mini|Feste Čachrov mini|Haus in Čachrov mini|Kirche des hl. Wenzel in Čachrov Čachrov (deutsch Tschachrau, früher Czachrau) ist eine Minderstadt in Tschechien. Sie liegt 15 Kilometer südlich von Klatovy und gehört zum Okres Klatovy.
Geographie Čachrov befindet sich linksseitig über dem Tal des Flüsschens Ostružná in dem zum Šumavské podhůří (Böhmerwaldvorland) gehörigen Bergland Svatoborská vrchovina. In Čachrov entspringt der Bach Strážovský potok. Das Städtchen liegt am Rande des Naturparks Kochánov. Nordöstlich erhebt sich der Pavlův vrch (767 m), im Osten die Zahrádka (819 m), südöstlich der Dobřemilický vrch (833 m), im Südwesten die Hořejší díly (848 m) und die Plošina (972 m) sowie westlich der Hvězdník (824 m). Durch Čachrov führt die E 53 / Staatsstraße I/27 zwischen Klatovy und Železná Ruda.
Nachbarorte sind Hořákov und Běšiny im Norden, Úloh, Rajské, Rajský Mlyn und Tvrdoslav im Nordosten, Pozorka, Zahrádka, V Elektrárně und Braníčkov im Osten, Dobřemilice, Kunkovice und Předvojovice im Südosten, U Hajdrů, Zejbišský Dvůr, Jesení und Onen Svět im Süden, Svinná und Chřepice im Südwesten, Bradné, Pohádka, Divišovice, Bláhoský Mlýn und Patraska im Westen sowie Mladotice, Horní Němčice, Božtěšice, Brtský Mlýn und Březí im Nordwesten.
Geschichte Die erste schriftliche Erwähnung von Czachrau erfolgte am 7. Oktober 1338 in einer Liste der Dörfer des Dekanats Klattau als Besitz des Otto von Roupov. Ab 1362 ist Wilhelm Ritter von Czachrau als Besitzer des Gutes nachweislich, er errichtete zwischen 1380 und 1390 eine mächtige Feste mit Bergfried. Diese befand sich an einem strategisch günstigen Punkt auf einem Sattel über den Tälern der Ostružná und des Strážovský potok im Quellgebiet des letzteren und war durch einen Wassergraben geschützt. Die Herren von Czachrau hielten das Gut bis 1446. Danach erwarb Diepolt von Riesenberg auf Velhartice Czachrau und schlug das Gut seiner Herrschaft zu. Die Feste Czachrau verlor damit ihre Bedeutung als Herrensitz und wurde dem Verfall überlassen. Adam Lev von Rosental musste nach 1541 wegen Überschuldung die Herrschaft Velhartice an seine Gläubiger abtreten. Dabei wurde Czachrau wieder von Velhartice abgetrennt und ging als selbständiges Gut an Johann Rendl von Uschau über. 1555 wurde die Feste als altes Schloss und 1568 als wüst bezeichnet. Rendls Tochter verkaufte das Gut 1566 an Jan Bohuchval von Hrádek, der die Feste später wiederherstellen ließ. Nach 1740 entstand um die alte Feste, die danach als Speicher diente, ein barockes Schloss. Zu den Besitzern des Gutes gehörten die Schofmann von Hemrles, Franz Nikolaus Graf Morzin, Adam Humprecht Kotz von Dobrz, die Grafen Khuen von Belasy, die Ritter Fruwein von Podoli und Jan Hora von Ocelovice.
Nach der Aufhebung der Patrimonialherrschaften bildete Čachrov / Czachrau ab 1850 mit dem Ortsteil Zahrádka eine Gemeinde im Gerichtsbezirk Klattau. Ab 1868 gehörte die Gemeinde zum Bezirk Klattau. Im Jahre 1902 wurde an der Ostružná eines der ersten Wasserkraftwerke in Böhmen in Betrieb genommen. 1904 wurde Čachrov zur Marktgemeinde erhoben. Im Jahre 1933 brannte das Schloss aus, infolge des Ausbruchs des Zweiten Weltkrieges kamen die Wiederaufbauarbeiten am Schloss zum Stillstand. Die Schlossbrauerei, in der die Biermarke Světlozdroj gebraut wurde, stellte 1943 ihren Betrieb ein. 1961 wurden Březí und Jesení (mit Bradné, Chřepice und Onen Svět) eingemeindet. Am 1. Januar 1976 kamen noch Kunkovice (mit Chvalšovice, Dobřemilice und Předvojovice) und am 30. April 1976 Javorná (mit Svinná) hinzu. 1973 wurde die Schlossruine auf Veranlassung des Örtlichen Nationalausschusses abgebrochen. Nach der Auflösung des Truppenübungsplatzes Dobrá Voda im Jahre 1991 wurden die Kataster Javorná u Polomu und Zhůří der Gemeinde Čachrov zugeordnet. Am 10. Oktober 2006 wurde der Status als Městys erneuert.
Gemeindegliederung Die Gemeinde Čachrov besteht aus den Ortsteilen Bradné (Broden), Březí (Birkau), Čachrov (Tschachrau), Chřepice (Kühberg), Chvalsovice (Chwalschowitz), Dobřemilice (Dobremielitz, 1939–45: Melten), Javorná (Seewiesen), Jesení (Gesen), Kunkovice (Kunkowitz, 1939–45: Bergfried), Onen Svět (Jenewelt), Předvojovice (Predwojowitz; 1939–45: Treid), Svinná (Swinna) und Zahrádka (Zahradka, 1939–45: Garten)http://www.uir.cz/casti-obce-obec/555941/Obec-Cachrov. Grundsiedlungseinheiten sind Bradné, Březí, Čachrov, Chřepice, Chvalsovice, Dobřemilice, Javorná, Javorná u Polomu, Jesení, Kunkovice, Onen Svět, Svinná, Zahrádka und Zhůří (Haidl am Ahornberg)http://www.uir.cz/zsj-obec/555941/Obec-Cachrov. Zu Čachrov gehören außerdem die Weiler Buchar (Bucher) und Pozorka sowie die Einschichten Dolejší Svinná (Unter Swinna), Eisnerův Dvůr (Eisnerhof), Fišerův Dvůr (Schürerhof), Gerlova Huť (Gerlhütte), Gerlův Dvůr (Gerlhof), Hořejší Svinná (Ober Swinna), Lipplův Dvůr (Lipplhof), Motlova Pila, Nový Brunst (Neubrunst), Páteříkova Huť (Patterlhütte), Pohádka (Christlhof), Poschingrův Dvůr (Poschingerhof), Šimandlův Dvůr (Simandlhof), Střední Svinná (Mittel Swinna), Šukačka (Schukatschen), Svinná (Wolfsau), U Hajdrů, Zahrádecký Mlýn und Zejbišský Dvůr (Seewieserhof). Auf dem Gemeindegebiet liegen die Wüstungen Dolní Dürnbrun (Unter Dürrenbrunn), Feitelhäusel, Girglhof, Guntnerovy Dvory (Güntnerhöfe), Paseka (Holzschlag), Horní Dürnbrun (Ober Dürrenbrunn), Köhlerwastl, Lipplsäge, Oberrichterhof, Přední Šmauzy (Vordere Schmausenhütte), Schürerhütten, Schürersäge, Stará Huť (Althütten), Starý Brunst (Altbrunst), Stieglův Dvůr (Stieglhof), Streblův Dvůr (Streblhof), Suché Studánky (Brücklhöfe) und Zadní Šmauzy (Hintere Schmausenhütte).
Das Gemeindegebiet gliedert sich in die Katastralbezirke Bradné, Březí u Čachrova, Čachrov, Chřepice, Chvalšovice u Čachrova, Dobřemilice, Javorná na Šumavě, Javorná u Polomu, Jesení, Kunkovice u Čachrova, Onen Svět, Svinná na Šumavě, Zahrádka u Čachrova und Zhůříhttp://www.uir.cz/katastralni-uzemi-obec/555941/Obec-Cachrov.
Das künische Freigericht Haidl am Ahornberg (Zhůří), Das Freigericht Haidl am Ahornberg (Zhůří) gehörte neben St. Katharina (Svatá Kateřina), Hammern (Hamry), Eisenstraß (Hojsova Stráž), Seewiesen (Javorná), Kochet (Kochánov), Stadln (Stodůlky) und Stachau (Stachy) zu den 8 bis zur Aufhebung der Patrimonialrechte in der k. k. Monarchie im Jahre 1848 mit besonderen Rechten ausgestatteten Gemeinden des königlichen Waldhwozd im Böhmerwald. Die künischen Freibauern hatten weitgehend Selbstverwaltung, unterstanden nur der königlichen Kammer, wählten einen eigenen Richter als Vorstand und waren zu einer gemeinsamen Interessenverband mit einem Oberrichter zusammengeschlossen.
Der Ort bildete mit Neuhaidl eine eigene Gemeinde. Die Pfarrei Haidl umfasste neben Haidl und Neuhaidl noch den größten Teil der Gemeinde Kochet mit den Weilern: Althütte, Köppeln, Eulhütte, Brandstatt, Moos, Oberkochet, Unterkochet, Rathgebern, Klausen und Kriegseisenhof, ferner von der Gemeinde Stadln Höhal und Haidhof. Haidl gehörte zum Gerichtsbezirk Hartmanitz.
Aus der Frühzeit des Ortes ist nichts überliefert. Die ersten Nachrichten beziehen sich auf das 17. und 18. Jahrhundert. Im Jahre 1753 kauften die zehn Haidler Bauern von der Herrschaft mehrere große Wälder, teilten sie auf und verlosten die einzelnen Stücke. So kam es, dass Haidl die einzige Gemeinde im Künischen mit eigenem Waldbesitz wurde.
Die Haidler Bauern hatten sich wohl schon sehr früh zu einer „Insassengemeinschaft“ zusammengeschlossen. Sie hatten gemeinsame Häuser: Zwei Gasthäuser, einen Kaufladen, die Grubnmühle, die alte Schule und das Hüterhaus mit einem Nebenhaus. Nach 1820 wurde der Oberrichterwald erworben. Im Jahre 1753 war die Rede von 10 Bauern. Zuletzt gehörten zur Insassengemeinschaft 13 Höfe. Jeder Insasse hatte ein oder zwei Inwohnerhäuser. Die Bewohner dieser Häuser waren den Bauern zu Diensten verpflichtet.
Kirchlich gehörte Haidl ursprünglich zur Pfarrei St. Maurenzen. Nach der Errichtung der Pfarrei Seewiesen 1722 wurde die Gemeinde dorthin eingepfarrt. Bereits 1684 wurde eine Kapelle, der Hl. Dreifaltigkeit geweiht errichtet. Diese wurde im Jahre 1739 wurde diese Kapelle renoviert und vergrößert. 1761 erwirkten die Bewohner von Haidl beim Prager Erzbischof die Erlaubnis zum Bau einer eigenen Kirche. Am 23. Oktober 1763 wurde die Kirche feierlich eingeweiht. Sie war an derselben Stelle erbaut, wo die erste Kapelle gestanden hatte, und wie sie ebenfalls der Hl. Dreifaltigkeit geweiht. Kurz darauf wurde Haidl zur Pfarrei erhoben. Vom Jahr der Einweihung datieren auch die Matriken. Am 17. Februar 1809 äscherte ein verheerender Dorfbrand auch die Kirche ein.
Haidl zählte 1840 67 Häuser und 397 Einwohner. Im Jahre 1872 lebten hier 630 Menschen. 1938 zählte der Ort 661 Einwohner. Am Ende des Krieges wurde Haidl noch blutiger Kriegsschauplatz. 1945/46 folgte die zwangsweise Ausweisung der Deutschen. Gegen Ende der fünfziger Jahre wurde Haidl wegen eines im Umfeld befindlichen Truppenübungsplatzes dem Erdboden gleichgemacht.„Im Lande der künischen Freibauern“ – Heimatbuch für den mittleren Böhmerwald; Grafenau 1979, S. 812ff.
Das künische Freigericht Seewiesen/Javorná Das Freigericht Seewiesen (Javorná) spielte unter den künischen Freibauern als Sitz des Oberrichters eine besondere Rolle. Der tschechische Ortsname lautete ursprünglich Zejbiš, vom mundartl. „Sejwies“ abgeleitet, nach 1945 wurde der Ort umgetauft auf Javorna (Ahornberg). Die Ortsteile hießen: Brückl, Alt-Brunst, Neu-Brunst, Christlhof, Ober-Dürnbrunn, Unter-Dürnbrunn, Eisnerhof, Gerlhof, Gerhofertheilhäuser, Gerlhütte, Güntherhof, Holzschlag, Köhlerwastl, Paterlhütte, Poschingerhof, Ober-Richterhof, Schmausenhütte, Schukatschen, Schürerhof, Schusterhanselhof, Seewiesen, Seewieserhof, Simandlhof. Stieglhof, Wolfsau.
Zur Pfarrei Seewiesen gehörten auch die Gemeinde Swina und von der Gemeinde Kochet der Schmiedlhof und die Kocheter Häuser, seit Oktober 1938 auch die ganze Gemeinde Gesen, die bis dahin nach Tschachrau eingepfarrt war. Die Pfarrmatriken befinden sich heute im Pfarrhof in Bjeschin (Běšiny). Die St.-Anna-Kirche wurde im Barockstil im Jahre 1700 erbaut.
Wann das Gebiet um Seewiesen besiedelt wurde, ist nicht bekannt. Der böhmische Ort Seewiesen/Javorná wurde erstmals im Jahr 1614 schriftlich erwähnt. Ab 1624 war Seewiesen teils nach Welhartitz/Velhartice, teils nach Tschachrau/Čachrov eingepfarrt (ab 1720). Im 17. und 18. Jahrhundert spielte in der Umgebung von Seewiesen vor allem die Glaserzeugung eine herausragende Rolle, worauf in der Zeit der deutschen Besiedlung noch Flurnamen hinwiesen, so Bezeichnungen wie Brennhütte, Schleifwiese, Glasmacherwiese, Schmelzweiher oder Hüttenkreuz. Auch die Namen von Weilern wie Ascherlhütte, Gerlhütte, Patterlhütte und Schmausenhütte, Alt- u. Neubrunst zeugen davon; die zuletzt noch betriebene Ascherlhütte wurde 1886 stillgelegt. Ebenso lebten in manchen Hofnamen die Geschlechter der Glashüttenmeister noch fort: Abele, Ascherl, Eisner, Gerl, Haas, Hafenbrädl, Poschinger, Schmaus oder Schürer.
Die älteste Glashütte arbeitete 1494 (bis 1622) im Ort Jenewelt/Onen Svět, in unmittelbarer Nähe des Ortes Seewiesen. Die Hütte wurde von dem Glasmacher Mertl oder Miertl Sellner aus Mochau/Mochov gegründet. Von 1570 bis 1618 fertigte dort Jakob Riepl sogenannte „Patterl“ (Rosenkranzperlen). In der Umgebung von Seewiesen gab es zu dieser Zeit auch die Glashütten Eisnerhütte (auch Preisslerhütte und Hüttenhanselhütte; 1565–1698), Alte Gerlhütte (auch Bockbastlhütte; vor 1600–1698), später Neue Gerlhütte, Schürerhütte (1615–1831), Glashütte Brunst (später Altbrunst und Neubrunst, auch Ascherlhütte, 1698–1824) und weitere.