Haus Averforth ist eine ehemalige Wasserburg, vermutlich ein Rittergut aus dem 14. (bzw. 15.) Jahrhundert, und heute ein Baudenkmal im Ortsteil Haffen der niederrheinischen Stadt Rees im Kreis Kleve. Es liegt etwa einen Kilometer von Schloss Bellinghoven entfernt zwischen den Ortsteilen Mehr und Haffen auf dem Finkenschlagweg.

Geschichte Haus Averforth („Haus an der Furth“) findet erstmals 1409 als Ortsbezeichnung Erwähnung. Das heutige Haus ist in Privatbesitz und stammt aus dem Jahr 1685 (eingelassene Jahreszahl am Haupthaus). Bedeutsam sind die erhaltenen Stuckdecken aus dem 18. Jahrhundert. Vor der Toreinfahrt befindet sich eine Skulptur der Mater Dolorosa.Vgl. Zeitungsartikel Der Westen, 2011.

Der Name des Hauses stammt von Heinrich Averforth, der von 1513 bis 1553 als Leihnehmer auf dem Hof wohnte. Als Kirchmeister und Schöffe hat er vermutlich das Haus repräsentativ ausgebaut.

Bereits dreimal ist das Hinterhaus in der Geschichte des Anwesens abgebrannt, doch immer überlebten die Stuckdecken und Kamineinfassungen.

Immer wieder wurde das Haus umgebaut und verändert. Man kann auf dem Dachboden noch verschiedene Giebelkonstruktionen erkennen.

Clemen schrieb 1892:

In den historischen Dielenfliesen im Flurbereich sind Einschüsse vom Beschuss des Hofes 1945 zu finden. Dass die Stuckdecken die Detonationen überlebt haben, könnte daran liegen, dass sie auf Reet gezogen sind.

Der Großvater des heutigen Besitzers erwarb das Haus samt Bauerngarten im Jahr 1932. Der Urgroßvater der Familie besaß in Wesel-Obrighoven einen Hof, den der älteste Sohn erbte. Der zweite Sohn erwarb daher Haus Averforth, das sich in keinem guten Zustand befand. Heute wird auf dem Hof Milchwirtschaft betrieben.

Kirchenkammer der evangelischen Kirche in Haffen und Mehr Mehrere Pastöre haben als Untermieter in Haus Averforth gewohnt. Von 1741 bis 1801 feierte die reformierte Kirche in Haffen in der Kirchenkammer des Hauses den Gottesdienst. Ebenso fanden nach der im Zweiten Weltkrieg erfolgten Zerstörung der evangelischen Kirche in Haffen Gottesdienste im Haus Averforth statt.

Stuckdecken und Kaminplatte Auf der Stuckdecke im großen Saal befinden sich in den Ecken vier Symbole: Schwert für Glaube, Sonne für Hoffnung, Herz für Liebe und die Kirche von Rhenen (Haffen) für Heimat. Ein prächtiges Rankenwerk umgibt die Darstellungen.

Die Verzierung auf der Kaminplatte zeigt in einem Medaillon zwei nackte Jünglinge, die sich zum Zeichen des Friedens vor Waffen umarmen. Man sagt, sie sollen dem Haus Frieden beschert haben.

Im Jagdzimmer dominiert an der Decke der preußisch gekrönte Adler mit Zepter und Schwert.

Weblinks

Internetseite Rhein-Ruhr online, Fotos von Haus Averforth; entnommen: 13. Juli 2019 Denkmäler in Rees nicht abschließende Aufzählung der Denkmäler von der Homepage der Stadt Rees abgerufen am 13. Juli 2019 Paul Clemen: Die Kunstdenkmäler des Kreises Rees (Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz Band 2, Abt. 1), Düsseldorf, 1892 Seite der evangelischen Kirche in Mehr, Haffen und Mehrhoog Internetarchiv

Literatur Stefan Frankewitz: Burgen, Schlösser und Herrenhäuser in Rees. B.O.S.S, Goch 2006, ISBN 3-933969-57-3, S. 69–72. Walter Luyken: Über Burgen und burgenkundliche Anlagen im Kreis Rees. In: Heimatkalender für den Landkreis Rees 1967. Schiffer, Rheinberg, S. 90.

Einzelnachweise

Reesbau ! Averforth Kategorie:Ehemalige Burganlage in Nordrhein-Westfalen Averforth Averforth Kategorie:Bauwerk in Rees