mini|Ansicht der Kirche mini|Innenraum Die Ansgarkirche ist eine in den Jahren 1929/1930 erbaute evangelisch-lutherische Kirche im Hamburger Stadtteil Langenhorn und die erste KircheAbschnitt zur Geschichte der Gemeinde auf der Homepage der Kirchengemeinde. Abgerufen am 24. April 2014., die in diesem Stadtteil erbaut wurde.

Gebäude Der Entwurf stammt von den Architekten Herrmann Geißler und Otto Wilkening und besteht aus einem zentralen kubischen Klinkerbau mit einem Walmdach und einem schlanken flach gedeckten Turm. Der Innenraum ist durch seinen klassischen Grundriss mit Seitenschiffen und halbrunder Apsis eher konservativ gestaltet. In das Gebäude ist ein Gemeindesaal integriert, so dass die Kirche von außen stattlicher wirkt, als sie vom Volumen des Gottesdienstraums her gesehen tatsächlich ist.

Im Jahr 2011 wurde die Kirche vollständig renoviert.

Ausstattung Der Altarraum wird von einem großen Holzkreuz dominiert. Neben diesem fallen vor allem die Schwarz-Weiß-Reproduktionen der ursprünglich für die Kirche vorgesehenen Altarbilder an der Orgelempore auf. Diese Bilder entwarf Anita Rée 1931, sie standen jedoch nie im Original in der Kirche, da sie 1935 durch den damaligen Kirchenvorstand abgelehnt wurden. Die Originale kamen in die Hauptkirche St. Nikolai und sind dort wahrscheinlich während der Bombenangriffe auf Hamburg im Zweiten Weltkrieg zerstört worden. Thema des Triptychons war die Passion Christi, bestehend aus dem Einzug in Jerusalem, Abendmahl, der Verhaftung in Gethsemane sowie dem Gleichnis von den klugen und den törichten Jungfrauen. Die heutigen Reproduktionen hängen seit den 1990er-Jahren in der Kirche.Abschnitt zum Altarbild auf der Homepage der Kirchengemeinde. Abgerufen am 24. April 2014.

In der Ausstellung Anita Rée – Retrospektive von Oktober 2017 bis Februar 2018 in der Hamburger Kunsthalle wurden auch die zwei Altarbildentwürfe von 1930 Einzug in Jerusalem und Verhaftung in Gethsemane (auch Judaskuss) des abgelehnten Altar-Triptychons gezeigt, die Teil der Sammlung der Kunsthistorikerin Maike Bruhns waren. Nach der Kontaktaufnahme zu Maike Bruhns und deren darauffolgenden Besuch in der Ansgarkirche entschloss sich der Kirchengemeinderat, diese zu kaufen und startete einen Spendenaufruf, der dazu führte, dass die Sütterlinstube Hamburg einen der Entwürfe stiftete und auch der zweite Entwurf erworben werden konnte. Am 15. September 2018 wurden die Entwürfe im Rahmen der Veranstaltung Nacht der Kirchen in der Ansgarkirche präsentiert.Altarbildentwürfe Anita Rées für Ansgar – Helfen Sie mit Ihrer Spende!, Ansgar-Spiegel, Juni 2018, S. 9 (PDF-S. 4), Ansgar-Spiegel, September 2018, S. 3

mini|hochkant=0.65|Alte Stahlglocke neben der Kirche

Glocken Der erste Satz aus drei Glocken wurde 1930 aufgehängt. Diese Glocken waren aus Stahl gefertigt und in den Tönen E, G und A gestimmt, mussten aus Altersgründen jedoch 2008 ausgetauscht werden. Die aktuellen Glocken sind drei Bronzeglocken in den Tönen C, fis und A, die ursprünglich in der 2004 geschlossenen Kapernaumkirche in Hamburg-Horn hingen. Alle drei Glocken tragen Bibeltexte als Inschriften, die größte z. B. Siehe ich verkündige euch große Freude die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus der Herr. Zwei der alten Stahlglocken stehen heute noch im Außenbereich neben der Kirche.Abschnitt zu den Glocken auf der Homepage der Kirchengemeinde. Abgerufen am 24. April 2014.

Orgel mini|hochkant=0.65|Blick ins Innere der Orgel

Die Orgel wurde von Hans Henny Jahnn entworfen und 1931 von der Firma P. Furtwängler & Hammer eingebaut. Sie ist bis heute im Pfeifenwerk original erhalten. Einmal wurde sie 1964 durch Alfred Führer Orgelbau und einmal im Jahre 2008 umfangreich von der Firma Jehmlich restauriert. Damit gehört sie zu den wenigen erhaltenen Jahnn-Orgeln. Sie ist eine der ersten großen Orgeln, die im Zuge der Orgelbewegung eine mechanische Traktur erhielten. Eine Besonderheit ist die Aufteilung der Register in die Seiten feminin (links) und maskulin (rechts).Zur Orgel auf der Homepage der Kirchengemeinde. Abgerufen am 24. April 2014. Feminin bezeichnet die Flöten- und Zungenstimmen sowie die die meisten Aliquotregister, während maskulin den Prinzipalchor und die gemischten Stimmen umfasst.Disposition, abgerufen am 25. Februar 2024.Orgeldatenbank organindex.de: Hamburg/Langenhorn, Ansgarkirche mini|Orgelempore mit Prospekt und Reproduktionen der Reé-Werkemini|Spieltisch der Hans-Henny-Jahnn-Orgel

I Hauptwerk C–f3 feminin 1. Pommer 16′ 2. Rohrflöte 8′ 3. Glöckleinton II 2′ 4. Bauernflöte II ′ maskulin 5. Prinzipal 16′ 6. Oktave 8′ 7. Oktave 4′ 8. Mixtur V 1′ II Oberwerk C–f3 feminin 9. Nachthorn 8′ 10. Ital. Prinzipal 4′ 11. Hornaliquot ′ 12. Hornaliquot ′ 13. Flachflöte 2′ 14. Sesquialtera II ′ 15. Dulcian 8′ maskulin 16. Gedackt 8′ 17. Flûte okt. 4′ Hornaliquot (= Nr. 11) ′ Hornaliquot (= Nr. 12) ′ Flachflöte (= Nr. 13) 2′ 18. Zimbel II ′ 19. Scharf V 1′ III Kronpositiv C–f3 feminin 20. Quintadena 8′ 21. Koppelflöte 4′ 22. Nasat ′ 23. Blockflöte 2′ 24. Terzian II ′ maskulin Quintadena (= Nr. 20) 8′ Nasat (= Nr. 22) ′ 25. Flûte okt. 2′ 26. Kleinflöte 1′ Terzian II (= Nr. 24) ′ Pedal C–g1 feminin Pommer (= Nr. 1) 16′ Rohrflöte (= Nr. 2) 8′ 26. Rohrquinte ′ 28. Nachthorn 2′ 29. Dulcian 16′ maskulin Prinzipal (= Nr. 5) 16′ Pommer (= Nr. 1) 16′ Oktave (= Nr. 6) 8′ 30. Oktave 4′ 31. Flûte okt. 2′ 32. Rauschpfeife III 4′ Koppeln: II/P, II/I Spielhilfen: 3 Registraturen, Einführungstritte Feminin und Maskulin

Fotografien und Karte

Literatur Wilhelm Tolzien: Die Ansgarkirche in Langenhorn im Hamburger Kirchenkalender, 1931 (Digitalisat)

Weblinks

Website der Kirchengemeinde Ansgar Fotos der Kirche, 1985 angefertigt für das Denkmalschutzamt Hamburg (Marburger Bildarchiv) Das Kriegerdenkmal und die Kirche auf denk-mal-gegen-krieg.de (auf der Webseite auf Langenhorn klicken) Orgel der Ansgarkirche Geschichte der „Hans-Henny-Jahnn-Orgel“

Einzelnachweise

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