Reinswinden (früher auch Reinhartswinden genannt) ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Geslau im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Reinhartswinden liegt in der Gemarkung Schwabsroth.
Geografie Der Weiler liegt am südlichen Rand der Frankenhöhe. 0,5 km südwestlich liegt das Waldgebiet Seeschläge. Die Kreisstraße AN 7 führt nach Oberndorf (1 km südlich) bzw. nach Schwabsroth (0,8 km nordöstlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt die Staatsstraße 2250 kreuzend nach Gunzendorf (2 km nördlich).
Geschichte Aus dem Grundwort „–winden“ kann man schließen, dass der Ort zu den Wendensiedlungen zählt, die im Mittelalter von den Obrigkeiten in größerer Zahl planmäßig angelegt wurden.
Im 16-Punkte-Bericht des brandenburg-ansbachischen Oberamts Colmberg aus dem Jahr 1608 wurden für Reinswinden 6 Mannschaften verzeichnet: 2 Anwesen unterstanden dem Kastenamt Colmberg, 1 Anwesen Sebastian von Müssenlohe zu Burgthann, 2 Anwesen dem Spital der Reichsstadt Rothenburg und 1 Anwesen dem Juliusspital Würzburg. Das Hochgericht übte das Vogtamt Colmberg aus.Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 6/1, 7v. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 704. Im 16-Punkte-Bericht des Oberamts Colmberg aus dem Jahr 1681 wurden für Reinswinden ebenfalls 6 Mannschaften verzeichnet, jedoch mit veränderten grundherrschaftlichen Verhältnissen: 3 Anwesen unterstanden dem Kastenamt Colmberg, 2 Anwesen der Reichsstadt Rothenburg und 1 Anwesen der Herren von Crailsheim zu Rügland.Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 6/2, 17. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 709.
Auch gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Reinswinden 6 Anwesen und ein Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte das Vogtamt Colmberg aus. Grundherren waren nach wie vor das Kastenamt Colmberg (1 Hof, 2 Köblergüter), das Rittergut Rügland (1 Hof) und die Reichsstadt Rothenburg (1 Hof, 1 Köblergut).M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 901. Es gab zu dieser Zeit 7 Untertansfamilien.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 4, Sp. 466: „Reinhartswinden, königl[ich] Preussischer Weiler, etwa 2 Stunden von Leutershausen gegen Rothenburg gelegen. Er hat 6 bis 7 Gemeindrechte, worunter 2 Rothenburgische sind. Jeder Unterthan ist seiner Herrschaft vogt- und schatzbar. Der Ort ist nach Geßlau eingepfarrt und zehntfrey. Nach Rothenburg werden 6 Dienste geleistet und 2 Wagen gestellt.“ In Sp. 467 heißt es hingegen: „Reinswinden, Weiler; 3 Unterthanen sind Ansbachisch und gehören in das Oberamt Colmberg, 4 hingegen sind ritterschaftlich.“ Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justizamt Leutershausen und Kammeramt Colmberg.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 1009.
Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Reinswinden dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Schwabsroth und der 1810 gegründeten Ruralgemeinde Schwabsroth zugeordnet.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3863: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Leutershausen 1810. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 964. Am 1. Januar 1972 wurde Reinswinden im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Geslau eingemeindet.
Ehemaliges Baudenkmal Haus Nr. 3: Wohnstallhaus von 1817 mit massivem Erdgeschoss und in Fachwerk aufgestocktem Wohnteil mit ansprechend proportioniertem Giebel. Am Keilstein der profilierten Türrahmung bezeichnet „1817“.H. K. Ramisch: Landkreis Rothenburg ob der Tauber, S. 89. Denkmalschutz mittlerweile aufgehoben, Objekt evtl. abgerissen.
Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 49 50 47 53 44 36 41 44 29 34 20HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1885 bis 1987 als Wohngebäude. 10 17 8 8 6 6 6 6Quelle
Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Kilian (Geslau) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Johannis (Rothenburg ob der Tauber) gepfarrt.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Geographie (Geslau) Kategorie:Weiler im Landkreis Ansbach