Das Eichsfeld weist geologisch eine relativ einfache Struktur auf, es ist hauptsächlich geprägt von der Formation der Trias mit den Gesteinsarten des Buntsandsteins und des Muschelkalkes. Mit seinen Erhebungen und seinen Tälern findet man dennoch vielfältige Landschaftsformen vor, die sich als Grenzgebiet nicht nur territorial, sondern auch naturräumlich auf die drei großen Naturräumen des Thüringer Beckens, des Osthessischen Berglandes und des Weser-Leine-Berglandes aufteilen.
Für die naturräumliche Einordnung stehen verschiedene Gliederungssysteme zur Verfügung: eine bundesweit geltende, sehr feingliedrige Einteilung nach dem Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands aus den 50er Jahren Einteilung nach dem BfN mit einzelnen Landschaftssteckbriefen in Anlehnung an das Handbuch für den thüringischen Anteil die Einteilung nach TLUG
Gliederung nach dem Handbuch miniatur|330px|Haupteinheiten der nördlichen Mittelgebirge mit dem Eichsfeld in der Mitte Das Eichsfeld liegt zwischen dem Harz, Thüringer Wald und der Werra als Teil der Mittelgebirgsschwelle Deutschlands: Niedersächsisch-Hessisches Bergland Niedersächsisches Bergland (mit Weser- und Leine-Bergland) (D36) 37 Weser-Leine-Bergland Hessisches Bergland 35 Osthessisches Bergland (D47) Thüringer Becken 47/48 Thüringer Becken (mit Randplatten) (D18)
Die Landschaft des Eichsfeldes gliedert sich nach dem Handbuch wie folgt, wobei nach neueren Einteilungen die westlich der Eichenberg–Gotha–Saalfelder Störungszone (Gobert u. a.) gelegenen Gebiete dem Werrabergland zugerechnet werden:Verschiedene Autoren: Geographische Landesaufnahme: Die naturräumlichen Einheiten in Einzelblättern 1:200.000 - Bundesanstalt für Landeskunde, Bad Godesberg 1952-1991 → Online-Karten. Blatt 99: Göttingen (Jürgen Hövermann 1963) Blatt 100: Halberstadt (J. Spönemann 1970) Blatt 112: Kassel (H.-J. Klink 1969)Die östlichen Anteile des Eichsfeldes (Ohmgebirge, Eichsfelder Kessel, östlicher Dün) hätten auf Blatt 113 Sondershausen gelegen, dessen Nichterscheinen 1969 bereits beschlossen war und sind daher nicht näher beschrieben. miniatur|330px|Landschaften des Eichsfeldes (gelb eingerahmt) (zu 35 Osthessisches Bergland) zu 358 Unteres Werrabergland 358.3 Sooden-Allendorfer Werratal 358.31 Allendorfer Weitung* 358.32 Lindewerra-Werleshäuser Schlingen 358.5 Rosoppe-Frieda-Bucht 358.50 Rosoppe-Frieda-Hügelland 358.51 Misseröder Kalkrücken 358.6 Höheberg 358.7 Fretteröder Keupersenke 358.8 Neuseesen-Werleshäuser Höhen (zu 37 Weser-Leine-Bergland) zu 372 Leine-Ilme-Senke) 372.7 Oberer Leinegraben 372.70 Eichenberg-Hohenganderner Hänge und Keuperhügel (Westflügel) 372.71 Niederganderner Leineaue 372.72 Kirchganderner Hänge (Ostflügel) zu 373 Göttingen-Northeimer Wald 373.0 Nörtener Wald* 373.2 Reinhäuser Wald* zu 374 Eichsfelder Becken 374.0 Lindauer Becken 374.1 Seeburger Becken 374.2 Duderstädter Becken 374.3 Duderstädter BerglandIn Blatt 99 Göttingen (1963) wurde 374.3 bzw. der auf jenem Blatt liegende Teil als Hellberge ausgewiesen; Blatt 100 Halberstadt (1970) indes legt bereits auf den Ausschnitt des Göttinger Blattes die Trennlinie zwischen Hellbergen (374.30) und Bischofferoder Bergland (374.31). 374.30 Hellberge 374.31 Bischofferoder Bergland 374.32 Krantberg 374.4 Rhume-Eller-AueName auf Blatt 100 Halberstadt (1970) (Rhume-Aue Bezeichnung auf Blatt 99 Göttingen (1963)) 374.5 RhumeberglandAuf Blatt 99 Göttingen (1963) wurde 374.5 bzw. der auf jenem Blatt liegende Teil als Rotenberg ausgewiesen; dieses steht nicht im direkten Widerspruch zu Blatt 100 Halberstadt (1970), der die Grenze vom Rotenberg (374.50) zum Silkeroder Hügelland (374.51) ganz auf Blatt Halberstadt sieht. 374.50 Rotenberg* 374.51 Silkeroder Hügelland* zu 375 Unteres Eichsfeld 375.0 Becken von Sattenhausen* 375.1 Eichsfelder Hügelland 375.10 „Zeugenberge“Auf die Zeugenberge (aus Muschelkalk) wird ohne diese näher zu bezeichnen im Text verwiesen (Wessen/Steinberg/Dietzenberg) 375.11 „Zeugenberge“ (Hopfenberg bei Weißenborn) 375.X Eichsfelder Kessel 375.2 Ohmgebirge und Bleicheröder Berge zu 376 Südwestliches Harzvorland 376.2 Südwestliches Harzvorland im engeren Sinne 376.23 Schotterfluren der Rhume, Oder und Sieber* (zu 47/48 Thüringer Becken (mit Randplatten) zu 482 Thüringer Becken* zu 483 Ringgau–Hainich–Obereichsfeld–Dün–Hainleite 483.0 Dün und Hainleite Dün 483.1 Allendorfer Wald 483.10 Gobert 483.11 Weidenbach-Mackenröder Senke 483.2 Westliches Obereichsfeld 483.20 Kalteneberer Stufenrandbereich 483.21 Oberes Friedatalgebiet 483.22 Wanfrieder Werrahöhen 483.3 Östliches Obereichsfeld 483.5 Hainich 483.50 Hoher Hainich* 483.51 Grundbachtal* 483.52 Falkener Platte* zu 484 Nordthüringer Hügelland* Die Zugehörigkeit des Eichsfeldes zu den einzelnen Naturräumen ist sehr unterschiedlich ausgeprägt und reicht von nur minimal am Randbereich liegenden Anteilen (mit einem Sternchen * versehene Landschaften), etwa einem hälftigen Gebietsanteil (Gobert, Dün u. a.) bis zum komplett im Eichsfeld gelegenen Landschaften (Höheberg, Hellberge, Oberes Friedatalgebiet).
Gliederung nach BfN In den Jahren 1990er Jahren wurde im Auftrage des BfN die Haupteinheitengruppen überarbeitet und neu geordnet. Daneben wurden in Anlehnung an das Handbuch für die einzelnen Landschaften und Naturräume Landschaftssteckbriefe erstellt.
Einteilung nach TLUG Die Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie (TLUG) verfügt für die thüringischen Landschaftsteile über ein etwas gröberes, nur landesweit einteilendes naturräumliches System (Die Naturräume Thüringens), innerhalb dessen das Eichsfeld sich auf folgende Naturräume verteilt: 2 Buntsandstein-Hügelländer 2.1 Nordthüringer Buntsandsteinland 3 Muschelkalk-Platten und -Bergländer 3.1 Ohmgebirge–Bleicheröder Berge 3.2 Hainich–Dün–Hainleite 3.3 Werrabergland–Hörselberge 5 Ackerhügelländer 5.1 Innerthüringer Ackerhügelland
Literatur Franz Neureuter: Das Eichsfeld, eine naturkundliche Beschreibung der Landschaft zwischen Harz und Werra, ihrer Pflanzen- und Tierwelt. Bd. 1: Die Landschaft des Eichsfeldes. Mecke-Verlag, Duderstadt 1933 (Bd. 2 nicht erschienen?) Albert Nehmer: Beiträge zur Landeskundes des Eichsfeldes. In: Mitteilungen d. Vereins f. Erdkunde Halle (1903), S. 77–127 Hrsg. Ulrich Harteisen, Ansgar Hoppe, Hansjörg Küster, Torsten W. Müller, Haik Thomas Porada, Gerold Wucherpfennig: Das Eichsfeld. Band 79 der Reihe Landschaften in Deutschland. Verlag Böhlau, Wien / Köln / Weimar 2018, Abschnitt Naturräumliche Gliederung S. 22–26
Einzelnachweise
Weblinks Landschaftssteckbriefe nach BfN
Naturräumliche Einheiten Eichsfeld Kategorie:Geographie (Thüringen) Kategorie:Geographie (Hessen)