mini|hochkant=2.1| Der Speerwurf der Frauen bei den Leichtathletik-Europameisterschaften 2010 wurde am 27. und 29. Juli 2010 im Olympiastadion Estadi Olímpic Lluís Companys der spanischen Stadt Barcelona ausgetragen.

In diesem Wettbewerb errangen die deutschen Speerwerferinnen einen Doppelsieg. Überraschende Europameisterin wurde Linda Stahl. Den zweiten Rang belegte die Olympiazweite von 2008 und Vizeweltmeisterin von 2007 Christina Obergföll. Bronze ging an die tschechische Olympiasiegerin von 2008, Weltmeisterin von 2007, Vizeweltmeisterin von 2009, Vizeeuropameisterin von 2006 und Weltrekordinhaberin Barbora Špotáková.

Bestehende Rekorde Weltrekord 72,28 m Stuttgart, Deutschland 13. September 2008, sport-record.de (englisch), abgerufen am 22. Februar 2023 Europarekord <Meisterschaftsrekord 67,47 m EM München, Deutschland 8. August 2002 Der bestehende EM-Rekord wurde bei diesen Europameisterschaften nicht erreicht. Die größte Weite erzielte die deutsche Europameisterin Linda Stahl im Finale mit 66,81 m, womit sie 68 Zentimeter unter dem Rekord blieb. Zum Welt- und Europarekord fehlten ihr 5,47 m.

Doping Auch im Speerwurf gab es einen Dopingfall: Die zunächst fünftplatzierte Russin Marija Abakumowa hatte bereits ihre Silbermedaille von den Olympischen Spielen 2008 verloren. Nun wurden ihr auch ihre Medaillen und Platzierungen von den Weltmeisterschaften 2009/2011 und den Europameisterschaften 2010 aberkannt.Two Russians lose world championships medals over doping, Reuters 5. September 2018 (englisch), reuters.com, abgerufen am 22. Februar 2023

Leidtragende waren vor allem zwei Athletinnen: Jarmila Klimešová, Tschechien – Als achtplatzierte Werferin hätten ihr im Finale drei weitere Versuche zugestanden. Sinta Ozolina, Lettland – Sie hätte über ihre in der Qualifikation erzielte Weite am Finale teilnehmen dürfen.

Legende Kurze Übersicht zur Bedeutung der Symbolik – so üblicherweise auch in sonstigen Veröffentlichungen verwendet: NM keine Weite (no mark) ogV ohne gültigen Versuch DNS nicht am Start (did not start) DOP wegen Dopingvergehens disqualifiziert – verzichtet x ungültig

Qualifikation

Zwanzig Wettbewerberinnen traten in zwei Gruppen zur Qualifikationsrunde an. Fünf von ihnen (hellblau unterlegt), unter ihnen auch die Dopingsünderin Marija Abakumowa, übertrafen die Qualifikationsweite für den direkten Finaleinzug von 59,50 m. Damit war die Mindestzahl von zwölf Finalteilnehmerinnen nicht erreicht. Das Finalfeld wurde mit den sechs nächstplatzierten Sportlerinnen (hellgrün unterlegt) auf zwölf Werferinnen aufgefüllt. So reichten für die Finalteilnahme schließlich 56,55 m.

Gruppe A 27. Juli 2010, 19:05 Uhr Platz Name Nation Resultat(m) 1. Versuch (m) 2. Versuch (m) 3. Versuch (m) Anmerkung1 Christina Obergföll 65,05 65,05 – – 2 Katharina Molitor 59,74 59,74 – – 3 Madara Palameika 58,85 58,06 53,82 58,85 4 Jarmila Klimešová 58,45 52,26 51,57 58,45 5 Zahra Bani 56,68 56,68 x 52,19 6 Wera Rebrik 52,31 x 52,31 51,09 7 Felicia Țilea 46,51 x x 46,51 8 Evelien Dekkers 46,37 x x 46,37 Oona Sormunen ogV x x x DOP Marija Abakumowa 62,52 x 56,15 62,52 für das Finale zugelassen Savva Lika

Gruppe B 27. Juli 2010, 20:30 Uhr Platz Name Nation Resultat(m) 1. Versuch (m) 2. Versuch (m) 3. Versuch (m) Anmerkung1 Barbora Špotáková 65,56 65,56 – – 2 Martina Ratej 61,92 61,92 – – 3 Linda Stahl 57,42 x 57,42 x 4 Tatjana Jelača 56,89 53,64 52,07 56,89 5 Mercedes Chilla 56,78 56,78 x x 6 Ásdís Hjálmsdóttir 56,55 49,47 51,55 56,55 7 Sinta Ozolina 56,11 53,99 x 56,11 eigentlich für das Finale qualifiziert8 Bregje Crolla 55,82 55,82 51,95 55,33 9 Maria Negoiţă 55,68 55,68 54,49 55,34 10 Elisabeth Pauer 53,45 53,45 x 53,20

Finale mini|hochkant=1.5| 29. Juli 2010, 20:40 Uhr Platz Name Nation Resultat(m) 1. Versuch (m) 2. Versuch (m) 3. Versuch (m) 4. Versuch (m) 5. Versuch (m) 6. Versuch (m)1 Linda Stahl 66,81 60,36 57,31 63,17 x 66,81 64,132 Christina Obergföll 65,58 61,46 64,12 63,76 62,78 65,58 x3 Barbora Špotáková 65,36 65,36 62,89 x x 65,09 x4 Katharina Molitor 63,81 61,44 59,69 58,45 x x 63,815 Mercedes Chilla 61,40 57,82 61,40 x 61,37 58,38 60,996 Martina Ratej 60,99 60,08 x x 60,71 x 60,997 Madara Palameika 60,78 55,22 53,44 59,70 57,76 60,78 x8 Jarmila Klimešová 56,50 56,37 56,50 x eigentlich zu 3 weiteren Würfen berechtigt9 Ásdís Hjálmsdóttir 54,32 x 52,32 54,32 nicht im Finale derbesten acht Werferinnen10 Zahra Bani 53,67 51,70 x 53,6711 Tatjana Jelača 52,13 x 45,99 52,13DOP Marija Abakumowa 61,46 60,87 61,46 58,79 61,18 x x Durch Linda Stahl und Christina Obergföll kam es zu einem deutschen Doppelsieg. Linda Stahl gewann mit persönlicher Bestleistung von 66,81 m im fünften Versuch die Goldmedaille. Die im Vorfeld höher eingeschätzte Christina Obergföll errang mit 65,58 m die Silbermedaille. Barbora Špotáková aus Tschechien – Weltrekordlerin mit 72,28 m aus dem Jahr 2008 – kam mit 65,36 m auf den dritten Platz.

Weblinks Barcelona European Championships, european-athletics.org, abgerufen am 22. Februar 2023 Europameisterschaften in Barcelona (27. Juli bis 1. August), SPEERWERFEN FRAUEN, leichtathletik.de, abgerufen am 22. Februar 2023 Women Javelin Throw Athletics European Championship 2010 Barcelona (ESP), todor66.com, abgerufen am 22. Februar 2023 European Championships - Statistics Handbook Athletics, 21st European Athletics Championships. Barcelona ESP 27 JUL–01 AUG 2010, Estadio Olímpico, Women Javelin Throw, S. 681, englisch (PDF, 30.741 KB), downloads.european-athletics.com, abgerufen am 22. Februar 2023 Track and Field Statistics, European Championships 2010, trackfield.brinkster.net (englisch), abgerufen am 22. Februar 2023

Videolink Women's Javelin Final | Barcelona 2010, youtube.com, abgerufen am 6. Januar 2020

Einzelnachweise und Anmerkungen

Kategorie:Wettbewerb der Leichtathletik-Europameisterschaften 2010