mini|300px|Buch am Wald, Luftaufnahme (2016)
Buch am Wald (amtlich: Buch a.Wald) ist eine Gemeinde im mittelfränkischen Landkreis Ansbach sowie Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Schillingsfürst und zählt zur Metropolregion Nürnberg.
Geographie Geographische Lage Die Gemeinde liegt im Naturpark Frankenhöhe. Nachbargemeinden sind (im Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Geslau, Leutershausen, Schillingsfürst und Gebsattel.
Gemeindegliederung Es gibt zwölf Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):
Die vier Einöden Birkenmühle, Kleinmühle, Obermühle und Rufenmühle sind keine amtlich benannten Gemeindeteile.
Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Buch am Wald, Gastenfelden und Hagenau. Die Gemarkung Buch am Wald hat eine Fläche von 6,495 km². Sie ist in 906 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 7168,52 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Kleinmühle und Obermühle.
Geschichte Der erste sichere Beleg für den Ort stammt aus dem Jahr 1335. Hier wird der Ort „Buch“ genannt. Der Ortsname leitet sich von einem Flurnamen ab, der auf einen zu dieser Zeit existierenden Buchenwald hingewiesen hat. Belege aus den Jahren 1255 und 1261 können nicht sicher diesem Ort zugewiesen werden. Seit 1761 ist die heutige Form „Buch am Wald“ belegt.W.-A. von Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen, S. 42.
Im 16-Punkte-Bericht des brandenburg-ansbachischen Oberamts Colmberg von 1608 wurden für Buch am Wald 48 Mannschaften verzeichnet, die alle das Kastenamt Colmberg als Grundherrn hatten. Das Hochgericht übte das Vogtamt Colmberg aus.Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 6/1, 5v. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 703. Der Ort wurde nach dem Dreißigjährigen Krieg zur neuen Heimat von rund 80 Glaubensflüchtlingen, die ihre ober- und niederösterreichische Heimat wegen ihres evangelischen Bekenntnisses hatten verlassen müssen.E. Krauß: Exulanten im Evang.-Luth. Dekanat Leutershausen, S. 46–48. Im 16-Punkte-Bericht des Oberamts Colmberg von 1681 wurden für Buch am Wald 49 Mannschaften verzeichnet.Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 6/2, 9. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 706.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Buch am Wald 60 Anwesen (2 halbe Schafhöfe, 4 Güter, 1 Schmiedgut, 13 Köblergüter, 11 Söldengütlein, 20 halbe Köblergüter, 1 Wirts-Köblergut, 1 Köblergut mit Backrecht, 1 Söldengütlein mit Backrecht, 1 Söldengütlein mit Brandwein-Schenke, 1 Söldengut mit Ziegelbrennerei, 2 Mühlen; die Abgaben eines Halbgutes mit Schmiedrecht gingen an die Pfarrpfründe Colmberg, die Abgaben des Pfarrwiddum an die Pfarrei Buch). Das Hochgericht, die Dorf- und Gemeindeherrschaft und die Grundherrschaft über alle Anwesen übte weiterhin das Vogtamt Colmberg aus. Neben den Anwesen gab es noch die Pfarrkirche und kommunale Gebäude (Schulhaus, Hirtenhaus, Brechhaus).M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 843 f. (= J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 1, Sp. 464). Hiernach gab es nur 55 Untertansfamilien.
Der Ort wurde bei Grenzbereinigungen 1796 vom Fürstentum Hohenlohe Preußen überlassen und so Teil des 1792 von Preußen erworbenen Fürstentums Ansbach. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justizamt Leutershausen und Kammeramt Colmberg.
1806 kam Buch an Wald an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1808 der Steuerdistrikt Buch am Wald gebildet, zu dem Berbersbach, Birkenmühle, Hagenau, Kleinmühle, Leimbachsmühle, Morlitzwinden, Obermühle und Rufenmühle gehörten. Die Ruralgemeinde Buch am Wald entstand 1810Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3863: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Leutershausen 1810. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 964. und war deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Leutershausen zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Colmberg. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurden zwei Ruralgemeinden gebildet: Buch am Wald mit Kleinmühle und Obermühle; Hagenau mit Berbersbach, Birkenmühle, Leimbachsmühle, Morlitzwinden und Rufenmühle. 1860 wurde der Gemeindename von Buch nach Buch am Wald geändert. Von 1862 bis 1879 gehörte Buch am Wald zum Bezirksamt Ansbach, ab 1880 zum Bezirksamt Rothenburg ob der Tauber (1939 in Landkreis Rothenburg ob der Tauber umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Leutershausen, von 1880 bis 1973 war das Amtsgericht Rothenburg ob der Tauber zuständig, das seit 1973 eine Zweigstelle des Amtsgerichts Ansbach ist. Die Finanzverwaltung wurde 1880 vom Rentamt Rothenburg ob der Tauber übernommen (1919 in Finanzamt Rothenburg ob der Tauber umbenannt, seit 1973 Zweigstelle des Finanzamts Ansbach).M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 982 f. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 6,500 km².
Eingemeindungen Am 1. Januar 1974 wurden die Gemeinden Hagenau und Gastenfelden nach Buch am Wald eingemeindet.
Einwohnerentwicklung Im Zeitraum von 1988 bis 2018 stieg die Einwohnerzahl von 865 auf 1025 um 160 Einwohner bzw. um 18,5 %.
Gemeinde Buch am Wald Jahr 1987 2005 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017Einwohner 858 970 975 953 928 929 969 974 993 990 1002 1003 1011HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 2017 als Wohngebäude. 231 290 293 294 300 303 306 Quelle
Ort Buch am Wald mit Kleinmühle und Obermühle (= Gemeinde Buch am Wald bis zur Gebietsreform) Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 1987Einwohner 305 352 366 364 383 390 385 390 402 374 386 379 395 397 407 394 358 364 359 481 485 408 361 363 383Häuser 81 68 80 82 81 83 77 85 83 120Quelle Buch am Wald: 291 Einwohner, 79 Feuerstellen; Kleinmühle (S. 48): 6 E., 1 F.; Obermühle (S. 67): 8 E., 1 F. Buch am Wald: 341 Einwohner, 66 Häuser; Kleinmühle: 5 E., 1 H.; Obermühle: 6 E., 1 H. Buch am Wald: 372 Einwohner; Kleinmühle: 5 E.; Obermühle: 8 E. Buch am Wald: 372 Einwohner; 5 Kleinmühle: E.; Obermühle: 8 E. Buch am Wald: 359 Einwohner, 79 Wohngebäude; Kleinmühle: 6 E., 1 Wgb.; Obermühle: 9 E., 2 Wgb.
Politik Gemeinderat Nach der Kommunalwahl am 16. März 2014 hatte der Gemeinderat acht Mitglieder, die alle zur Fraktion Wählergruppe gehörten. Weiteres Mitglied und Vorsitzender des Gemeinderates ist der Bürgermeister.Gemeinderat/Ausschüsse. Webseite der Gemeinde Buch am Wald, abgerufen am 30. Januar 2017. Nach der Kommunalwahl am 16. März 2020 hat der Gemeinderat neben dem Bürgermeister zwölf nicht parteigebundene Mitglieder, darunter ist eine Frau.Webseite der Gemeinde Buch am Wald – Gemeinderat/Ausschüsse, abgerufen am 31. Oktober 2022
Bürgermeister Friedrich Priester (Wählergruppe Buch am Wald) ist der amtierende Bürgermeister von Buch am Wald. Er wurde im März 2014 mit 93,56 % der Stimmen im Amt bestätigt. Priester wurde am 15. März 2020 mit 92,9 % der Stimmen wiedergewählt.
Wappen und Flagge Wappen
Flagge Buch am Wald hat eine rot-gelbe Gemeindeflagge.
Baudenkmäler
Bodendenkmäler
Wirtschaft und Infrastruktur Die Gemeinde ist Mitglied im Tourismusverband Romantisches Franken.
Verkehr Die Kreisstraße AN 5 führt nach Hagenau zur Staatsstraße 2249 (1,6 km südwestlich) bzw. nach Hürbel (2,4 km nordöstlich). Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Frommetsfelden (2,7 km östlich), nach Jochsberg (4,2 km südöstlich), nach Lauterbach (1,9 km nördlich) und nach Morlitzwinden (2,4 km westlich).
Söhne und Töchter Konrad Mauderer (1830–1911), römisch-katholischer Geistlicher und Landtagsabgeordneter (Zentrumspartei) Friedrich Hessing, ab 1913 Ritter von Hessing (1838–1918), Pionier auf dem Gebiet der Orthopädietechnik
Literatur
Weblinks
Gemeinde Buch am Wald
Fußnoten
Kategorie:Ort im Landkreis Ansbach Kategorie:Geographie (Buch am Wald) Kategorie:Ersterwähnung 1335 Kategorie:Gemeindegründung 1810
Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Ansbach