Bruckberg (fränkisch: Brugg-bärchE. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 54 f. Dort folgendermaßen transkribiert: „brugbęrch“.) ist eine Gemeinde im mittelfränkischen Landkreis Ansbach, Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Weihenzell und zählt zur Metropolregion Nürnberg.

Geografie Geografische Lage Bruckberg liegt im Rangau zwischen den Städten Nürnberg, Ansbach und Rothenburg ob der Tauber am Rande des Naturparks Frankenhöhe. Durch Bruckberg fließt der Haselbach, der bei Münchzell in die Bibert mündet.

Nachbargemeinden Die Nachbargemeinden sind:

Gemeindegliederung Es gibt fünf Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben): Bruckberg (Kirchdorf) Mittelmühle (Einöde) Neubruck (Weiler) Reckersdorf (Weiler) Wustendorf (Dorf)

Die Gemarkung Bruckberg ist deckungsgleich mit der Gemeinde Bruckberg und hat eine Fläche von 7,126 km². Die Gemarkung ist in 1197 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 6358,85 m² haben.

Geschichte mini|Bruckberger Schloss

Der Ort wurde 1263 als „Bruggeberc“ in einer Urkunde des Klosters Heilsbronn erstmals namentlich erwähnt. Der Ortsname bezieht sich auf eine Anhöhe, wo es eine Brücke über die Haslach gab.W.-A. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung, S. 42. Anders E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 54: Sie datiert die Urkunde aufs Jahr 1253.

Es gab im Ort ein gleichnamiges Adelsgeschlecht. Diesem unterstanden neben Bruckberg Güter und Zehnten in Engelhardshof, Erkenbrechtshaid, Forst, Frankendorf, Kleinhabersdorf, Kleinhaslach, Mausendorf, Meinhardswinden, Moosbach, Neukirchen, Petersaurach, Petersdorf, Reckersdorf, Stegbruck, Steinbach, Triebendorf (?), Unterrottmannsdorf und Weihenzell.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 460. Diese einflussreiche Stellung verloren die Bruckberger ab Mitte des 13. Jahrhunderts.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 461. 1398 scheint das Geschlecht der Bruckberger ohne männliche Nachkommen ausgestorben zu sein.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 463. Von 1401 bis 1453 unterstand die Herrschaft Bruckberg den Herren von Seckendorff. Infolge des Ersten Markgrafenkrieges (1449/50) fiel die Herrschaft Bruckberg an die Reichsstadt Nürnberg. Nun wurden die Nürnberger Patrizier Haller Besitzer der Herrschaft. 1504 erwarb der Nürnberger Bürger Christoph Rothan den Edelsitz Bruckberg und unterwarf sich im gleichen Jahr den Ansbacher Markgrafen. 1534 heiratete Veronika Rothan Peter von Eyb.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 465 f.

Im 16-Punkte-Bericht des Fürstentums Ansbach von 1684 wurden für Bruckberg 20 Mannschaften und zwei Mühlen verzeichnet: Fünf Anwesen unterstanden dem Hofkastenamt Ansbach und 17 Anwesen den Herren von Eyb zu Bruckberg. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Hofkastenamt Ansbach aus.Staatsarchiv Nürnberg, Ansbacher Salbuch 128, 2955. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 680.

Das Vogtamt Bruckberg übernahm 1715 die Verwaltung der Güter des Ritterguts Bruckberg, nachdem die Witwe des ursprünglich aus Biberach an der Riß stammenden Johannes Nicolaus von Löwen, Kurfürstlich Pfälzerischer und Hochfürstlicher Brandenburger-Onolzbachischer Rat, an den Markgrafen Wilhelm Friedrich von Brandenburg-Ansbach verkauft hatte.Johann Georg Lupin, Johann Heinrich von Braunendahl: Biberacher Chroniken des 17. und 18. Jhdt., S. 79, Anmerkung 159 Von Löwen hatte das Rittergut 1687 von den Herren von Eyb gekauft.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 467. Die Gerichtsbarkeit und Herrschaft wurde jedoch vom Vogtamt Flachslanden übernommen.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 468.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Bruckberg 34 Anwesen. Das Hochgericht übte das Hofkastenamt Ansbach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das brandenburg-ansbachische Vogtamt Bruckberg. Alleiniger Grundherr war das Fürstentum Ansbach (Vogtamt Bruckberg: Bräuhaus mit Schankrecht und Schafscheuer, 1 Gut, 16 Söldengüter, 5 Leerhäuser, 1 Mühlgut, 1 Schmiedsölde, 1 Tafernwirtschaft, 1 Ziegelhütte; Hofkastenamt Ansbach: 1 Gut, 1 Söldengut, 2 Leerhäuser, 1 Mühle, 1 Wirtschaftsgut). Neben den Anwesen gab es noch das Hirtenhaus als kommunales Gebäude und das Schloss als herrschaftliches Gebäude.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 842.

Im Jahr 1792 wurde das Fürstentum Ansbach – und damit auch Bruckberg – von Preußen erworben. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Ansbach. Es gab zu dieser Zeit 30 Untertansfamilien.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 1, Sp. 450. Als Teil des Fürstentums fiel Bruckberg im Vertrag von Paris (Februar 1806) durch Tausch an das Königreich Bayern.

Im Rahmen des Gemeindeediktes wurde 1808 der Steuerdistrikt Bruckberg gebildet, zu dem Bruckberg mit Bruckberger MühleWird seit 1818 nicht mehr als Gemeindeteil geführt., Forst, Kleinhabersdorf, Mittelmühle, Obermühle, Petersdorf, Reckersdorf, Reckersdorfer Mühle und Schleifmühle gehörten. Die Ruralgemeinde Bruckberg entstand im Jahr 1811Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Ansbach 1808–17. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 961. und war deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Ansbach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Ansbach (1919 in Finanzamt Ansbach umbenannt).

Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurde Kleinhabersdorf nach Kleinhaslach umgemeindet; Fessenmühle, Frankendorf und WustendorfNach K. Rosenhauer (Hrsg.): Der Landkreis Ansbach. Vergangenheit und Gegenwart, S. 11, soll Wustendorf ursprünglich zur Gemeinde Großhaslach zugehörig gewesen sein und dann am 27. August 1833 nach Bruckberg umgemeindet worden sein. Bei M. Jehle findet sich dergleichen nichts. Es wird auch durch die einschlägigen Ortsverzeichnisse nicht bestätigt. von Vestenberg nach Bruckberg umgemeindet. Im selben Jahr reichte Vestenberg ein Gesuch ein, dies rückgängig zu machen, was jedoch abgelehnt wurde.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 947. Am 13. August 1827 löste sich die neu gebildete Gemeinde Forst mit Fessenmühle, Frankendorf und Petersdorf von Bruckberg. 1837 wurde der Gemeindeteil Neubruck gegründet. Ab 1862 gehörte Bruckberg zum Bezirksamt Ansbach (1939 in Landkreis Ansbach umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb bis 1870 beim Landgericht Ansbach, von 1870 bis 1879 war das Stadt- und Landgericht Ansbach zuständig, seit 1880 ist es das Amtsgericht Ansbach.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 981.

Einwohnerentwicklung Im Zeitraum 1988 bis 2018 stieg die Einwohnerzahl von 1240 auf 1361 um 121 Einwohner bzw. um 9,8 %.

Gemeinde Bruckberg Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1961 1970 1987 2005 2015Einwohner 845 544 551 545 505 559 539 520 522 488 450 653 679 830 940 966 1031 1089 1133 1233 1499 1235 1267 1223 1360 1389HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 2015 als Wohngebäude. 109 68 91 93 91 95 107 100 108 215 285Quelle Für die Gemeinde Bruckberg zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Bruckberger Mühle mit 2 Einwohnern und 1 Feuerstelle (S. 13), Forst (S. 26), Frankendorf (S. 26), Mittelmühle mit 6 E. und 1 F. (S. 59), Obermühle mit 2 E. und 1 F. (S. 67), Petersdorf (S. 71), Reckersdorf (S. 74), Reckersdorfer Mühle mit 3 E. und 1 F. (S. 74), Schleifmühle mit 5 E. und 1 F. (S. 81) und Wustendorf (S. 106). Das Historische Gemeindeverzeichnis 1953 gibt für die Gemeinde Bruckberg 552 Einwohner an.

Ort Bruckberg Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987Einwohner 452 415 374 410 356 565 926 1333 1121 1177 1132Häuser 44 48 66 69 82 76 86 192Quelle

Politik mini|123px|Bannerflagge der Gemeinde Bruckberg mini|Brauereigasthof Dietz mini|Brauereigasthof Dorn mini|hochkant|St. Martin

Gemeinderat Nach der letzten Kommunalwahl am 15. März 2020 hat der Gemeinderat zwölf Mitglieder, die alle zur Fraktion CSU/FW gehören. Weiteres Mitglied und Vorsitzende des Gemeinderates ist die Erste Bürgermeisterin Ursula Weiß (CSU/FW). Davor war Anna Maria Wöhl Bürgermeisterin.

Wappen und Flagge

Raumordnung Von 2004 bis 2016 gehörte Bruckberg zur Kommunalen Allianz (Komm,A). Weitere Mitglieder waren Dietenhofen, Heilsbronn, Neuendettelsau, Petersaurach und Windsbach. 2016 entstand die Allianz Kernfranken durch den Zusammenschluss von Komm,A und LiSa (Lichtenau, Sachsen bei Ansbach). Kernfranken ist ein Integriertes ländliches Entwicklungskonzept.

Baudenkmäler

Im Ort Bruckberg finden sich das von 1727 bis 1730 erbaute spätbarocke Schloss Bruckberg und die 1934/35 erbaute evangelisch-lutherische Martinskirche.

Bodendenkmäler

Wirtschaft und Infrastruktur Bruckberg hat für Menschen mit geistiger Behinderung Heime und Werkstätten, die zu Diakoneo gehören. Regional bekannt ist auch die Brauerei Dorn. Bruckberg ist Mitglied im Tourismusverband Romantisches Franken.

Verkehr Die Staatsstraße 2246 führt nach Kleinhaslach (2,4 km nördlich) bzw. nach Reckersdorf (1,5 km südwestlich). Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Kleinhabersdorf (1,8 km nordwestlich) und nach Petersdorf (3,3 km westlich).

Der Markgrafen-Radweg (19,4 km) zwischen Ansbach und Münchzell führt auf Flurbereinigungs- und Sonderwegen durch das Gemeindegebiet und den Ort Bruckberg.

Durch Bruckberg verläuft der Fernwanderweg Rangau-Querweg. Etwa 500 m südlich verläuft der Fränkische Jakobsweg und die Magnificat-Route des Fränkischen Marienweg.

Personen in Verbindung mit Bruckberg Ludwig Feuerbach (1804–1872), Philosoph, lebte von 1837 bis 1860 in Bruckberg Adolf Abel (1882–1968), Architekt, lebte und starb in Bruckberg

Literatur

Weblinks

Gemeinde Bruckberg

Fußnoten

Kategorie:Ort im Landkreis Ansbach Kategorie:Fränkisches Rittergut Kategorie:Ersterwähnung 1263 Kategorie:Gemeindegründung 1811 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)

Kategorie:Gemarkung im Landkreis Ansbach