Röttenbach ist eine Gemeinde im Landkreis Roth (Mittelfranken, Bayern).
Geografie Lage Röttenbach liegt im Fränkischen Seenland. Der namengebende Röttenbach durchfließt den Ort. Er entspringt fünf Kilometer östlich im Waldgebiet Irlespan und mündet nordwestlich von Röttenbach in die Schwäbische Rezat. Westlich von Röttenbach erhebt sich das Spalter Hügelland.
Die Nachbargemeinden sind Pleinfeld, Heideck, Georgensgmünd und Spalt.
Gemeindegliederung Es gibt fünf Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben): Mühlstetten (Kirchdorf) Niedermauk (Kirchdorf) Oberbreitenlohe (Dorf) Röttenbach (Pfarrdorf) Unterbreitenlohe (Dorf)
Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Mühlstetten und Röttenbach. Die Gemarkung Röttenbach hat eine Fläche von 13,913 km². Sie ist in 2425 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 5737,48 m² haben. In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Niedermauk.
Geschichte Bis zur Gemeindegründung Röttenbach entstand vermutlich um das Jahr 1000 als Rodungssiedlung. 1109 wurde der Ort als „Rvottenbach“ erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname leitet sich von einem gleichlautenden Gewässernamen ab, der roter Bach bedeutet. Um 1200 weihte der Eichstätter Bischof Otto im Ort eine Marienkirche.https://www.roettenbach.de/gemeinde-buergerservice/gemeinde/geschichteW.-A. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen, S. 192.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Röttenbach 55 Anwesen, eine Kirche, ein Pfarrhaus, eine Schule und ein Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht übte das Kommende Ellingen des Deutschen Ordens aus, die Dorf- und Gemeindeherrschaft sowie die Grundherrschaft über 54 Anwesen hatte das Trisoleiamt Ellingen.W. Wiessner: Hilpoltstein, S. 231.
Im Rahmen des Gemeindeedikts (frühes 19. Jahrhundert) wurde Röttenbach dem Steuerdistrikt Mischelbach zugeordnet. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Röttenbach, zu der Niedermauk gehörte.W. Wiessner: Hilpoltstein, S. 257. Die Gemeinde hatte ursprünglich eine Gebietsfläche von 9,314 km². Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Hilpoltstein zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Hilpoltstein (1919 in Finanzamt Hilpoltstein umbenannt). Ab 1862 gehörte Röttenbach zum Bezirksamt Neumarkt in der Oberpfalz. Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Hilpoltstein (1879 in Amtsgericht Hilpoltstein umbenannt), seit 1973 ist das Amtsgericht Schwabach zuständig. 1880 wurde Röttenbach dem neu gebildeten Bezirksamt Hilpoltstein zugeordnet (1939 in Landkreis Hilpoltstein umbenannt). Seit dem 1. Juli 1972 gehört Röttenbach zum Landkreis Roth.
Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde Mühlstetten am 1. Januar 1975 in die Gemeinde Röttenbach eingegliedert.
Einwohnerentwicklung Gemeinde Röttenbach Jahr 1818 1836 1852 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 Einwohner 353 420 379 393 421 426 440 429 463 452 441 451 461 432 HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet und 1836 und von 1871 bis 2021 als Wohngebäude. 76 73 90 94 93 91 Quelle Für die Gemeinde Röttenbach zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Breitenlohe (S. 64). Jahr 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1961 1970 1987 2007 2014 2021 Einwohner 436 468 516 560 788 861 1248 1372 2328 2956 2905 3281 HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet und 1836 und von 1871 bis 2021 als Wohngebäude. 89 132 208 569 849 934 Quelle
Ort Röttenbach Jahr 1818 1836 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 295 349 324 347 378 367 405 750 1117 1242 1384 Häuser 62 61 81 78 76 117 185 333 Quelle
Politik
Gemeinderat Im Gemeinderat gab es seit 2014 folgende Sitzverteilungen: CSU SPD FW Gesamt 2014 7 2 5 14 Sitze202083516 Sitze
Bürgermeister Erster Bürgermeister der Gemeinde Röttenbach ist seit Mai 1996 Thomas Schneider (Freie Wähler), Stellvertreter ist Christian Riedl von der CSU.
Wappen und Flagge Wappen
Flagge Die Gemeindeflagge ist schwarz-weiß-rot.
Bau- und Bodendenkmäler mini|hochkant|Friedhofskirche in Röttenbach
alte Kirche in Röttenbach, Deutschherrnstraße Kapelle in Mühlstetten, Röttenbacher Straße Kirche St. Sebastian in Niedermauck, gotisch (14. Jahrhundert), auf einem Hügel inmitten des Dorfes, Hochaltar mit drei gotischen Statuen (1520); auf dem linken Seitenaltar Madonna von 1370 in barockem Schrein von 1780; um 1600 gemalte Kopie des Albrecht-Dürer-Gemäldes Madonna mit der Birne
Verkehr Die ehemals durch den Ort verlaufende Bundesstraße 2 wird seit 2007 im Osten um ihn herumgeführt, was eine wesentliche Entlastung darstellt. Sie führt nach Pleinfeld (7 km südwestlich) bzw. nach Roth (11,5 km nördlich). Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Mühlstetten zur Staatsstraße 2224 (1,6 km westlich) und nach Niedermauk (1,6 km nordwestlich).
Busverbindungen gehen unter der Linie 629 nach Georgensgmünd Bahnhof, sowie weiteren Linien die fast ausschließlich als Schulbus dienen nach Roth, Windsbach und Hilpoltstein. Außerdem kommt jede Stunde eine Regionalbahn am zwei Kilometer entferntem Bahnhaltepunkt Mühlstetten in Richtung Nürnberg und München.
Literatur
Johann Schrenk: Röttenbach in der Deutschordenszeit 1335–1809, Schrenk-Verlag, Röttenbach 2021, ISBN 978-3-924270-42-1
Weblinks
(PDF; 1,2 MB) Gemeinde Röttenbach
Fußnoten
Kategorie:Ort im Landkreis Roth Kategorie:Fränkisches Seenland Kategorie:Ersterwähnung 1109 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)
Kategorie:Gemarkung im Landkreis Roth