mini|Ipsheim von Osten Ipsheim, Pfarrhaus|mini|250px

Ipsheim (fränkisch: IbsaElisabeth Fuchshuber: Uffenheim (= Historisches Ortsnamenbuch von Bayern, Mittelfranken. Band 6). Michael Laßleben, Kallmünz 1982, ISBN 3-7696-9927-0, S. 112. Dort nach den Regeln des Historischen Ortsnamenbuchs von Bayern folgendermaßen transkribiert: „ibsɒ“.) ist ein Markt im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim (Mittelfranken, Bayern).

Geografie mini|Kirche St. Kilian im Gemeindeteil Oberndorf Geografische Lage Die Gemeinde liegt im Oberen Aischtal, das zum Rangau gehört. Die Landschaft wird von der Burg Hoheneck dominiert, die über dem Ort liegt. Der Markt befindet sich in den Naturparks Frankenhöhe und Steigerwald. In Ipsheim herrscht der Ansbacher Dialekt als Variante des Ostfränkischen vor.

Nachbargemeinden sind von Norden beginnend im Uhrzeigersinn Neustadt an der Aisch, Dietersheim, Markt Erlbach, Bad Windsheim und Sugenheim.

Geologie Die Gemeinde befindet sich auf oberen Schichten des Mittleren Keupers, der hier hauptsächlich aus Gips besteht, zum größten Teil auf der Acrodus-Bank. Hier fanden sich Fossilien von Dinosauriern, Haien (Palachutas unguetissimus) aus dem Trias und winzigen Schnecken (Promathildia Theodori), die zum ersten Mal vom Ipsheimer Hans Thürach untersucht wurden.

Die zu Ipsheim gehörende Burg Hoheneck befindet sich auf einem Hügel nahe dem Dorf, der einen Ausläufer der Frankenhöhe darstellt.

Gemeindegliederung Es gibt elf Ortsteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):

Die Einöde Eichmühle zählt zum Gemeindeteil Ipsheim, die Einöde Oberndorfer Mühle zum Gemeindeteil Oberndorf.

Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Eichelberg, Ipsheim, Kaubenheim, Mailheim und Oberndorf. Die Gemarkung Ipsheim hat eine Fläche von 10,558 km². Sie ist in 2026 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 5211,37 m² haben.

Geschichte Vor- und Frühgeschichte Erste Hinweise auf eine menschliche Besiedelung der Region um Ipsheim stammen von Jägern, die hier während der Altsteinzeit temporäre Siedlungen errichteten: Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde beispielsweise auf einem Acker ein zwölf Zentimeter langer Dolch aus Feuerstein gefunden, dessen Alter auf 45.000 Jahre geschätzt wurde.Hermann Delp: Ipsheim in der Ur- und Vorgeschichte. In: Heinrich Schmidt (Hrsg.): Heimatbuch Markt Ipsheim. Chronik der Marktgemeinde Ipsheim oder Vergangenheit und Gegenwart der Marktgemeinde Ipsheim. Ipsheim 1973, S. 7–11, hier S. 9. Etwas jünger, auf ungefähr 40.000 Jahre, wird ein Stichel aus Hornstein eingeschätzt, der stark patiniert in dem Bergplateau südlich der Burg Hoheneck gefunden wurde. Die Spornlage des Geländes dürfte für dessen Besiedelung ausschlaggebend gewesen sein, da man von dort aus die umliegenden Täler überblicken konnte.Christian Peschek: Vor- und Frühgeschichte. In: Landkreis Neustadt a. d. Aisch – Bad Windsheim. Heimatbuch für den Landkreis. Eigenverlag, Neustadt an der Aisch/Bad Windsheim 1982, S. 315–332, hier S. 315 (Abbildung des Stichels auf S. 316). Aus der Mittelsteinzeit liegen von den Hängen um die Burg eine ganze Reihe von Funden kleiner Steinwerkzeuge vor. Nach der Sesshaftwerdung der Menschen in der Jungsteinzeit wurde in Ipsheim eine größere Siedlung errichtet, von der Werkzeuge im jüngeren bandkeramischen Stil, Pfeilspitzen, Steinbeile aus Porphyrit und ein Mahlstein gefunden wurden.Hermann Delp: Ipsheim in der Ur- und Vorgeschichte. In: Heinrich Schmidt (Hrsg.): Heimatbuch Markt Ipsheim. Chronik der Marktgemeinde Ipsheim oder Vergangenheit und Gegenwart der Marktgemeinde Ipsheim. Ipsheim 1973, S. 7–11, hier S. 9; Kommission für bayerische Landesgeschichte (Hrsg.): Fundchronik für das Jahr 2001/2002 (= Bayerische Vorgeschichtsblätter. Beiheft 17). C.H. Beck, München 2005, ISBN 3-406-13001-1, S. 205.

Auch in den folgenden Jahrhunderten der Bronzezeit und Eisenzeit dürfte die Gegend durchgehend bewohnt gewesen sein, wobei für Ipsheim selber nur eine keltische Bevölkerung ab der Latènezeit nachgewiesen werden kann. Hinzu kamen jedoch ab der Zeitwende Mitglieder verschiedener durch das Aischtal ziehender elbgermanischer Völker, die sich niederließen und in der ursprünglichen Bevölkerung aufgingen. Die genaue Lage vieler dieser Siedlungen ist nicht bekannt.

Entstehung Ipsheims Das heutige Ipsheim wurde um 600 gegründet, als Siedler aus den Stammgebieten des Frankenreiches in Richtung Osten zogen, um als zahlenmäßig geringe Oberschicht die eroberten Gebiete der Alamannen, Thüringer und Bajuwaren zu assimilieren und in das fränkische Reich zu integrieren.Theodor Diegritz: Lautgeographie des westlichen Mittelfrankens (= Schriften des Instituts für fränkische Landesforschung an der Universität Erlangen-Nürnberg. Band 14). Degener & co., Neustadt an der Aisch 1971, S. 292–308. Dies geht aus der Namensendung „-heim“ hervor, die meist an den Namen des Ortsgründers angehängt wurde. „Ipsheim“ ist also als Heim eines Ippet, Ippeto, Ipata, Ipo oder Ibet zu interpretierenElisabeth Fuchshuber: Uffenheim (= Historisches Ortsnamenbuch von Bayern, Mittelfranken. Band 6). Michael Laßleben, Kallmünz 1982, ISBN 3-7696-9927-0, S. 113 f. und geht nicht, wie gelegentlich vermutet wird, auf die in der Nähe liegenden Gipsvorkommen zurück. Bei den zahlreichen Neugründungen dieser Epoche handelte es sich zunächst jedoch meist nur um kleine Weiler, die sich zu Gauen – im Falle von Ipsheim dem Rangau – gruppierten. Für die ersten Jahrhunderte, in denen die Franken die heute nach ihnen benannte Region immer deutlicher dominierten, sind noch keine weiteren Informationen über die Entwicklung Ipsheims überliefert. Da es aber nicht in einer der zahlreichen Schenkungsurkunden dieser Zeit auftaucht, ist es wahrscheinlich direkt im Besitz des Königs geblieben.

Mit der zunehmenden Besiedelung des Windsheimer Beckens wurde Ipsheim bis zum Ende des ersten Jahrtausends von einem Weiler zu einem Haufendorf, dessen Höfe sich um eine Kirche gruppierten und nach außen eine einheitliche, schützende Front bildeten. Von hier gingen eigenständige Siedlungsbewegungen aus. So wurden wohl durch Ipsheimer Siedler das im Dreißigjährigen Krieg untergegangene Metteldorf und das heute eingemeindete Oberndorf gegründet. Die erste erhaltene schriftliche Erwähnung von Ipsheim datiert jedoch erst in das Jahr 1189, als ein „Cunradus de ippetesheim“ als Zeuge aus dem Laienstand in einer Urkunde bezüglich eines Besitzstreits des Klosters Heilsbronn genannt ist. Möglicherweise noch älter ist die Erwähnung in einem Urbarfragment des Klosters, das im 12. Jahrhundert entstanden ist.Elisabeth Fuchshuber: Uffenheim (= Historisches Ortsnamenbuch von Bayern, Mittelfranken. Band 6). Michael Laßleben, Kallmünz 1982, ISBN 3-7696-9927-0, S. 112.

Besitzgeschichte Verschiedene Indizien deuten darauf hin, dass Ipsheim im Hochmittelalter noch als Reichsdorf direkt dem König unterstellt war und durch die Reichsvogtei Nürnberg verwaltet wurde oder auch teilweise im Besitz freier Bauern war. Ab dem 13. Jahrhundert ging es jedoch schrittweise in den Besitz verschiedener Adelsfamilien über. An erster Stelle standen hierbei die Burggrafen von Nürnberg aus dem Haus Hohenzollern. Im Machtvakuum des Interregnums ergriffen sie die Souveränität über verschiedene Reichsgüter (darunter eben Ipsheim), was schließlich der neue römisch-deutsche König Rudolf von Habsburg zum Dank für seine erfolgte Wahl 1273 legalisierte. 1387 bestätigte das Hofgericht dem Burggrafen den vielleicht 1381 erfolgten Erwerb der ganzen Herrschaft Hoheneck. Bis 1792 verblieb Ipsheim unter der Verwaltung der Linie Kulmbach-Bayreuth des hohenzollernschen Hauses, das dort auch den größten Grundbesitz erwarb.

Daneben besaßen verschiedene Linien der Seckendorffs, die teilweise Dienstmannen der Hohenzollern waren, Güter in Ipsheim. Hinzu kommen als Grundbesitzer die Stadt Windsheim, die Ipsheimer Pfarrei, verschiedene Klöster, der Bischof von Würzburg und das Geschlecht von Teuerlein (das im Dienst der Seckendorffs stand und mit diesen Besitzer der Burg Hoheneck war). Der Besitz der Letzteren ging im 16. Jahrhundert an die Familie von Eltershofen über, während die Hohenzollern andere Grundbesitzer wie die Familie Seckendorf schrittweise aus Ipsheim und von der Burg Hoheneck verdrängten. Zu Beginn der Neuzeit gab es noch zwei Freihöfe in Ipsheim, die voll im Besitz der Bewohner waren oder die Privilegien wie die Abgabenfreiheit besaßen.

Entwicklung im Mittelalter Ab 1360 wurde nachweislich Weinbau im Dorf betrieben. Wann Ipsheim das Marktrecht übertragen bekam, ist umstritten. Die Überlieferung besagt, Arnold von Hoheneck habe es von Rudolf von Habsburg 1278 zum Dank für seine Tapferkeit in der Schlacht auf dem Marchfeld, in der auch Ipsheimer mitgekämpft hätten, als Lehen erhalten.700 Jahre Mkt. Ipsheim 1278–1978. Druckerei Meyer, Scheinfeld 1978, S. 25. Laut Christian Wilhelm Schirmer hat Albrecht Achilles (regierte 1440–1486) Ipsheim Marktprivilegien verliehen; der Historische Atlas von Bayern nennt die Jahreszahl 1700; im Haushalt der Gemeinde finden sich ab 1722 Einnahmen von Märkten. Sicher hat es jedoch mindestens ab 1412 einen Jahrmarkt an der Eichenmühle gegeben. Neben dem Marktrecht hat die wirtschaftliche Situation Ipsheims weiter verbessert, dass die Bewohner 1410 das Nutzungsrecht an einem Viertel des umkämpften Hohenecker Forstes, das den Seckendorffs gehörte, erhielten. Die Nutzung wurde durch Forstordnungen (beispielsweise von 1615) reguliert, sodass der Wald bis heute erhalten blieb und nie komplett abgerodet wurde.

Ipsheim wird zwar im Spätmittelalter vielfach als Heimatort von Personen oder bei Schenkungen erwähnt, Informationen zur geschichtlichen Entwicklung, beispielsweise zu den Auswirkungen der Pest, sind jedoch spärlich oder nicht vorhanden. Im Verlauf der zahlreichen Teilungen und Wiedervereinigungen des Besitzes der Hohenzollern im späten 14. und im 15. Jahrhundert gehörte Ipsheim zum „fränkischen Niederland“ mit dem Hauptort Ansbach, ging aber im Hausvertrag von 1437 an die Herrscher des „Oberlandes“ Kulmbach-Bayreuth über. Als von Bayreuth aus verwalteter Teil des Niederlandes gehörte es damit zum sogenannten „Bayreuthischen Unterland“. Mehrfach wurde Ipsheim in die Konflikte zwischen den Hohenzollern und den Freien Reichsstädten unter Nürnbergs Führung hineingezogen. Bereits 1388 wurde es wie die meisten hohenzollernschen Orte im Aischtal im Städtekrieg von Nürnberger Stadttruppen zerstört, nachdem diese die Belagerung des verbündeten Windsheims durch den verfeindeten Nürnberger Burggrafen Friedrich V. von Hohenzollern gewaltsam beendet hatten. Eine erneute Zerstörung durch Feuerlegen erfuhr Ipsheim wie 18 andere Dörfer 1449 im Ersten Markgrafenkrieg durch die Stadt Nürnberg, wodurch deren Konkurrent und Herr von Ipsheim, der Hohenzoller Albrecht Achilles, geschwächt werden sollte. Möglicherweise fand 1461, als auch die Burg Hoheneck von Bischöfen in einer Fehde mit dem Markgrafen erobert wurde, eine weitere Zerstörung statt. In den Hussitenkriegen wurde Ipsheim schließlich weiter mit Verteidigungsanlagen versehen, zu einem Angriff auf den Ort kam es jedoch nicht.Am westlichen Ortsrand befindet sich der Burgstall Ipsheim.

16. Jahrhundert