mini|hochkant|Eberhard Schunck (2006)Eberhard Schunck (* 21. April 1937 in Augsburg; † 13. März 2023 in München) war ein deutscher Architekt und Universitätsprofessor.

Werdegang Auf den Schulbesuch in Augsburg folgte das Studium der Architektur an der Technischen Universität München von 1956 bis 1961. Nach Mitarbeit im Büro Gerhard Weber eröffnete Eberhard Schunck 1967 sein eigenes Architekturbüro. Nach Lehraufträgen u. a. an der Universität Stuttgart erfolgte 1982 die Berufung zum Professor an die Fachhochschule Augsburg und 1984 an die Universität Stuttgart. Von 1992 bis zur Pensionierung 2002 war Eberhard Schunck Ordinarius am Lehrstuhl für Baukonstruktion an der Fakultät für Bauingenieurwesen der TU München. Sein Anliegen war die Verbindung der Ausbildung von Bauingenieuren und Architekten. Durch die Einbindung in die Architekturfakultät als Entwurfslehrer betreute er Entwürfe, die von Architekten und Ingenieuren gemeinsam bearbeitet wurden. Durch die Organisation regelmäßiger Vorträge über die Geschichte des Bauingenieurwesens in Stuttgart und München und deren Dokumentation in der Reihe Materialien zur Geschichte des Bauingenieurwesens trug er dazu bei, das Geschichtsbewusstsein der jungen Bauingenieure zu stärkenKarl-Eugen Kurrer: Report on the State of Construction History in Austria, Germany and Switzerland. In: Construction History. Research Perspectives in Europe, ed. by Antonio Becchi, Massimo Corradi, Federico Foce and Orietta Pedemonte, pp. 61–112 (hier p. 71), Florence: Kim Williams Books 2004, ISBN 88-88479-11-2. . Seine Architektur ist sachlich, konstruktiv ausgerichtet und geht immer auf die gegebene Situation ein. Sie lebt von der bestimmenden Kraft der tragwerkrelevanten Bauteile und von der sorgfältigen Durcharbeitung im Detail. Seine Bauwerke lassen sich durch die Aufnahme zeitgemäßer Elemente gut in ihre Planungszeit einordnen, vermeiden aber modische Zutaten. Neben seinen architektonischen Werken wurde Eberhard Schunck durch sein Standardwerk Dachatlas geneigte Dächer international bekannt. Es wurde in sieben Sprachen (u. a. ins Chinesische) übersetzt.

Privates

Eberhard Schunck heiratete 1963, hatte zwei Kinder und lebte in München.

Eberhard Schunck war maßgeblich an der Gründung der Genossenschaft Olywelt eG beteiligt und deren erster Vorsitzender des Vorstands von 2011 bis 2017. Die Genossenschaft hat das Ziel, die Infrastruktur in der Ladenzeile im Olympiadorf in München zu erhalten.

Bauten

1968–1972: Gemeindezentrum Schwaig Evangelische Thomasgemeinde 1972–1975: Schulzentrum Perlach Nord, Quiddestrasse, darunter Städtisches Werner-von-Siemens-Gymnasium mit Bernhard von Busse und Landschaftsarchitekt Gerhart Teutsch 1973–1975: Verbandschule, Zusmarshausen 1975–1977: Willibald-Gymnasium, Eichstätt mit Landschaftsarchitekt Gerhart Teutsch, Lichtplaner Walter Bamberger und Ingenieur Reinhard Martinka 1979–1982: Kreiskrankenhaus Eichstätt mit Schuster-Pechtold und Lichtplaner Walter Bamberger 1987–1988: Gemeindestützpunkt, Unterhaching 1985–1986: Ökumenisches Kirchenzentrum Nürnberg-Langwasser, darunter Martin-Niemöller-Kirche und St. Maximilian Kolbe 1986–1988: Rathaus Garching 1994–1999: Klinikum Schwabing Südlicher Funktionsbau mit Schuster Pechtold 1992–1993: Sprachheilschule Eichstätt mit Ingenieure Martinka + Grad 1993–2005: Schulzentrum, Poing 2004–2005: Autobahnlärmschutz, Bayreuth-Laineck (Einhausung) 2000–2008: Grundschule Alte Allee (heute: An der Schäferwiese) 1998–2004: Tiefgarage und Konferenzzentrum Bamberg an der Konzerthalle 2001–2002: Förderzentrum, Pulling 2006–2009: Fußgängerbrücke, Schramberg

Ehrungen und Preise 1979: Anerkennung – BDA-Preis Bayern für Schulzentrum, Eichstätt 1987: Architekturpreis der Stadt Nürnberg für Kirchenzentrum Nürnberg-Langwasser 1989: Anerkennung – BDA-Preis Bayern für Kirchenzentrum, Nürnberg-Langwasser 1989: Architekturpreis Beton für Kirchenzentrum, Nürnberg-Langwasser 1989: Anerkennung – Deutscher Architekturpreis für Kirchenzentrum Nürnberg-Langwasser 1995: Architekturpreis Beton für Sprachheilschule Eichstätt 2003: Fassadenpreis der Landeshauptstadt München für Büro- und Wohngebäude Pettenkoferstraße Münchner Verein Städtisches Werner-von-Siemens-Gymnasium ist Baudenkmal von Perlach

Ehemalige Mitarbeiter

Jörg HomeierBauwelt 6 I 1979

Wichtige Publikationen 1989: Heinz Isler Schalen, mit Eckehard Ramm, Karl Krämerverlag Stuttgart 1991: Dachatlas geneigte Dächer, Herausgeber und Hauptautor mit T.Finke, R.Jenisch und H.J. Oster, Institut für internationale Architekturdokumentation München. Übersetzung Italienisch 2002: Dachatlas geneigte Dächer, Neubearbeitung, Herausgeber und Hauptautor mit H.J.Oster, R. Barthel und K. Kießl, Institut für internationale Architekturdokumentation, München. Übersetzungen in Englisch, Chinesisch, Polnisch, Slowakisch, Tschechisch, Serbisch 2010: Flachdachatlas, mit K. Sedlbauer, R. Barthel und Künzel, Institut für Internationale Architekturdokumentation, München . Übersetzung Englisch

Weblinks

Nachruf der TUM Nachruf des BDA

Einzelnachweise

Kategorie:Architekt der Moderne Kategorie:Hochschullehrer (Technische Universität München) Kategorie:Architekt (München) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1937 Kategorie:Gestorben 2023 Kategorie:Mann