Wörnitz ist eine Gemeinde im Landkreis Ansbach in Mittelfranken und zählt zur Metropolregion Nürnberg. Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Schillingsfürst.

Geografie Geografische Lage Wörnitz liegt im Naturpark Frankenhöhe; durch das Gemeindegebiet fließt die Wörnitz.

Nachbargemeinden Die Nachbargemeinden sind (im Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Diebach Schillingsfürst Dombühl Feuchtwangen Schnelldorf Wettringen

Gemeindegliederung Die Gemeinde hat 17 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):

Felsenkeller, Kleinmühlen, Morrieden und Sandmühle sind keine amtlich benannten Gemeindeteile.

Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Erzberg und Wörnitz. Die Gemarkung Wörnitz hat eine Fläche von 16,494 km². Sie ist in 1748 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 9436,09 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteile Bösennördlingen, Bottenweiler, Ebertsmühle, Mittelstetten, Mühlen, Oberwörnitz, Riedenberg, Rosenhof, Ulrichshausen, Waldhausen und Walkersdorf.

Klima

In Wörnitz beträgt die durchschnittliche Niederschlagsmenge im Jahr 800 mm.

Ortsname Der Ort wurde 1357 als „Nydern Werntzze“ erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname leitet sich vom gleichnamigen, die Gemeinde durchfließenden Fluss Wörnitz ab.W.-A. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen, S. 247.

Geschichte Bis zur Gemeindegründung Der Hauptort Wörnitz liegt an der Kreuzung ehemals bedeutender Heerstraßen und wurde im Mittelalter und in der frühen Neuzeit mehrmals zerstört. Eine alte Siedlung auf der heutigen Flur Brambach soll 1388 vollständig niedergebrannt worden sein. Im Jahre 1449 wurden Teile des Ämtleins Wörnitz erneut verwüstet. Im Dreißigjährigen Krieg wurde der Ort ab 1632 mehrmals zerstört. Dichtem Nebel, der das Dorf für kaiserliche und kroatische Truppen (wegen ihrer bunten Uniformen Türken genannt) nicht sichtbar machte, ist die Verschonung des Ortes vor einer weiteren Zerstörung zu verdanken. Seitdem findet in Wörnitz morgens um acht Uhr das so genannte Türkenläuten statt.

Mit dem Gemeindeedikt (frühes 19. Jahrhundert) wurde der Steuerdistrikt Wörnitz gebildet. Zu diesem gehörten Bastenau, Bösennördlingen, Ebertsmühle, Groß- und Kleinulrichshausen, Mittelstetten, Morrieden, Oberwörnitz, Riedenberg, Rosenhof, Sandmühle und Unterwörnitz. Wenig später entstand die Ruralgemeinde Wettringen, die – mit Ausnahme von Bastenau – deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt war zuzüglich Walkersdorf. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Rothenburg und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Rothenburg ob der Tauber zugeordnet (1919 in Finanzamt Rothenburg ob der Tauber umbenannt). Ab 1858 gehörte Wörnitz zum Landgericht Schillingsfürst und ab 1862 zum Bezirksamt Rothenburg ob der Tauber (1939 in Landkreis Rothenburg ob der Tauber umbenannt). In der Gerichtsbarkeit blieb das Landgericht Schillingsfürst zuständig (1879 in Amtsgericht Schillingsfürst umbenannt), von 1928 bis 1973 war es das Amtsgericht Rothenburg ob der Tauber. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 11,506 km².

Industrie und Gewerbe sowie der Bau der beiden Bundesautobahnen A 6 und A 7 veränderten das Gesicht der Gemeinde. Der Ortskern wurde 1990 umfassend saniert. Dabei wurde auf dem Dorfplatz vor der Dorfkirche St. Martin eine große Plastik aufgestellt, die an die mehrmalige Zerstörung des Ortes und die Verschonung von den „Türken“ erinnert.Friedrich Ringler (Präsident der Flurbereinigungsdirektion Ansbach): Ein Wegzeichen der Ländlichen Neuordnung durch Flurbereinigung und Dorferneuerung in Wörnitz

Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurden am 1. November 1971 die Gemeinden Bottenweiler und Erzberg nach Wörnitz eingegliedert.

Einwohnerentwicklung Im Zeitraum 1988 bis 2018 stieg die Einwohnerzahl von 1149 auf 1806 um 657 Einwohner bzw. um 57,2 % – der höchste prozentuale Zuwachs im Landkreis Ansbach im genannten Zeitraum.

Gemeinde Wörnitz Jahr 1818 1840 1852 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1961 1970 1987 1995 2005 2015Einwohner 484 574 568 569 528 522 529 551 541 544 544 515 540 538 531 522 500 480 637 655 531 585 1138 1528 1640 1772HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 2015 als Wohngebäude. 92 105 106 112 113 115 115 109 120 309 466Quelle Für die Gemeinde (Unter-)Wörnitz zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Bösennördlingen (S. 11), Ebertsmühle (S. 20), Großulrichshausen (S. 33), Kleinulrichshausen (S. 49), Mittelstetten (S. 60), Mörrieden (S. 60), Oberwörnitz (S. 69), Riedenberg (S. 76), Rosenhof (S. 77), Sandmühle (S. 80) und Walkersdorf (S. 99). Laut Historischem Gemeindeverzeichnis hatte die Gemeinde 572 Einwohner.

Ort (Unter-)Wörnitz Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987Einwohner 137 159 153 133 165 147 173 255 178 215 456Häuser 27 34 35 38 42 41 44 128Quelle

Politik Gemeinderat Nach der letzten Kommunalwahl am 15. März 2020 hat der Gemeinderat weiterhin zwölf Mitglieder, die alle zur Fraktion Freie Wählergemeinschaft Wörnitz, nicht zu verwechseln mit der Partei Freie Wähler, gehören. Weiteres Mitglied und Vorsitzende des Gemeinderates ist die Bürgermeisterin.

Bürgermeisterin Erste Bürgermeisterin ist seit 1. Mai 2020 Friederike Sonnemann (Allgemeine Unabhängige Bürger). Sie war einzige Kandidatin und wurde am 15. März 2020 bei einer Wahlbeteiligung von 53,92 % mit 86,69 % der Stimmen gewählt.

Wappen und Flagge Wappen

Flagge Die Gemeindeflagge ist rot-weiß-grün.

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Dorfplatz in Wörnitz mit Dorfkirche St. Martin und Gerichtslinde Bauwerke In der Ortsmitte von Wörnitz befindet sich die Dorfkirche St. Martin. Auf dem Dorfplatz davor steht eine alte Gerichtslinde. Eine Plastik erinnert an die Verschonung des Ortes im Dreißigjährigen Krieg, die Flurbereinigung 1977 und die Dorferneuerung 1990.

Baudenkmäler

Bodendenkmäler

Regelmäßige Veranstaltungen Alle zwei Jahre findet im September Süddeutschlands größtes Nutzfahrzeug-Oldtimertreffen statt. Beim 11. Treffen des Jahres 2009 waren rund 300 Fahrzeuge aus ganz Deutschland und dem europäischen Ausland vertreten.

Die Kirchweihe der St.-Martin-Kirche Wörnitz wird mitsamt den Feierlichkeiten, bestehend aus einem Festgottesdienst, Unterhaltungsprogramm, sowie mehreren kulturellen und kulinarischen Angeboten der ansässigen Vereine, jährlich an einem Wochenende im Oktober (meist zwischen dem 21. und dem 24.) in der Ortsmitte am Georg-Ehnes-Platz veranstaltet.

Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft Das wirtschaftliche Leben wird geprägt durch rund 60 Betriebe, die z. Zt. rund 800 Mitarbeiter beschäftigen und zum Teil international tätig sind, sowie von vielerlei Handwerksbetrieben.

Durch die Ansiedlung von Gewerbebetrieben und durch die Ausweisung von Wohnbaugebieten in reizvoller ländlicher Lage hat sich die Gemeinde von einer rein landwirtschaftlich strukturierten Gemeinde zu einer modernen Industriegemeinde gewandelt. Die frühe Erschließung des Ortes Wörnitz mit Fernwasser und Erdgas waren mit Voraussetzung, investitionsbereiten Unternehmen einen möglichen Standort anzubieten. Die nötigen Flächen, in günstiger Lage und zu vertretbaren Preisen, fanden das Interesse expandierender Betriebe.

Wörnitz ist Mitglied im Tourismusverband Romantisches Franken.

Branchenstruktur alle IHK-Mitgliedsunternehmen (2019)Industrie73Einzelhandel31Großhandel17Verkehr und Logistik8Gastgewerber10Dienstleistungen für Unternehmen32Dienstleistungen für Personen39

Verkehr Die Staatsstraße 2419, die Teil der Romantischen Straße ist, führt zur Anschlussstelle 109 der Bundesautobahn 7 (1,2 km nordwestlich) bzw. an Mittelstetten vorbei zur Anschlussstelle 49 der Bundesautobahn 6 (4,5 km südöstlich). Die Kreisstraße AN 5 führt über Oberwörnitz zur St 2246 (1,3 km nördlich) bzw. nach Bösennördlingen (1,2 km südwestlich). Die Kreisstraße AN 16 führt nach Bastenau (2,2 km südwestlich). Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Bersbronn (0,8 km nordöstlich), nach Ulrichshausen zur Kreisstraße AN 4 (1,4 km südlich) und an der Sandmühle vorbei nach Mittelstetten (1,7 km südöstlich).

Der Ort hatte einen Haltepunkt an der 1971 stillgelegten Bahnstrecke Steinach bei Rothenburg–Dombühl.

Durch Wörnitz führt der "Radschmetterling", ein überregionales Netz an ausgeschilderten Fahrradrundtouren.

Persönlichkeiten Georg Ehnes (1920–1991), ehemaliger Landtags- und Bundestagsabgeordneter der CSU, stammt aus Mittelstetten.

Literatur

Weblinks

Gemeinde Wörnitz

Fußnoten

Kategorie:Ersterwähnung 1357 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)

Kategorie:Ort an der Wörnitz Kategorie:Gemarkung im Landkreis Ansbach