mini|Ortsmitte mit Rathaus und Kirche mini|Rathaus mit Gedenktafel an Georg Friedrich Christian Bürklein
Burk ist eine Gemeinde im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern) sowie Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Dentlein am Forst und zählt zur Metropolregion Nürnberg.
Geografie Lage Durch das überwiegend aus Waldflächen bestehende Gemeindegebiet fließt der Flinsbach, der im Norden als rechter Zufluss in die Wieseth mündet.
Nachbargemeinden Nachbargemeinden sind (im Norden beginnend im Uhrzeigersinn) Wieseth, Bechhofen, Ehingen, Langfurth und Dentlein am Forst.
Gemeindegliederung Es gibt fünf Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben): Bruck (Dorf) Burk (Pfarrdorf) Meierndorf (Dorf) Schleifmühle (Einöde) Wolfershof (Einöde)
Auf dem Gemeindegebiet befanden sich die Flinsmühle und der Schneckenhof, die nach 1900 in amtlichen Verzeichnissen nicht mehr erwähnt wurden und mittlerweile Wüstungen sind.
Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Burk und Meierndorf. Die Gemarkung Burk hat eine Fläche von 8,917 km². Sie ist in 1054 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 8459,72 m² haben. In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Schleifmühle.
Klima
Die durchschnittliche Niederschlagsmenge beträgt 723 mm im Jahr.
Geschichte Bis zur Gemeindegründung Der Ort wurde 1245 als „Burch“ erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname bedeutet Burg.W.-A. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen, S. 47.
Burk gehörte zunächst zum Hochstift Bamberg. Die Burggrafen von Nürnberg und späteren Markgrafen von Ansbach erwarben im 14. Jahrhundert die Herrschaft über das Gemeindegebiet. Der Ort lag im Fraischbezirk des ansbachischen Oberamtes Wassertrüdingen. Neben Ansbach war auch die Grafschaft Oettingen im Ort begütert. Seit 1418 wurden diese Besitzungen vom Oberamt Aufkirchen verwaltet.
1366 kaufte das Kloster Heilsbronn von Hans Lesch eine Hofstatt in Burk. In den folgenden Jahrhunderten kam es zu weiteren Erwerbungen von Gütern, Wiesen und Fischwassern. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde der Ort größtenteils abgebrannt und verödete in der Folgezeit.G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit, Bd. 2, S. 501 ff. Nach dem Krieg wurde Burk die neue Heimat zahlreicher Exulantenfamilien aus Österreich, die vor der Gegenreformation hatten flüchten müssen. Erst 1673 wurde die Kirche wieder aufgebaut.G. Stieber: Historische und topographische Nachricht von dem Fürstenthum Brandenburg-Onolzbach, S. 273.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Burk 64 Anwesen. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das ansbachische Verwalteramt Forndorf. Grundherren waren ansbachische Ämter (45 Anwesen; Verwalteramt Forndorf: 1 Tafernwirtschaft, 7 Güter, 1 Gut mit Wirtschaftsrecht, 10 Gütlein, 1 Gütlein mit Schmiederecht, 5 Sölden, 1 Haus, 1 Ziegelhütte; Verwalteramt Waizendorf: 1 Hof, 1 Höflein, 8 Güter, 1 Gut mit Wirtschaft, 1 Gut mit Schmiede, 4 halbe Güter, 2 Häuser) der Hochstift Eichstätt (19 Anwesen; Stiftskapitel Herrieden: 1 Hof, 2 Halbhöfe, 11 Güter, 1 Gut mit Wirtschafts- und Braurecht, 1 Gut mit Schankrecht, 1 Tropfhäuslein, 1 Häuslein; Kastenamt Ornbau: 1 Haus) Außerdem gab es eine Kirche, ein Pfarrhaus, ein Schulhaus und ein Gemeindehirtenhaus.T. Neumeyer: Dinkelsbühl: der ehemalige Landkreis, S. 401 f. (= J. K. Bundschuh, Bd. 1, Sp. 514). Hiernach soll es nur 59 Untertansfamilien gegeben haben, von denen 43 ansbachisch waren.
1792 kamen die ansbachischen Untertanen an das von Preußen verwaltete Ansbach-Bayreuth, 1802 schließlich auch die eichstättischen Untertanen. Von 1804 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Wassertrüdingen. Die ansbachischen Untertanen gehörten bereits 1797 zu diesen Ämtern, die eichstättischen Untertanen zunächst von 1802 bis 1804 der Justizkommission Neunstetten.T. Neumeyer: Dinkelsbühl: der ehemalige Landkreis, S. 551 f.
1806 kam Burk an das Königreich Bayern. Infolge des Gemeindeedikts wurde 1809 der Steuerdistrikt und die Ruralgemeinde Burk gebildet, zu dem bzw. zu der Bruck, Flinsmühle, Meierndorf, Schleifmühle und Wolfershof gehörten.T. Neumeyer: Dinkelsbühl: der ehemalige Landkreis, S. 534. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstanden zwei Ruralgemeinden: Burk mit Bruck, Flinzmühle und Schleifmühle Meierndorf mit Wolfershof. Die Gemeinde Meierndorf wurde 1849 wieder nach Burk eingemeindet. Etwas später wurde auf dem Gemeindegebiet der Schneckenhof errichtet. Die Gemeinde Burk war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Wassertrüdingen zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Wassertrüdingen (1919 in Finanzamt Wassertrüdingen umbenannt, 1932–1973 Finanzamt Gunzenhausen, seit 1973 Finanzamt Ansbach). Die Verwaltung übernahm 1862 das neu geschaffene Bezirksamt Dinkelsbühl (1939 in Landkreis Dinkelsbühl umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Wassertrüdingen (1879 in Amtsgericht Wassertrüdingen umbenannt), von 1956 bis 1970 war das Amtsgericht Gunzenhausen zuständig und von 1970 bis 1973 das Amtsgericht Dinkelsbühl, das seit 1973 eine Zweigstelle des Amtsgerichtes Ansbach ist. Mit der Auflösung des Landkreises Dinkelsbühl im Jahr 1972 kam Burk an den Landkreis Ansbach. Die Gemeinde Burk hatte zeitweise (etwa von 1900 bis 1960) nur eine Gebietsfläche von 11,320 km², da in diesem Zeitraum der Burker Wald ein Gemeindefreies Gebiet war.
Einwohnerentwicklung Im Zeitraum 1988 bis 2018 stieg die Einwohnerzahl von 1019 auf 1062 um 43 Einwohner bzw. um 4,2 %.
Gemeinde Burk Jahr 1818 1840 1852 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1961 1970 1987 1995 2005 2016Einwohner 628 469 652 673 654 616 641 665 651 660 668 661 660 677 660 716 796 716 865 920 893 959 1004 1267 1188 1046HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 2016 als Wohngebäude. 92 107 144 152 147 150 147 158 179 261 339Quelle Für die Gemeinde Burk zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Bruck (S. 13), Flinzmühle (S. 26) und Schleifmühle (S. 81). Laut Historischem Gemeindeverzeichnis hatte die Gemeinde 591 Einwohner. Die Angabe ist falsch, weil die zu diesem Zeitpunkt noch selbständige Gemeinde Meierndorf mit einberechnet wurde.
Ort Burk Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2020Einwohner 556 469 444 408 435 442 479 650 657 728 755 852Häuser 79 107 103 104 101 112 133 202 Quelle
Politik Gemeinderat Nach der Kommunalwahl am 15. März 2020 hat der Gemeinderat zwölf Mitglieder: Der Fraktion CSU/FWB gehören acht Mitglieder an, der Fraktion GfB vier Mitglieder. Die Wahlbeteiligung lag bei 70,0 %. Weiteres Mitglied und Vorsitzender des Gemeinderates ist der Bürgermeister.
Bürgermeister Amtierender Bürgermeister ist Georg Held (Gemeinsam für Burk). Er wurde am 15. März 2020 mit 87,1 % der Stimmen gewählt. 1876–1887: Herr Greif 1887–1899: Herr Falk 1900–1923: Heinrich Böller 1924–1925: Herr Kirsch 1925–1945: Friedrich Babel 1945–1965: Karl Babel 1965–1980: Fritz Schlötterer 1980–1996: Ernst Binder 1996–2020: Otto Beck (er verstarb während seiner Amtszeit) seit 2020: Georg Held
Wappen und Flagge Wappen
Flagge Die Gemeindeflagge ist schwarz-weiß-rot.
Baudenkmäler
Steinkreuze mini|hochkant|Steinkreuz östlich von Burk Auf dem Gemeindegebiet von Burk befinden sich neben einem Unfallkreuz auch einige historische Steinkreuze. Pfarrkreuz in Burk
Steinkreuz östlich von Burk:
Etwa 800 Meter östlich von Burk steht südlich der Staatsstraße 2220 ein Sühnekreuz. Das schlanke Sandsteinkreuz wird auch Schwedenkreuz genannt, ist etwa 110 cm × 40 cm × 25 cm groß und steht etwas versteckt nahe einer Hecke. Ein Arm ist abgebrochen und im Kreuzungsfeld befinden sich Einritzungen. Das Kreuz ist mäßig verwittert. Das vermutlich spätmittelalterliche Steinkreuz ist vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege als Baudenkmal (D-5-71-216-41) ausgewiesen.www.suehnekreuz.de, Steinkreuz bei Burk (abgerufen am 19. Dezember 2018)
Bodendenkmäler
Wirtschaft und Infrastruktur Burk ist Mitglied im Tourismusverband Romantisches Franken.
Verkehr Die Staatsstraße 2220 verläuft über Matzmannsdorf nach Dinkelsbühl zur Bundesstraße 25 (13,5 km südwestlich) bzw. über Königshofen nach Bechhofen (6,5 km nordöstlich). Die Staatsstraße 2248 verläuft nach Wieseth (3,3 km nördlich) bzw. nach Beyerberg (3 km südöstlich). Die Kreisstraße AN 52 führt nach Großohrenbronn (2,8 km westlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Meierndorf (2 km nordöstlich).
Ansässige Unternehmen Mako: Zulieferer in der Do-it-yourself-Branche
Persönlichkeiten Söhne und Töchter der Gemeinde Johann Friedrich Hunger (1800–1837), deutscher Rechtswissenschaftler und Universitätsprofessor Georg Friedrich Christian Bürklein (1813–1872), deutscher ArchitektGedenktafel an seinem Geburtshaus in Burk Dorothea Frigo (1949–2024), deutsche Bildhauerin
Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben Andreas Wolf (* 1982), deutscher Fußballspieler und Fußballtrainer
Sonstiges Örtlicher Sportverein mit den Abteilungen Fußball und Tennis ist der SV Pfeil Burk. Dort begann beispielsweise Andreas Wolf, der spätere Deutsche Jugend-Nationalspieler und Mannschaftskapitän des 1. FC Nürnberg, mit dem Fußballspielen.
Das internationale Kinderhilfswerk Christlicher Missionsdienst hat seinen Hauptsitz in Burk-Meierndorf. Außerdem befindet sich dort ein Pflegeheim.
Literatur
Weblinks
Website der Gemeinde Burk
Fußnoten
Kategorie:Ort im Landkreis Ansbach Kategorie:Ersterwähnung 1245 Kategorie:Gemeindegründung 1809
Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Ansbach