Waldbrand ist ein Lied der deutschen Singer-Songwriterin Madeline Juno aus dem Jahr 2016. Das Stück ist die einzige Singleauskopplung aus ihrer ersten gleichnamigen EP.

Entstehung und Artwork Waldbrand wurde von der Interpretin selbst, gemeinsam mit dem britischen Musiker Oliver Epsom (Oliver Som), geschrieben. Som arbeitete bereits mit Juno an ihrem zweiten Studioalbum Salvation (Februar 2016), wo er drei Titel beisteuerte. Hierbei war er darüber hinaus auch für die Abmischung, Aufnahme und Produktion verantwortlich, wobei er bei der Produktion von Juno als Koproduzentin unterstützt wurde.Madeline Juno: Waldbrand EP. Embassy of Music/Madizin Music Lab, CD-Begleitheft, 30. September 2016.

Auf dem Frontcover der Single ist – neben Künstlernamen und Albumtitel – Juno hüftaufwärts nachts im Freien zu sehen. Sie trägt dabei eine Jeansjacke, deren Ärmel hochgekrempelt sind, und hält mit ihrer rechten Hand ein brennendes Feuerzeug vor ihr Gesicht. Die Fotografie stammt von Philipp Gladstone. Dieser zeichnete zuvor schon als Regisseur der zuvor erschienenen Singles Stupid Girl (Februar 2016) und You Know What? (Juni 2016) verantwortlich. Es handelt sich dabei um das gleiche Coverbild wie zur Waldbrand EP. Die Aufnahme entstand während der Dreharbeiten des dazugehörigen Musikvideos.

Veröffentlichung und Promotion Die Erstveröffentlichung von Waldbrand erfolgte als Teil von Madeline Junos erster gleichnamiger EP am 30. September 2016 (Katalognummer: 24833). Am 23. Dezember 2016 erschien es als einzige Singleauskopplung des Extended Plays. Diese erfolgte digital zum Download und Streaming durch das Musiklabel Embassy of Music. Sie erschien als 2-Track-Single und beinhaltet einen Remix von Helmo sowie einen gemeinsamen Remix von Chris Avedon und Kevin Neon. Das Original erschien nie als Single. Für den Vertrieb war Tonpool zuständig, verlegt wurde das Lied durch BMG Rights Management, Emma’s Park Music und Sony Music Publishing.

Am 8. September 2017 erschien eine Akustikversion von Waldbrand als Teil von Juons drittem Studioalbum DNA. Juno selbst entschied sich dazu das Lied nochmal auf DNA zu packen, weil es ein besonderes Stück für sie darstelle. Sie habe das Gefühl gehabt, dass dem Lied schuldig zu sein. Es sei aber eine nicht „ausproduzierte Version“ vorhanden, sondern eine in akustischer Form, „ganz roh“, wie man es noch nicht kennen würde. Im November 2021 trat Juno mit dem Lied in der Musiksendung TV Noir auf.

Hintergrund

Im August 2023 erklärte Juno der Hessischen/Niedersächsischen Allgemeinen, dass Waldbrand zu den „Evergreens“ zähle, die sie immer wieder gerne auf ihren Konzerten spiele.

Inhalt Der Liedtext zu Waldbrand ist in deutscher Sprache verfasst. Geschrieben und komponiert wurde das Stück gemeinsam von Madeline Juno und Oliver Som. Musikalisch bewegt sich das Lied im Bereich der elektronischen Musik und der Popmusik, stilistisch im Bereich des Elektropops. Das Tempo beträgt 172 Schläge pro Minute. Die Tonart ist b-Moll.

Inhaltlich geht es in Waldbrand um einen Neustart, den Juno unter anderem nach dem Wechsel ihres Musiklabels und dem Verlust ihrer Begleitband selbst einleiten musste. Juno beschrieb das autobiografische Stück als „so wichtig“, weil sie damit eine für sie wichtige Zeit eingefangen habe. Die Idee zum Liedtitel kam ihr, als sie den Begriff „forest fire“ gehört habe. Der Ausdruck klang für sie „so schön“, und sie habe sich darüber geärgert, dass Waldbrand dagegen so harsch klinge. Aber je mehr sie über das Wort nachgedacht habe, desto besser habe es ihr gefallen. Während der Arbeit zu Waldbrand habe sie sich ihre Augen ausgeheult, weil sie das, was sie hierin verarbeite, so sehr gebraucht habe und ihr die Umsetzung so nah wie nie zuvor gegangen sei. Früher sei ein Thema mit der Produktion ausgestanden gewesen, das sei hier nicht der Fall gewesen. Aufgebaut ist das Lied auf zwei Strophen, einem Refrain und einem Interlude. Es beginnt mit der ersten Strophe, die als Vierzeiler verfasst wurde. An diese schließt sich zunächst der Prechorus an, der ebenfalls aus vier Zeilen besteht, ehe der eigentliche Refrain einsetzt. Der Hauptteil des Refrains setzt sich dabei aus sechs Zeilen zusammen. Der gleiche Aufbau wiederholt sich mit der zweiten Strophe, allerdings wird der zweite Refrain in einer erweiterten Fassung, mit einer Wiederholung, dargeboten. Auf den zweiten Refrain folgt ein instrumentelles Interlude, ehe das Lied mit dem dritten Refrain, der ebenfalls in einer erweiterten Fassung dargeboten wird, endet.

Musikvideo Das Musikvideo zu Waldbrand feierte seine Premiere am 30. September 2016 auf YouTube, dem Tag, an dem auch die gleichnamige EP erschien. Es lässt sich in drei Abschnitte unterteilen, die immer wieder abwechselnd zu sehen sind. Eine Szene zeigt Juno, die mit einem beladenen Pritschenwagen zu einer abgelegenen Stelle fährt, dort Kisten ablädt, diese mit Benzin übergießt und anzündet. In den Kisten befinden sich unter anderem Fotoalben. Eine weitere Szene zeigt sie in einer alten, teils zerfallenen Lagerhalle. Hier schminkt sie sich zunächst und läuft in einem weißen Spitzenkleid herum. Nach kurzer Zeit deckt sie einen Tisch und hält ein Candle-Light-Dinner ab. Sie unterhält sich mit sich selbst, ehe sie beim Anstoßen bemerkt, dass sie allein ist. Daraufhin lässt sie ihr Rotwein-Glas fallen und beginnt zu wüten. Sie wirft die Stühle um, räumt teils den Tisch ab und wirft ebendiesen schließlich komplett um. In einer dritten Szene sieht man Juno bekleidet in einer mit Benzin gefüllten Badewanne sitzend. Das Video endet mit einer längeren Sequenz, in der Juno in der Badewanne liegt, ein Streichholz anzündet, dieses anstarrt und langsam in Richtung des Benzins ablässt.

Die Gesamtlänge des Videos beträgt 3:35 Minuten. Die Dreharbeiten, unter der Regie von Johannes Weber, erfolgten in Berlin am 9. September 2017. Bis Juni 2026 zählte das Musikvideo über 5,6 Millionen Aufrufe bei YouTube.

Mitwirkende Liedproduktion Oliver Epsom (Oliver Som): Abmischung, Komponist, Liedtexter, Musikproduzent, Tonmeister Madeline Juno: Begleitgesang, Gesang, Komponist, Koproduzent, Liedtexter

Musikvideo Chris Brenner: Grip Madeline Juno: Drehbuch Britta Ostermann: Grip Damian Pociapowicz: Filmproduzent, Spezialeffekte Johannes Weber: Filmeditor, Kameramann, RegisseurVisualisierung (Cover) Philipp Gladsome: Fotograf

Unternehmen BMG Rights Management: Verlag Embassy of Music: Musiklabel Emma’s Park Music: Verlag Framebar Films: Filmproduzent Sony Music Publishing: Verlag Tonpool: Vertrieb

Rezeption Marvin Tyczkowski vom deutschsprachigen E-Zine Plattentests.de vergab fünf von zehn Punkten für das Album DNA und hob dabei Waldbrand als eines von drei „Highlights“ neben Drei Worte und Gift hervor. Er ist der Meinung, dass durch die Verwendung von Drumcomputer und Synthie-Hall "Akustik" hier wohl etwas freier interpretiert worden sei, trotzdem beschrieb er es immer noch als eines von Junos besten Titeln überhaupt.

Michael Zirnstein von der Süddeutschen Zeitung nannte Waldbrand „wohltuend“ und beschrieb es als ein „funkelndes Stück“.

Weblinks

Einzelnachweise

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