Shape of Water – Das Flüstern des Wassers (Originaltitel: The Shape of Water, deutsch: „Die Form des Wassers“) ist ein Spielfilm von Guillermo del Toro aus dem Jahr 2017. Die Fantasy-Romanze spielt zu Beginn der 1960er-Jahre und handelt von einer stummen Reinigungskraft (Sally Hawkins), die sich an ihrem Arbeitsplatz, einem US-amerikanischen Geheimlabor, in eine dort gefangengehaltene amphibische Kreatur (Doug Jones) verliebt.

Der Film feierte am 31. August 2017 im Rahmen der Filmfestspiele in Venedig seine Premiere und gewann dort mit dem Goldenen Löwen den Hauptpreis des Festivals. Zahlreiche weitere Auszeichnungen in der amerikanischen Filmpreissaison 2017/18 folgten, darunter vier Oscars (u. a. als bester Film und für die beste Regie), zwei Golden Globe Awards und vier Critics’ Choice Movie Awards. Die Deutschlandpremiere fand im Oktober 2017 bei den Internationalen Hofer Filmtagen statt.

Am 8. Dezember 2017 startete der Film in ausgewählten US-amerikanischen Kinos. Der Kinostart in Deutschland erfolgte am 15. Februar 2018.

Handlung Baltimore, Anfang der 1960er Jahre: Die alleinstehende Elisa lebt über einem wenig besuchten Kino in der Innenstadt. Als Kleinkind wurde sie im Wasser am Flussufer ausgesetzt und wuchs als Waise auf. Sie ist stumm und kommuniziert durch Gebärdensprache mit ihrer Umwelt. Sie geht einem Job als nächtliche Reinigungskraft im Occam Aerospace Research Center nach, einem geheimen Labor der US-Regierung. Ihre einzigen Freunde sind ihr schwuler Nachbar Giles, ein alternder Plakatkünstler und Katzenliebhaber, und ihre resolute und geschwätzige Arbeitskollegin Zelda, die für sie oft als Übersetzerin agiert.

Auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges wollen die USA im Wettstreit mit dem sowjetischen Raumfahrtprogramm so schnell wie möglich einen Menschen ins All befördern, nachdem die Sowjetunion mit Laika bereits ein Lebewesen ins All geschickt hat. Eines Tages tauchen der ehrgeizige Sicherheitschef Strickland und der Wissenschaftler Dr. Hoffstetler mit einem seltsamen Geschöpf im Labor auf. Am Amazonas haben sie ein Wesen, halb Amphibie, halb Mensch, fangen können, das dort wie ein Gott verehrt wurde und das sie nun für Experimente in einem Wassertank gefangen halten.

Eines Tages sollen Elisa und Zelda das Labor von den Blutlachen reinigen, die entstanden sind, als das Wesen Strickland zwei Finger abgebissen hat. Hier begegnet Elisa zum ersten Mal dem Amphibienmann, von dem sie von Anfang an fasziniert ist.

Elisa schleicht sich während der Arbeitszeit regelmäßig ins Labor und verbringt Zeit mit dem Gefangenen. Sie bringt ihm hartgekochte Eier zum Essen mit, spielt ihm Musik vor und unterrichtet ihn in Gebärdensprache. Währenddessen kommt das Team um Dr. Hoffstetler kaum mit seinen Forschungen voran. Strickland wird von General Hoyt unter Druck gesetzt, Ergebnisse zu liefern. Er misshandelt das Wesen daraufhin mit einem Elektroschocker. Elisa wird heimlich Zeugin des Vorfalls, was von Hoffstetler bemerkt wird, der seine Entdeckung aber für sich behält. Der jüdische Wissenschaftler, der eigentlich Dimitri heißt und fließend Russisch spricht, arbeitet heimlich für die Sowjets, die ebenfalls an Informationen über die Kreatur interessiert sind.

Trotz des Protests von Hoffstetler wird von amerikanischer Seite eine Vivisektion des Geschöpfs angeordnet, während die Russen die Tötung des Wesens mit Gift verlangen. Elisa überzeugt Giles, mit ihr das Geschöpf aus dem Labor zu schmuggeln, was dank der unerwarteten Hilfe von Hoffstetler und Zelda auch gelingt. Sie quartiert den Fischmann in ihrer Badewanne ein. Auf der Arbeit werden Elisa und Zelda wie auch alle anderen Mitarbeiter einem Verhör durch den wütenden Strickland unterzogen. Beide können ihn aber davon überzeugen, nichts mit der Entführung des Wesens zu tun zu haben. Während des Verhörs bemerkt Strickland mehrere längliche Narben auf beiden Seiten von Elisas Hals. Sie kann sich an deren Herkunft nicht erinnern, sie hatte sie bereits ihr Leben lang.

Elisa plant, den Amphibienmann, zu dem sie sich immer stärker hingezogen fühlt und mit dem sie auch Geschlechtsverkehr hat, in einigen Tagen in einem durch Regen vollgelaufenen Kanal ins Meer zu entlassen. Giles überrascht die Kreatur beim Verzehren einer seiner Katzen, stellt aber auch fest, dass das immer schwächer werdende Wesen durch Handauflegen Verletzungen heilen und selbst sein ausgefallenes Haar wieder wachsen lassen kann.

Strickland werden von General Hoyt 36 Stunden Zeit gegeben, um „das Objekt“ wiederzufinden. Er folgt Hoffstetler heimlich zu einem Treffen mit zwei sowjetischen Agenten. Strickland erschießt die Agenten und foltert den schwerverletzten Hoffstetler, bis der ihm verrät, dass die Kreatur nicht von einem russischen Einsatzkommando, sondern von Reinigungskräften befreit wurde. So begibt sich Strickland zu Zeldas Wohnung, wo ihm deren verängstigter Ehemann verrät, dass Elisa das Wesen bei sich zu Hause versteckt hält. Von Zelda telefonisch gewarnt, eilt Elisa mit Giles und ihrer geliebten Kreatur zum Kanal, wo die Freilassung stattfinden soll. Eine Kalendernotiz in Elisas Wohnung führt Strickland ebenfalls dorthin. Er schlägt Giles zu Boden und schießt das Geschöpf und Elisa nieder. Das Wesen heilt sich selbst und schlitzt Strickland die Kehle auf. Als Zelda mit der Polizei den Kanal erreicht, flüchtet es mit Elisas leblosem Körper ins Wasser, wo es Elisa wieder zum Leben erweckt. Wie sich zeigt, sind die Narben an Elisas Hals eigentlich Kiemen, mit denen sie auch unter Wasser atmen kann. Aus dem Off erzählt Giles, er hoffe, dass Elisa und die Kreatur bis an ihr Lebensende glücklich und zufrieden waren.

Produktion Stab und Besetzung Regie führte Guillermo del Toro, der gemeinsam mit Vanessa Taylor auch das Drehbuch zum Film schrieb. Del Toro kehrte mit dem Film nach Crimson Peak, Pacific Rim und Hellboy – Die goldene Armee wieder zum Fantasy-Film zurück. In einem Interview mit Collider sagte del Toro im November 2017, keines seiner Werke sei persönlicher als The Shape of Water, er sei sehr stolz auf diesen und es handele sich um seinen Lieblingsfilm: „Ich liebe ihn. Ich nenne ihn ein Märchen für unruhige Zeiten, weil er als eine Art Salbe gegen die Welt wirkt, in der wir jeden Morgen mit schlechteren Nachrichten aufwachen.“ Weiter meinte del Toro, es könne hart sein, einen Film zu kreieren und dafür zu sorgen, dass er auch gesehen wird, doch The Shape of Water verbinde sich auf wunderbare Weise mit dem Publikum, denn der Film verfüge über viel Herz.Adam Chitwood: Exclusive: Guillermo del Toro Explains Why He’s Taking a Year Off Directing. In: collider.com, 7. November 2017.Carmine Carpenito: The Shape of Water – Regisseur Guillermo del Toro war noch nie so stolz. In: blairwitch.de, 8. November 2017. mini|hochkant=1.1|Im Film Der Schrecken vom Amazonas steckte Ricou Browning im Kostüm des Kiemenmenschen Sally Hawkins übernahm die Rolle der stummen Elisa. Octavia Spencer spielt ihre beste Freundin und Arbeitskollegin Zelda und Richard Jenkins ihren Nachbarn Giles. Michael Shannon spielt Strickland, den Regierungsagenten und Sicherheitsbeauftragten des Occam Aerospace Research Centers. Michael Stuhlbarg übernahm die Rolle von Hoffstetler, einem Wissenschaftler und Infiltrator des KGB. Doug Jones, der im Film die Rolle der Kreatur übernommen hatte, war bereits in Hellboy und Hellboy – Die goldene Armee in der Rolle von Abe Sapien als Wasserwesen zu sehen, das auch optische Ähnlichkeiten mit dieser Figur aufweist,Graham Winfrey: Guillermo del Toro’s ‘The Shape of Water’ Trailer Breakdown: Sally Hawkins Befriends Doug Jones’ Man-Fish in Gorgeous Fairy Tale. In: indiewire.com, 14. Juli 2017. aber auch an den Kiemenmenschen aus dem Film Der Schrecken vom Amazonas von Jack Arnold aus dem Jahr 1954 erinnert, einer ebenfalls in Südamerika entdeckten, halb menschlichen und halb reptilen Kreatur, die man einzufangen versucht, um sie zu untersuchen.David Sexton: In: standard.co.uk, 31. August 2017. In The Shape of Water wird das Wesen auch als The Asset („Vermögenswert, Gut“), Das Objekt oder von Zelda auch einfach als Das Ding bezeichnet.Robbie Collin: The Shape of Water review: Guillermo del Toro’s beautiful blood-curdler is as timeless as a fairy tale. In: telegraph.co.uk, 31. August 2017. Del Toro gab zu, von dem Abseitigen, den Außenseitern und der Empathie, die von dem Monsterklassiker ausging, fasziniert gewesen zu sein, als er diesen zum ersten Mal sah: „Damals habe ich zum ersten Mal bemerkt, wie Kunst einen bewegen kann.“ Was ihm jedoch bei Arnolds Creature-Abenteuer fehlte, war die Liebe, und so verband er in seinem Film träumerisches Fantasy-Kino mit düsteren Elementen des Monstergenres und spickte diesen Mix mit aufrichtiger Romantik, Witz und überraschend stimmigen Musicalmomenten.

Del Toro hatte im Dezember 2011 begonnen, das Drehbuch zu schreiben. Ein Jahr später hatte er mit Setdesignern und bildenden Künstlern erste Ideen für die Kreatur und die Ausstattung gesammelt. Nach zwei Jahren Vorfinanzierung aus eigener Tasche holte del Toro 20th Century Fox ins Boot, die jedoch nicht einwilligten, dass er den Film in Schwarzweiß drehte, wie ursprünglich von ihm geplant.Guillermo del Toro im Gespräch mit Michael Pekler: „Wenn du von Liebe redest, klingst du wie ein Idiot“. In: derstandard.de, 9. Februar 2018.

Ausstattung und Kostüme Das Szenenbild schufen Paul Denham Austerberry, Jeffrey A. Melvin und Shane Vieau.Paul Sheehan und Zach Laws: 2018 Oscar Predictions: Best Production Design. In: goldderby.com, 1. August 2017. Michael Pekler vom Standard erklärt, vieles im Film erinnere an del Toros in der Zeit der Franco-Diktatur spielenden Pans Labyrinth, nur dass Fantastik und Realismus diesmal ganz eng miteinander verzahnt seien: „die Außen- mit der Unterwelt des Bunkers, das strahlende Grün des Wassers mit dem stählernen Grau des Labors, Elisas karg eingerichtete Wohnung mit dem luxuriösen Filmpalast, in den sich irgendwann das Wasser ergießt, weil dieses wie die Liebe unaufhaltsam strömt.“Michael Pekler: Oscar-Favorit „The Shape of Water“: Das Fremde unter uns. In: derstandard.de, 25. Januar 2018.