Hans Haller (* 17. Dezember 1920 in Bautzen; † 2. November 2018 in Dresden)Traueranzeige, in: Sächsische Zeitung vom 10. November 2018.Leopoldina. Struktur und Mitglieder 2021, S. 416. war ein deutscher Internist mit den Arbeits- und Forschungsschwerpunkten Diabetes mellitus, Fettstoffwechselstörungen, Endokrinopathien sowie Konzeption des „Metabolischen Syndroms“. Er war an der Einführung und Mitentwicklung der Sulfonylharnstoffe in der Deutschen Demokratischen Republik beteiligt; war ab 1961 Dozent, ab 1966 Professor mit Lehrauftrag und ab 1969 ordentlicher Professor für Innere Medizin an der Medizinischen Akademie „Carl Gustav Carus“ in Dresden.

Leben Nach seinem 1939 am Vitzthum-Gymnasium Dresden abgelegten Abitur studierte Haller bis 1945 an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und der Universität Innsbruck Medizin. Nach einer Erteilung seiner Approbation 1945, Stellen als Pflichtassistent am Infektionskrankenhaus Dresden-Trachau, dem Kreiskrankenhaus Ebersbach und dem Stadtkrankenhaus Dresden-Friedrichstadt zwischen 1945 und 1948 folgte eine Stelle als Assistenzarzt an der Medizinischen Klinik ebendort.

Nachdem Haller bereits 1945 an der Universität Innsbruck mit der Dissertation „Der Krebs in Tirol und Vorarlberg“ promoviert worden war, erhielt er 1952 seine Facharzt-Anerkennung für Innere Medizin und wurde im selben Jahr Oberarzt der Medizinischen Klinik am Krankenhaus Dresden-Friedrichstadt sowie Leiter der Diabetikerberatungsstelle und der Stoffwechselstation.

Haller war bis 1958 Lehrer an der Fachschule für medizinisches Personal in Dresden, wechselte 1958 an die Medizinische Akademie Carl Gustav Carus, wurde dort Oberarzt der Klinik für Innere Medizin und nahm Lehraufträge für Innere Medizin und Pathologische Physiologie wahr. Hans Haller habilitierte 1961 zum Thema „Methodische und klinische Untersuchungen zur Papierchromatographie der Harnzucker“, wurde in der Folge zum 1. Juni 1961 Dozent für Innere Medizin, am 1. Februar 1966 Professor mit Lehrauftrag sowie zum 1. September 1969 ordentlicher Professor für Innere Medizin an der Medizinischen Akademie Carl Gustav Carus in Dresden.

Zeitgleich zum Ruf auf den Lehrstuhl für Innere Medizin übernahm Haller zum 1. September 1969 auch das Direktorat der Medizinischen Klinik der Akademie. Dieses Amt hatte er bis 1975 inne. In der Folge war Haller zwischen 1975 und 1981 Prorektor für Naturwissenschaften und medizinische Forschung sowie ab 1979 erneut Direktor der Medizinischen Klinik wie auch Leiter der Abteilung für Endokrinopathien und Stoffwechselkrankheiten.

Mit Erreichen des Rentenalters wurde der Mediziner 1986 emeritiert, war jedoch bis zu seinem Ausscheiden aus der Medizinischen Akademie Carl Gustav Carus 1991 weiterhin in wissenschaftlichen Gremien tätig.

Mitgliedschaften 1971–1986: Mitglied des Vorstandes der Gesellschaft für Endokrinologie und Stoffwechselkrankheiten der DDR 1972–1974: Vorsitzender der Gesellschaft für Innere Medizin der Medizinischen Akademie Dresden 1974–1978: Vorsitzender der Gesellschaft für Endokrinologie und Stoffwechselkrankheiten der DDR seit 1981: Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina 1980–1986: Koordinator der Forschungsrichtung „Fettstoffwechsel“ der DDR 1984–1989: Vorsitzender der Fachkommission für Innere Medizin im Bezirk Dresden 1986–1990: Mitglied im Ältestenrat beim Rat der Medizinischen Wissenschaften

Ehrungen 1965: Hufeland-Medaille (DDR) in Silber 1975: Medizinalrat (DDR) 1978: Verdienter Arzt des Volkes 1979: Theodor-Brugsch-Medaille 1980: Selmar-Aschheim-Medaille 1981: Obermedizinalrat 1981: Maxim-Zetkin-Medaille der Gesellschaft für Klinische Medizin 1983: Ehrenmitglied der Union der Wissenschaftler Bulgariens (Sektion Ernährung) 1984: Ehrenmitglied der Ungarischen Arteriosklerose Gesellschaft 1985: Goldenes Ehrenzeichen des DRK der DDR 1987: Ehrensenator der Medizinischen Akademie Carl Gustav Carus 1988: Max-Bürger-Medaille der Gesellschaft für Innere Medizin der DDR 1994: Ehrenmitglied der Sächsischen Gesellschaft für Innere Medizin 2006: Ehrenmitglied der Sächsischen Gesellschaft für Stoffwechselkrankheiten und Endokrinopathien

Schriften mit Stanley Ernest Strauzenberg: Perorale Diabetestherapie. Leipzig 1959. Methodische und klinische Untersuchungen zur Papierchromatographie der Harnzucker. Dresden 1961. mit Stanley Ernest Strauzenberg: Orale Diabetestherapie. Leipzig 1966. Moskau 1973. mit Markolf Hanefeld; Werner Jaroß: Lipidstoffwechselstörungen. Jena 1975, 1989. Moskau 1979.

Literatur

Jan Schulze, Hans-Egbert Schröder: Nachruf für Prof. Dr. med. habil. Hans Haller. In: Ärzteblatt Sachsen. 12/2018, S. 596.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Mediziner (20. Jahrhundert) Kategorie:Internist Kategorie:Hochschullehrer (Technische Universität Dresden) Kategorie:Mitglied der Leopoldina (20. Jahrhundert) Kategorie:Ehrensenator der Technischen Universität Dresden Kategorie:Verdienter Arzt des Volkes Kategorie:Träger der Hufeland-Medaille (DDR) Kategorie:DDR-Bürger Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1920 Kategorie:Gestorben 2018 Kategorie:Mann