Valérie Favre Accola (* 26. März 1973 in Fribourg) ist eine Schweizer Politikerin (SVP). Am 14. Juni 2026 wurde sie in die Regierung des Kantons Graubünden gewählt. Sie tritt das Amt am 1. Januar 2027 an und übernimmt das Erziehungs-, Kultur- und Umweltschutzdepartement (EKUD). Seit 2018 gehört sie dem Grossen Rat an, den sie 2025/26 als Standespräsidentin präsidierte. Zudem ist sie Mitglied des Kleinen Landrats der Gemeinde Davos und dort seit 2025 Statthalterin.

Leben und Ausbildung Valérie Favre Accola ist in Davos (Kanton Graubünden) aufgewachsen. Sie studierte deutsche Literatur, germanische Philologie sowie Ethik und zeitgenössische Philosophie an der Universität Fribourg, wo sie das Lizenziat (lic. phil.) erwarb. Nach ihrem Studium war sie am Zentrum für Testentwicklung und Diagnostik (ZTD) sowie am international institute for management in telecommunications (iimt) der Universität Fribourg in verschiedenen Funktionen tätig, zuletzt als Marketingleiterin. 2002 kehrte sie nach Davos zurück.

Valérie Favre Accola ist mit dem ehemaligen Skirennfahrer Paul Accola verheiratet und Mutter von drei Kindern.

Politische Laufbahn

Gemeindepolitik in Davos Von 2017 bis 2020 war Valérie Favre Accola Mitglied des Kleinen Landrats (Exekutive) der Gemeinde Davos, wo sie das Departement Bildung und Energie leitete. 2020 kandidierte sie für das Amt des Davoser Gemeindepräsidiums (Landammann). Sie unterlag jedoch Philipp Wilhelm. 2021 übernahm sie die Geschäftsführung der Regionalentwicklung Prättigau/Davos. Bei den Gemeindewahlen 2024 gelang ihr die Rückkehr in die kommunale Regierung. Sie erzielte das beste Wahlresultat und wurde damit Statthalterin (Gemeindevizepräsidentin). In dieser Funktion sprang sie ab 2025 für den gesundheitsbedingt abwesenden Landammann Philipp Wilhelm ein und führte die Gemeinde durch eine arbeitsintensive Phase, einschliesslich des Weltwirtschaftsforums (WEF). Seit dem 1. Januar 2025 leitet sie das Departement Hochbau, Umwelt und Energie.

Kantonspolitik Seit 2018 vertritt Valérie Favre Accola den Wahlkreis Davos im Grossen Rat des Kantons Graubünden. Von 2018 bis 2024 war sie Mitglied der Kommission für Bildung und Kultur (KBK), die sie von 2022 bis 2024 präsidierte.

Im August 2024 wurde sie vom Grossen Rat zur Standesvizepräsidentin gewählt. Erstmals in der Bündner Parlamentsgeschichte stand damit eine Doppelspitze aus zwei Frauen an der Spitze des Grossen Rats.

Am 27. August 2025 wählte sie der Grosse Rat mit 108 von 109 gültigen Stimmen zur Standespräsidentin des Kantons Graubünden und damit zur höchsten Bündnerin. Als Motto für ihr Standespräsidiumsjahr wählte sie «Semper Capricorn».

Bündner Regierungsrat Am 4. Dezember 2025 nominierten die Delegierten der SVP Graubünden Favre Accola mit 170 von 223 gültigen Stimmen als Kandidatin für die Regierungswahlen vom 14. Juni 2026. Sie setzte sich dabei gegen den vom Parteivorstand vorgeschlagenen Fraktionspräsidenten Walter Grass durch, der 50 Stimmen erhielt.

Bei der Wahl vom 14. Juni 2026 erreichte Favre Accola mit 32'141 Stimmen den fünften Rang und übertraf das absolute Mehr von 25'604 Stimmen bereits im ersten Wahlgang. Die Wahlbeteiligung betrug 49,59 Prozent. Sie tritt die Nachfolge von Jon Domenic Parolini (Die Mitte) an, der wegen der Amtszeitbeschränkung nicht mehr kandidiert hatte; die vier bisherigen Regierungsmitglieder wurden bestätigt.

Mit ihrer Wahl kehrte die SVP nach 18 Jahren in die Bündner Regierung zurück. Die Partei war seit der Abspaltung der BDP im Jahr 2008 nicht mehr in der Kantonsregierung vertreten; vier Kandidaturen in diesem Zeitraum waren erfolglos geblieben.

Mit Favre Accola und Carmelia Maissen gehören der Bündner Regierung erstmals zwei Frauen gleichzeitig an.

Am 30. Juni 2026 verteilte die neugewählte Regierung die Departemente für die Amtsperiode vom 1. Januar 2027 bis zum 31. Dezember 2030. Favre Accola übernimmt das Erziehungs-, Kultur- und Umweltschutzdepartement (EKUD) von Parolini; zudem ist sie Stellvertreterin im Departement für Volkswirtschaft und Soziales.

Berufliche Tätigkeit Von 2020 bis 2024 leitete Valérie Favre Accola als Geschäftsführerin die Regionalentwicklung Prättigau/Davos, wo sie gemeinsam mit elf Gemeinden eine Standortentwicklungsstrategie erarbeitete und zahlreiche regionale Projekte lancierte.

Ehrenamtliches Engagement Valérie Favre Accola ist Präsidentin des NLB-Unihockeyvereins UHC Iron Marmots und Geschäftsführerin der Paul-Accola-Stiftung. Die 2007 gegründete gemeinnützige Stiftung fördert und unterstützt talentierte Bündner Nachwuchssportlerinnen und -sportler sowie Trainingsstützpunkte und Sportclubs in Graubünden. Jährlich vergibt die Stiftung unter anderem den Bündner Schneesport Cookie als Nachwuchsförderpreis und verteilt rund 50'000 Franken an junge Sporttalente.

Zudem ist Valérie Favre Accola Präsidentin des Nordostschweizer Jodelfests 2028 und war Co-Präsidentin des Fördervereins Freunde Davos Festival. Sie ist Vorstandsmitglied bei der Academia Raetica und weiteren Organisationen im Bereich Wirtschaft, Forschung und Bildung.

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Einzelnachweise

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