Der VfB Oldenburg (offiziell Verein für Bewegungsspiele von 1897 e. V. Oldenburg) ist ein Sportverein aus der niedersächsischen Stadt Oldenburg. Der Verein hat über 1000 Mitglieder in den Abteilungen Fußball, Tischtennis, Volleyball, Cricket, Darts, Jakkolo und einer Fan- und Förderabteilung. In früheren Zeiten bestanden auch Abteilungen für Boxen und Eishockey.

Bekannt wurde der Verein durch seine Fußballabteilung. Die erste Herrenmannschaft spielt in der viertklassigen Regionalliga Nord. Der VfB hatte sieben Jahre lang der damals erstklassigen Oberliga Nord und 24 Jahre der jeweils zweithöchsten Spielklasse angehört, davon auch fünf Jahre der 2. Bundesliga. 1988 wurde die Mannschaft Deutscher Vizemeister der Amateure, vier Jahre später verfehlte sie den Aufstieg in die Bundesliga nur um einen Punkt.

Spielstätte des VfB Oldenburg war bis 1991 das als Hölle des Nordens bekannte Donnerschwee-Stadion. Seither fungiert das städtische Marschweg-Stadion als neuer Spielort.

Geschichte Von der Gründung bis zum Zweiten Weltkrieg mini|links|Das Herbartgymnasium

Im Jahr 1897 begannen einige Oberrealschüler des heutigen Herbartgymnasiums mit dem Fußballspielen. Am 17. Oktober 1897 wurde mit dem F.C. Oldenburg der älteste Fußballverein der Stadt und die Urzelle des heutigen VfB gegründet. Spielstätte war zunächst der Exerzierplatz der Infanteriekaserne an der Kranbergstraße. Der zweite Stammverein des VfB, der Fußball Verein Germania von 1903, wurde am 29. April 1903 von Absolventen des Evangelischen Lehrerseminars gegründet. Dieser teilte sich fünf Jahre lang den Exerzierplatz mit dem F.C., ehe die Germania von der Klosterbrauerei die ehemalige Radrennbahn im heutigen Stadtteil Donnerschwee mietete und in ein Fußballstadion umwandelte. Am 18. Februar 1919 fusionierten beide Vereine zum VfB Oldenburg.

Bereits ein Jahr nach der Fusion gewann der VfB durch einen 5:0-Sieg über den FC Deutschland Wilhelmshaven die Bezirksmeisterschaft, schied aber mit einer 0:5-Niederlage gegen den Geestemünder SC in der Qualifikationsrunde der norddeutschen Meisterschaft aus. 1921 wurde der Bezirksmeistertitel erneut gewonnen und der Aufstieg in die kurzlebige Norddeutsche Liga (Westkreis) geschafft. Wiederum mit 0:5 verlor der VfB zwei Jahre später das Entscheidungsspiel um die Jadestaffelmeisterschaft gegen Werder Bremen. Die Mannschaft verschwand daraufhin im Mittelmaß der damals erstklassigen Bezirksliga Weser/Jade und geriet vor Ort in den Schatten des aufstrebenden Lokalrivalen SV Frisia. Nach der Fußball-Revolution von 1928 wurden die Ligen neu geordnet und der VfB musste in die Zweitklassigkeit. Drei Jahre später wurde der Aufstieg nur knapp verpasst.

1936 gewann der VfB mit knappem Vorsprung auf den Bremer SV die Bezirksmeisterschaft Bremens und erreichte die Aufstiegsrunde zur Gauliga Niedersachsen. Dort traf der VfB auf Wilhelmsburg 09 und den VfB Schinkel. Die drei Mannschaften beendeten die Runde punktgleich, der bessere Torquotient gab den Ausschlag für die Wilhelmsburger. Zwei Jahre später machte sich der VfB als Herbstmeister erneut Hoffnungen auf die Aufstiegsrunde. Als aber alle soldatischen Vereinsmitglieder an die neuen Militärsportvereine abgegeben werden mussten, stieg der VfB am Saisonende ab. 1942 wurde der VfB schließlich in die Gauliga Weser-Ems aufgenommen; die Mannschaft rückte für den aufgelösten LSV Quakenbrück nach, war aber sportlich überfordert. Beim Meister Wilhelmshaven 05 unterlag der VfB mit 0:17. Der Zweite Weltkrieg führte dann zur Einstellung des Spielbetriebs im Jahr 1944.

Turbulente Nachkriegszeit (1945 bis 1963) Saisondaten 1947–1963 Saison Liga Level Platz Tore Punkte 1947/48 Landesliga Weser/Ems II 5. 73:38 26:18 1948/49 Landesliga Weser/Ems II 1. 97:30 40:8 1949/50 Oberliga Nord I 9. 56:62 30:30 1950/51 Oberliga Nord I 16. 53:69 25:39 1951/52 AOL Niedersachsen-West II 1. 108:25 52:16 1952/53 AOL Niedersachsen-West II 2. 64:34 41:19 1953/54 AOL Niedersachsen-West II 2. 80:22 48:12 1954/55 Oberliga Nord I 11. 33:56 25:35 1955/56 Oberliga Nord I 15. 37:60 21:39 1956/57 AOL Niedersachsen-West II 1. 105:20 49:7 1957/58 AOL Niedersachsen-West II 2. 96:38 48:12 1958/59 AOL Niedersachsen-West II 1. 109:31 55:5 1959/60 AOL Niedersachsen-West II 2. 88:38 43:17 1960/61 Oberliga Nord I 10. 45:55 26:34 1961/62 Oberliga Nord I 10. 42:59 25:35 1962/63 Oberliga Nord I 12. 46:67 25:35 AOL = Amateuroberliga

1946 wurde der VfB in die Oberliga Niedersachsen-Nord aufgenommen. Als Tabellenvierter wurde die Qualifikation für die neu geschaffene höchste Spielklasse, die Oberliga Nord, nur knapp verpasst. 1949 wurde der VfB unter Trainer Fritz Blaschke Meister der Landesliga Weser/Ems und erreichte anschließend die Aufstiegsrunde zur Oberliga Nord. Durch einen 5:0-Sieg am letzten Spieltag vor 15.000 Zuschauern über den ASV Bergedorf 85 gelang den Oldenburgern der Aufstieg in die höchste Spielklasse. Die Mannschaft um Spielmacher Felix Gerritzen sorgte während der Saison 1949/50 im norddeutschen Oberhaus für Furore. So wurden beide Spiele gegen den Nachbarn Werder Bremen gewonnen. Höhepunkt der Saison war ein 1:0-Sieg gegen den Hamburger SV am 16. Oktober 1949 vor 18.000 Zuschauern. Ernst-Otto Meyer war mit 21 Saisontoren viertbester Torjäger der Liga. Der neunte Rang konnte nicht wiederholt werden. Ohne Gerritzen, der zu Preußen Münster gewechselt hatte, geriet der VfB in Abstiegsgefahr und stieg 1951 als Vorletzter ab.

In den drei folgenden Jahren erreichten die Oldenburger jeweils die Aufstiegsrunde zur Oberliga Nord. 1952 blieb das 1:1 im Auftaktspiel gegen Altona 93 der einzige Punktgewinn. Ein Jahr später nahm der VfB nur wegen des Verzichts von Meister Eintracht Nordhorn an der Aufstiegsrunde teil, verspielte dort allerdings den Klassensprung in den letzten beiden Spielen. Im dritten Anlauf klappte es schließlich mit dem Aufstieg. Die Aufstiegsrunde beendete der VfB punktgleich mit Teutonia Uelzen. Durch einen 3:2-Sieg nach Verlängerung im Entscheidungsspiel im Hamburger Rothenbaum-Stadion kehrten die von Hans Tibulsky trainierten Oldenburger in die Oberliga Nord zurück. Verstärkt mit dem Ex-Nationalspieler Erich Hänel langte es in der Saison 1954/55 zu Rang elf, ehe ein Jahr später der erneute Abstieg folgte. Finanzielle Probleme und ein Schuldenberg in Höhe von 200.000 Mark erlaubten keine oberligatauglichen Verstärkungen. Zudem litt der Verein unter internen Querelen.

1957 verspielte der VfB durch eine 0:2-Niederlage beim Bremer SV am letzten Spieltag den Klassensprung. Unter Trainer Heinz Carolin hatten Spieler wie Hans Reichert, Hans Harnoß, Manfred Hoffmann, Lothar Klinge, Gerhard Ihns, Waldemar Hoffmann, Gerhard Scholz und Burghard Rylewicz die Farben von Oldenburg vertreten.Harald Igel (Deutscher Sportclub für Fußballstatistiken, Hrsg.): Oberliga Nord 1947 bis 1963, Band 2: 1956 bis zur Bundesliga. Sulingen 2023. S. 45/46 Ein Jahr später mussten die Oldenburger zunächst Entscheidungsspiele gegen Eintracht Osnabrück und den VfB Peine bestreiten, um die Aufstiegsrunde zu erreichen. Dort scheiterten sie am VfV Hildesheim. Nachdem der VfB 1959 schließlich dem VfB Lübeck den Vortritt lassen musste, bildete der neue Trainer Emil Izsó eine junge Mannschaft mit regionalen Talenten und führte das Team 1959/60 zur Vizemeisterschaft in Niedersachsen. Am letzten Spieltag der Aufstiegsrunde erreichte die Mannschaft am 5. Juni nach einem 5:0-Heimsieg über den Polizei SV Bremen und der gleichzeitigen 0:3-Niederlage des SC Victoria Hamburg beim SV Friedrichsort ein Entscheidungsspiel gegen die Hamburger. Dieses gewann der VfB am 11. Juni vor 8000 Zuschauern im Hannoverschen Niedersachsenstadion mit 2:1 gegen das vom späteren Amateurnationalspieler Rolf Winter angeführte „Vicky“. Drei Jahre konnten sich die Oldenburger nun in der Oberliga Nord halten, in der sie jeweils Mittelfeldpositionen erreichten. Als Aufsteiger belegte der VfB unter Trainer Kurt Koch 1960/61 den 10. Rang und Helmut Mrosla führte die interne Torschützenliste mit 18 Treffern an; im zweiten Jahr, 1961/62, wurde diese Platzierung wiederholt und jetzt zeichnete sich der Duisburger Neuzugang Manfred Schwalm mit neun Toren als Torschützenkönig des VfB aus, ehe im letzten Jahr der alten Erstklassigkeit der Oberliga Nord, 1962/63, der VfB sich mit dem 12. Rang begnügen musste und Neuzugang Arthur Dobat vom Bremer SV mit elf Treffern die interne Torschützenliste anführte. Dies reichte bei Weitem nicht für die Qualifikation für die im Jahre 1963 eingeführte Bundesliga.

Regionalligajahre (1963 bis 1974) Saisondaten 1963–1974 Saison Liga Level Platz Tore Punkte 1963/64 Regionalliga Nord II 7. 63:50 38:30 1964/65 Regionalliga Nord II 13. 52:59 27:37 1965/66 Regionalliga Nord II 12. 58:69 30:34 1966/67 Regionalliga Nord II 9. 49:73 30:34 1967/68 Regionalliga Nord II 11. 49:49 30:34 1968/69 Regionalliga Nord II 13. 47:59 25:39 1969/70 Regionalliga Nord II 9. 44:48 33:31 1970/71 Regionalliga Nord II 17. 40:57 26:42 1971/72 Landesliga Niedersachsen III 1. 76:37 44:16 1972/73 Regionalliga Nord II 11. 54:73 28:40 1973/74 Regionalliga Nord II 6. 71:55 42:30

Nach der Einführung der Bundesliga als höchste deutsche Spielklasse spielte der VfB in der zweitklassigen Regionalliga Nord. Für den Verein bedeutete dies einen gravierenden Einschnitt. Aus finanziellen Gründen mussten Jahr für Jahr Leistungsträger wie Burghard Rylewicz, Arthur Dobat oder Helmut Heeren abgegeben werden. Einer der wenigen Höhepunkte dieser Zeit waren die Derbys gegen den Lokalrivalen VfL Oldenburg in der Saison 1963/64, die bis zu 20.000 Zuschauer ins Stadion lockten. Der VfL stieg am Saisonende ab und verlor einige Spieler an den VfB, was das Verhältnis der beiden Vereine vergiftete. In den folgenden Spielzeiten kam der VfB nicht über das Mittelmaß hinaus und geriet zeitweilig in Abstiegsnot.

Mitte der 1960er benötigte der Verein eine Spendenaktion, um zu überleben. Die Qualifikation für den DFB-Pokal im Jahr 1967 sanierte den Verein. In der ersten Runde traf der VfB auf Borussia Dortmund, gegen die die Oldenburger trotz einer 2:0-Halbzeitführung vor 18.000 Zuschauern mit 2:3 unterlagen. Einen kurzen Hoffnungsschimmer gab es in der Saison 1969/70, als der VfB kurzzeitig die Tabellenführung übernahm, jedoch später auf Rang neun abrutschte. Ein weiterer Ausverkauf von Leistungsträgern in Verbindung mit großem Verletzungspech führten in der Saison 1970/71 schließlich zum Abstieg in die Landesliga Niedersachsen. Eine 1:2-Niederlage beim Itzehoer SV am letzten Spieltag besiegelte die Degradierung ins Amateurlager.

Mit einer stark verjüngten Mannschaft wurde der VfB in der Saison 1971/72 Niedersachsenmeister und zog in die Aufstiegsrunde ein. Am letzten Spieltag mussten die Oldenburger zum bis dahin punktlosen Rendsburger TSV reisen. Nach einem 0:3-Rückstand konnte der VfB noch mit 6:4 gewinnen und kehrte aufgrund der besseren Tordifferenz gegenüber den punktgleichen Mannschaften Concordia Hamburg und der SpVgg Preußen Hameln in die Regionalliga zurück. 1973 erreichte der VfB erneut den DFB-Pokal. 32.000 Zuschauer sahen am 1. Dezember 1973 eine 0:6-Niederlage gegen Borussia Mönchengladbach. Sportlich konnten sich die Oldenburger schnell in der Regionalliga etablieren und erreichten in der Saison 1973/74 den sechsten Platz. Dieser reichte jedoch nicht für die neu geschaffene 2. Bundesliga, da die Plätze über eine Fünfjahreswertung vergeben wurden. In dieser Wertung belegte der VfB nur Rang elf.Hardy Grüne: Enzyklopädie des deutschen Ligafußballs. Band 2: Bundesliga & Co. 1963 bis heute. 1. Liga, 2. Liga, DDR Oberliga. Zahlen, Bilder, Geschichten. AGON Sportverlag, Kassel 1997, ISBN 3-89609-113-1, S. 81.

Oberligajahre (1974 bis 1990) Saisondaten 1974–1990