Windelsbach ist eine Gemeinde im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern) und zählt zur Metropolregion Nürnberg. Sie ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Rothenburg ob der Tauber.
Geografie Geografische Lage Windelsbach liegt im nordwestlichen Naturpark Frankenhöhe. Der Gemeindesitz, das Dorf Windelsbach, ist etwa 9 Kilometer östlich von Rothenburg ob der Tauber entfernt und 22 km nordwestlich von Ansbach, dem Sitz der Kreisverwaltung. Dort vereint sich der Windelsbach mit dem Wurmbach zum Ödenbach, einem großen Zufluss der obersten Altmühl. Die Quellbäche der Altmühl selbst liegen dagegen knapp nördlich der Gemeindegrenze in der Gemeinde Burgbernheim; der noch kleine Fluss durchläuft dann beim Gemeindeteil Hornau den Hornauer Weiher sowie das übrige nordöstliche Gemeindegebiet.
Den mit höchsten Punkt erreicht die Gemeindegemarkung nordwestlich des Dorfes Windelsbach auf dem Rehbügel, einer flachen Waldkuppe über der bewaldeten Schichtstufe hinunter ins Tauberland, den mit etwa tiefsten an der Westgrenze nahe dem Dorf Nordenberg zu Füßen der Schichtstufe.
Gemeindegliederung Es gibt neun Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben) und drei Wohnplätze:
Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Burghausen, Cadolzhofen, Nordenberg, Preuntsfelden und Windelsbach. Die Gemarkung Windelsbach hat eine Fläche von 5,917 km². Sie ist in 679 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 8714,31 m² haben. In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort die Gugelmühle.
Nachbargemeinden Nachbargemeinden sind im benachbarten Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim Gallmersgarten und Burgbernheim im Norden sowie Marktbergel im Nordosten. Im heimischen Landkreis Ansbach sind es Colmberg im Osten, Geslau im Süden, Neusitz im Westen und Steinsfeld im Nordwesten.
Klima
Im Durchschnitt gibt es in Windelsbach im Jahr 637 mm Niederschlag.
Geschichte Der Ort wurde 1241 als „Binoltsbach“ erstmals urkundlich erwähnt. 1504 wurde der Ort erstmals „Windelspach“ genannt. Der Ortsname leitet sich von einem gleichlautenden Gewässernamen ab, dessen Bestimmungswort der Personenname Binolt ist.W.-A. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen, S. 245. Der Ort gehörte ursprünglich zur Herrschaft Nordenberg, die 1241 die Pfarrei Windelsbach von der Urpfarrei in Gattenhofen separierte.
Im 16-Punkte-Bericht des brandenburg-ansbachischen Oberamts Colmberg von 1608 wurden für Windelsbach 28 Mannschaften verzeichnet: 26 Anwesen unterstanden dem Kastenamt Colmberg und 2 Anwesen der Reichsstadt Rothenburg. Das Hochgericht übte das Vogtamt Colmberg aus.Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 6/1, 8v. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 705. Im 16-Punkte-Bericht des Oberamts Colmberg aus dem Jahr 1681 gab es in Windelsbach 30 Mannschaften. Die beiden neu hinzugekommenen Mannschaften hatten das Kastenamt Colmberg als Grundherrn.Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 6/2, 23. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 711.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bildete Windelsbach mit der Gugelmühle eine Realgemeinde bestehend aus 38 Anwesen. Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte das Vogtamt Colmberg aus. Grundherren waren das Kastenamt Colmberg (36 Anwesen: 2 Höfe, 1 Hof mit Tafernwirtschaft, 6 Halbhöfe, 12 Köblergüter, 1 Köblergut mit Schmiedgerechtigkeit, 2 Söldengütlein, 2 Mühlen, 1 Tafernwirtschaft, 8 Leerhäuser, 1 Leerhaus mit Backrecht) und die Reichsstadt Rothenburg (1 Köblergut, Abgaben an die Kirche Windelsbach; 1 Söldengut, Abgaben an die Pfarrei Windelsbach). Neben den Anwesen gab es noch herrschaftliche Gebäude (Forsthaus im ehemaligen, noch heute bestehenden Jagdschloss der Ansbacher Markgrafen, erbaut vom Baumeister Berwart im 16. Jahrhundert), kirchliche Gebäude (Kirche, Pfarrhaus) und kommunale Gebäude (Schulhaus, Hirtenhaus, Brechhaus).M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 928 f. Hiernach gab es nur 31 Untertansfamilien; 29 waren ansbachisch.Nach J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 6, Sp. 265 gab es nur 26 Gemeinderechte (= Untertansfamilien).
1792 wurde das Fürstentum Ansbach, und damit auch Windelsbach, von Preußen erworben. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justizamt Leutershausen und Kammeramt Colmberg.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 1016.
Mit der Rheinbundakte von 1806 kam der Ort an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1808 der Steuerdistrikt Windelsbach gebildet, zu dem Cadolzhofen und Gugelmühle gehörten. Die Ruralgemeinde Windelsbach entstand 1810Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3863: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Leutershausen 1810. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 964. und war deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Leutershausen zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Colmberg. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurden zwei Ruralgemeinden gebildet: Cadolzhofen; Windelsbach mit Gugelmühle. Ab 1862 gehörte Windelsbach zum Bezirksamt Rothenburg ob der Tauber (1939 in Landkreis Rothenburg ob der Tauber umbenannt) und zum Landgericht Rothenburg (1879 in das Amtsgericht Rothenburg ob der Tauber umgewandelt, das seit 1973 eine Zweigstelle des Amtsgerichts Ansbach ist). Die Finanzverwaltung wurde 1880 vom Rentamt Rothenburg ob der Tauber übernommen (1919–1973 Finanzamt Rothenburg ob der Tauber, seit 1973 Zweigstelle des Finanzamts Ansbach). Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 5,945 km².
Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurden am 1. Januar 1972 die Gemeinden Nordenberg und Preuntsfelden eingegliedert. Am 1. Mai 1978 kamen Burghausen und Cadolzhofen hinzu.
Einwohnerentwicklung Im Zeitraum 1988 bis 2018 stieg die Einwohnerzahl von 962 auf 1061 um 99 Einwohner bzw. um 10,3 %.
Gemeinde Windelsbach Jahr 1979 1987 1991 1995 2005 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017Einwohner 917 959 980 1016 1058 1078 1088 1088 1075 1073 1055 1051 1074 1091 1066 1060Häuser 259 307 306 311 317 318 318 323Quelle
Ort Windelsbach mit Gugelmühle (= Gemeinde Windelsbach bis zur Gebietsreform) Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 1987 2016Einwohner 222 203 288 289 309 289 305 284 291 306 309 294 303 276 278 294 278 277 260 343 349 306 231 251 251 328HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 2017 als Wohngebäude. 51 49 59 60 62 61 58 58 56 75 Quelle Für die Gemeinde Windelsbach zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Gugersmühl (S. 33). Windelsbach: 200 Einwohner, 48 Häuser; Gugersmühle: 3 E., 1 H. Laut historischem Gemeindeverzeichnis hatte die Gemeinde 300 Einwohner. Windelsbach: 299 Einwohner; Gugelmühle: 6 E. Windelsbach: 299 Einwohner, 59 Wohngebäude; Gugelmühle: 7 E., 1 Wgb. Zahlen, Fakten auf der Website windelsbach.de. Einwohnerzahl inkl. Nebenwohnsitze.
Politik Bürgermeister Erster Bürgermeister ist seit 1. Mai 2020 Werner Schuster aus Cadolzhofen. 2. Bürgermeister ist Wilfried Beck aus Nordenberg und 3. Bürgermeister Günter Schmidt aus Cadolzhofen.
Gemeinderat Der Gemeinderat hat nach der Wahl von 2020 weiterhin zwölf Mitglieder.
Wappen und Flagge Wappen
Flagge Die Gemeindeflagge ist rot-weiß-blau.
Baudenkmäler
Bodendenkmäler
Wirtschaft und Infrastruktur Windelsbach ist Mitglied im Tourismusverband Romantisches Franken.
Verkehr Nahe der westlichen Gemeindegrenze verläuft die Bundesautobahn 7 (Anschlussstelle 108 – Rothenburg ob der Tauber). Die Kreisstraße AN 8 führt nach Cadolzhofen (2,3 km südöstlich) bzw. nach Linden (2,3 km westlich). Die Kreisstraße AN 7 führt die Staatsstraße 2250 kreuzend nach Geslau (3,7 km südlich) bzw. nach Hornau (2,3 km nordöstlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt zur AN 8 bei Nordenberg (2,6 km nordwestlich).
Durch Windelsbach verlaufen die Fernwanderwege Frankenhöhe-Weg und Roter Flieger.
Literatur
Weblinks
Gemeinde Windelsbach
Fußnoten
Kategorie:Ort im Landkreis Ansbach Kategorie:Ersterwähnung 1241 Kategorie:Gemeindegründung 1810 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)
Kategorie:Gemarkung im Landkreis Ansbach