Egweil (bairisch Öwe) ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Eichstätt. Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Nassenfels.

Geografie Der Ort Egweil liegt etwa 15 Kilometer westlich von Ingolstadt, 13 Kilometer von Eichstätt und neun Kilometer von Neuburg an der Donau im Naturpark Altmühltal.

Gemeindegliederung Es gibt drei Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben): Egweil (Kirchdorf) Oberhaidmühle (Einöde) Unterhaidmühle (Einöde)

Nachbargemeinden

Geschichte Funde steinzeitlicher Geräte weisen auf eine frühe Besiedlung der Flur. An die römisch-keltische Besiedlung dieses Raumes erinnern heute noch der in der Kirchenmauer eingelassene römische Grabstein und aufgefundene Eisenschlacken aus der keltischen Epoche.

Schriftliche Urkunden zu Egweil beginnen mit dem Jahr 847. Bischof Gundekar II. weihte 1073 die Kirche in Egweil. Ein Ortsadel als Ministerialen des Eichstätter Bischofs ist von 1068 bis 1297 nachweisbar. Um 1214 gehörte Egweil einem Ritter namens Graf Heinricht von Kallentheim, geriet dann aber in den Besitz der Zisterzienserabtei Kaisheim. Der Bischof von Eichstätt verlieh dem Kloster 1219 das Patronatsrecht über die Pfarrei Egweil, und seit 1239 stand dem Kloster der Zehent zu. Die enge Verbundenheit Egweils mit dem Kloster Kaisheim blieb bis zur Säkularisation bestehen. Im 16. Jahrhundert wurde die Kirche neu gebaut. Im Dreißigjährigen Krieg kam es 1634 im Dorf zu Zerstörungen; das beschädigte Pfarrhaus wurde bereits ein Jahr später erneuert. 1646 wurde das Schulhaus neu gebaut.

Bei der Gebietsreform 1972 konnte die Gemeinde ihre Selbständigkeit wahren.

Einwohnerentwicklung Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 918 auf 1201 um 283 Einwohner bzw. um 30,8 %.

Politik Gemeinderat Der Gemeinderat besteht aus zwölf Mitgliedern und dem Ersten Bürgermeister. Bei der Gemeinderatswahl am 15. März 2020 erreichten CSU (51,1 %) und die neu angetretene Egweiler Bürgerliste (ELB) (48,9 %) jeweils sechs Sitze. Die Wahlbeteiligung lag bei 75,13 %. Bei der Wahl 2014 entfielen alle zwölf Sitze auf die CSU, die den einzigen Wahlvorschlag vorgelegt hatte.

Bürgermeister Bürgermeister ist seit dem 1. Mai 2014 Johannes Schneider von der CSU; er wurde am 15. März 2020 mit 50,51 % der Stimmen für weitere sechs Jahre im Amt bestätigt. Zweiter Bürgermeister ist in der Amtszeit 2020–2026 Thomas Heinrich, der bei der Bürgermeisterwahl knapp (49,49 %) unterlegen war.

Wappen und Flagge

Die gleichzeitig genehmigte Gemeindeflagge zeigt drei Streifen in den Farben Weiß-Blau-Gelb mit dem Gemeindewappen mittig.Eintrag zu Egweil auf der Seite kommunalflaggen.eu

Kultur und Sehenswürdigkeiten Am 21. September 2011 bildeten die acht Kommunen Dollnstein, Wellheim, Nassenfels, Egweil, Oberhausen, Burgheim, Rennertshofen und Neuburg an der Donau die ARGE Urdonautal, eine Arbeitsgemeinschaft, deren Zweck in der Förderung und Koordinierung des Tourismus im Urdonautal liegt.

Baudenkmäler mini|hochkant|Pfarrkirche St. Martin mini|Blick in die Pfarrkirche

Römischer Grabstein, in der Außenmauer der Kirche eingelassen, 48 × 70 cm, lateinischer Inschriftrest (übersetzt): „Den Manen. T. Flavius Paternius, Veteran der Ala 1 Flavia S., Bataver, hat der … Pom. (Vere)cunda, der getreuesten Gattin, die 45 Jahre gelebt hat, bei Lebzeiten (den Stein) für sich und seine Gattin machen lassen. Hier liegt sie begraben.“Rudolf Hager: Der römische Grabstein in Egweil. In: Histor. Blätter für Stadt und Landkreis Eichstätt, 32 Jg. (1983), Nr. 3, S. 10. Kath. Pfarrkirche St. Martin, 1947 bis 1950 mit Teilen des gotischen Vorgängerbaues neu gebaut. Barocke und Rokoko-Ausstattung; 4 Glocken von 1961 aus der Gießerei F. W. Schilling.Neubau der Pfarrkirche in Egweil. In: St. Willibaldsbote des Bistums Eichstätt vom 2. Januar 1949, S. 8; Kirchenkonsekration in Egweil. In: Dass. vom 10. Dezember 1950, S. 306. Alter Pfarrhof (Kirchweg 7), spätgotisch; Steilgiebelbau mit Eckerker; ausgebaut 1624–26, erneuert 1635; wiederholt umgebaut; auch nach dem Dreißigjährigen Krieg. Wappen von Kaisheim 1499. Modernes Wegkreuz, in Egweil, eine 3,8 m hohe Plastik des Eichstätter Bildhauers Alois Wünsche-Mitterecker, 1969 errichtet.Kirchenzeitung für das Bistum Eichstätt, 32. Jg. (1969), Nr. 45 vom 9. November 1969, S. 6. Unterhaidmühle (auch Gougamüh genannt) seit 1448 in Familienbesitz, an der Westseite der Mühle führt eine aus der Römerzeit stammende Brücke über die Schutter. 2011 wurde die neubarocke Fassade des denkmalgeschützten Jurahauses originalgetreu restauriert.

Bodendenkmäler

Faschingsgarde In Egweil gibt es seit 1986 eine erfolgreiche und weit über den Landkreis hinaus bekannte Garde mit dem Namen „Eggspatzen“. Diese Faschingsgesellschaft veranstaltet jedes Jahr einen großen Umzug, den viele Menschen auch von weit her besuchen.

Wirtschaft und Infrastruktur Unternehmen Schiele & Hirsch GmbH Schuhfabrik Bauunternehmen Hoch- und Tiefbau Hirsch Versicherungs-Makler-Büro Neumeier & Bröhl

Verkehr Zur Bundesstraße 16, die von Ulm über Donauwörth nach Ingolstadt führt, sind es in südlicher Richtung etwa 10 km.

Flugplatz Einen Kilometer westlich von Egweil befindet sich der Flugplatz Neuburg-Egweil, ein ziviler Sonderlandeplatz, der u. a. von der Fliegergruppe Neuburg genutzt wird.

Persönlichkeiten Nicolaus Appel oder Apel, * 1482 oder 83 in Egweil, ab 1522 Doktor der Theologie und Professor an der Universität Ingolstadt, später Prediger in Moosburg an der Isar, ein Gegner von Martin Luther, † 1545.Karl Röttel: Ein Gegner Luthers aus Egweil. In: Histor. Blätter f. Stadt und Landkreis Eichstätt 32 (1984), Nr. 3, S. 12; auch in: Ingolstädter Heimatblätter 49 (1986), S. 32. Christoph „Cico“ Beck (* 1984), als Musiker auch unter dem Projektnamen „Joasihno“ bekannt, wuchs in Egweil auf. Hans Hopfinger (* 1951), Kulturgeograph, hier geboren Joseph Renker (1933–2018), Theologe, Religionspädagoge und katholischer Geistlicher (Ehrenbürger)

Literatur Joseph Renker: Egweil – Zur Geschichte der Pfarrei und des Ortes. Mit Beiträgen von Ernst Krach und Karl Heinz Rieder. Herausgegeben von Gemeinde Egweil. MSB-Verlag, Eichstätt 2008, ISBN 978-3-9811086-2-0.

Weblinks

Gemeindeverwaltung

Matrikelbücher (ab 1636) der Pfarrei St. Martin Egweil Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Eichstätt Kategorie:Ersterwähnung 847

Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)