Spornitz ist eine Gemeinde im Landkreis Ludwigslust-Parchim in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland). Sie wird vom Amt Parchimer Umland mit Sitz in Parchim verwaltet.
Geografie Spornitz liegt etwa acht Kilometer westlich von Parchim am nördlichen Ausläufer der Ruhner Berge, am Übergang der Landschaft in die flachen Ebenen des Landschaftsschutzgebietes Lewitz. Im Süden befinden sich mit dem Langen Berg () und dem Schiefen Berg () die höchsten Erhebungen. Ein großer Teil des Gemeindegebietes ist durch Ackerflächen geprägt, der südöstliche Teil ist bewaldet. Hier und im Osten befinden sich gut erhaltene Reste der Parchimer Landwehr, die eine spätmittelalterliche und wallartige Grenzsicherungsanlage der Stadt Parchim war. Im Nordwesten liegt eine Teilfläche des Naturschutzgebiets Fischteiche in der Lewitz in der Spornitzer Gemarkung, die Müritz-Elde-Wasserstraße bildet dort auf kurzer Strecke die Gemeindegrenze.
Zur Gemeinde gehören die Ortsteile Dütschow, Primank, Spornitz und Steinbeck.§ 1 der der Gemeinde (PDF; 2,4 MB)
Es existieren drei Gemarkungen:Geoportal des Landkreises Parchim. Abgerufen am 11. November 2011. Gemarkungs-nummer Gemarkungs-nameGemarkungs-fläche (in ha) 131191 Spornitz 2411,3936 131192 Dütschow 1004,3295 131193 Steinbeck-Primank 1495,2728
Geschichte Spornitz wurde um 1300 als Sporniz erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname leitet sich vom altslawischen Wort sporŭ für reichlich oder fruchtbar ab. Der Ortsname dürfte auf die fruchtbare Umgebung hinweisen. Möglich ist auch die Herleitung vom Lokator des Dorfes Nachkommen des Zbron.Paul Kühnel: Die slavischen Ortsnamen in Meklenburg. In: Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde. Bd. 46, 1881, , S. 3–168, hier S. 42.
Am 1. Juli 1950 wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde Steinbeck-Primank eingegliedert.
Politik Gemeindevertretung und Bürgermeister Der Gemeinderat besteht (inkl. Bürgermeisterin) aus 10 Mitgliedern. Die Wahl zum Gemeinderat am 26. Mai 2019 hatte folgende ErgebnisseZweckverband Kommunale Datenverarbeitung Oldenburg(ZKO):
Partei/Bewerber Prozent Sitze CDU46,745 Wählergruppe Freiwillige Feuerwehr Spornitz24,512 Einzelbewerberin Gnadke14,981 Wählergruppe Freiwillige Feuerwehr Dütschow8,171 Einzelbewerber Lobbe5,591
Bürgermeisterin der Gemeinde ist Britta Gnadke, sie wurde mit 52,39 % der Stimmen gewählt.Zweckverband Kommunale Datenverarbeitung Oldenburg(ZKO)
Wappen
Flagge Die Flagge ist quer zur Längsachse des Flaggentuchs von Grün, Gelb und Grün gestreift. Die grünen Streifen nehmen je ein Viertel, der gelbe Streifen nimmt die Hälfte der Länge des Flaggentuchs ein. In der Mitte des gelben Streifens liegt das Gemeindewappen, das zwei Drittel der Höhe des Flaggentuchs einnimmt. Die Höhe des Flaggentuchs verhält sich zur Länge wie 3:5.
Dienstsiegel Das Dienstsiegel zeigt das Gemeindewappen mit der Umschrift „• GEMEINDE SPORNITZ • LANDKREIS LUDWIGSLUST-PARCHIM“.Hauptsatzung § 1 Abs.4 (PDF; 2,9 MB).
Sehenswürdigkeiten → Siehe auch Liste der Baudenkmale in Spornitz
Spornitz gotische Kirche vom wohl 13. Jahrhundert aus Feld- und Backstein mit einem Chor mit 5/8-Schluss und dem fast 55 Meter hohen, quadratischen Turm mit einem achtseitigen Turmhelm. Größere bauliche Veränderungen erfolgten um 1840. Die Mehmel-Orgel stammt von 1875 und wurde 2023 restauriert. Kriegerdenkmal 1914–18 vor der Kirche Forsthaus und Scheune Büdnerei mit Scheunenteil Sieben Sagensteine, große, tief liegende Findlinge neben der Eisenbahnlinie, die nach einer Sage sieben untreue, versteinerte Hirten darstellen sollen. Reste der Parchimer Landwehr, eines spätmittelalterlichen Grenzsicherungsrings um die Stadt Parchim Dütschow Spätgotische Kirche, als innen flachgedeckter Backsteinbau mit östlichem 5/8-Schluss und hölzernen Westturm von 1742 Gut Dütschow als ehemalige Staatsdomäne mit dem zweigeschossigen Gutshaus von 1850, nach 1952 Wohngebäude der LPG; nach 1995 bis 2005 saniert. Feuerwehrhaus (Spritzenhaus), Dorfstraße 5 Bahnhof von um 1880 an der Bahnstrecke Parchim–Ludwigslust Hallenhäuser, Dorfstraße 13 und 15 Büdnereien
Steinbeck Gutshaus
Primank Kriegerdenkmal 1914–18 in der Dorfmitte Büdnerei Teil der alten Primanker Höfe im angrenzenden Waldstück Eine Ruine aus der Zeit des Torfstiches ist 500 Meter östlich des Ortsausganges Hallenhaus, Primanker Dorfstraße 15 Eine Wüstung des Primanker Gutshaus mit zum Teil zerstörten Schafstall, zur Primanker Dorfstraße 17 Mordkuhle (auf dem Verbindungsweg zu Steinbeck)
Verkehr Durch Spornitz verläuft die Bundesstraße 191, die eine Verbindung zu den Städten Parchim und Neustadt-Glewe herstellt. Die nächste Anschlussstelle zur Bundesautobahn 24 befindet sich bei Neustadt-Glewe in etwa acht Kilometer Entfernung.
Spornitz besitzt einen Haltepunkt, Dütschow einen Bedarfshalt an der von der RB 14 (ODEG) bedienten Bahnstrecke Ludwigslust–Parchim.
Söhne und Töchter der Gemeinde Georg Otto Ludwig Plagemann (1748–1825), Pädagoge und Philologe Helmuth Schröder (1842–1909), niederdeutscher Dichter Wilhelm Simon (1923–2016), Agrarwissenschaftler, Hochschullehrer und Musiker Ursula Eisenberg (* 1945), Schriftstellerin Reinhard Fritz (* 1946), Maler und Grafiker
Literatur Winfried Dazert: Familienbuch Spornitz Dütschow. Magdeburg: Arbeitsgemeinschaft für Genealogie 2011 (= Familienforschung heute Sonderband 11), ISBN 978-3-942235-10-5.
Weblinks
Informationen zur Orgel in der Evangelisch-Lutherischen Kirche Spornitz
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Ludwigslust-Parchim Kategorie:Ersterwähnung 1300