Burgstall () ist ein Gemeindeteil des Marktes Mitwitz im Landkreis Kronach (Oberfranken, Bayern).

Geographie Das Straßendorf befindet sich am westlichen Fuß des Wolfberges mit der Heunischenburg. Das Föritzbächlein, im Unterlauf Untere Föritz genannt, fließt durch den Ort. Im Westen befindet sich in einer aufgelassenen Sandgrube eine Weiherplatte. Die Bundesstraße 303 führt nach Mitwitz (3,5 km westlich) bzw. nach Gehülz (3 km östlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Kaltenbrunn zur Staatsstraße 2708 (1,8 km nördlich).

Geschichte Burgstall wurde 1142 erstmals urkundlich erwähnt, als der Bamberger Bischof Egilbert Güter mit dem Kloster Michelsberg tauschte. Dabei übergab er Güter, die nahe bei Kronach unterhalb von Lindenberg und „Burcstal“ und dem Fluss Steinach gelegen waren und erhielt ein Gut bei Niederfüllbach sowie einen Hof bei Memmelsdorf. Das hochmittelalterliche Rodungsdorf gehörte seit der Frühen Neuzeit zum Halsgericht Mitwitz.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Burgstall 17 Anwesen (1 Gut, 3 halbe Güter, 6 Sölden, 4 Tropfhäuser, 1 Haus, 2 Einödgehöfte). Das Hochgericht übte das Halsgericht Mitwitz aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft sowie die Grundherrschaft hatte die Herrschaft Mitwitz inne.H. Demattio: Kronach – Der Altlandkreis, S. 466.

Infolge des Reichsdeputationshauptschlusses kam Burgstall im Jahr 1806 zum Kurfürstentum Bayern. Mit dem Gemeindeedikt wurde Burgstall dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Mitwitz zugewiesen. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt 1818 entstand die Ruralgemeinde Mitwitz, der auch Burgstall angehörte. Seit 1856 war Burgstall eine Ruralgemeinde, zu der Rotschreuth und Wolfsberg gehörten. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Kronach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Kronach (1919 in Finanzamt Kronach umbenannt). Ab 1862 gehörte Burgstall zum Bezirksamt Kronach (1939 in Landkreis Kronach umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Kronach (1879 in das Amtsgericht Kronach umgewandelt).H. Demattio: Kronach – Der Altlandkreis, S. 577. Die Gemeinde hatte eine Fläche von 3,827 km². Am 1. Januar 1972 wurde die Gemeinde Burgstall im Zuge der Gebietsreform in Bayern aufgelöst. Burgstall und Wolfsberg wurden nach Mitwitz eingegliedert, während Rotschreuth nach Gehülz eingegliedert wurde.

Baudenkmäler 26 Grenzsteine

Haus Nr. 8 (ursprüngliche Hausnummerierung): Zugehöriger Stall aus Sandsteinquadern, am Türsturz bezeichnet mit „JZBH JNGM · 1835“. Der zugehörige Stadel mit einem Einbau aus Sandsteinquadern ist am Türsturz bezeichnet mit „JZ.BH.JNG.M.1839“.T. Breuer: Landkreis Kronach, S. 32. Das Haus listete Tilmann Breuer in dem Buch Landkreis Kronach von 1964 als Kunstdenkmal auf. Es wird in der Denkmalschutzliste nicht geführt, da es entweder nicht aufgenommen, abgerissen oder stark verändert wurde.

Einwohnerentwicklung Gemeinde Burgstall Jahr 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 147 168 178 184 175 167 158 160 156 172 180 184 176 146 147 218 213 208 160 167HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 26 27 27 28 30 31 34 Quelle Für Rotschreuth s. bei Gehülz, S. 158.

Ort Burgstall Jahr 1813 1818 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987Einwohner 84 78 104 130 108 97 119 168 122 127 113Häuser 17 15 18 18 21 23 25 35Quelle

Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und nach St. Jakob (Mitwitz) gepfarrt. Die katholische Minderheit war in die Schlosskuratie in Mitwitz gepfarrt.

Die zuständige evangelische Bekenntnisschule befand sich in Mitwitz. Seit ab 1912 gehörte sie zum Schulsprengel Kaltenbrunn.

Literatur

Otmar Wagner: 850 Jahre Burgstall: 1142–1992: Beiträge zur Ortsgeschichte, Mitwitz-Burgstall, Mitwitz 1992, .

Weblinks

Einzelnachweise Rudolf Pfadenhauer und Heinz Köhler: 750 Jahre Mitwitz, Dokumentation zur Geschichte von Mitwitz und Neundorf. Markt Mitwitz 2016, S. 20. Rudolf Pfadenhauer und Heinz Köhler: 750 Jahre Mitwitz, Dokumentation zur Geschichte von Mitwitz und Neundorf. Markt Mitwitz 2016, S. 136. Otmar Wagner: 850 Jahre Burgstall: 1142-1992: Beiträge zur Ortsgeschichte, Mitwitz-Burgstall, Mitwitz 1992, S. 80. Otmar Wagner: 850 Jahre Burgstall: 1142-1992: Beiträge zur Ortsgeschichte, Mitwitz-Burgstall, Mitwitz 1992, S. 90.

Kategorie:Geographie (Mitwitz) Kategorie:Ort im Landkreis Kronach Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Kronach) Kategorie:Ersterwähnung 1142 Kategorie:Gemeindegründung 1856 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971