Die djo – Deutsche Jugend in Europa (djo, Abk.: „Deutsche Jugend des Ostens“) ist ein deutscher Jugendverband mit Sitz in Berlin. Themenschwerpunkte der Arbeit des Verbands sind Internationaler Jugendaustausch, Kulturelle Jugendbildung sowie Migration und Vielfalt. Seit 2000 hat er sich zu einem Dachverband für Migrant*innenjugendverbände entwickelt.

Ziele Der Verband ist ein überparteilicher und überkonfessioneller Jugendverband, mit Schwerpunkt auf kulturelle Kinder- und Jugendarbeit, mit dem Ziel der gleichberechtigten Anerkennung und Teilhabe der Migrant_innenjugendverbände und -selbstorganisationen (MJSO). Weitere Schwerpunkte sind der Einsatz für die weltweite Ächtung von Flucht und Vertreibungen und das Engagement für die sozialen, politischen und kulturellen Rechte von Migrant*innen, Flüchtlingen und Vertriebenen.

Ihre Arbeit trägt mit dazu bei, Kinder und Jugendliche darin zu unterstützen, als kritikfähige und kritisch denkende, diversitäts- und verantwortungsbewusste sowie Verantwortung übernehmende Mitmenschen an unserer Gesellschaft teilzuhaben.

Kernanliegen der djo – Deutsche Jugend in Europa sind die Stärkung der Menschenrechte, das Eintreten gegen Fluchtursachen, der Schutz des*der Einzelnen und der Einsatz für die Belange von Geflüchteten, Vertriebenen und Schutzsuchenden in aller Welt.

Aufbau Die djo – Deutsche Jugend in Europa ist der Dachverband ihrer aktuell 12 Landesverbände sowie von elf landsmannschaftlichen Bundesgruppen und Migrant*innenjugendselbstorganisationen (MJSO), die sich als djo-Bundesgruppen verstehen.

Derzeit sind folgende Bundesgruppen Mitglied in der djo – Deutsche Jugend in Europa: Amaro Drom Ayande - Jugendverband e.V. Jugendverband der Armenier in Deutschland (ARI) Assyrischer Jugendverband Mitteleuropa (AJM) Deutsche Banater Jugend- und Trachtengruppen (DBJT) Deutschbaltischer Jugend- und Studentenring (DbJuStR) Verband für interkulturelle Kinder- und Jugendarbeit (KRUGI) Kinder- und Jugendverband JunOst (JunOst) Kurdischer Kinder- und Jugendverband (KOMCIWAN) Siebenbürgisch-Sächsische Jugend in Deutschland (SJD) Sudetendeutsche Jugend – Jugend für Mitteleuropa (SdJ)

Neben den üblichen Aufgaben eines Dachverbandes ist die djo – Deutsche Jugend in Europa als ein Netzwerk zu verstehen, das eine enge Kooperation der Migrant*innenjugendselbstorganisationen untereinander sowie mit den djo-Gliederungen herstellt und fördert.

Die djo – Deutsche Jugend in Europa arbeitet unter anderem in der Gesellschaft für bedrohte Völker, der Deutschen Stiftung für UNO-Flüchtlingshilfe, in der Forschungsgesellschaft für das Weltflüchtlingsproblem (AWR), im Deutschen Bundesjugendring und in der European Folk Culture Organisation (EFCO), die unter Federführung der djo – Deutsche Jugend in Europa gegründet wurde, mit.

Geschichte Die djo – Deutsche Jugend in Europa wurde am 8. April 1951 auf Burg Ludwigstein als Deutsche Jugend des Ostens als Jugendorganisation junger Heimatvertriebener gegründet. Ziel war es, deren Eingliederung in die Nachkriegsgesellschaft zu erleichtern. Zur DJO gehörten zu dieser Zeit auch landsmannschaftliche Gruppen, die sich einem bestimmten Herkunftsgebiet in Mittel-, Ost- und Süd-Ost-Europa verbunden fühlten.Handbuch Jugendverbände, Böhmisch, Rauschenbach et al., JUVENTA, 1991, S. 969 Sie verstand sich als „völkischer Jugendbund“,Ferdl Lukas (Landesjungenschaftsführer Baden-Württemberg): Die "Deutsche Jugend des Ostens" (DJO). In: Nation Europa September 1952, Seite 65. der „den Willen und die Bereitschaft zur Wiederbesiedlung des Ostraumes in der gesamten deutschen Jugend wecken und lebendig erhalten“ wolle.

In den 1970er Jahren änderte sich der Zugang der Mitglieder zu Osteuropa. Die in der djo organisierten Kinder und Jugendlichen hatten selbst keine Flucht oder Vertreibung erfahren, sondern waren in Westdeutschland groß geworden. In diesem Zusammenhang gab sich die Deutsche Jugend des Ostens im Jahr 1974 den neuen Namen djo – Deutsche Jugend in Europa – die Buchstaben djo wurden als Zeichen für die Herkunft des Verbandes bis heute beibehalten.

1990 schlossen sich die sechs Landesverbände des Jugendbund Deutscher Regenbogen, ein 1989 in der politischen Wendezeit in der DDR gegründeter Jugendverband, der der vormaligen Blockpartei NDPD nahestand, der djo – Deutsche Jugend in Europa an.

Seit der Öffnung für Migrant*innenselbstorganisationen im Jahr 2000 auf Bundesebene hat sich die djo – Deutsche Jugend in Europa zu einem Dachverband für Migrantenjugendverbände entwickelt. Sie setzt sich für eine gleichberechtigte Anerkennung und Teilhabe der Migrantenjugendverbände und Migrant*innenselbstorganisationen ein.

Literatur Eckart Spoo: Deutsche Jugend gen Osten: Die DJO-Kaderschmiede d. Nationalismus. Pressedienst der Demokratischen Aktion, München, um 1970. Thomas Hoffmann: Potentiale von Migrantenjugendorganisationen stärker fördern und nutzen. In: Jugendpolitik 2/2007, Deutscher Bundesjugendring (Hrsg.), Berlin 2007, S. 20–22. Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration (Hrsg.): Achter Bericht über die Lage der Ausländerinnen und Ausländer in Deutschland. Deutscher Bundestag, Berlin 2010, S. 323. 8. Migrationsbericht (2,53 MB pdf) Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Hrsg.): Bundesweites Integrationsprogramm, Angebote der Integrationsförderung in Deutschland – Empfehlungen zu ihrer Weiterentwicklung. Berlin 2010, S. 139. Bundesweites Integrationsprogramm (1,5 MB pdf) Maria Klimovskikh und Thomas Hoffmann: Im Spannungsfeld der Kulturen. In: Jugendpolitik 1/2010, Deutscher Bundesjugendring (Hrsg.), Berlin 2010, S. 17–22. Förderung der Integrationsarbeit von Migrantenselbstorganisationen. Kleine Anfrage der Bundestagsfraktion der Grünen, Deutscher Bundestag, Berlin 2011 Bundesdrucksache 17/7740 (pdf) Anne-Christine Hamel: Die Deutsche Jugend des Ostens. Interessenpolitik junger Vertriebener im Spannungsfeld von Heimat, kultureller Identität und Integration. V&R unipress, Göttingen 2024, ISBN 978-3-8471-1655-4.

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