Gebärenden und (Über-)Gewicht des Neugeborenen.Übergewicht schon im Mutterleib, spiegel.de, 11. Januar 2009. Übergewicht schon im Mutterleib macht die Geburt riskanter (ab 4000 Gramm nehmen die Geburtsrisiken ein wenig zu, ab 4500 Gramm deutlich) und kann lebenslange Probleme für die Geborenen zur Folge haben. Um dem vorzubeugen, wird bei den Schwangerschaftsvorsorgen vor der Geburt die Größe des Ungeborenen anhand von Ultraschallaufnahmen festgestellt, um einschätzen zu können, ob eine natürliche Geburt mit ausreichender Wahrscheinlichkeit problemlos möglich ist oder ob ein vorsorglicher Kaiserschnitt geplant werden muss.

Übergewichtige Frauen leiden häufiger unter einem Schwangerschaftsdiabetes. Bei Frauen mit Diabetes oder Schwangerschaftsdiabetes hat der erhöhte Blutzuckerspiegel der Mutter Auswirkungen auf den Stoffwechsel und die Organentwicklung des Ungeborenen. Bei ihnen besteht eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass sie zum Zeitpunkt der Geburt sehr groß sind. Ihre Entwicklung kann dennoch verzögert sein, sie erreichen oft eine geringere Leistungsfähigkeit.Diana Arabiat, Mohammed Aljabery et al.: Motor Developmental Outcomes in Children Exposed to Maternal Diabetes during Pregnancy: A Systematic Review and Meta-Analysis. In: International Journal of Environmental Research and Public Health, Band 18, Ausgabe 4, 10. Februar 2021.Kelly Morgan, Mohammed Rahman: et al.: Association of Diabetes in Pregnancy with Child Weight at Birth, Age 12 Months and 5 Years – A Population-Based Electronic Cohort Study. In: PLOS ONE, 13. November 2013.

Masse einzelner Bestandteile mini|Masse-Verteilung auf Glieder Die Körpermasse (Gewicht) verteilt sich beim erwachsenen Menschen auf die einzelnen Glieder im Durchschnitt: Kopf 7 Prozent, Rumpf 43 Prozent, ein Arm 6 Prozent (davon Oberarm 3 Prozent, Unterarm 2 Prozent, Hand 1 Prozent), also zwei Arme 12 Prozent, ein Bein 19 Prozent (davon Oberschenkel 12 Prozent, Unterschenkel 5 Prozent, Fuß 2 Prozent), also zwei Beine 38 Prozent. Bei Frauen ist das relative Gewicht von Kopf und Oberschenkeln schwerer als beim Mann, der Rumpf und die anderen Glieder hingegen sind relativ leichter.Masseverteilung im Körper, nach Fischer, Hochmuth, Bernstein und normalem Durchschnitt Bei Säuglingen und Kindern ist der Kopf relativ zum Gesamtkörper deutlich größer und schwerer.

Das Blutvolumen beträgt beim erwachsenen Menschen ca. 4,5 bis 6,0 Liter (ca. 8 Prozent des Körpergewichts (KG); 77 ±10 ml/kg KG bei Männern und 65 ±10 ml/kg KG bei Frauen).Robert F. Schmidt: Physiologie des Menschen. Springer-Verlag, 2013, ISBN 978-3-662-09340-5, S. 515 ().

Die Haut bildet im Durchschnitt eine Masse von 14 Kilogramm (ohne Unterhaut) und macht damit etwa 20 Prozent des Körpergewichts aus.https://www.onmeda.de/anatomie/haut.html

Das Skelett hat einen Anteil von zwölf Prozent am Gesamtgewicht, bei einem 75 Kilogramm schweren Menschen wiegen die Knochen im Durchschnitt neun Kilogramm.https://www.planet-wissen.de/natur/anatomie_des_menschen/knochenbau/pwiewissensfrage110.html

Berechnungsformeln, Indizes Körpergewicht kann mittels einer Waage schnell und unkompliziert gemessen werden. Eine quantitative Bewertung des Körpergewichts in Relation zur Körpergröße gilt als problematisch. In den letzten 150 Jahren wurden dazu eine Reihe von Indizes entwickelt.

Broca-Index Der Broca-Index ist ein Maß zur Berechnung des „Normalgewichtes“ einer Person. Er wurde von Paul Broca, einem französischen Arzt, Chirurgen und Anthropologen (1824–1880), entwickelt.

Der Index definiert ausgehend von der Körpergröße (in cm) ein Normalgewicht (in kg) nach der Formel: = − 100

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde oftmals auch von einem „Idealgewicht“ von nur 90 % für Männer und nur 80 % für Frauen von dem oben berechneten Wert ausgegangen, allerdings mehr aus ästhetischen denn aus medizinischen Gründen.

Der Broca-Index erlaubt lediglich eine grobe Einschätzung und trifft für den Bereich mittlerer Körpergrößen am besten zu; bei sehr großen und sehr kleinen Körpergrößen ist der BMI etwas genauer (eine Grenzwertbetrachtung kann die Limitierung veranschaulichen: Wie viel darf eine Person mit 1 m Körpergröße nach Broca wiegen? Das Broca-Idealgewicht ist bei sehr kleiner Körpergröße zu niedrig und bei sehr großer zu hoch). Graphisch betrachtet ist das Broca-Idealgewicht in Abhängigkeit von der Körpergröße eine Gerade, der Body-Mass-Index eine leicht gekrümmte Kurve (Parabel).

Weil Besonderheiten des jeweiligen Körperbaus unberücksichtigt bleiben, sind sowohl BMI als auch Broca-Index in ihrer Aussagekraft begrenzt; zum Beispiel hat ein Bodybuilder einen sehr geringen Körperfettanteil, aber aufgrund seiner hohen Muskelmasse unter Umständen einen BMI von deutlich über 25.

Der Vorteil der nach Broca errechneten Gewichte liegt darin, dass ein metrisch denkender Mensch sie im Kopf errechnen kann.

Beispiel:

Für einen 1,75 m großen Mann liefert der Broca-Index als Normalgewicht 75 kg und als Idealgewicht (−10 %) 67,5 kg. Das entspricht BMI-Werten von 24,5 bzw. 22, also Werten innerhalb des normalgewichtigen Bereiches. Für eine 1,65 m große Frau liefert der Broca-Index als Normalgewicht 65 kg und als Idealgewicht (−20 %) 52 kg. Das entspricht BMI-Werten von 24 bzw. 19, also Werten innerhalb des normalgewichtigen Bereiches. Ab einem Alter von 65 Jahren werden beim Mann und der Frau für das Idealgewicht 2,5 kg hinzugerechnet.

Body-Mass-Index Der Body-Mass-Index (BMI), im deutschen Sprachraum zuweilen auch Körpermasseindex oder -zahl genannt, ermittelt aus der Körpermasse (in kg) und der Körpergröße (in m) einen Index nach der Formel:

Dieser wird mit – je nach Quelle geschlechts- oder altersabhängigen – Standardwerten verglichen.

Da bei einer Messung des Körpergewichts naturgemäß nicht zwischen Fett- und Muskelmasse unterschieden werden kann, wird die Ermittlung des BMI oftmals mit einer Messung des Körperfettanteils verbunden. Nominelles Übergewicht in Kombination mit einem niedrigen Körperfettanteil weist eher auf einen muskulösen Menschen als auf gesundheitsgefährdendes Fett hin. Allerdings ist hier auch zu bedenken, dass die Belastung der Hüft- und der Kniegelenke und der Lendenwirbelsäule nur vom Gewicht bestimmt wird, gleichgültig ob das Gewicht aus Schulter- und Armmuskulatur oder aus Bauchfettpolstern stammt.

Ponderal-Index Der Ponderal-Index ähnelt dem BMI. Seine Formel lautet:

Werte zwischen 11 und 14 kg/m3 gelten dabei als normal. Dieser Index von der Dimension einer Massendichte erfüllt beinahe die Bedingungen einer dimensionslosen Kennzahl der Ähnlichkeitstheorie, da er dimensionsanalytisch unabhängig von der Körpergröße und daher auch für Kinder und sehr große Menschen anwendbar ist. Der Ponderal-Index ist dennoch wenig verbreitet.

Area Mass Index Im Unterschied zum BMI und zum Ponderal-Index stellt der Area Mass Index (AMI) das Verhältnis der Körpermasse (ugs.: Körpergewicht) zur tatsächlichen Körperoberfläche dar, wobei die Körperoberfläche vom individuellen Körperbau (Statur) und dem Geschlecht einer Person abhängt.

Taille-Hüft-Verhältnis Das Taille-Hüft-Verhältnis (TDV), auch Waist-Hip-Ratio (WHR) genannt, ignoriert das Verhältnis von Körpergewicht und Körpergröße und stützt sich allein auf die Körperformen. Ursprünglich hauptsächlich als Indikator für unterschiedliche Gesundheitsrisiken bei gleichem BMI verwendet, dient die Waist-Hip-Ratio auch als alleiniger Indikator für Übergewicht.

Body-Adiposity-Index Der Body-Adiposity-Index (BAI) ist eine andere Methode, mit der der Körperfettanteil berechnet bzw. abgeschätzt werden soll. Dieser ab 2011 populär gewordene Index berücksichtigt neben der Körperlänge auch den Hüftumfang mit der Formel:

BAI = (Hüftumfang in cm) / (Körperlänge in m)1,5 − 18.

Eine Studie des Instituts für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke und der Medizinischen Klinik IV der Universität Tübingen im Jahre 2012 kam zu dem Ergebnis, dass der BAI dem BMI in seiner Aussagekraft unterlegen ist und der BMI demgegenüber in engerer Beziehung zur Körperfettverteilung steht – insbesondere bei Männern. Der gemessene Taillenumfang habe dagegen, der gleichen Studie zufolge, eine noch höhere Aussagekraft über den prozentualen Körperfettanteil als der BMI oder der BAI. Auch bei der Abschätzung des Diabetesrisikos war der BMI dem BAI überlegen, allerdings hatte auch hier der Taillenumfang wieder eine noch höhere Aussagekraft. Der BAI komme laut der Studie somit nicht als Alternative zum BMI in Betracht, das Messen des Taillenumfangs als Ergänzung zur Bestimmung des BMI sei dagegen sinnvoll.

Body Shape Index Der Body-Shape-Index (BSI oder ABSI), der aus Taillenumfang, Body-Mass-Index und Körpergröße berechnet wird, soll besser als der BMI Gesundheitsrisiken prognostizieren, indem er das besonders schädliche Bauchfett mit in die Berechnung einbezieht. Aussagekräftig ist vor allem der ABSI-z-Wert, welcher den eigenen Wert mit den Durchschnittswerten der Bevölkerung (in den USA) vergleicht und so ein über- oder unterdurchschnittliches Risiko ermittelt. Als Krankheiten, die in Verbindung mit erhöhtem Bauchfett stehen, gelten z. B. Herzinfarkt, Bluthochdruck, Schlaganfall und Arteriosklerose. Für Schwangere ist diese Messmethode nicht geeignet. Die in den USA entwickelte Methode soll für schwarze und weiße, nicht aber für mexikanische Ethnien gelten.

Bauchumfang Als weitere Vereinfachung des Taille-Hüft-Verhältnisses wird der reine Bauchumfang, unabhängig von der Körpergröße, als Indikator für Übergewicht herangezogen. Aufgrund ihrer Einfachheit wird diese Methode noch von vielen Ärzten favorisiert.