right|thumb|Karyatidenhocker des Meisters von Buli im Ethnologischen Museum Berlin. right|thumb|Thronhocker des Meisters von Buli oder seiner Schule im Linden-Museum Stuttgart. Als Meister von Buli, Buli-Meister oder Buli-Werkstatt werden der oder die Schöpfer einer kleinen Anzahl von Skulpturen und geschnitzten Gegenständen aus dem Kulturkreis der Luba bezeichnet, die sich durch einen charakteristischen Stil auszeichnen. Diese Objekte zählen zu den berühmtesten Werken afrikanischer Kunst.

Ursprung der Bezeichnung Viele afrikanische Kunstwerke, die sich heute in Völkerkundesammlungen befinden, wurden im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert vor Ort in Afrika ohne detaillierte Dokumentation gesammelt. Dies hat unter anderem zur Folge, dass nur für wenige afrikanische Objekte aus oder vor dieser Zeit der Schöpfer namentlich bekannt ist. In den 1930er Jahren hat Frans Olbrechts vom Koninklijk Museum voor Midden-Afrika in Tervuren erstmals versucht, eine kleine Objekt-Gruppe einem einzelnen Künstler zuzuweisen.Mary Nooter Roberts & Allen F. Roberts: Luba, 5 Continents Editions, Milan 2007, ISBN 978-88-7439-297-1. Nach dem Ort, in dem einige dieser Objekte gesammelt wurden, wird dieser mit dem Notnamen Meister von Buli bezeichnet. Da bis heute umstritten ist, ob es sich dabei um nur einen Schnitzer oder mehrere Schnitzer einer Werkstatt handelte, ist auch die Bezeichnung Buli-Werkstatt üblich.

Beschreibung der Objekte Bei den Werken handelt es sich, wie für afrikanische Kunst typisch, um aus einem Stück Holz geschnitzte Skulpturen oder verzierte Gebrauchsgegenstände (Karyatidenhocker, Gefäße, Kopfstützen). Der Stil des Meisters von Buli zeichnet sich durch besonders gelängte Formen der Gesichter und der Hände aus. Der Meister von Buli wird meist den Luba-Völkern zugeordnet, ist aber auch von den Hemba beeinflusst.

Bedeutung auf dem Kunstmarkt Objekte des Meisters von Buli werden nur selten auf dem Kunstmarkt angeboten und gehören dann zu den teuersten Objekten afrikanischer Kunst. Der 1979 vom Metropolitan Museum of Art erworbene Hocker erreichte den damaligen Rekord für ein afrikanisches Kunstwerk.Bericht bei artdaily.com, abgerufen am 1. Juni 2012 (in Englisch). 2010 wurde wieder ein Hocker des Meisters von Buli versteigert, sein Preis von 4,8 Millionen Euro ist derzeit der zweithöchste jemals erzielte Auktionspreis für ein afrikanisches Kunstwerk (Dezember 2010).Bericht bei faz.net, abgerufen am 29. Oktober 2012.

Werke (Auswahl) Werke, die dem Meister von Buli zugeordnet werden, finden sich unter anderem in folgenden Sammlungen:

Figur, die ein Gefäß hält Koninklijk Museum voor Midden-Afrika, TervurenGustaaf Verswijver (Hrsg.): Masterpieces from Central Africa, Prestel, München 1996, ISBN 3-7913-1683-4. PrivatsammlungAlisa LaGamma: Helden - Ein neuer Blick auf die Kunst Afrikas, Scheidegger & Spiess, Zürich 2012, ISBN 978-3-85881-348-0.

Karyatidenhocker (von einer hockenden Person getragen) British Museum, LondonTom Phillips (Hrsg.): Afrika: Die Kunst eines Kontinents, Prestel, München 1996, ISBN 3-7913-1692-3. Metropolitan Museum of Art, New YorkBarbara Burn (Hrsg.): Masterpieces of the Metropolitan Museum of Art, Metropolitan Museum of Art, New York und Bulfinch Press, Boston 1993, ISBN 0-87099-677-0. Linden-Museum, StuttgartHermann Forkl: Linden-Museum Stuttgart, Abteilungsführer Afrika, Linden-Museum Stuttgart, 1989. Museum für Völkerkunde zu Leipzig Privatsammlung

Karyatidenhocker (von einer stehenden Person getragen) Irma Stern Museum, KapstadtHomepage des Irma Stern Museums, abgerufen am 1. Februar 2016 (in Englisch).

Karyatidenhocker (von zwei stehenden Personen getragen) Ethnologisches Museum, BerlinPaola Ivanov, Peter Junge (Hrsg.): Kunst aus Afrika: Plastik, Performance, Design, SMB-DuMont, Berlin und Köln 2005, ISBN 978-3-8321-7662-4.

Kopfstütze Privatsammlung

Stehende Figur Ethnologisches Museum, Berlin Sammlung Dres. Daniel und Marian Malcolm Privatsammlung (Beine der Figur nicht erhalten)

Literatur Claude-Henri Pirat: The Buli Master, Isolated Master or Atelier, Toward a Catalogue Raisonné. In: Tribal Art Magazine. Paris/San Francisco, summer 1996, p. 54–77. Claude-Henri Pirat: The Buli Master, A Review of the Case. In: Tribal Art Magazine. Paris/San Francisco, summer/autumn 2001, p. 82–95.

Einzelnachweise

Weblinks Hocker des Meisters von Buli im Metropolitan Museum of Art

Kategorie:Notname Kategorie:Bildende Kunst (Demokratische Republik Kongo) Kategorie:Bildschnitzer