Die Geschichte von Löcknitz reicht bis in das 7./8. Jahrhundert zurück. Löcknitz ist eine Gemeinde im Landkreis Vorpommern-Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern.

Name 1124 ist im Zusammenhang mit der Missionsreise des Bischofs Otto von Bamberg im Auftrag des Herzogs Bolesław III. Schiefmund von Polen zur Christianisierung der Slawen in Pommern ein von Herzog Wartislaw I. von Pommern eingesetzter slawischer Burgvogt Conrad de Lokeniz sowie für 1127 eine slawische Siedlung bekannt, beides jedoch ohne nähere Angaben oder direkte Verbindung zu Löcknitz. In einer Schenkungsurkunde des Herzogs Bogislaw II. von Pommern von 1212 ist als Zeuge Thomas de Lokenitz als bischöflicher Vogt der Burg Löcknitz aufgeführt. Damit wurde der Name Löcknitz zum ersten Mal erwähnt. In einer weiteren Urkunde, die der Bischof von Cammin 1267 in Stettin ausstellte, wird der Ort Lokenitz (slawisch für Fluss der Pfützen, Sumpfloch oder Grubenniederung) nochmals urkundlich genannt. Gemäß den Kirchenstatuten des Bistums Cammin gehörte das castrum Lokenitze cum opido („Burg Löcknitz mit Stadt“) wohl bereits seit der Gründung des Bistums 1175 zu den Tafelgütern des Bischofs und musste diesem Abgaben entrichten und bei Durchreisen Unterkunft stellen. Der Ort, der jedoch wohl kein Stadtrecht besessen haben dürfte, blieb wahrscheinlich bis 1385 im Besitz des Bistums Cammin, mindestens jedoch bis 1373, aus dem die letzte direkt in Löcknitz datierte Urkunde stammt. Auch die durch Löcknitz fließende Randow wurde bis etwa 1700 überwiegend Lochnitza genannt. In einer Schenkungsurkunde von 1216 wurde der Fluss zum ersten Mal mit diesem Namen erwähnt, ein weiteres Mal 1288 in einer Urkunde, die die Grenzen der Uckermark beschreibt. Der Begriff Randow hingegen war ursprünglich nur die Bezeichnung für die Sumpfgebiete entlang des Flusses im Randowbruch.Förderverein Burgfried Löcknitz. (Hrsg.): Ortschronik von Löcknitz (Teil I). S. 7 u. 10–12.

Frühe Geschichte mini|links|Wahrzeichen von Löcknitz: Die Burg Löcknitz mit Bergfried

Grabungsfunde belegen die Besiedlung des Gebietes bereits in der Steinzeit. Im 7. und 8. Jahrhundert siedelten slawische Ukranen in der Gegend. Die Slawenburg Lokenitza war ursprünglich wahrscheinlich um 1100 von Pommern aus einem Pfahlwerk mit Balken erbaut worden und durch einen Ringwall mit Palisaden und Gräben umgeben und schütze damals die Furt durch die Randow u. a. auch vor Angriffen der slawischen Wilzen bzw. Liutizen. Im 13. Jahrhundert wurde, wahrscheinlich unter dem pommerschen Herzog Barnim I. „dem Städtegründer“ aus dem Adelsgeschlecht der Dynastie der Greifen, eine deutsche Burg aus Ziegelmauerwerk errichtet. Zur Befestigung des Untergrundes und der Wege Richtung Löcknitz zur Furt durch das Randowbruch, mit seinen damals zahlreichen Mooren und Sümpfen sowie der für 1237 nachgewiesenen, durch Löcknitz verlaufenden, Via Imperii von Stettin nach Leipzig, wo sie sich mit der Via Regia kreuzte, dienten Knüppel und Holzbohlen. So erklärt sich auch die 1242 in einer Urkunde über Logeniz erwähnte und noch bis heute verwendete Bezeichnung Bollbrücke (Bohlenbrücke) für die westlich der Randow aus Richtung Pasewalk kommende und vom heutigen Ortseingang nach Löcknitz bis zur Brücke über die Randow verlaufende Straße und die dort stehenden Häuser.Förderverein Burgfried Löcknitz (Hrsg.): Ortschronik von Löcknitz (Teil I). S. 7–12 u. 28. Die Dörfer Plöwen, Bergholz und Bismark (heute Ortsteil von Ramin), gehörten damals zur Burg.

Mittelalter Löcknitz war wegen seiner Lage an der Furt am Fluss Randow und an der Grenze zwischen Pommern und Brandenburg oft umkämpft. Es gehörte von frühester Zeit an bis 1250 zum Herzogtum Pommern. Mit dem Abschluss des Vertrages von Landin noch im selben Jahr wechselte Löcknitz, in dem für 1290 eine Zollstation erwähnt ist, in einem Gebietstausch zur Mark Brandenburg, wo es bis 1373 verblieb. Im Zeitraum zwischen 1295 und 1373 waren die Uckermark und auch Löcknitz zwischen den Territorialstaaten der Herzöge von Pommern, der Markgrafen von Brandenburg, der Herzöge von Polen, den Bischöfen von Cammin, den Königen von Dänemark und den Herzögen von Mecklenburg immer wieder stark umkämpft und es kam zu schweren militärischen Auseinandersetzungen, die erst mit dem Vertrag von Fürstenwalde vorübergehend endeten. Noch 1373, spätestens jedoch 1385, erwarb Herzog Swantibor III. von Pommern-Stettin Burg und Ort Löcknitz vom Bistum Cammin. Löcknitz gehörte dadurch bis 1468 erneut zu Pommern, welches das Burglehen Löcknitz aus Geldnot jedoch 1390 für 3.000 Taler an die Patrizier Peter und Heinrich von Wussow aus Stettin verpfändete. Die Herren von Wussow ihrerseits begannen nach den Zerstörungen des Krieges mit der Sanierung und dem Ausbau eines neben der Burg vorhandenen Gebäudes zu einem ersten Schloss und behielten Löcknitz bis 1416. Spätestens 1433 wurde Löcknitz von Pommern als Lehen an die Familie von Heydebreck gegeben und befand sich zunächst im Besitz von Vicke von Heydebrecks, der es später an seinen Sohn Hans von Heydebreck übergab, welcher es bis 1468 behielt. Nach dem Tod von Herzog Otto III. von Pommern-Stettin und dem Ausbruch des Stettiner Erbfolgestreites kam es erneut zum Krieg zwischen Pommern und Brandenburg. In dessen Folge wurde Löcknitz am 5. August 1468 vom Kurfürstentum Brandenburg erobert, wobei eine große Anzahl pommerscher Adliger und Edelleute wie die von Heydebrecks, die von Eickstedts, die von Ramins oder die von Schwerins, die die Burg Löcknitz verteidigt hatten, in brandenburgische Gefangenschaft gerieten. 1471 wurde vom Kurfürsten von Brandenburg der brandenburgische Adlige Hans von Buch aus der Uckermark als neuer Burghauptmann der Burg Löcknitz und Amtmann des Amtes Löcknitz eingesetzt. Er hatte den Befehl über 20 Soldaten und unterhielt zudem einen Büchsenmacher zur Wartung der Geschütze auf der Burg und einen Kastner als Gehilfe des Burgvogts zur Eintreibung des Zolls, der Steuern und Naturalabgaben der landesherrlichen Untertanen. Nachfolger Hans von Buchs auf der Burg Löcknitz waren in kurzen Abständen Gottfried von Hohenlohe und ab 1472 Werner von der Schulenburg. Dieser wurde 1477 während eines Aufenthalts in Gartz (Oder) bei einem Gegenangriff Herzog Bogislaw X., des Großen von Pommern auf die Uckermark gefangen genommen, in dessen Folge am 30. April 1478 auch nochmals kurzzeitig die Burg Löcknitz von Pommern zurückerobert werden konnte. Nach dem daraufhin 1479 erfolgten Einfall eines brandenburgischen Heeres unter Kurfürst Albrecht III. Achilles von Brandenburg in Pommern und durch Vermittlung von Werner von der Schulenburg konnte noch im selben Jahr der Vertrag von Prenzlau ausgehandelt werden, in dem Brandenburg „Lockenitz, dat Slos und Amt mit dem Stetichen davor“Kurfürst Albrecht III. Achilles von Brandenburg am 26. Juni 1479 in einem Brief an Kurfürst Ernst von Sachsen, zitiert nach: Förderverein Burgfried Löcknitz (Hrsg.): Ortschronik von Löcknitz (Teil I). S. 15. nach 1472 erneut und diesmal endgültig von Pommern bestätigt bekam. Löcknitz gehörte seitdem als eigenständiges Amt bis 1818 zur Region Uckermark in Brandenburg. Kurfürst Albrecht III. Achilles von Brandenburg belehnt ebenfalls noch 1479 Werner von der Schulenburg als Belohnung für dessen Vermittlung des Friedensvertrages mit der erblichen Hauptmannschaft über die Burg Löcknitz und setzte ihn als Amtmann des Amtes Löcknitz ein. Beides blieb bis 1688 im Besitz der Familie von der Schulenburg, deren Besitz noch unter Werner von der Schulenburg erheblich erweitert werden konnte. Neben der Burg Löcknitz erwarb er in der Umgebung zudem die Dörfer Rossow, Bergholz, Woddow, Wollschow, Bagemühl, Battin, Retzin, Plöwen, Bismark und in den Jahren 1487, 1492 und 1495 zusätzlich noch Ländereien bei Grimme, Menkin, Caselow und Zerrenthin.Lemcke: Die Bau- und Kunstdenkmäler des Regierungsbezirkes Stettin. S. 68–70.Förderverein Burgfried Löcknitz (Hrsg.): Ortschronik von Löcknitz (Teil I). S. 10–17.

16. Jahrhundert Die Nachfolger Werner von der Schulenburgs in Löcknitz waren ab 1515 sein Sohn Jakob von der Schulenburg, danach sein Enkel Joachim I. von der Schulenburg sowie ab 1535 sein Urenkel Joachim II. von der Schulenburg. Letzterer konnte seine Besitzungen noch weiter vergrößern, so besaß er neben der Grundherrschaft Löcknitz mit 6 Vorwerken und zahlreichen weiteren Bauerndörfern auch die Grundherrschaft Penkun mit den umliegenden Dörfern. Joachim II. von der Schulenburg ließ 1557 direkt neben der Burg auch ein neues Schloss bzw. Herrenhaus im Renaissancestil mit Kapelle sowie eine Kirche mit Turmuhr errichten. Ein Pfarrer war bereits 1514 erstmals in Löcknitz erwähnt. Nach dem Tod Joachim II. 1594 übernahm dessen Sohn Richard von der Schulenburg den gesamten Besitz, der jedoch verschwenderisch und unrentabel wirtschaftete und wenige Jahre später das gesamte Burglehen Löcknitz verlor, das einen Wert von 253.811 Talern hatte. Erst Levin von der Schulenburg, ein Vetter Joachims II., gelang es Löcknitz von den Gläubigern wieder zurückzukaufen und hinterließ es seinem Sohn Albrecht von der Schulenburg schuldenfrei und in geordneten Verhältnissen.Förderverein Burgfried Löcknitz (Hrsg.): Ortschronik von Löcknitz (Teil I). S. 17–18.

17. Jahrhundert 440px|mini|„Prospect des Vösten Hauses Löckenitz“ von 1676, aus: Theatrum Europaeum 1633–1738 (Matthäus Merian)