mini|Mariendom in Freising mini|Kastulusmünster in Moosburg mini|Flughafen München mini|Hopfengarten in der Hallertau mini|Topographie des Landkreisgebiets

Der Landkreis Freising liegt im Nordosten des bayerischen Regierungsbezirks Oberbayern und gehört zur Region München. Die Nähe zur bayerischen Landeshauptstadt München wie auch die sehr gute Verkehrsinfrastruktur (mit dem auf dem Landkreisgebiet gelegenen Flughafen München und der sehr guten Nahverkehrsanbindung an München als Teil des Münchner Verkehrs- und Tarifverbunds) machen den Landkreis Freising zu einem der begehrtesten und wachstumsstärksten Wirtschafts- und Wohnstandorte in Deutschland. Im aktuellen Wirtschaftskraft-Ranking der Zeitschrift Focus belegt er Platz 3 unter allen deutschen Landkreisen, nach den Nachbarlandkreisen München und Pfaffenhofen.

Geographie Lage Das Kreisgebiet umfasst im Wesentlichen zwei Landschaften: Neben dem Donau-Isar-Hügelland im Norden und in der Mitte des Landkreises, welches auch den weitaus größeren Anteil der Landkreisfläche einnimmt, finden sich im äußersten Süden und an der östlichen Landkreisgrenze noch Ausläufer der Münchener Schotterebene in Form des Freisinger und Erdinger Mooses. Als Gewässer erster Ordnung durchziehen Isar, Amper und Glonn das Landkreisgebiet. Während die Isar von Süd-West nach Nord-Ost fließt, fließen ihr Nebenfluss Amper und deren Nebenfluss Glonn in west-östlicher Richtung durch das Kreisgebiet.

Wichtige Orte Die größten Orte sind die Große Kreisstadt Freising und die Gemeinde Neufahrn, gefolgt von der Stadt Moosburg. Die älteste Stadt im Landkreis ist Moosburg, das 1331 das Stadtrecht erhielt, vor Freising (1359).

Nachbarkreise Der Landkreis grenzt im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an die Landkreise Kelheim, Landshut, Erding, München, Dachau und Pfaffenhofen an der Ilm.

Geschichte Landgerichte Das Kreisgebiet gehörte schon vor 1803 überwiegend zu Bayern und war den Landgerichten Kranzberg und Moosburg zugeordnet. Lediglich das Hochstift Freising mit der Stadt Freising und der Grafschaft Ismaning (mit Teilen auch im Landkreis München) war ein eigenes geistliches Herrschaftsgebiet, das 1802 säkularisiert und dem Kurfürstentum Bayern eingegliedert wurde. 1803 wurde dann das Landgericht Moosburg unverändert in die neue Organisation des Landes übernommen. Anfang 1804 wurde das Landgericht Kranzberg aufgelöst und das Landgericht in Freising neu errichtet. Die beiden Landgerichte Freising und Moosburg gehörten seit 1808 zum Isarkreis (ab 1838 Oberbayern).

Landrichter Karl Freiherr von Stromer (ab 1804) Maximilian von Ockl (ab 1805) Franz Bernhard Grosch (1817–1849) Karl Breidenbach (1849–1862)

Bezirksamt Am 1. Juli 1862 wurden beide Landgerichtsbezirke in administrativer Hinsicht zum Bezirksamt Freising vereinigt. Erster Bezirksamtmann wurde der vorherige Landrichter Karl Breidenbach. Die Landgerichte Freising und Moosburg bestanden als Gerichtsbehörden bis 1879 fort und wurden dann in Amtsgerichte umgewandelt.

Mit der Bildung des Bezirksamts Freising wurde Freising eine kreisunmittelbare Stadt.

Am 1. Januar 1905 wurde die Gemeinde Neustift in die Stadt Freising eingegliedert.

Am 1. Februar 1927 wurde das Bezirksamt Freising um die Gemeinde Pfrombach des Bezirksamtes Erding vergrößert.

Landkreis Am 1. Januar 1939 wurde wie sonst überall im Deutschen Reich die Bezeichnung Landkreis eingeführt. So wurde aus dem Bezirksamt der Landkreis Freising.

Am 1. April 1940 wurde Freising in den Landkreis Freising eingegliedert, doch wurde dies am 8. Februar 1946 wieder rückgängig gemacht. Im Rahmen der Gebietsreform in Bayern wurde der Landkreis am 1. Juli 1972 vergrößert. Die Stadt Freising wurde wieder in den Landkreis eingegliedert und erhielt für den Verlust der Kreisfreiheit den Status einer Großen Kreisstadt. Neu zum Landkreis kamen außerdem die Gemeinden Au in der Hallertau, Berg, Enzelhausen, Grafendorf, Grünberg, Günzenhausen, Haslach, Osseltshausen, Osterwaal, Rudertshausen und Tegernbach aus dem aufgelösten Landkreis Mainburg sowie die Gemeinde Fahrenzhausen des Landkreises Dachau.Verordnung zur Neugliederung Bayerns in Landkreise und kreisfreie Städte vom 27. Dezember 1971

Am 1. Mai 1978 wurde der Ortsteil Goldach der Gemeinde Notzing des Landkreises Erding nach Hallbergmoos im Landkreis Freising umgemeindet. Gleichzeitig gab der Landkreis die Gemeinde Bruckberg an den Landkreis Landshut ab.

Drei Gemeinden im Landkreis Freising haben insgesamt 51 % Flächenanteil an dem am 11. Mai 1992 eröffneten Flughafen München: Der Südwesten gehört zur Gemeinde Hallbergmoos, der Nordwesten mit dem Besucherpark zur Stadt Freising. Ein sehr kleiner Teil an der Nordgrenze mit rund 2,8 ha gehört zur Gemeinde Marzling.

Einwohnerstatistik Der Landkreis Freising gewann von 1988 bis 2008 über 43.000 Einwohner hinzu bzw. wuchs um ca. 35 %. Im genannten Zeitraum ist das die zweithöchste prozentuale Bevölkerungszunahme eines Landkreises in Bayern – nach dem Nachbarlandkreis Erding. Zwischen 1988 und 2018 wuchs der Landkreis von 122.369 auf 179.116 um 56.747 Einwohner bzw. um 46,4 %. mini|400x400px|Bevölkerungspyramide für den Kreis Freising (Datenquelle: Zensus 2011 Datenbank Zensus 2011, Kreis Freising, Alter und Geschlecht.) Die nachfolgenden Einwohnerzahlen beziehen sich auf den Gebietsstand vom 25. Mai 1987:

Bevölkerungsentwicklung Jahr 1840 1900 1939 1950 1961 1970 1987 1991 1995 2000 2005 2010 2015 2020 2025 Einwohner 32.763 48.212 59.250 82.737 81.374 95.153 118.518 132.536 141.022 152.307 160.655 166.375 173.225 180.313 184.399

Konfessionsstatistik Gemäß dem Zensus 2022 waren 43,5 % der Einwohner katholisch, 8,7 % evangelisch, und 47,8 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe.Bevölkerung kompakt (Gebietsstand 15.05.2022, Religion), abgerufen am 19. August 2024

Politik Kreistag

Kreistagswahl 2020 Seit der Kommunalwahl am 15. März 2020 verteilen sich die Sitze im Kreistag des Landkreises Freising wie folgt:

Kreistagswahl 2026 Alle bereits vertretenen Parteien und Wählergruppen traten bei der Kommunalwahl am 14. März 2026 erneut an. Zwei neue Wählergruppen, Freising für Alle und fresh!, scheiterten knapp an der Zulassung wegen fehlender gültiger Unterstützungsunterschriften.

Die Sitze verteilen sich wie folgt:

Wahlergebnisse (1996–2026) Parteien und Wählergemeinschaften2026 2020 2014 2008 2002 1996%Sitze % Sitze % Sitze % Sitze % Sitze % SitzeCSUChristlich-Soziale Union in Bayern28,12025,11831,52233,82444,33242,026FWFreie Wähler Bayern19,11319,91420,51424,11720,61417,811GrüneGrüne Bayern17,71222,21519,41416,91210,5710,96AfDAfD Bayern10,676,04––––––––FSMFreisinger Mitte7,869,979,87––––––SPDSPD Bayern7,357,2510,5713,4916,71220,313LinkeDie Linke3,832,622,523,42––––ÖDPÖkologisch–Demokratische Partei3,124,333,734,033,623,52FDPFDP Bayern2,422,922,114,432,822,71BPBayernpartei––––––––1,412,91gesamt100,070100,170100,070100,07099,970100,160Wahlbeteiligung60,9 %58,8 %52,8 %58,4 %60,6 %66,4 %

Ausschüsse Kreisausschuss Jugendhilfeausschuss Ausschuss für Planung, Umwelt, Tourismus, Landkreisentwicklung und Infrastruktur Ausschuss für Schule, Kultur und Sport Ausschuss für demographische und soziale Fragen Rechnungsprüfungsausschuss

Weitere Gremien Aufsichtsrat der Krankenhaus Freising GmbH Rettungszweckverband Erding Aufsichtsrat Wohnungsbau GmbH im Landkreis Freising Verbandsversammlung Sparkasse Freising Moosburg

Bezirksamtmänner/-oberamtmänner bis 1938, Landräte ab 1939 1913–1923: Rudolf Gschwendner 1924–1934: Karl Schels 1934–1945: Heinrich Heidenreich (NSDAP) 1945–1966: Philipp Held (CSU) 1966–1996: Ludwig Schrittenloher (CSU) 1996–2008: Manfred Pointner (PFW) 2008–2014: Michael Schwaiger (FW) 2014–2020: Josef Hauner (CSU) 2020–2026: Helmut Petz (FW) seit 1. Mai 2026: Susanne Hoyer (CSU)

Wappen

Wirtschaft, Infrastruktur, Wissenschaft Im Zukunftsatlas 2019 belegte der Landkreis Freising Platz 34 von 401 Landkreisen, Kommunalverbänden und kreisfreien Städten in Deutschland und zählt damit zu den Regionen mit „sehr hohen Zukunftschancen“.

Wirtschaft und Wissenschaft Die Arbeitslosenquote betrug 3,2 % im Juni 2025. Der an der Landkreisgrenze liegende Flughafen München ist ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor. Trotz einer schnell gewachsenen „Hightech-Landschaft“ hat der Landkreis Freising nach wie vor einen sehr guten Branchenmix an Mittelstandsbetrieben. Heute werden drei Viertel der Leistungskraft in Handel, Verkehr und Dienstleistung erbracht und nur noch ein Prozent in der Landwirtschaft. Darüber hinaus zählt die Region in den Bereichen Biotechnologie und Logistik zu den Spitzenstandorten in Deutschland. Auch im Kompetenzfeld Ernährung und Lebensmittelwissenschaften oder in der Informations- und Kommunikationstechnologie braucht man den Vergleich mit anderen Standorten nicht zu scheuen. Inzwischen wächst der Landkreis um etwa 2.000 Menschen jährlich. Mit einem Altersdurchschnitt von 38 Jahren hat er die jüngsten Einwohner in ganz Bayern.

Der Landkreis Freising ist der Sitz des Wissenschaftszentrum Weihenstephan für Ernährung, Landnutzung und Umwelt der Technischen Universität München. Es ist eines der weltweit renommiertesten Lehr- und Forschungszentren im Bereich der so genannten Life Sciences, indem es das komplette Spektrum der lebenswissenschaftlichen Forschung abbildet, insbesondere die Lebensmittelkette von der Pflanzen- und Tierzucht über die Agrar- und Forstwissenschaften bis zur Ernährungswissenschaft und -medizin. Rund 3.500 Studierende bereiten sich hier auf ihre Berufe mit Zukunft vor. Einmalig am Wissenschaftszentrum Weihenstephan ist die enge Vernetzung der Forschungsdisziplinen. Auch die Hochschule Weihenstephan befindet sich seit 1971 am Standort Weihenstephan und bietet zahlreiche innovative, grüne und praxisnahe Studiengänge an.

Tourismus mini|hochkant|Freisinger DomHauptportal

Der Domberg in Freising mit dem Diözesanmuseum und der Freisinger Altstadt sind Hauptattraktionen. In Moosburg an der Isar steht das Kastulusmünster.

Drei Fernradwege führen durch das Kreisgebiet: der Isar-Radweg durch den Isarauwald, der 201 km lange Ammer-Amper-Radweg durch das Ampertal und der internationale Fernradweg München-Regensburg-Prag entlang der Isar und durch das Hopfenanbaugebiet Hallertau.

Die Hallertau als größtes zusammenhängendes Hopfenanbaugebiet der Welt befindet sich zum Teil im Landkreis Freising; die Hopfenstangen prägen das Bild der Hallertau. mini|hochkant|Die Krypta des Freisinger Doms

Verkehr Der Landkreis Freising gehört seit 1988 dem Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV) an. Neben der S-Bahn München bestehen Regionalzugverbindungen sowie ein MVV‑Regionalbusnetz.

Die S‑Bahn‑Linien S1 und S8 bedienen sechs Stationen im Landkreis. In Neufahrn werden Züge der S1 geteilt und vereinigt, sodass ein Zugteil den Flughafen und ein Zugteil Freising bedient. Auf der Strecke München Hbf – Freising – Moosburg – Landshut (Bay) Hbf verkehren die SPNV-Linien RE 2 (München–Hof), RE 3 (München–Passau), RE 25 (München–Prag) sowie RB 33 (Freising–Landshut mit einzelnen Fahrten von bzw. bis München). Die Flughafenanbindung aus Ostbayern übernimmt der Überregionale Flughafenexpress (ÜFEX) RE 22 von Regensburg über Landshut, Moosburg und Freising zum Flughafen. Seit dem Fahrplan 2024 bestehen zweistündliche Durchbindungen bis Nürnberg Hbf.