Der Ballspielverein Kickers Emden e. V., bekannt als Kickers Emden, ist ein Sportverein aus dem Emder Stadtteil Früchteburg, der am 24. März 1946 gegründet wurde. Bekannt wurde der Verein durch seine Fußballabteilung. Die erste Herrenmannschaft spielt in der viertklassigen Regionalliga Nord. Neben Fußball wird auch Tischtennis angeboten.

Geschichte Geschichte der Fußballabteilung 1946 bis 1951 – Vereinsgründung und die frühen Anfänge Saisondaten 1946–1951 Saison Liga Level Platz Tore Punkte 1946/47 Bezirksklasse Ostfriesland III 1 106:21 38:2 1947/48 Verbandsliga Weser-Ems II 6 56:34 26:18 1948/49 Verbandsliga Weser-Ems II 3 63:27 35:13 1949/50 AOL Niedersachsen West II 7 61:53 31:29 1950/51 AOL Niedersachsen West II 1 76:45 46:18 AOL = Amateuroberliga

Der Verein wurde im März 1946 als Nachfolger mehrerer nach Kriegsende zwangsaufgelöster Emder Sportvereine von sieben ehemaligen Mitgliedern des Emder Turnvereins (ETV) gegründet. Die Spielstätte war zunächst der Bronsplatz des „Muttervereins“ Emder Turnverein im Stadtteil Bentinkshof. Anschließend spielte der Verein mehrere Jahre auf dem Platz der Freien Turnerschaft von 1903 (FT 03) Emden im Stadtteil Herrentor. Nach langen Verhandlungen mit der Bundesvermögensstelle Emden gelang es, den bisherigen Marinesportplatz im Stadtteil Früchteburg im Jahre 1950 anzumieten. Große finanzielle Opfer waren nötig, um diese durch Bombeneinschläge und Panzer schwer beschädigte Anlage wieder herzurichten und bespielbar zu machen. Am 2. August 1950 gastierte der damalige Oberligist VfL Osnabrück zur Einweihung des neuen „Kickers-Platzes“, auf dem der BSV bis zum heutigen Tag spielt.

1946 wurde der BSV in die neu eingerichtete Bezirksklasse Ostfriesland eingegliedert und legte einen sensationellen Start hin, indem er unangefochten Meister wurde. Mit dem Aufstieg in die Verbandsliga zur Saison 1947/48 verlängerten sich die Fahrtstrecken immens, sodass in den schwierigen Nachkriegsjahren für jede Auswärtsfahrt eine Genehmigung sowie Benzinzuteilung beim Straßenverkehrsamt beantragt werden musste. Zu dieser Zeit standen Omnibusse und PKWs nicht zur Verfügung, und so mussten die Spieler teilweise mit Lastwagen Fahrten bis nach Osnabrück absolvieren. Am Ende der Saison belegte man als Aufsteiger den 6. Platz und hielt die Klasse.

1951 bis 1970 – an der Schwelle zur höchsten deutschen Fußballliga Saisondaten 1951–1970 Saison Liga Level Platz Tore Punkte 1951/52 AOL Niedersachsen West II 9 69:68 36:32 1952/53 AOL Niedersachsen West II 10 69:68 29:31 1953/54 AOL Niedersachsen West II 9 47:60 26:34 1954/55 AOL Niedersachsen West II 11 45:65 25:35 1955/56 AOL Niedersachsen West II 11 52:63 24:32 1956/57 AOL Niedersachsen West II 12 42:70 23:33 1957/58 AOL Niedersachsen West II 14 42:61 23:37 1958/59 AOL Niedersachsen West II 14 45:57 23:37 1959/60 AOL Niedersachsen West II 9 47:54 27:33 1960/61 AOL Niedersachsen West II 13 50:82 23:37 1961/62 AOL Niedersachsen West II 13 47:74 27:33 1962/63 AOL Niedersachsen West II 15 35:82 19:41 1963/64 AOL Niedersachsen West III 13 46:73 18:38 1964/65 Verbandsliga Niedersachsen Nord IV 6 69:51 30:30 1965/66 Verbandsliga Niedersachsen Nord IV 4 83:43 37:23 1966/67 Verbandsliga Niedersachsen Nord IV 8 52:47 30:30 1967/68 Verbandsliga Niedersachsen Nord IV 2 73:35 46:14 1968/69 Verbandsliga Niedersachsen Nord IV 2 81:51 38:22 1969/70 Verbandsliga Niedersachsen Nord IV 1 74:22 47:13 AOL = Amateuroberliga

Nach der ersten Saison im eigenen Stadion gelang dem BSV überraschend die Meisterschaft in der Amateuroberliga Niedersachsen West im Jahre 1950/51. Durch den Titelgewinn erhielt der BSV nun die Berechtigung zur Teilnahme an der Aufstiegsrunde zur Oberliga Nord, damals die höchste Spielklasse in Deutschland. Trotz engagierter Leistungen scheiterte die Mannschaft jedoch an Gegnern wie Victoria Hamburg, Lüneburger SK, VfL Wolfsburg, Blumenthaler SV sowie dem VfB Lübeck und belegte am Ende den letzten Platz.

Bis zum Ende der Saison 1963/64 konnte sich der BSV in der Amateuroberliga Niedersachsen West behaupten, qualifizierte sich jedoch nicht für die neu gegründete eingleisige Landesliga Niedersachsen und stieg in die neu geschaffene Verbandsliga Niedersachsen ab.

Zum Start der Saison 1964/65 setzte sich der Vorstand folgende Ziele: Aufstieg in die Landesliga Niedersachsen, Bau eines eigenen Vereinsheims und eines zweiten Sportplatzes.

Nach mehreren vergeblichen Anläufen wurden die Kickers dann am Ende der Saison 1969/70 Meister der Verbandsliga Niedersachsen und behaupteten sich in der Aufstiegsrunde zur Landesliga Niedersachsen.

1970 bis 1983 – Schwierigkeiten an der Niedersachsen-Spitze Saisondaten 1970–1983 Saison Liga Level Platz Tore Punkte 1970/71 Landesliga Niedersachsen III 9 40:43 30:30 1971/72 Landesliga Niedersachsen III 12 30:49 26:34 1972/73 Landesliga Niedersachsen III 13 48:69 22:38 1973/74 Verbandsliga Niedersachsen Nord IV 2 83:41 41:19 1974/75 Verbandsliga Niedersachsen Nord V 6 49:51 29:31 1975/76 Verbandsliga Niedersachsen Nord V 2 62:41 38:22 1976/77 Verbandsliga Niedersachsen Nord V 8 71:47 31:29 1977/78 Verbandsliga Niedersachsen Nord V 3 71:36 41:19 1978/79 Verbandsliga Niedersachsen Nord V 2 75:34 41:19 1979/80 Landesliga Niedersachsen West V 14 48:63 23:37 1978/81 Landesliga Niedersachsen West V 8 53:52 29:31 1981/82 Landesliga Niedersachsen West V 6 56:50 31:29 1982/83 Landesliga Niedersachsen West V 1 64:39 43:17

Ähnlich wie zu Beginn der Saison 1950/51 sollte auch für den BSV als Aufsteiger in die Landesliga Niedersachsen in der Saison 1970/71 ein spektakuläres Ende bevorstehen. Die Kickers belegten stets einen stabilen Mittelfeldplatz, und so schien das abschließende Heimspiel gegen den abstiegsbedrohten VfB Peine, das 2:2 unentschieden endete, keine besondere Bedeutung zu haben. Doch nach dem Abpfiff begann plötzlich das große Rechnen. Der BSV wurde in der Abschlusstabelle Neunter, punktgleich mit den Vereinen TuS Haste, VfL Oldenburg und Eintracht Nordhorn auf den Rängen 6–9. Für die Aufstiegsrunde zur Regionalliga Nord wurden drei niedersächsische Teilnehmer gesucht, doch auf den Plätzen 3–5 lagen die nicht aufstiegsberechtigten Zweitvertretungen der Vereine Eintracht Braunschweig, Hannover 96 und Arminia Hannover. Da bei punktgleichem Stand nicht die Tordifferenz den Ausschlag gab, mussten Entscheidungsspiele auf neutralen Spielfeldern klären, wer aus diesem punktgleichen Quartett den Meister OSV Hannover und den Vizemeister Union Salzgitter in die Aufstiegsrunde zur Regionalliga Nord begleiten durfte. Der BSV hatte in Cloppenburg gegen Eintracht Nordhorn anzutreten, verlor jedoch in der Verlängerung mit 2:3 und verpasste somit die Teilnahme an der Aufstiegsrunde.

So ging man mit einer Enttäuschung in die folgenden Spielzeiten der leistungsmäßig anspruchsvollen Landesliga Niedersachsen. 1971/72 reichte es dort noch mit einem abschließenden 12. Platz zum Klassenerhalt, doch nur ein Jahr später fand das dreijährige Landesliga-Intermezzo der Kickers bereits ein Ende, als man als Viertletzter wieder in die ungeliebte Verbandsliga Nord absteigen musste.

Bei ihren erneuten Versuchen, in die eingleisige Landesliga Niedersachsen zurückzukehren, scheiterten die Kickers immer wieder knapp. Dass der BSV in den 1970er Jahren so lange in der Verbandsliga feststeckte, verhinderte nicht, dass der Verein in jener Zeit Auswahlspieler hervorbrachte, die inzwischen Kultstatus besitzen. Neben Kickers-Urgestein Albert Brouwer sei hier der überragende Abwehrspieler Uwe Groothuis erwähnt.

Am Ende der Saison 1978/79 fand eine Neuorganisation der Ligen statt. Als Vizemeister hat sich Kickers für die neue Landesliga Niedersachsen West direkt qualifiziert.

Die Anpassung an diese neu zugeschnittene Spielklasse fiel dem BSV alles andere als leicht. In der Premierensaison 1979/80 gelang ihnen dort als 14. nur knapp der Ligaverbleib. Nach drei weiteren Spielzeiten in der Landesliga Niedersachsen West gelang es dem BSV in der Saison 1982/83, die Meisterschaft zu erringen und den Aufstieg in die Verbandsliga Niedersachsen zu sichern.

1983 bis 1998 – die Ära Dr. Riedl Saisondaten 1983–1998 Saison Liga Level Platz Tore Punkte 1983/84 Verbandsliga Niedersachsen IV 13 45:68 22:38 1984/85 Verbandsliga Niedersachsen IV 14 44:66 29:39 1985/86 Verbandsliga Niedersachsen IV 16 34:89 13:47 1986/87 Landesliga Niedersachsen West V 2 69:26 44:16 1987/88 Landesliga Niedersachsen West V 1 76:27 47:13 1988/89 Verbandsliga Niedersachsen IV 1 73:29 46:18 1989/90 Verbandsliga Niedersachsen IV 4 54:30 37:23 1990/91 Verbandsliga Niedersachsen IV 1 52:34 41:19 1991/92 Oberliga Nord III 6 60:49 35:29 1992/93 Oberliga Nord III 8 55:54 30:30 1993/94 Oberliga Nord III 1 67:39 41:19 1994/95 Regionalliga Nord III 4 51:42 41:27 1995/96 Regionalliga Nord III 4 61:49 59 1996/97 Regionalliga Nord III 9 40:49 41 1997/98 Regionalliga Nord III 8 54:65 44

Im Jahre 1985 trat Dr. Riedl in die Fußstapfen des BSV Kickers Emden und übernahm das Amt des Vereinspräsidenten. Zwei Jahre zuvor war seine Firma Score bereits zum Hauptsponsor des Vereins geworden. Während seiner Amtszeit erlebte die Mannschaft einen bemerkenswerten Aufschwung. Im Jahr 1991 gelang schließlich der Aufstieg in die damals drittklassige Oberliga Nord.

Die Ära Riedl brachte dem Verein bedeutende Erfolge. Unter seiner Führung gewannen die Emder im Jahr 1994 die Meisterschaft der Oberliga Nord und nahmen an der Aufstiegsrunde zur 2. Fußball-Bundesliga teil, scheiterten jedoch knapp. Das letzte Punktspiel der Saison gegen die HSV-Amateure zog offiziell 12.000 Zuschauer an, was bis heute als Zuschauerrekord gilt.

Im Jahr 1997 verstarb Dr. Riedl, der kurz zuvor sein Amt niedergelegt hatte (1996). Engelbert Schmidt, ein Finanzunternehmer aus Emden, übernahm daraufhin vorläufig die Präsidentschaft. Als Reaktion auf die Erfahrungen mit der alleinigen Präsidentschaft Riedls wurde ein Aufsichtsrat als Kontrollorgan etabliert.

Obwohl der Verein in den 1990er Jahren einen sportlichen Aufschwung erlebte und unter anderem den späteren Nationalspieler Jörg Heinrich hervorbrachte, endete die Ära Riedl auch mit einem beträchtlichen Schuldenberg von damals über 3 Millionen DM (umgerechnet ca. 1,5 Millionen Euro), der nach und nach abgetragen werden musste. Nach dem verpassten Aufstieg 1994 spielten die Kickers in der neu gegründeten Regionalliga Nord, wo sie bis zum Abstieg 1999 nie schlechter platziert waren als auf dem neunten Tabellenplatz.

In der Zeit von 1983 bis 1998 erreichte der BSV zweimal den DFB-Pokal. 1992/93 (1:5 gg. 1. FC Saarbrücken) und 1996/97 (1:3 gg. Fortuna Düsseldorf), jeweils in der 1. Runde ausgeschieden.

Im Jahre 1996 wurde er NFV-Pokalsieger.

1998 bis 2009 – der Traum von der 2. Liga Saisondaten 1998–2009 Saison Liga Level Platz Tore Punkte 1998/99 Regionalliga Nord III 16 49:65 34 1999/00 Oberliga Niedersachsen/Bremen IV 1 73:17 70 2000/01 Oberliga Niedersachsen/Bremen IV 2 52:27 67 2001/02 Oberliga Niedersachsen/Bremen IV 8 67:48 54 2002/03 Oberliga Niedersachsen/Bremen IV 1 83:43 71 2003/04 Oberliga Niedersachsen/Bremen IV 6 53:43 59 2004/05 Oberliga Nord IV 1 64:18 81 2005/06 Regionalliga Nord III 9 50:45 49 2006/07 Regionalliga Nord III 4 50:41 59 2007/08 Regionalliga Nord III 9 43:39 54 2008/09 3. Liga III 6 45:44 59

Im Sommer 1998 kämpfte der Notvorstand um Interimspräsident Engelbert Schmidt um die Existenz des Vereins bezüglich der Altlasten aus der Ära Riedl. Im September 1998 appellierten Schmidt und der Rest des Vorstands gar an die Kickers-Fans und baten um Spenden. Zitat: „Wenn wir nicht bis zum Monatsende 100.000 DM (umgerechnet ca. 50.000 Euro) zusammenbekommen, droht das Aus.“

Die ohnehin schon prekäre Lage spitzte sich Anfang Oktober 1998 sogar noch zu: Nach 113 Tagen legten Interimspräsident Engelbert Schmidt, sein Stellvertreter Fritz-Otto Hempel und Schatzmeister Edzard Wagner ihre Ämter nieder. Schmidt begründete den Rücktritt mit „atmosphärischen Störungen“ zwischen dem Notvorstand und dem Hauptsponsor Score.