Börnichen/Erzgeb. ist eine Gemeinde im Erzgebirgskreis in Sachsen (Deutschland). Die Abkürzung „Erzgeb.“ steht für „Erzgebirge“. Die Gemeinde gehört dem Verwaltungsverband Wildenstein an.
Geografie Die Gemeinde Börnichen liegt auf einer Hochfläche zwischen den Flusstälern der Zschopau und der Flöha etwa 20 km südöstlich von Chemnitz. Der höchste Punkt des Ortes liegt bei 604 m (Langer Stein im Bornwald). Börnichen ist ein radiales Waldhufendorf. Das heißt, die einzelnen Hufen gehen strahlenförmig von einem Mittelpunkt aus. Südlich von Börnichen liegt der Bornwald, der auch größtenteils zum Gemeindegebiet gehört.
Nachbargemeinden
Geschichte 1350 wird Börnichen erstmals urkundlich im Lehnbuch Friedrichs III. des Strengen als Burnichin erwähnt.Ernst Eichler, Hans Walther (Hrsg.): Historisches Ortsnamenbuch von Sachsen, Berlin 2001, ISBN 3-05-003728-8, Band I, S. 97.
Mit der Reformation 1539 kam Börnichen zur Parochie Waldkirchen. Der Ort war Amtsdorf des Amtes Augustusburg (vormals Schellenberg). Ein Schulhaus wurde 1788 erbaut. Auf Anregung des Justizamtmannes Friedrich August Förster erfolgte 1852 der Bau des Wichernhauses als Armenkinder- und Waisen-Rettungs- und Erziehungsanstalt (ab 1858 als Friedrich-August-Stift bezeichnet). 1871 wird ein neues Schulgebäude errichtet. 1876 wird der Ortsteil Neunzehnhain im Bornwald selbständig. 1900 erfolgt der Bau einer neugotischen Kirche sowie die Anlage eines eigenen Friedhofes. Im gleichen Jahr erhielt Börnichen den Anschluss ans Telefonnetz. Am 12. Dezember 1904 wurde die Freiwillige Feuerwehr gegründet. 1911 erfolgte der Anschluss ans Elektrizitätsnetz. In den Jahren 1911 bis 1914 erfolgte der Bau der Talsperre Neunzehnhain I zur Trinkwasserversorgung von Chemnitz. 1926 wurde das Rathaus errichtet. 1928 begann der Bau einer Gemeindewasserleitung. Nach einer Nutzung des Wichernhauses in den Jahren 1940 bis 1952 als Lager für den Arbeitsdienst und Landesjugendhof wurden ab 1952 durch die Innere Mission behinderte Kinder betreut. Mit dem Bau einer Wasserleitung 1985 von der Talsperre Neunzehnhain und Hochbehältern auf dem Grünhainichener Berg 1992 wurde Börnichen an das Trinkwassernetz angeschlossen. Seit 1994 gehört die Gemeinde zum Verwaltungsverband Wildenstein.
Einwohnerentwicklung Folgende Einwohnerzahlen beziehen sich auf den 31. Dezember des voranstehenden Jahres mit Gebietsstand Januar 2007: 1982 bis 1988 1982 − 1.146 1983 − 1.143 1984 − 1.121 1985 − 1.084 1986 − 1.055 1987 − 1.020 1988 − 9941989 bis 1995 1989 − 988 1990 − 971 1991 − 955 1992 − 970 1993 − 989 1994 − 981 1995 − 1.0331996 bis 2002 1996 − 1.136 1997 − 1.132 1998 − 1.115 1999 − 1.119 2000 − 1.137 2001 − 1.117 2002 − 1.0982003 bis 2009 2003 − 1.107 2004 − 1.114 2005 − 1.099 2006 − 1.094 2007 – 1.073 2008 – 1.061 2009 – 1.0442010 bis 2016 2010 – 1.031 2011 – 1.015 2012 – 1.017* 2013 – 1.004 2014 – 988 2015 – 984 2016 – 9812017 bis 2023 2017 – 992 2018 – 997 2019 – 985 2020 – 972 2021 – 970 2022 – 949 2023 – 9552024 2024 – 946 Quelle: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen (* 973 + 44: Fehler in den Zahlen des Zensus wurden erst im Mai 2013 bereinigt)
Politik Gemeinderat Seit der Gemeinderatswahl am 9. Juni 2024 verteilen sich die 10 Sitze des Gemeinderates folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen: Freie Wählervereinigung Börnichen: 9 Sitze Feuerwehr Börnichen/Erzgeb.: 1 Sitz +letzte GemeinderatswahlenListe202420192014Sitzein %Sitzein %Sitzein %Freie Wählervereinigung Börnichen985,7978,4875,8Freiwillige Feuerwehr Börnichen/Erzgeb.114,3116,0114,1Linke–––5,6110,0Wahlbeteiligung74,8 %65,1 %59,0 %
Bürgermeister 1919–1924 Herr Uhlmann, bisher Ortsvorsteher 1925–1928 Herr Schönfelder 1928–1933 Herr Beyer 1933–1945 Herr Franke 1945–1946 Max Melzer (amt.) 1946–1974 Max Melzer 1974–1982 Veronika Reuß 1982 von Jan. - Sept. Margit Sättler (amt.) 1982–1994 Udo Fröhner 1994–1995 Volkmar Auerbach (amt., parteilos) 1995–1999 Volkmar Auerbach (parteilos) 1998–1999 Manfred Schönwitz (amt., parteilos) 1999–2003 Matthias Reichel (parteilos) 2003–2004 Manfred Schönwitz (amt., parteilos) 2004–2011 Udo Fröhner (parteilos) 2011–2025 Frank Lohr (parteilos) seit 2025: Martin Trinks (parteilos) +letzte BürgermeisterwahlenWahlBürgermeisterVorschlagWahlergebnis (in %)2025Martin TrinksTrinks95,92018Frank LohrLohr96,3201154,32004Udo FröhnerFröhner62,7[…]1994Udo Fröhnerparteilos56,6
Kultur und Sehenswürdigkeiten siehe auch: Liste der Kulturdenkmale in Börnichen/Erzgeb.
Naturschutz
Vereine Börnschner Carnevalsverein „BCV“ e. V. Dorfclub Börnichen e. V. Heimatverein Börnichen e. V. Sportverein SV „Einheit“ Börnichen e. V. Motorsportclub MSC Börnichen e. V. im ADMV Deutscher Amateur Radio Club DARC e. V. in Börnichen Arbeitskreis Amateurfunk und Telekommunikation in der Schule e. V. Kleingartenverein „Frischer Wind“ Kleingartenverein „Gute Hoffnung“ e. V. Freiwillige Feuerwehr Börnichen/Erzgeb. Reitverein Börnichen e. V. Börnschen United e. V. Förderverein „675 Jahre Börnichen“ e. V.
Bildung Kindertagesstätte „Wunderland“ Börnichen
Bilder
Persönlichkeiten Antonio Peregrino Benelli (1771–1830), italienischer Opernsänger und Komponist († 1830 in Börnichen) Johann Woldemar Streubel (1827–1873), deutscher Militärschriftsteller Max Stülpner (1882–1959), Politiker (NSDAP) Manfred Schönwitz (1929–2012), Studienrat, Ortschronist und Ehrenbürger von Börnichen Klaus Teuchert (1939–2022), Endurosportler Wolfgang Neubert (* 1954), Sportfunktionär, Schulleiter und Hochschulpräsident
Literatur Gisela Lorenz: Familienbuch des Kirchspiels Waldkirchen mit Grünhainichen und Börnichen (Kreis Zschopau) 1548 bis 1715. Leipzig: AMF 1999 (= Mitteldeutsche Ortsfamilienbücher der AMF 4)
Weblinks
Offizielle Internetpräsenz der Gemeinde Börnichen
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Erzgebirgskreis Kategorie:Ersterwähnung 1350