Claus Henning von Köller, auch Claus von Köller-Hoff (* 23. Juli 1874 in Reckow, Kreis Cammin; † 5. Mai 1937 in Berlin-CharlottenburgGottfried Graf Finck von Finckenstein, Christoph Franke: Genealogisches Handbuch des Adels, Adelige Häuser, Band XXXII, Band 148 der Gesamtreihe GHdA, C. A. Starke, Limburg (Lahn) 2010, S. 324. ISBN 978-3-7980-0848-9. Kösener Corpslisten 1960, Hrsg. Otto Gerlach, Druck C. L. Mettcker & Söhne Jever. Im Selbstverlag des Verbandes Alter Corpsstudenten, Kassel 1961, 66 (Corps), 1016. (lfd. Nr. dort).) war ein deutscher Verwaltungsjurist, Landrat und Rittergutsbesitzer.
Leben Claus Henning von Köller stammte aus der pommerschen adligen Familie von Köller und war der Sohn des Gutsbesitzers Bogislav von Köller und der Gustava von Eisendecher (1842–1914).Hans Friedrich v. Ehrenkrook, Friedrich Wilhelm Freiherr v. Lyncker u. Ehrenkrook, Carola v. Ehrenkrook geb. v. Hagen, Friedrich Wilhelm Euler, Jürgen Thiedicke v. Flotow: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser / A (Uradel / bis 1400 nobilitiert) 1960, Band V, Band 24 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Ausschuss für adelsrechtliche Fragen der deutschen Adelsverbände in Gemeinschaft mit dem Deutschen Adelsarchiv, in: GHdA Genealogisches Handbuch des Adels, C. A. Starke, Limburg a. d. Lahn 1960, S. 190–191. Er ist ein Neffe von Ernst von Köller und Georg von Köller.
Nach dem Abitur am Gymnasium in Treptow an der Rega studierte er an der Universität Lausanne, der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, der Hessischen Ludwigs-Universität und der Friedrichs-Universität Halle Rechtswissenschaften. 1894 wurde er Mitglied des Corps Saxo-Borussia Heidelberg.Kösener Corps-Listen 1930. Eine Zusammenstellung der Mitglieder der bestehenden und der nach dem Jahre 1867 suspendierten Corps mit Angabe von Jahrgang, Chargen und Personalien, Hrsg. Otto Gerlach, Frankfurt am Main 1930, 71, 1011. Noch im selben Jahr schloss er sich auch dem Corps Starkenburgia an.Kösener Corps-Listen 1930. Eine Zusammenstellung. Im Verlag der Deutschen Corpszeitung, Frankfurt am Main 1930, 38, 474. Nach dem Ersten Staatsexamen war er als Gerichtsreferendar in Schkeuditz und Halberstadt und als Regierungsreferendar in Schleswig, Wandsbek und Wiesbaden beschäftigt. Nach bestandenem Zweiten Staatsexamen war er von 1904 bis 1908 als Regierungsassessor beim Landratsamt Saarlouis und bei der Regierung in Posen tätig. 1908 wurde er Landrat des Kreises Obornik in Posen. Nach dem Verlust des Kreises Obornik im Jahre 1919 arbeitete er kurzzeitig als Referent beim Preußischen Staatskommissar für Volksernährung, verließ dann aber im März 1920 den Staatsdienst.G. Schulze (Bearb.): Die Protokolle des Preußischen Staatsministeriums 1817–1934/38. Bd. 11/II. in: Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (Hrsg.): Acta Borussica. Neue Folge. Olms-Weidmann, Hildesheim 2003, S. 623. (Online; PDF 2,2 MB).
Nach seinem Ausscheiden aus dem Staatsdienst widmete er sich seinen Rittergütern in Hoff und Ninikow in der Provinz Pommern. Hoff umfasste 552 ha, davon waren nur 3 ha Wald. Ninikow war ein kleiner Besitz mit 158 ha und wurde durch einen Verwalter geleitet.Ernst Seyfert: Güter-Adreßbuch für die Provinz Pommern 1914. Verzeichnis sämtlicher Rittergüter, Güter und größeren Bauernhöfe der Provinz mit Angaben der Guts-Eigenschaft, des Grundsteuer-Reinertrages, der Gesamtfläche und des Flächeninhalts der einzelnen Kulturen, Hrsg. Handbuch der Königlichen Behörden. Nach amtlichen Quellen und auf Grund direkter Angaben bearbeitet, in: Niekammer’s Güter-Adressbücher (Paul Niekammer Stettin), Band I (für Pommern), 4. Auflage, Reichenbach’sche Verlagsbuchhandlung, Leipzig 1914, S. 22–143.
Als Rittergutsbesitzer war er mehreren landwirtschaftlichen Verbänden tätig. Er war Direktor des Verbandes Pommerscher Landwirtschaftlicher Genossenschaften in Stettin und des Molkerei-Verbandes der Provinz Pommern, Vorsitzender des Vorstandes der Pommerschen Landesgenossenschaftskasse in Stettin, Vorsitzender des Aufsichtsrates des Verkaufsverbandes Norddeutscher Molkereien und der Vereinigte Pommersche Meiereien AG in Berlin, Mitglied des Aufsichtsrates und der Generalversammlung der Deutschen Rentenbank sowie Mitglied der Anstaltsversammlung der Deutschen Rentenbank-Kreditanstalt und der Pommerschen Landwirtschaftskammer.
Der Provinziallandtag der Provinz Pommern wählte Köller für den Zeitraum von Februar 1926 bis Januar 1930 als Mitglied in den Preußischen Staatsrat, wo er der Fraktion der Preußischen Arbeitsgemeinschaft im Staatsrat angehörte. Köller gehörte nicht selber dem Provinziallandtag an.Theodor Wengler: Der Provinzialverband Pommern. Verzeichnis der Mitglieder des Provinziallandtages. (= Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Pommern. Reihe V, Band 44). Böhlau Verlag, Köln/Weimar/Wien 2008, S. 169 ff. ISBN 978-3-412-20109-8.
1908 trat er dem Johanniterorden bei und wurde 1924 Rechtsritter; er war Mitglied der Pommerschen Provinzialgenossenschaft.Gesamt-Liste der Mitglieder der Balley=Brandenburg des Ritterlichen Ordens St. Johannis vom Spital zu Jerusalem nach dem Stande vom 10. März 1931, Hrsg. Johanniterorden, Eigenverlag, Berlin 1931, S. 132. KIT/KVK Er war Hauptmann a. D. der Landwehr.
Familie Am 28. Mai 1903 in Schwerin heiratete Claus von Köller in Schwerin Josephine Frida Anna Gustave Theodore von Bülow auf Wolfskuhl (1877–1944). Das Ehepaar hatte vier Kinder,Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser, Teil A, 1920, S. 466 darunter Tochter Helene „Hella“ Gustava Martha, die mit dem General Franz-Eccard von Bentivegni verheiratet war. Der Sohn Berhard Bogislav wurde Erbe auf dem Rittergut Hoff, seit 1873 im Eigentum der Familie.Walter v. Hueck, Otto Reichert, Friedrich Wilhelm Freiherr v. Lyncker-Ehrenkrook, Erik Hamburger, Carl v. Bülow, Dick van Dujin, Friedrich Wilhelm Euler, Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser / A (Uradel) 1973, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv e. V., in: GHdA, Band XII, Band 55 der Gesamtreihe GHdA, C. A. Starke, Limburg an der Lahn 1973, S. 209–210. Dr. Bogislav von Köller übernahm von seinem Vater den 452 ha großen Besitz mit einer intensiven Schafsviehwirtschaft. Die Familie bewirtschaftete das Gut direkt.Landwirtschaftliches Adreßbuch der Provinz Pommern 1939. Verzeichnis von ca. 20000 landwirtschaftlichen Betrieben von 20 ha aufwärts mit Angabe der Besitzer, Pächter und Verwalter, der Gesamtgröße des Betriebes und Flächeninhalt der einzelnen Kulturen; nach amtlichen Quellen, Hrsg. H. Seeliger, in: Paul Niekammer, Niekammer`Güter-Adreßbücher, Band I (für Pommern), 9. Auflage, Selbstverlag von Niekammer’s Adreßbüchern GmbH, Leipzig 1939, S. 186.
Literatur Robert Volz: Reichshandbuch der deutschen Gesellschaft. Das Handbuch der Persönlichkeiten in Wort und Bild. Band 1: A–K. Deutscher Wirtschaftsverlag, Berlin 1930, S. 984. Hans Friedrich von Ehrenkrook, Jürgen Thiedicke von Flotow, Friedrich Wilhelm Euler: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser 1960, A (Uradel), Band V, Band 24 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Ausschuss für adelsrechtliche Fragen der deutschen Adelsverbände in Gemeinschaft mit dem Deutschen Adelsarchiv, in: GHdA Genealogisches Handbuch des Adels, C. A. Starke, Limburg a. d. Lahn 1960, S. 190–191. Joachim Lilla: Der Preußische Staatsrat 1921–1933. Ein biographisches Handbuch. Mit einer Dokumentation der im „Dritten Reich“ berufenen Staatsräte (= Handbücher zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien. Band 13), Droste, Düsseldorf 2005, S. 86. ISBN 3-7700-5271-4.
Fußnoten
Kategorie:Jurist in der Kommunalverwaltung Kategorie:Landrat (Provinz Posen) Kategorie:Mitglied des Preußischen Staatsrats (1921–1933) Kategorie:Person (Pommern) Kategorie:Hauptmann (Preußen) Kategorie:Landwirt (Deutschland) Kategorie:Corpsstudent (19. Jahrhundert) Kategorie:Rechtsritter (Johanniterorden) Claus Henning Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1874 Kategorie:Gestorben 1937 Kategorie:Mann