Jouvençon [] ist eine französische Gemeinde in der Region Bourgogne-Franche-Comté im Département Saône-et-Loire. Sie gehört zum Arrondissement Louhans, zum Kanton Cuiseaux und zum Gemeindeverband Terres de Bresse. Die Gemeinde hat Einwohner (Stand ), sie werden Jouvençonnais, resp. Jouvençonnaises genannt.

Geografie mini|links|Lage der Gemeinde im Arrondissement Louhans

Die Gemeinde liegt in der Landschaft Bresse, im Südwesten des Arrondissement Louhans. Die nördliche und westliche Gemeindegrenze bildet die SeilleLa Seille, Länge 100,0 km, Zufluss zur Saône, Quelle bei in Ladoye-sur-Seille auf ca. 390 m, Mündung bei in La Truchère auf ca. 169 m, La Seille auf sandre.eaufrance.fr, ein kurzes Stück der östlichen Gemeindegrenze die SâneLa Sane oder Sane-Vive, Länge 46,8 km, Zufluss zur Seille, Quelle bei in Lescheroux auf ca. 217 m, Mündung bei in Brienne auf 172 m, La Sane-Vive auf sandre.eaufrance.fr, die auf dem Gemeindegebiet von La Genête und Brienne weiter nach Westen verläuft. Durch die Gemeinde verläuft die Departementsstraße D971 (Cuisery–Rancy) in Südwest-Nordost-Richtung. Die Gemeinde weist nördlich der Siedlungsgebiete einige Waldgebiete auf, von den bewaldeten Stellen bis zur Seille finden sich keine Siedlungen oder Gebäude, da es sich um Überschwemmungsgebiete handelt. Zur Gemeinde gehören die folgenden Weiler und Fluren: Bief-de-Four, la Bonde, les Caravattes, les Genetières, Grande-Rippe, Layer, les Platières, Port-de-Jouvençon, les Volatiers.

Klima Das Klima in Jouvençon ist warm und gemäßigt. Es gibt das ganze Jahr über deutliche Niederschläge, selbst der trockenste Monat weist noch hohe Niederschlagsmengen auf. Die Klassifikation des Klimas nach Köppen und Geiger ist Cfb ((Gemäßigtes) Ozeanklima). Die Temperatur liegt im Jahresdurchschnitt bei 12,1 °C. Der wärmste Monat ist der Juli mit einer Durchschnittstemperatur von 21,2 °C, der kälteste der Januar mit 3,4 °C. Über ein Jahr verteilt summieren sich die Niederschläge auf 1121 mm, dabei ist der November mit 118 mm der niederschlagsreichste, während Juli als trockenster Monat 82 mm aufweist. Über das ganze Jahr werden etwa 2754 Sonnenstunden gezählt.

Toponymie Die erste Erwähnung geht zurück auf das Jahr 981, in dem Capella Sancti-Mauricii in villa Gevencion erwähnt wurde. Man geht davon aus, dass das Gebiet bereits in gallo-römischer Zeit besiedelt war und einem Gevencius gehörte. Diese frühe Besiedlung wird durch archäologische Funde bestätigt, 1978 wurden Reste eines Hauses aus dem 3. Jahrhundert gefunden, dessen Grundriss zwei auf fünf Meter betrug.

Geschichte Reste einer römischen Siedlung wurden bei les Pérouses gefunden, die Sankt-Mauritius-Kapelle wird beschrieben als bei einer Motte liegend, in einer Schleife der Seille. 981 vermachte Henri, Herzog von Burgund die Kirche von Huilly dem Kloster Tournus, behielt sich aber die Nutzniessung vor. Er erhielt dafür die Kapelle von Jouvençon, die sich bei seinem Schloss, aber auf der gegenüberliegenden Seite der Seille befand. Im 15. Jahrhundert wurde das Schloss zerstört und die Bewohner von Jouvençon bemächtigten sich wieder der Kapelle, die zur Dorfkirche wurde, jedoch lediglich als Filialkirche von Brienne. 1755 fand eine Auseinandersetzung statt, die Kirche war eingestürzt und die Kosten für den Wiederaufbau beliefen sich auf 2222 Livres. Die Bewohner von Layer sollten 613 Livres bezahlen, wollten jedoch nur 520 Livres beitragen. 1838 befürchtete der Conseil municipal, dass die Kirche wegen Bodenbewegungen erneut einstürze. Zudem war sie zu klein geworden und man erwarb ein Grundstück im Dorfzentrum und errichtete eine neue Kirche mit Pfarrhaus. Für die neue Kirche verwendete man Material von der alten Kapelle, von der lediglich noch der Chor bestehen blieb, und die zu einem kleinen Wallfahrtsort wurde. Der Lehrer berichtete Ende des 19. Jahrhunderts, es bestünden immer noch alte Bräuche, wie das Rattenfest zwischen Weihnachten und Neujahr, oder das Feuerfest am 5. Februar. An diesem Tag werde ein gesegneter Buchsbaumzweig im Waschtrog verbrannt, um das Haus gegen Feuer zu schützen. 1988 bestanden noch 11 Landwirtschaftsbetriebe. Die Herren von Jouvençon Jouvençon war ursprünglich zum Teil ein Anhängsel von Brienne, zum anderen war es Teil der Herrschaft und später der Baronie von Loisy. Ein weiterer Bereich gehörte zur Baronie von Villeneuve.

Bevölkerung mini|Kirche Saint-Maurice in Jouvençon

+ Bevölkerungs- und Wohnstruktur Bevölkerungsstruktur Anzahl Einwohner männlich weiblich davon Ausländer Anteil %454225229102,2

Die Bevölkerungsstruktur zwischen Männern und Frauen ist ausgeglichen, wobei 45 % der Bevölkerung jünger als 45 Jahre und 33 % der Einwohner älter als 60 Jahre und damit im Rentenalter sind. Wohnstruktur Anzahl Wohneinheiten davon Häuser Wohnungen Sonstige Zu-/Abnahme seit 19992552523+19,2 % = 41 WE davon Hauptwohnsitz 202Zweit- oder Ferienwohnsitz30vakant23

Wirtschaft und Infrastruktur Unternehmen, Betriebe, Ladengeschäfte und Einrichtungen

In der Gemeinde befinden sich nebst Mairie und Kirche folgende Unternehmen nach Branchen: +Wirtschaftlich aktive Betriebe in der Gemeinde nach Branchen (31.12.2023) Branche Anzahl BetriebeIndustrie und verarbeitendes Gewerbe3Baugewerbe4Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie9Information und Kommunikation1Finanz- und VersicherungsdienstleistungenGrundstücks- und Wohnungswesen1Freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen4Öffentliche Verwaltung, Unterricht, Gesundheits- und Sozialwesen1Sonstige Dienstleistungen2Land- und Forstwirtschaftsbetriebe2 In der Gemeinde befinden sich ein Schönheitssalon, ein Bauunternehmen und ein Maler/Gipser, ferner ein Tennis-, ein Fußballplatz, eine Turn- und Sporthalle, eine Mehrzweckhalle, ein Restaurant und zwei Gîtes. Für die Güter des täglichen Bedarfs versorgen sich die Einwohner in Cuisery oder Tournus.

Geschützte Produkte in der Gemeinde Als AOC-Produkte sind in Jouvençon Crème et beurre de Bresse zugelassen, ferner Volaille de Bresse und Dinde de Bresse.

Bildungseinrichtungen In der Gemeinde besteht eine École primaire, die der Académie de Dijon untersteht und von 46 Schülern in zwei Klassen besucht wird (Schuljahr 2024–2025). Für die Schule gilt der Ferienplan der Zone A.

Öffentlicher Verkehr In Jouvençon befinden sich zwei Haltestellen, Le Bourg und Layer der Linie LR 713 (lignes régulières) der Linie Louhans-Châteaurenaud ↔ Tournus.

Während der Schulzeiten verkehren die Busse zwei- bis dreimal täglich, während der Ferienzeiten teilweise auf Verlangen, an Sonn- und allgemeinen Feiertagen ist der Verkehr eingestellt.

Literatur

Weblinks

Siehe auch Liste der Monuments historiques in Jouvençon

Einzelnachweise

Kategorie:Ort in Bourgogne-Franche-Comté