Elazığ () ist eine Provinz (İl) im Osten der Türkei. Östlich davon liegt Bingöl, im Norden Tunceli (kurdisch Dersim), im Westen Malatya und im Süden Diyarbakır. Die Provinz, ursprünglich nach Sultan Abdülaziz Mamuretül-Aziz, ursprünglich verkürzt und umgangssprachlich, später auch amtlich al-Aziz bzw. Elâzığ genannt, gab auch der Hauptstadt Elazığ ihren Namen.
Geographie Elazığ liegt auf einer Höhe von 1060 Metern. 826 km² der Provinz sind Wasserflächen, da in Elazığ viele Stauseen liegen. Die größten Stauseen sind der Keban- und der Karakaya-Stausee am Flusslauf des Euphrats, der Kralkızı-Stausee am Flusslauf des Tigris und der Özlüce-Stausee am Flusslauf des Peri. Es gibt auch natürliche Seen wie den Hazar-See mit 86 km².
Verwaltungsgliederung Einige Orte/Kreise der Provinz haben kurdische Namen: Alacakaya – Guleman Karakoçan – Depe (Zazaisch: Qeze) Kovancılar – Macîran Palu – Palo Sivrice – Xox
Die Provinz Elazığ gliedert sich in elf Landkreise: Kreis-code Landkreis(İlçe) Fläche(km²) Bevölkerung (2020) Anzahl der Einheiten Bevölke-rungs-dichte(Ew./km²) städt.Anteil(in %) SexRatio Grün-dungs-datum, Landkreis(İlçe) Verwal-tungssitz(Merkez) Gemein-den(Belediye) Stadt-viertel(Mah.) Dörfer(Köy)1110Ağın2422.5561.580141610,661,82102419541873Alacakaya3186.0762.500161019,141,1591919901762Arıcak35414.3023.3624231040,473,3594819871173Baskil1.31812.5084.48216609,535,8398919261438Karakoçan1.04928.43414.625298827,158,82100019361455Keban6416.5464.216143010,264,4110331820Kovancılar96039.79325.1341137641,463,16100819871506Maden81910.3293.980123812,638,539731298Merkez Elâzığ2.243440.513381.995564135196,492,7910271566Palu73018.7549.5092143725,760,229531631Sivrice7108.1493.837175011,547,0910211936 PROVINZ 23 Elazığ9.383587.9602015255062,783,851017
Bevölkerung Die Bevölkerung besteht überwiegend aus Türken und Kurden. Die Aleviten bilden eine religiöse Minderheit. Zwischen Sunniten und Aleviten kam es in den 1970er-Jahren zu gewaltsamen Auseinandersetzungen im Fastenmonat Ramadan. Bei diesen Auseinandersetzungen kamen mehr als 1000 Menschen ums Leben. Viele in Elazığ lebende Aleviten stammen teils aus der Nachbarprovinz Tunceli.
Bis zum Ersten Weltkrieg gab es zahlreiche armenische Dörfer und Gemeinden in der Provinz, weshalb sie zu den Sechs armenischen Vilâyets (Vilâyat-ı Sitte) gezählt wurde.
Ergebnisse der Bevölkerungsfortschreibung Nachfolgende Tabelle zeigt die jährliche Bevölkerungsentwicklung am Jahresende nach der Fortschreibung durch das 2007 eingeführte adressierbare Einwohnerregister (ADNKS). Zusätzlich sind die Bevölkerungswachstumsrate und das Geschlechterverhältnis (sex ratio, also Anzahl der Frauen pro 1000 Männer) aufgeführt. Der Zensus von 2011 ermittelte 559.063 Einwohner, das sind über 10.000 Einwohner weniger als zum Zensus 2000.
Jahr Bevölkerung am Jahresende Wachstums-rate der Be-völkerung(in %) Geschlechterverhältnis(Frauen auf1000 Männer) Rang(unter den 81 Provinzen) gesamt männlich weiblich 2020587.960291.461296.499−0,53101737 2019591.098293.415297.683−0,76101537 2018595.638296.641298.9972,05100837 2017583.671290.692292.9790,84100837 2016578.789287.991290.7980,78101036 2015574.304285.511288.7930,98101136 2014568.753281.583287.1700,09102037 2013568.239282.049286.1900,98101537 2012562.703279.599283.1040,74101337 2011558.556277.151281.4051,07101537 2010552.646272.500280.1460,36102837 2009550.667273.212277.4550,57101637 2008547.562271.330276.2321,16101837 2007541.258266.284274.974−103338 2000569.616364.274205.34256439
Volkszählungsergebnisse Nachfolgende Tabellen geben den bei den 14 Volkszählungen dokumentierten Einwohnerstand der Provinz Elazığ wieder. Die Werte der linken Tabelle sind E-Books (der Originaldokumente) entnommen, die Werte der rechten Tabelle entstammen der Datenabfrage des Türkischen Statistikinstituts – abrufbar über diese Webseite:Genel Nüfus Sayımları (Volkszählungsergebnisse 1965 bis 2000) JahrBevölkerungRang Provinz Türkei 1927213.77713.648.27025 1935256.18916.158.01830 1940190.36617.820.95045 1945198.08118.790.17444 1950213.33020.947.18845 1955242.91424.064.76344 1960278.33227.754.82042 JahrBevölkerungRang Provinz Türkei 1965322.72731.391.42142 1970376.91535.605.17640 1975417.92440.347.71940 1980440.80844.736.95742 1985483.71550.664.45842 1990498.22556.473.03541 2000569.61667.803.92739
Anzahl der Provinzen bezogen auf die Censusjahre:
Geschichte Die Stadt Elazığ ist verhältnismäßig jung und steht somit im Gegensatz zur langen Geschichte der Region. Spuren von Besiedlung sind um die 5000 Jahre alt.
Die Hethiter nannten diese Region Išuwa. Zwischen dem 12. und 7. Jahrhundert v. Chr. gehörte Elazığ zu Urartu. Aus dieser Zeit stammen einige Siedlungen und Bergfestungen wie etwa die Festungen von Palu und von Harput. Danach fiel Elazığ an die Meder, die Perser, die Römer, die Byzantiner und die Araber.
Nach dem Eindringen von türkischen Völkern gelangte die Region 1085 unter die türkische Dynastie der Çubukoğulları. 1234 fiel Elazığ an die Seldschuken. 1243 eroberte die mongolische Ilchane-Dynastie aus dem Iran Elazığ. 1363 herrschten die Dulkadir, 1465 die turkmenischen Aq Qoyunlu und ab 1516 die Osmanen. 1834 wurde das Zentrum der Provinz von der Stadt Harput nach Elazığ-Stadt verlagert. Ab 1864 wurde es Zentrum des neuen Vilâyets Mamuretül-Aziz. Beim Völkermord an den Armeniern 1915 wurde die armenische Bevölkerung der Provinz fast vollständig deportiert, es kam zum Massaker von Mamuretül-Aziz bei Harput. Seit 1921 ist Elazığ eine eigenständige Provinz. Bis 1937 hießen die Stadt und die Provinz Mamuret el-Azîz (Stadt, die von Aziz errichtet wurde), da die neue Stadt unter dem osmanischen Sultan Abdul-Aziz errichtet wurde.
Bildung Die Fırat Üniversitesi besteht seit 1975.
Persönlichkeiten Namık Kemal Yolga (1914–2001), Diplomat Mehmet Ağar (* 1951), Politiker Mehmet Aydın (* 1943), Philosoph, Politiker und Staatsminister Selahattin Demirtaş (* 1973), Jurist und Politiker Yusuf Harputlu (* 1981), Sänger Dursun Karataş (1952–2008), Politiker Gültan Kışanak (* 1961), kurdische Politikerin Necati Şaşmaz (* 1971), Schauspieler Nerses IV. Schnorhali (1102–1173), Kirchenführer Aysel Tuğluk (* 1965), Juristin und Politikerin Bekir İrtegün (* 1984), Fußballer Gazapizm (* 1988), Rapper
Sonstiges Harput ist die älteste Stadt in der Region. Als Festung gegründet, ist die Bedeutung der Stadt in den letzten Jahrzehnten gesunken. Der Ursprung des Namens ist nicht ganz klar. Strabon bezeichnete die Gegend als Karkathiokerta. Die Perser kannten dieses Gebiet als Ziata Castellum. Auf Arabisch wurde es Hısnıziyad genannt, da Hisn Festung bedeutet. In assyrischen Quellen hieß Harput Karpata. Die Byzantiner nannten es Kharpote und die Franken Quartapiert. Der Gelehrte und Reisende Evliya Çelebi nannte es Hasan Ziyad ülkesi („Das Land von Hasan Ziyad“). In den osmanischen Dokumenten gab es die Namen Hartabird, Harpurt oder Harpurd.
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Einzelnachweise
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