Preitenegg ist eine Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Bezirk Wolfsberg in Kärnten. mini|Preitenegg von Südosten, im Hintergrund der Zirbitzkogel
Geographie Das Gemeindegebiet liegt im oberen Lavanttal an den Hängen der Packalpe und Koralpe in überwiegend gebirgigem Gelände. Der Packsattel (), die Hebalm und die See Eben markieren auch die Grenze zur Steiermark.
Gemeindegliederung Die Gemeinde besteht aus sechs Katastralgemeinden: Katastralgemeinde Kleinpreitenegg Katastralgemeinde Oberauerling Katastralgemeinde Oberpreitenegg Katastralgemeinde Ort Katastralgemeinde Unterauerling Katastralgemeinde Unterpreitenegg
Die Gemeinde umfasst sechs Ortschaften: (in Klammern Einwohnerzahl Stand ): Kleinpreitenegg () Oberauerling () Oberpreitenegg () Preitenegg () Unterauerling () Unterpreitenegg ()
Nachbargemeinden
Zwei Nachbargemeinden liegen im Kärntner Bezirk Wolfsberg (WO) zwei weitere im Steiermarker Bezirk Voitsberg (VO):
Klima
Geschichte Die erste urkundliche Erwähnung betraf 1288 die Kirche Hl. Nikolaus. Das Patronat hatte das Bistum Lavant. Die Vogtei wurde von der Herrschaft Waldenstein ausgeübt. Eine eigene Pfarre erhielt Preitenegg erst im 15. Jahrhundert.
Türkeneinfall Kärnten war in der Zeit von 1473 bis 1529 sechsmal von Türkeneinfällen betroffen, dreimal wurde auch das Lavanttal geplündert. Als im Frühjahr 1532 Sultan Süleyman zum zweiten Mal gegen Wien zog, hatte der Kärntner Landeshauptmann Veit Welzer Vorkehrungen getroffen: Jeder zehnte Kärntner stand unter Waffen und die Koralpe war stark besetzt. Es kam zu mehreren kleinen Kämpfen, die Türken konnten aber zurückgedrängt werden. Am Packsattel jedoch brach eine Schar von 600 Türken ein und erreichte über Auerling reitend St. Leonhard und kam bis knapp vor Hüttenberg, bevor sie von Veit Welzer gestellt und zur Flucht gezwungen wurden.
Pest Anfang 1680, als die Pest in Hirschegg und Edelschrott wütete, wurden Sicherheitsvorkehrungen in Kärnten getroffen. Dennoch wurde im Mai 1680 die Seuche vom Bauer Lipp, vulgo Pötzl, in Preitenegg eingeschleppt. Da die Bevölkerung versuchte, die Krankheit zu verheimlichen, waren bereits drei Häuser betroffen und sieben Personen gestorben, als der Pestkommissär davon erfuhr. Am 2. Juni wurden die Gottesdienste in Preitenegg aufgehoben und alle Zusammenkünfte von Menschen verboten. Ein Arzt wurde bestellt, der gegen Bezahlung eine Keusche in Auerling bezog und mit mehreren Pflegerinnen die Pestkranken betreute. Die betroffenen Häuser wurden niedergebrannt, das Haus des Pötzl in ein Lazarett verwandelt und von Militärwachen umstellt. Dennoch starben in Preitenegg 77 von insgesamt 188 Einwohnern, in Auerling starben 34 Menschen.
Staatsbürgerschaft, Religion Zum Zeitpunkt der Volkszählung 2001 hatte Preitenegg 1.129 Einwohner, davon waren 99,1 % österreichische Staatsbürger. 96,9 % der Bevölkerung bekannten sich zur römisch-katholischen und 1,6 % zur evangelischen Kirche. 1,3 % der Bevölkerung war ohne religiöses Bekenntnis. Die Anzahl der Einwohner nimmt seit 1951 kontinuierlich ab. Die Gründe dafür sind eine leicht negative Geburtenbilanz und eine starke Abwanderung.
Bevölkerungsentwicklung
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Pfarrkirche Preitenegg
Katholische Pfarrkirche Preitenegg hl. Nikolaus Katholische Filialkirche Waldenstein hl. Johannes Nepomuk
Wirtschaft und Infrastruktur Von wirtschaftlicher Bedeutung sind insbesondere Forstwirtschaft, Holzverarbeitung und Sommertourismus.
Wirtschaftssektoren Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Betriebsanzahl und der Beschäftigten in den Wirtschaftssektoren: WirtschaftssektorAnzahl BetriebeErwerbstätige202120112001202120112001Land- und Forstwirtschaft 1)741121227410076Produktion146101914610054Dienstleistung1272916127134126 1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999
Berufspendler Im Jahr 2011 lebten 477 Erwerbstätige in Preitenegg. Davon arbeiteten 188 in der Gemeinde, 60 Prozent pendelten aus. mini|Blick nach Norden zur Süd Autobahn
Verkehr Die Gemeinde war immer durch den Verkehr geprägt, da sie an einem wichtigen Alpenübergang, dem Packsattel, liegt. Diese Verbindung zwischen Klagenfurt und Graz bzw. Italien und Wien/Ostmitteleuropa war bis ins 18. Jahrhundert nur ein Saumweg, dann eine einfache Fahrstraße und wurde schließlich zwischen 1930 und 1936 zur Packer Bundesstraße ausgebaut. Seit der Fertigstellung der weiter nördlich verlaufenden Süd Autobahn (A 2) in den 1980er Jahren ist der Ort Preitenegg weitgehend vom mehrspurigen Verkehr entlastet.
Politik mini|Gemeindeamt in Preitenegg Gemeinderat Der Gemeinderat besteht seit 2015 aufgrund der gesunkenen Einwohnerzahl nur mehr aus 11 Mitgliedern (zuvor 15).
Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Kärnten 1997: SPÖ 6, FPÖ 5, ÖVP 4. Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Kärnten 2003: ÖVP 7, SPÖ 6, FPÖ 2. Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Kärnten 2009: ÖVP 9, SPÖ 4, BZÖ 2. Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Kärnten 2015: ÖVP 5, SPÖ 4, FPÖ 2. Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Kärnten 2021: ÖVP 4, SPÖ 4, FPÖ 2, NLJJ 1.
Bürgermeister
1891–1902: Josef Talker vulgo Jahrer 1902–1912: Paul Bernsteiner vulgo Patterer 1912–1920: Ferdinand Gräßl vulgo Bugglbauer 1920–1933: Josef Primus vulgo Veidelbauer 1933–1938: Josef Gräßl vulgo Bugglbauer 1938–1945: Franz Maurer vulgo Konrad 1945–1950: Josef Primus vulgo Veidlbauer 1950–1954: Georg Dohr vulgo Ebenklösch 1954–1958: Johann Theuermann 1958–1962: Hans Engelmaier vulgo Maxl 1962–1970: Josef Martinz 1970–1991: Johann Münzer vulgo Walcher 1991–2003: Josef Knauder vulgo Veidelbauer 2003–2021: Franz Kogler vulgo KarlwirtORF Kärnten vom 15. März 2015: Preitenegg: Gleichstand bei Stichwahl, abgerufen am 26. März 2015ORF Kärnten vom 29. März 2015: Kogler blieb Bürgermeister von Preitenegg, abgerufen am 30. März 2015 seit 2021: Thomas Seelaus (SPÖ)
Wappen rechts|120px Im Wappen von Preitenegg spiegelt der grüne Schildgrund den land- und forstwirtschaftlichen Charakter der Gemeinde wider, der mit drei schwarzen Fäden belegte goldenen Linkspfahl symbolisiert in stilisierter Form die Autobahn, Bischofsstab und die drei Kugeln verweisen auf den Pfarrpatron St. Nikolaus.
Die Blasonierung des Gemeindewappens lautet: „In Grün ein goldener, verbreiterter, mit drei schwarzen Fäden – die beiden äußeren gemindert – belegter Linkspfahl, vorne von drei goldenen schrägrechts gestellten Kugeln und einem goldenen wachsenden Bischofsstab begleitet.“zitiert nach Wilhelm Deuer: Die Kärntner Gemeindewappen. Verlag des Kärntner Landesarchivs, Klagenfurt 2006, ISBN 3-900531-64-1, S. 220
Wappen und Fahne wurden der Gemeinde am 2. März 2004 verliehen. Die Fahne ist Gold-Grün mit eingearbeitetem Wappen.
Persönlichkeiten Im Ortsteil Oberpreitenegg befindet sich der Berghof der Familie Schell; Maria Schell (am 26. April 2005 hier verstorben) und ihr jüngerer Bruder Maximilian Schell haben hier einen Teil ihrer Kindheit verbracht, bevor sie Weltstars in den Bereichen Film und Theater wurden. Beide sind auf dem örtlichen Friedhof beigesetzt worden. Den Berghof bewohnt nun die Opernsängerin Iva Schell, die Witwe von Maximilian Schell. Maximilian Schell (1930–2014), Schauspieler, Oscarpreisträger, Regisseur und Produzent, Verleihung der Ehrenbürgerschaft 2005. Anton Kreuzer (* 14. Juni 1932 in Unterpreitenegg; † 26. Juli 2025, Klagenfurt) ist ein österreichischer Publizist.
Trivia Im November 2015 wurde ein Softwarefehler in Navigationssystemen des Herstellers Garmin bekannt, der im Forum schon im April 2015 angemerkt worden war.Garmin Forum Er führte dazu, dass den Autofahrern europaweit bei allen Verkehrsstörungen eine Ausweichroute über Preitenegg angezeigt wurde.orf.at – Navi-Fehler: Alle Wege führen nach Preitenegg. Artikel vom 20. November 2015, abgerufen am 20. November 2015. Die Anwender des Navi mussten auf die Beseitigung dieses Fehlers bis Anfang 2016 warten.Garmin Forum
Literatur Anton Kreuzer: Die Schuchzentrale, Kreuzer Buch, Klagenfurt 2006 Anton Kreuzer: Wo die Sonnentage süße Würze kochen – Das Lavanttaler Bergdorf Preitenegg. Kreuzer Buch, Klagenfurt am Wörthersee 2011 Anton Kreuzer: "Mein Leben im Rückblick" Kreuzer Buch, Klagenfurt am Wörthersee 2025
Weblinks
Gemeinde Preitenegg
Einzelnachweise
Kategorie:Ersterwähnung 1288