Verwaltungsamt Venilale300px|Hahnenkampfturnier in Venilale, mit dem Mundo Perdido im HintergrundVerwaltungssitzVenilaleFläche155,70 km²Direcção-Geral de Estatística: Ergebnisse der Volkszählung von 2015, abgerufen am 23. November 2016.Einwohnerzahl18.765 (2022)Institutu Nasionál Estatístika Timor-Leste: Final Main Report Census 2022, abgerufen am 18. Mai 2022.SucosEinwohner (2022)Bado-Ho’o1.974Baha Mori2.920Fatulia2.477Uailaha2.606Uai Oli1.717Uatu Haco2.782Uma Ana Ico1.834Uma Ana Ulo2.455 Übersichtskarte300px|Venilale

Venilale () ist ein osttimoresisches Verwaltungsamt () in der Gemeinde Baucau. Verwaltungssitz ist Venilale im Suco Uatu Haco.Jornal da República:

Geographie mini|links|Straße südlich von Venilale im Suco Fatulia

Bis 2014 wurden die Verwaltungsämter noch als Subdistrikte bezeichnet. Vor der Gebietsreform 2015 hatte Hato-Udo eine Fläche von 151,37 km². (PDF; 2,5 MB) Nun sind es 155,70 km².

Das Verwaltungsamt Venilale liegt im Süden der Gemeinde Baucau. Im Westen grenzt er an das Verwaltungsamt Vemasse, im Norden an Baucau, im Osten an Matebian und Süden an die Gemeinde Viqueque. Venilale gehört zur Important Bird Area Monte Mundo Perdido, mit einer Reihe seltener Vogelarten, aber auch anderer Tiere und seltener Orchideen. Im Suco Baha Mori gibt es einen See mit gleichen Namen. Bei Uaicana befinden sich die natürlichen heißen Quellen von Bee Manas.Trekking East Timor: Ride D: Viqueque Baucau Vemase, abgerufen am 8. Juni 2017. Im Suco Uai Oli hat sich ein Fluss durch Kalkstein gegraben und schuf so eine natürliche Brücke (Ponte Natureza), die als heiliger Ort gilt. Beim Weiler Aca Uatu (Suco Uai Oli) befindet sich der Wasserfall Uaimalimeli (Waimalemeli).

Venilale teilt sich in acht Sucos: Bado-Ho’o, Baha Mori (Bahamori), Fatulia, Uailaha, Uai Oli (Uai-Oli, Uaiolo), Uatu Haco (Uatu-Haco, Uataco), Uma Ana Ico (Uma-Anaico) und Uma Ana Ulo (Uma Analu).Portal Municipal: Venilale, abgerufen am 3. Februar 2025.

Einwohner Im Verwaltungsamt leben 18.765 Menschen (2022), davon sind 9.495 Männer und 9.270 Frauen. Im Suco gibt es 700 Haushalte. Die größte Sprachgruppe bilden die Sprecher des Midiki, das zu den Kawaimina-Sprachen gehört. Weitere Alltagssprachen sind Tetum, Waimaha und Makassae. Der Altersdurchschnitt beträgt 18,2 Jahre (2010, 2004: 18,8 Jahre (PDF; 14,0 MB)).

Geschichte mini|Verwaltungsposten von Venilale (ca. 1936–1940) mini|Blick auf Venilale (1942) mini|In den Sieben Höhlen

In den Höhlen von Uai Bobo fand man Besiedlungsspuren, die auf ein Alter von bis zu 13.420 ± 520 Jahren BP datiert wurden.Sue O’Connor: Nine New Painted Rock Art Sites from East Timor in the Context of the Western Pacific Region, S. 19 ff., Asia Perspectives, Vol.42, No.1, 2003, abgerufen am 6. April 2020.

Venilale war früher eines der traditionellen Reiche Timors, die von einem Liurai regiert wurden. 1807 brach in Venilale eine Revolte aus, als der Liurai Cristóvão Guterres ungerechterweise verhaftet wurde. Erst in Goa wurde er von einem Gericht freigesprochen. (französisch; PDF; 887 kB) Das Reich Bercoli (Bercoly, früher Fatumartó) war ein weiteres Reich im Gebiet des heutigen Verwaltungsamtes.Katharine Davidson: The Portuguese colonisation of Timor: the final stage, 1850-1912, S. 170–171, Sydney 1994.

1888 unterstützten Venilale und Bercoli die Portugiesen beim Feldzug gegen Faturó und Sarau.Katharine Davidson: The Portuguese colonisation of Timor: the final stage, 1850-1912, S. 170–171, Sydney 1994.

Herrscher von VenilaleCarlos Filipe Ximenes Belo: Os antigos reinos de Timor-Leste (Reys de Lorosay e Reys de Lorotoba, Coronéis e Datos), S. 221–228, Tipografia Diocesana Baucau 2011. Dom Cristóvão Guterres I (vor 1808 – etwa 1815) Dona Catarina de Freitas (etwa 1808 – 1812) (Ehefrau) Dona Ursula Gutherres (1854) Dom Duarte Gutherres (1874–1881) Dona Izabel de Freitas Gutherres (1874 – nach 1888) Dona Maria Freitas Guterres (1891–1897) Dona Úrsula Guterres (1897–?) Dom António Guterres (vor 1912 – 1925) Dom Cristóvão Guterres II. (1925–1992) (Sohn von Tomás Guterres)

An der Straße nach Baucau erinnern Tunnel der Japaner in Kaibulori, die sogenannten Sieben Höhlen (Gua Tuju, Fatuk Kuak Hitu), an die Besetzung Timors während des Zweiten Weltkrieges. Hier lagerten die Japaner Munition und Ausrüstungsgegenstände.Visit Venilale Am 15. November 1944 wurde der Ort von australischen Beaufighters bombardiert, die Japaner in den Häusern vermuteten.Australian War Memorial: VILA VICOSA, TIMOR, abgerufen am 4. Februar 2024.

1975 begann Indonesien mit der Besetzung von Osttimor. Im Dezember durchquerte das Bataillon 330 der indonesischen Armee Venilale auf dem Weg nach Viqueque. Danach nahmen lokale Führer der Widerstandsbewegung FRETILIN Anhänger der União Democrática Timorense UDT und der APODETI eigenmächtig fest, schlugen und töteten sie, weil diese Parteien mit den Indonesiern zusammenarbeiteten. Zwischen dem 1. und 12. Februar 1976 wurden insgesamt neun Hinrichtungen durch FRETILIN-Führer angeordnet. Sechs der Opfer gehörten zu einer Familie. Zwei der Kommandanten, denen man die Verantwortung für die Morde zuschrieb, Januario Ximenes und Julio da Silva, wurden später von FRETILIN-Kämpfern, die Angehörige der Opfer waren, ermordet.„Chapter 7.2 Unlawful Killings and Enforced Disappearances“ (PDF; 2,3 MB) aus dem „Chega!“-Report der CAVR (englisch)

Im Westen der Stadt Venilale gab es Ende 1979 ein indonesisches Lager für Osttimoresen, die zur besseren Kontrolle von den Besatzern umgesiedelt werden sollten.„Chapter 7.3 Forced Displacement and Famine“ (PDF; 1,3 MB) aus dem „Chega!“-Report der CAVR (englisch)

Nach der Bekanntgabe der Ergebnisse der Parlamentswahlen in Osttimor 2007 kam es in den Sucos Bado-Ho'o, Fatulia, Uailaha und Uatu Haco zu Unruhen. Etwa 1000 Personen mussten in die Berge fliehen. 50 Häuser wurden niedergebrannt. (PDF; 464 kB)

Am 30. Dezember 2021 verursachte ein Erdbeben der Stärke 7,4 auf der Richterskala, mit Epizentrum nah der etwa 175 Kilometer entfernten Insel Maopora, Erdrutsche in den Aldeias Caubai (Suco Uailaha) und Uma Ana Ico (Suco Bado-Ho’o). In Uailaha entstand eine zehn Kilometer lange Erdspalte in den Reisfeldern. Sieben Familien mussten zeitweise in Notunterkünfte umziehen, da ihre Häuser beschädigt wurden. Daneben wurden auch Strommasten beschädigt.Tatoli: , abgerufen am 30. Dezember 2021.Desastres Naturais Timor Leste: Relasiona ho Rai Nakdoko ho Nia Forsa 7.4 Magnitude ne'ebe Akontese iha hodi kalan resulta Populasaun sira nian Tos, natar no hela fatin tamba Rai Nakfera kuaze Km 10 resin, 30. Dezember 2021, abgerufen am 30. Dezember 2021.

Politik mini|links|Administrator Júlio Tomás da Silva (2013)

Der Administrator des Verwaltungsamts wird von der Zentralregierung in Dili ernannt. Von 2001 bis 2007 war dies Regina de Sousa,STL: Regina De Sousa, 8. September 2017. 2015 Júlio Tomás da SilvaMinistério da Administração Estatal: und von 2016Jornal da República: RESOLUÇÃO DO GOVERNO N.º 34/2016 de 12 de Outubro, abgerufen am 12. Januar 2024. bis 2021 Carlos Alberto Guterres.Tatoli: Administradór Postu Administrativu Venilale rejeita COVEC sobu sitiu istóriku "Gua-7, 12. Februar 2021, abgerufen am 12. Februar 2021. Ihn löste Miguel Mendes Manso Guterres ab.Jornal da República: DESPACHO Nº 49 / M - MAE / IX / 2021, 1. September 2021, abgerufen am 22. Dezember 2023.Gemeinde Baucau: Proclamação e Validação dos Resultados sobre Eleições dos orgãos eleitos sucos posto administrativo Venilale, abgerufen am 16. Dezember 2024.

Wirtschaft und Infrastruktur mini|Hahnenkampf in Venilale

80 % der Haushalte bauen Kokosnüsse an, 82 % Reis, 80 % Maniok, 80 % Mais, 30 % Kaffee und 76 % Gemüse. (PDF; 9,8 MB) In den Dörfern Venilale und Bercoli befinden sich Märkte, die an unterschiedlichen Tagen abgehalten werden. Alle Sucos von Venilale sind an das Stromnetz angeschlossen.

Persönlichkeiten Mário Viegas Carrascalão (1937–2017), Politiker Jaime Camacho Amaral (1950–1975), Freiheitskämpfer aus Baha Mori Aurélio Sérgio Cristóvão Guterres (* 1966), Hochschullehrer und Politiker Valentim Ximenes (* 1966), Hochschullehrer und Politiker Virgílio do Carmo da Silva (* 1967), Bischof von Dili Regina de Sousa (* 1971), Verwaltungsbeamtin António Ximenes da Costa, Politiker

Weblinks

Visit Venilale (Touristeninformation auf Englisch) Portal Municipal: Venilale

Einzelnachweise

Kategorie:Verwaltungsamt in Baucau (Gemeinde)