Bülent Eken (* 26. Oktober 1923 in Mersin; † 25. Juli 2016 in Istanbul) war ein türkischer Fußballspieler, -trainer und -funktionär. Durch seine langjährige Tätigkeit für Galatasaray Istanbul wird er stark mit diesem Verein assoziiert. Auf Fan- und Vereinsseiten wird er als einer der bedeutendsten Spieler der Klubgeschichte aufgefasst.galatasaray.org: „Galatasaray Efsanelerini Anıyor Türk Telekom Dünyaya Duyuruyor“ (abgerufen am 25. Januar 2013)11. Juni 1993, Milliyet, Seite 22ahaber.com.tr: "G.Saray'da sıra Bülent ve Reha Eken kardeşlerde" (aufgerufen am 25. Januar 2013).11. Juni 1993, Milliyet, Seite 22galatasaray.org: "BÜLENT EKEN (1923- )" (aufgerufen am 25. Januar 2013). Während der letzten Spielzeiten seiner Karriere trug er bei Galatasaray auch die Kapitänsbinde.26. Juli 1964, Milliyet, Seite 8 Mit der Türkischen Nationalmannschaft nahm er an der Weltmeisterschaft 1954 und an den Olympischen Sommerspielen 1948 teil. Nach seiner Fußballspielerkarriere betreute er als Cheftrainer u. a. die Türkische Nationalmannschaft und Galatasaray Istanbul. Seine beiden Brüder Danyal Vuran und Reha Eken waren ebenfalls als Spieler bei Galatasaray aktiv, wobei letzterer wie Bülent Eken selbst zu den Spielerlegenden des Vereins zählt.11. September 1984, Milliyet, Seite 10
Spielerkarriere Verein Eken begann seine Profifußballkarriere 1942 beim Istanbuler Traditionsverein Galatasaray Istanbul. Bereits sein älterer Bruder Danyal Vuran spielte in den 1930er Jahren für Galatasaray, weswegen auch Eken seine Karriere bei diesem Verein startete. Wenig später begann auch sein jüngerer Bruder Reha seine Profikarriere bei diesem Verein. Zu dieser Zeit existierte in der Türkei keine landesweite Profiliga. Stattdessen existierten in den Ballungszentren wie Istanbul, Ankara und Izmir regionale Ligen, wovon die İstanbul Futbol Ligi (dt.: Istanbuler Fußballliga) als die Renommierteste galt. Zudem wurde ab 1936 der Versuch unternommen, mit der Türkiye Maarif Mükafatı eine Art nationale Meisterschaft zu etablieren, eine als Turnier konzipierte und unregelmäßig veranstaltete nationale Fußballliga der Türkei. Eken gab sein Debüt für Galatasaray während der Partie in der Istanbuler Fußballliga vom 18. Oktober 1942 gegen Süleymaniye SK. In dieser Partie gelang Eken auch gleich sein erstes Tor. Bis zum Saisonende 10. März 1943 absolvierte Eken zwei weitere Spiele für sein Team. Nach dem Saisonende nahm Galatasaray am Türkiye Maarif Mükafatı teil. Eken kam während dieses Turniers bei nahezu allen Begegnungen zum Einsatz und wurde mit seinem Team mit einem Punkt aber dem besseren Torverhältnis hinter dem Erzrivalen Fenerbahçe Istanbul Vizemeister. Dabei erzielte Eken auf der Stürmerposition in 13 Spielen zehn Tore und war nach Cemil Erlertürk der zweiterfolgreichste Torschütze seines Teams.
Danach kam Eken auch in der Istanbuler Fußballliga immer öfter zum Einsatz. In der Spielzeit 1943/44 wurde er mit zwölf Treffern in 13 Ligaspielen erfolgreichster Torschütze seines Teams. Mit seinem Team beendete er die Liga auf dem 3. Tabellenplatz und nahm am nachsaisonlichen Türkiye Maarif Mükafatı diesmal nicht teil. Die nachfolgende Spielzeit verlief für Eken ebenfalls erfolgreich. Mit seinem Team belegte Eken immer Plätze in oberen Tabellensegment und etablierte sich als Leistungsträger. Durch seine Leistungen stieg er 1948 auch zum Nationalspieler auf und nahm mit der türkischen Nationalmannschaft an den Olympischen Sommerspielen 1948 teil.
In der Saison 1948/49 erreichte Eken mit seinem Team die Meisterschaft der Istanbuler Fußballliga und damit den ersten und einzigen Titelgewinn seiner Spielerkarriere. Eken, der seine Karriere auf der Stürmerposition begonnen hatte, spielte später auf der Mittelfeldposition, ehe er auf Abwehrsposition eingesetzt wurde.
Durch seine Leistungen bei Galatasaray und der Nationalmannschaft wurden mehrere italienische Vereine auf Eken aufmerksam, u. a. Lazio Rom.12. August 1950, Milliyet, Seite 6 Zum Dezember wechselte Eken in die italienische Serie B zu dem Verein Salernitana Calcio.4. Dezember 1950, Milliyet, Seite 620. Dezember 1950, Milliyet, Seite 6 Damit zählte er zu den ersten türkischen Spielern, die ins Ausland wechselten. Für diesen Verein spielte er eine Spielzeit und absolvierte dabei 21 Ligaspiele. Nach einer Saison wechselte Eken in die Serie A zum US Palermo. Hier spielte er ebenfalls eine Spielzeit lang und verließ anschließend diesen Verein Richtung Galatasaray.6. Juli 1952, Milliyet, Seite 5 Nach einigen Monaten versuchte Palermo, Eken erneut zu verpflichten, was jedoch Eken ablehnte. Er versuchte, seine Karriere in Frankreich fortzusetzen, und verhandelte hier u. a. mit dem FC Nancy.12. November 1952, Milliyet, Seite 5 Während er mit Nancy verhandelte, setzte er seine Karriere bei Galatasaray weiter fort. Im November 1952 erklärte Eken, dass er sich mit den Verantwortlichen von FC Nancy über einen Wechsel einig war, sich aber trotz eines schlechter bezahlten Vertrags dafür entschied seine Karriere bei Galatasaray fortzusetzen.29. November 1952, Milliyet, Seite 7
Bei Galatasaray spielte er bis zum Sommer 1954 zwei weitere Spielzeiten und nahm mit der Nationalmannschaft an der Weltmeisterschaft 1954 teil. Nach der Weltmeisterschaft wurde Eken von Galatasaray zum Verkauf freigegeben.20. Juli 1954, Milliyet, Seite 4 Als Reaktion auf diese Entscheidung beendete Eken seine Fußballspielerkarriere.9. Oktober 1954, Milliyet, Seite 8 Mit einem am 8. Januar 1955 angesetzten Abschiedsspiel zwischen Galatasaray und dem FK Sarajevo wurde Eken offiziell in den Fußballruhestand verabschiedet.8. Januar 1955, Milliyet, Seite 89. Januar 1955, Milliyet, Seite 8
Nationalmannschaft Eken wurde im Rahmen eines am 24. April 1948 angesetzten Testspiels gegen die Griechische Nationalmannschaft vom damaligen Nationaltrainer Ignác Molnár das erste Mal in den Kader der türkischen Nationalmannschaft berufen. Bei dieser Partie spielte er von Anfang an und gab sein Länderspieldebüt.Griechenland-Türkei 24. April 1948 in tff.org. Fortan gehörte er zwei Jahre lang zu den regelmäßig nominierten Spielern und nahm mit der Nationalmannschaft an den Olympischen Sommerspielen 1948 teil. Hier erreichte Eken mit seinem Team das Viertelfinale und scheiterte in diesem mit einer 1:3-Niederlage an Jugoslawien. Eken absolvierte während dieses Turniers beide Spiele seines Teams.
Im Sommer 1949 nahm Eken mit der Türkei am Mittelmeerpokal teil und belegte hinter der zweiten Auswahl der italienischen Nationalmannschaft den zweiten Platz.
Eken machte im Dezember 1954 bei einem Testspiel gegen die israelische Nationalmannschaft sein vorerst letztes Länderspiel.
Nach über drei Jahren Länderspielabstinenz erhielt Eken im Juni 1954 für ein WM-Qualifikationsspiel gegen die spanische Auswahl von Nationaltrainer Sandro Puppo eine Nominierung. Nachdem die Türkei sich gegen Spanien in drei Spielen durchgesetzt hatte, qualifizierte man sich das erste Mal in der Verbandsgeschichte für eine Fußball-Weltmeisterschaft.
Eken wurde anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft 1954 als mit Abstand ältester Spieler in den Kader der türkischen Nationalmannschaft berufen. Hier belegte man am Ende der Gruppenphase punktgleich mit der deutschen Auswahl den zweiten Tabellenplatz. Obwohl man das bessere Torverhältnis hatte, wurde nach der damaligen Regelung der Gruppenzweite durch ein Entscheidungsspiel zwischen diesen beiden Teams entschieden. In dieser Begegnung, die Deutschland 7:2 für sich entschied, spielte Eken sein letztes Länderspiel.Deutschland-Türkei 23. Juni 1954 in tff.org. Während dieses Turniers absolvierte Eken sonst kein Länderspiel.
Trainerkarriere Im Anschluss an seine Spielerkarriere besuchte Eken in seiner Wahlheimat Italien einen Trainerkurs.9. Oktober 1954, Milliyet, Seite 8 Diesen Kurs unterbrach er und arbeitete nach seinem Abschiedsspiel erstmal als Sportjournalist. Zum Sommer 1956 kam er bei Galatasaray als Nachfolger des Trainers Gündüz Kılıç ins Gespräch. Auf dieses Gerücht angesprochen erklärte er, dass er zwar keine Anfrage erhalten hätte, im Falle eines Angebots aber zusagen würde. Anschließend erklärte er, dass er in den kommenden Wochen seinen Trainerschein in Italien machen werde.6. Juni 1956, Milliyet, Seit 6 Anfang August 1956 wurde seitens Galatasaray bekanntgegeben, dass Eken interimsweise bis zum Amtsantritt des neuen Trainers George Dick die Mannschaft betreuen werde.2. August 1956, Milliyet, Seite 6 So betreute Eken die Mannschaft einige Tage lang.4. August 1956, Milliyet, Sayfa 65. August 1956, Milliyet, Seite 6 Am 7. August 1956 übergab er das Amt an Dick und arbeitete fortan als dessen Co-Trainer.8. August 1956, Milliyet, Seite 610. August 1956, Milliyet, Seite 6 Bereits vier Tage später annullierte Dick krankheitsbedingt seinen Vertrag und wurde dann durch den alten Trainer Gündüz Kılıç ersetzt.12. August 1956, Milliyet, Seite 614. August 1956, Milliyet, Seite 6 Nach diesen Entwicklungen übernahm Eken Managertätigkeiten für den Verein. Im September 1956 gab Eken seinen Posten bei Galatasaray auf, um seinen Trainerkurs in Italien fortzusetzen.5. September 1956, Milliyet, Seite 6
Nachdem Eken seinen Trainerkurs in Italien abgeschlossen hatte, kehrte er in die Türkei zurück und übernahm im Oktober 1956 den Istanbuler Verein Beyoğluspor.24. Oktober 1956, Milliyet, Seite 6 Zu diesem Zeitpunkt zählte Eken zu den wenigen Trainern, die ein Trainerzertifikat vorweisen konnten. Parallel zu seiner Tätigkeit bei Beyoğluspor betreute Eken ab November 1958 auch die zweite Auswahl der türkischen Nationalmannschaft und wenig später auch die türkische Jugendnationalmannschaft.5. Dezember 1958, Milliyet, Seite 611. Dezember 1958, Milliyet, Seite 6
Im September 1959 verließ Eken nach dreijähriger Tätigkeit Beyoğluspor und übernahm den Stadtrivalen Fatih Karagümrük SK.28. September 1959, Milliyet, Seite 6 Ausschlaggebend für diesen Wechsel war die Tatsache, dass Beyoğluspor nicht an der neugegründeten Millî Lig teilnahm, sondern weiterhin in der İstanbul Profesyonel Ligi (zu dt.: Istanbuler Profiliga) am Wettbewerb teilnahm. Im Frühjahr 1959 war die neugegründete und landesweit ausgelegte Millî Lig gestartet, mit heutigem Namen Süper Lig. Während Beyoğluspor die Teilnahme an der Millî Lig verpasste, zählte Karagümrük zu den Gründungsmitgliedern dieser Liga. Mit Karagümrük belegte Eken in der zweiten Spielzeit der Millî Lig den achten Tabellenplatz, blieb hinter den Erwartungen zurück. Der Verein zählte damals zu den finanzstärksten Klubs im türkischen Fußball und hatte u. a. Galatasaray den Star Kadri Aytaç abgekauft. Trotz des enttäuschenden Abschneidens versuchte die Vereinsführung, den Vertrag von Eken zu verlängern.2. August 1960, Milliyet, Seite 5 In der neuen Saison arbeitete Eken bei Karagümrük als Co-Trainer und assistierte damit dem neuen Cheftrainer Halil Özyazıcı.
Im Oktober 1960 lag Eken ein Angebot als Cheftrainer vom Erstligisten Izmirspor vor. Eken willigte ein und wechselte in die Hafenstadt Izmir.17. Oktober 1960, Milliyet, Seite 6 Diesen Verein trainierte Eken eine Spielzeit lang und beendete mit ihm die Saison auf dem 7. Tabellenplatz. Für die neue Saison verhandelte er mit seinem alten Verein Karagümrük. Nachdem man sich zunächst nicht über das Gehalt einig geworden war, kam es später zu einer erneuten Zusammenarbeit.30. Juli 1961, Milliyet, Seite 65. August 1961, Milliyet, Seite 5 Mit Karagümrük erlebte Eken eine durchwachsene Spielzeit und spielte zum Saisonende um den Klassenerhalt. Den Klassenerhalt erreichte man durch einen 3:0-Sieg am letzten Spieltag gegen den Stadtrivalen Vefa Istanbul.17. Juni 1962, Milliyet, Seite 8