Die Präfektur Fukui (jap. , Fukui-ken) ist eine der Präfekturen Japans und liegt am Japanischen Meer in der Mitte der japanischen Hauptinsel Honshū. Sie grenzt an die Präfekturen Ishikawa (Norden), Gifu (Osten), Shiga und Kyōto (Süden). Fukui erstreckt sich zwischen 35° 20' 36" und 36° 17' 44" nördliche Breite sowie 135° 26' 58" und 136° 49' 56" östliche Länge.
Die Präfektur ist bergig (bis 2095 m) und klimatisch von Regenfällen, hoher Luftfeuchtigkeit und starken Schneefällen geprägt.
Geschichte Wie archäologische Spuren beweisen, gab es in Fukui schon in der vorgeschichtlichen Zeit Siedlungen. Der Sitz der Präfekturverwaltung, die gleichnamige Stadt Fukui, wurde allerdings erst im 16. Jahrhundert gegründet. Seit dem Altertum liegen auf dem Gebiet der heutigen Präfektur die beiden Ritsuryō-Provinzen Echizen und Wakasa. Die beiden Provinzen waren zum größten Teil im Besitz großer Tempel. Der berühmteste Tempel und die wahrscheinlich wichtigste Sehenswürdigkeit der Präfektur ist der Tempel Eihei-ji, der Haupttempel der Sōtō-shū, einer der drei wichtigsten japanischen Schulen des Zen-Buddhismus.
In der Edo-Zeit hatten in den Provinzen Echizen und Wakasa unter anderem die Fürstentümer/Großlehen (-han) Fukui (unter den Matsudaira), Maruoka (unter den Hizen-Arima), Katsuyama (unter den Ogasawara), Ōno (unter den Doi), Sabae (unter den Manabe) und Obama (unter den Sakai) ihren Sitz, außerdem lagen hier Shōgunats-/Hatamoto-Güter und Exklaven von Fürstentümern mit Sitz in anderen Provinzen, die in der Meiji-Restauration zunächst in der Präfektur Honbo zusammengefasst wurden. 1871 entstand aus dem Fürstentum Fukui eine erste Präfektur Fukui, die bald mit weiteren Fürstentümer/Präfekturen in Echizen fusionierte und in Asuwa umbenannt wurde. In Wakasa und dem Süden von Echizen entstand 1871 die Präfektur Tsuruga, die 1873 Asuwa absorbierte. 1876 wurde Tsuruga zwischen Ishikawa und Shiga geteilt.
Die heutige Präfektur Fukui entstand am 7. Februar 1881 durch erneute Abtrennung des Territoriums der Provinzen Echizen und Wakasa von den Präfekturen Ishikawa und Shiga. In einer Präfektursatzung von 1982 wurde der 7. Februar in Fukui als „Tag der Heimat“ (furusato no hi) festgelegt.
Politik Fukuis seit 2019 amtierender Gouverneur Tatsuji Sugimoto trat im Ende 2025 in einem sexuellen Belästigungsskandal zurück, das Präfekturparlament nahm den Rücktritt am 4. Dezember 2025 an. Bei der resultierenden Gouverneurswahl im Januar 2026 setzte sich bei historisch niedriger Wahlbeteiligung (46,3 %) der aus der Sanseitō und Teilen der LDP unterstützte Takato Ishida mit 48 % der Stimmen gegen den von etablierten nicht kommunistischen Parteien (LDP, KDP, DVP, Kōmeitō) unterstützten ehemaligen Vizegouverneur und Bürgermeister der Stadt Echizen Ken’ichi Yamada (46,4 %) und die kommunistische Kandidatin Yukie Kanemoto (5,6 %) durch.
Bei der im einheitlichen Wahlzyklus durchgeführten Präfekturparlamentswahl 2023 fiel die LDP auf 18 der 37 Sitze zurück, die Zahl der Unabhängigen stieg auf 15. Die KDP gewann zwei Sitze, Kōmeitō und Sanseitō jeweils einen. 35 Abgeordnete sind Männer, darunter alle parteigebundenen.
Für das Shūgiin, das Unterhaus des nationalen Parlaments, ist Fukui seit 2014 nur noch in zwei Wahlkreise eingeteilt, ins Sangiin (Oberhaus) wählt die Präfektur einen Abgeordneten pro Teilwahl. Nach den Wahlen 2022, 2025 und 2026 bestand die Delegation Fukuis ins nationale Parlament aus: im Shūgiin für den Wahlkreis 1 im Norden mit der Hauptstadt die ehemalige Verteidigungsministerin Tomomi Inada (LDP, 8. Amtszeit), für den Wahlkreis 2 Takeshi Saiki (LDP, 4. Amtszeit), ehemaliger DP-/KDP-/Ishin-Politiker, der 2026 ohne Parteinominierung gegen Vorgänger Hideyuki Tsuji siegte und anschließend von der LDP nachnominiert wurde, im Sangiin bis 2028 der ehemalige Sangiin-Präsident Masaaki Yamazaki (LDP, 6. Amtszeit) sowie bis 2031 Hirofumi Takinami (LDP, 3. Amtszeit), 2024 bis 2025 Landwirtschaftsstaatssekretär.
Verwaltungsgliederung Bei der Einführung der heutigen Gemeindeformen 1889 wurde Fukui in 178 Gemeinden eingeteilt, darunter als erste und zunächst einzige kreisfreie Stadt (-shi) die Stadt Fukui. Die Zahl der Gemeinden sank in fast 100 Jahren von 179 (1920), über 54 (1955) und 36 (1970) auf derzeit (seit 2006) 17. Neun kreisfreie und acht kreisangehörige Städte weist die aktuelle Gliederung auf. Mit der Eingliederung des Dorfes (-mura) Natashō in die kreisangehörige Stadt (-chō) Ōi verschwand im März 2006 das letzte Dorf in der Präfektur. Die Zahl der Landkreise (-gun) sank seit 1889 bis heute von elf auf sieben. Von diesen bestehen derzeit sechs aus nur je einer Gemeinde.
In nachstehender Tabelle sind die Landkreise kursiv dargestellt, darunter jeweils (eingerückt) die Kleinstädte innerhalb dieser. Die ersten beiden Ziffern des Gebietskörperschaftscodes sind wie überall der Präfekturschlüssel von Fukui, die dritte Stelle gibt wie überall die Gebietskörperschaftsart an. Die Landkreise sind zwar seit den 1920er Jahren keine Verwaltungseinheiten mehr, werden aber als geographische Einteilung weiter genutzt; ihnen wurden daher runde (durch 20 teilbare) Schlüssel zugeordnet, die kreiszugehörigen Gemeinden erhielten fortlaufend anschließende Schlüssel; durch Fusionen/Eingemeindungen/Aufwertungen zu -shi sind inzwischen aber vielerorts Lücken entstanden. Am Anfang der Tabelle stehen die kreisfreien Städte. Darunter ist mit der Hauptstadt Fukui seit 2019 eine „Kernstadt“.
+ Liste der Gemeinden in der Präfektur FukuiCode NameFläche (in km²)BevölkerungBevölkerungs-dichte (Ew./km²)3RōmajiKanji1. Oktober 201711. Oktober 201821. Oktober 2015318201Fukui-shi福井市536,41263.529265.904495,7118202Tsuruga-shi敦賀市251,4164.93066.165263,1818204Obama-shi小浜市233,1128.67229.670127,2818205Ōno-shi大野市872,4331.82733.10937,9518206Katsuyama-shi勝山市253,8822.96924.12595,0318207Sabae-shi鯖江市84,5968.66968.284807,2318208Awara-shi116,9827.88028.729245,5918209Echizen-shi越前市230,780.93881.524353,3818210Sakai-shi坂井市209,6789.30390.280430,5818320Yoshida-gun吉田郡94,4319.31019.883210,5618322 Eiheiji-chō永平寺町94,4319.31019.883210,5618380Imadate-gun今立郡194,652431263813,5518382 Ikeda-chō池田町194,652431263813,5518400Nanjō-gun南条郡343,6910.30010.79931,4218404 Minamiechizen-chō南越前町343,6910.30010.79931,4218420Nyū-gun丹生郡153,1520.5402.538140,6318423 Echizen-chō越前町153,1520.54021.538140,6318440Mikata-gun三方郡152,359472991465,0718442 Mihama-chō美浜町152,359472991465,0718480Ōi-gun大飯郡284,5918.46518.92166,4918481 Takahama-chō高浜町72,410.36110.596146,3518483 Ōi-chō212,198104832539,2318500Mikatakaminaka-gun三方上中郡178,4914.49615.25785,4818501 Wakasa-chō若狭町178,4914.49615.25785,48Shi-bu (All Shi, Anteil der kreisfreien Städte)市 部2789,16678.717687.790246,59Gun-bu (All Gun, Anteil der Landkreise)郡 部1401,3595.01498.95070,6118000Fukui-Ken (Präfektur Fukui)福井県4190,51773.731786.740187,74
Quellen 1 Flächenangaben von 2017Kokudo Chiriin (GSI – Geospatial Information Authority of Japan), (Landesweite Flächenerhebung aller Präfekturen und Gemeinden 2017), S. 49: 18 Fukui-ken (japanisch), abgerufen am 17. Februar 2019 2 Geschätzte Bevölkerung (Estimated Population) 2018 (japanisch) abgerufen am 17. Februar 2019 3 Ergebnisse der Volkszählung 2015e-stat (englisch), abgerufen am 17. Februar 2019
Größte Orte + Ehemalige und bestehende Städte (-shi) Volkszählungsergebnisse am 1. Oktobere-Stat Datenbank (englisch) abgerufen am 17. Februar 2019 VZ-Jahr Einwohner2015201020052000Fukui265.904266.796252.220252.274Sakai90.28091.900————Echizen81.52485.61487.742——Sabae68.28467.45066.83164.898Tsuruga66.16567.76068.40268.145Ōno33.10935.29137.17438.880Obama29.67031.34032.18233.295Awara28.72929.98931.081——Katsuyama24.12525.46626.96128.143Takefu——————73.792 1. März 2004 – Die kreisangehörige Stadt Awara gliedert eine weitere Gemeinde ein und wird zur kreisfreien Stadt erhoben. 1. Oktober 2005 – Die kreisfreie Stadt Echizen wird aus der kreisfreien Stadt Takefu und einer weiteren Gemeinde gebildet. 20. März 2006 – Die kreisfreie Stadt Sakai wird aus drei Gemeinden gebildet.
Bevölkerungsentwicklung der Präfektur + Census-Bevölkerunge-Stat-Datenbank, abgerufen am 17. Februar 2019 (englisch)Census- Jahr Gesamt- Bevölkerung männliche Bevölkerung weibliche Bevölkerung Geschlechter- verhältnis Männer auf 1000 Frauen Fläche in km² Bevölkerungs- dichte Einw. je km21920599.155293.181305.9749584017,97149,11925597.899293.039304.8609614017,97148,81930618.144304.525313.6199714017,97153,81935646.659316.424330.2359584264,48151,61940643.904312.075331.8299414264,48151,01945724.856332.461392.3958474264,48170,01950752.374364.343388.0319394253,87176,91955754.055363.770390.2859324264,70176,81960752.696360.288392.4089184187,38179,81965750.557359.649390.9089204187,46179,21970744.230356.639387.5919204188,13177,71975773.599373.416400.1839334188,34184,71980794.354384.269410.0859374189,38189,61985817.633397.115420.5189444191,49195,11990823.585400.391423.1949464187,59196,71995826.996401.860425.1369454188,43197,52000828.944402.367426.5779434188,75197,92005821.592397.271424.3219364189,25196,12010806.314389.712416.6029364189,83192,52015786.740381.474405.2669414190,49187,7
Wirtschaft Die Textilindustrie ist das Herzstück der Industrie in Fukui. Die Textilien aus Fukui werden in der Bekleidungsindustrie, der Innenausstattung von Kraftfahrzeugen, der Landwirtschaft, dem öffentlichen Bauwesen, der Medizin, der Luft- und Raumfahrtindustrie usw. verwendet. Die Präfektur Fukui produziert 98 % der in Japan hergestellten Brillenfassungen. An der Küste der Präfektur Fukui stehen die Kernkraftwerke Mihama, Monju, Ōi, Takahama und Tsuruga. Sie leisteten bis zu ihrer Stilllegung nach der Nuklearkatastrophe von Fukushima einen wichtigen Beitrag zur Stromversorgung Japans und sind lokal oft die größten Steuerzahler und Arbeitgeber.
In Fukui wird hochwertiger Reis angebaut, und der landesweit bekannte Koshihikari-Reis wurde erstmals 1956 in der landwirtschaftlichen Versuchsstation Fukui entwickelt.
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Einzelnachweise
Fukui