Portugal (portugiesisch Portugal [], amtlich Portugiesische Republik, portugiesisch República Portuguesa) ist ein europäischer Staat im Westen der Iberischen Halbinsel. In Portugal befindet sich der westlichste Punkt Kontinentaleuropas. Das Land wird im Süden und Westen vom Atlantischen Ozean, im Osten und Norden von Spanien begrenzt. Außerhalb des Festlandes gehören die Inseln der Azoren und Madeira (mit Porto Santo) zum portugiesischen Staatsgebiet.

Portugal ist Gründungsmitglied der NATO (1949) und der OECD (1948) und Mitglied der Vereinten Nationen (seit 1955), des Europarats (seit 1976) und der Schengener Abkommen (seit 1995). Zum 1. Januar 1986 trat Portugal zusammen mit Spanien den Europäischen Gemeinschaften (EG) bei, aus denen später die Europäische Union (EU) entstand, und zählt außerdem zu den Gründungsstaaten der Eurozone. Das Land ist für den Weinanbau bekannt, insbesondere für den Portwein, und weltweit bedeutendstes Produktionsland für Rohkork.

Geographie mini|Satellitenbild mini|Klimadiagramm Lissabon mini|hochkant=1.3|Typische Landschaft des Alentejo bei Elvas

Portugal hat im Osten und Norden eine 1224 km lange Grenze zu Spanien und im Westen und Süden eine Küste zum Atlantischen Ozean.

Norden Der Norden Portugals hat ein relativ kühles und feuchtes Klima und besteht aus zwei Landschaften: Der Minho im Nordwesten gehört durch die stark entwickelte Industrie zu den am dichtesten besiedelten Gegenden des Landes. Die größten Städte des Minho sind Braga, Guimarães, Vila Nova de Famalicão, Barcelos und Viana do Castelo. Der Minho wird wegen seines Klimas und der vergleichsweise üppigen Vegetation als der grüne Garten Portugals bezeichnet. Auf den Hängen der zahlreichen Flusstäler wird vor allem Wein angebaut, der zum Vinho Verde weiterverarbeitet wird. Daneben gedeihen viele Gemüsesorten. Die natürliche Vegetation ist eine Mischung aus der Flora (umfangreiche Datenbank der Associação Lusitania de Fitosociologia). der gemäßigten Klimazone und der subtropischen Flora; je nach Höhenlage gibt es Eichen, Kastanien, Pinien und Olivenbäume.

Im Nordosten liegt Trás-os-Montes („Hinter den Bergen“). Diese dem Meer abgewandte Seite Nordportugals ist sehr gebirgig, hat kalte Winter und sehr heiße Sommer. Die Vegetation ist bedeutend weniger üppig als im Minho und wird zur Grenze nach Spanien hin spärlicher. Beiden Landschaften ist gemein, dass ihre Gebirgsmassive, wie z. B. Marão oder Peneda-Gerês, von zahlreichen Flüssen wie dem Rio Minho oder dem Rio Douro durchschnitten werden. Im Norden Portugals liegt der Nationalpark Peneda-Gerês. Dort gibt es noch Restbestände naturbelassener Wälder, in denen sich insbesondere die immergrüne Steineiche findet. Bedeutende Städte im Nordosten sind Vila Real, Bragança, Mirandela und Chaves.

Zentrum Die Region Centro, auch Mittelportugal genannt, ist größtenteils hügelig bis gebirgig und hat mit der Serra da Estrela ein beachtliches Gebirge mit Wintersportmöglichkeiten. Der Torre ist mit der höchste Berg Kontinentalportugals. Die wichtigsten Landschaften sind die Beiras, die sich im Osten der Region befinden und wo die Städte wie Castelo Branco, Guarda, Covilhã und Leiria liegen, der Ribatejo im Südwesten der Region, sowie die Metropolregion Lissabon, wo sich Städte wie Santarém, Tomar oder Entroncamento befinden. Die Estremadura ist die westliche Landschaft der Region; dort liegen die Städte, Alcobaça, Caldas da Rainha, Torres Vedras und Óbidos. Die gesamte Region ist fruchtbar und hat ein für den Weinbau günstiges Klima. Die Tradition des Weinbaus reicht bis in die Römerzeit zurück. Daneben werden Getreide, Reis, Sonnenblumen und Gemüse angebaut. Die Region wird durch den Tejo geteilt. Seit dem Bau zahlreicher Staudämme gibt es anders als zuvor kaum noch Überschwemmungen.

Alentejo Der Alentejo ist eine trockene und heiße Region des Landes. Die Oberfläche der gesamten Region ist eben bis hügelig. Die Region ist als frühere Kornkammer Portugals bekannt, ist heute nur dünn besiedelt und von Abwanderung von den Dörfern in die Städte der Region oder andere Regionen des Landes gekennzeichnet; weitläufige Getreidefelder mit Olivenhainen und Korkeichen dominieren die Landschaft. Auch Wein und Sonnenblumen werden angebaut. Die Wiesen dienen zur Schafzucht und sind im Frühling mit Blumen übersät. Zum wirtschaftlichen Niedergang haben die länger werdenden Trockenperioden beigetragen, die mit dem Bau von Staudämmen gemildert werden sollen. Umstritten ist die Anpflanzung von schnell wachsenden Eukalyptusbäumen. Diese stellen ein erhöhtes Risiko für Waldbrände dar, trotzdem haben die Anbauflächen zugenommen. Die südlichen Küstenregionen sind häufig von Kiefernwäldern bewachsen. Daneben finden sich zahlreiche Palmenarten, von denen nur die Zwergpalme einheimisch ist. Im Südwesten der Region, im Kreis Odemira, werden diverse Früchte- und Gemüsearten angebaut, die übers ganze Jahr lang wachsen und teils ins europäische Ausland exportiert werden.

Algarve Die Algarve ist die Südküste des Landes. Sie ist mit ihren hübschen Städten, den Steilküsten und den Sandstränden mit glasblauem Wasser ein beliebtes Urlaubsziel. Im Laufe der Jahre wurde die Algarve immer beliebter und der Tourismus nahm zu. Die größten Städte der Region sind Portimão, Faro, Loulé, Quarteira und Lagos. Der bestimmende Fluss Rio Guadiana bildet zweimal ein längeres Stück die Grenze zu Spanien. An die große sommerliche Hitze angepasst sind zahlreiche sukkulente Pflanzen.

Inseln Zu Portugal gehören auch die Inselgruppen Madeira (Holzinsel) und Azoren (Habichtsinseln) im Atlantik. Sie sind, bis auf die Azoreninsel Santa Maria, Vulkaninseln. Die Inselgruppe Madeira vor der Küste Afrikas hat eine teils tropische und teils subtropische Vegetation. Der höchste Berg Portugals (Ponta do Pico, ) befindet sich auf der Azoreninsel Pico.

Die bedeutendsten Flüsse Portugals sind der Tejo, welcher in Spanien unter dem Namen Tajo entspringt, der Douro (spanisch Duero) und der Mondego, wobei letzterer nur durch Portugal fließt.

Siehe auch: Liste der Städte in Portugal; Liste portugiesischer Inseln.

Fauna Die Tierwelt Portugals unterscheidet sich punktuell, insgesamt aber nur unwesentlich von der Spaniens. Vereinzelt leben hier noch Wölfe, die von Norden her wieder zahlreicher wurden, insbesondere vom Nationalpark Peneda-Gerês her und im Tal des Côa.Portugal – die Rückkehr der wilden Tiere. Bayerischer Rundfunk, 28. November 2020; abgerufen am 23. Oktober 2022.

Der nur auf der Iberischen Halbinsel verbreitete Pardelluchs war in Portugal nahezu ausgestorben; selten wurden Einzeltiere angetroffen, die vermutlich über die Grenze aus Spanien eingewandert sind. Seit den erfolgreichen Aufzucht- und Auswilderungsprogrammen im Naturpark Guadiana und seit 2022 auch an der Algarve erholt sich die portugiesische Luchspopulation und wurde 2022 auf 200 geschätzt.Ausweitung der Auswilderung iberischer Luchse auf die Algarve. theportugalnews.com, 25. Februar 2022; abgerufen am 23. Oktober 2022.

Ansonsten finden sich Europäische Wildkatzen, Füchse, Wildschweine, Hirsche, wilde Ziegen sowie Wildkaninchen. Die kleine Wildpferderasse Garranos lebt vor allem im Norden, insbesondere im Nationalpark Peneda-Gerês. Im Landesinneren kommen diverse Schlangen und Skorpione vor, und insbesondere in der Serra da Estrela findet man dort weitere besondere Arten, etwa die Iberische Gebirgseidechse.

Da Portugal auf einer Zugvogelroute nach Afrika liegt, lassen sich zahlreiche Vögel beobachten, darunter insbesondere im Süden die Flamingos; Steinadler leben und jagen in den Küstengebieten. Dort kommen im Wasser ebenfalls besondere Tierarten vor, etwa die giftige Qualle Portugiesische Galeere oder eine der seltenen Delfinpopulationen in Europa, hier vor allem in den Mündungsgebieten von Sado und Tejo.

Unter den speziell portugiesischen Nutztieren sind neben Pferden wie v. a. das Lusitano auch Rinderrassen zu nennen, im Norden das größere Barrosã und das etwas kleinere Cachena, im Süden das Alentejana und das Mertolenga, von denen auch das bekannte Texas Longhorn abstammt. Zudem existieren einige portugiesische Hunderassen, darunter bekannt gewordene wie der portugiesische Wasserhund oder alte Wach- und Hütehunde wie der Cão de Castro Laboreiro oder der Berghund der Serra da Estrela.Portugiesische Hunderassen auf Hundefunde.de, abgerufen am 23. Oktober 2022.

Bevölkerung

Demografie mini|Bevölkerungsentwicklung Portugals (in Millionen, 1960–2017)

In Portugal lebten im Jahre 2021 insgesamt 10.344.802 Personen, so das Ergebnis der Volkszählung. Damit hat sich die Bevölkerung seit 1900 verdoppelt.

Die portugiesische Bevölkerung wuchs 2019, 9 Jahre nach dem Beginn der Finanzkrise im Jahre 2010, wieder, nachdem sie seit der Finanzkrise geschrumpft war. Einige der Gründe für das erneute Bevölkerungswachstum sind die Aufnahme von Migranten aus den früheren Kolonien, die Verbesserung und Stabilisierung der wirtschaftlichen Lage, welche die Auswanderung junger Portugiesen und Familien stoppte und die Rückkehr von Portugiesen aus dem Ausland. 2020 und 2021 wurden über 10,34 Millionen Einwohner verzeichnet.

Die Geburtenrate, die vor 1920 noch bei 30 pro 1000 Einwohnern lag, ist bis 2021 auf 8,2 pro 1000 Einwohner gesunken. Die Anzahl der Geburten pro Frau lag 2022 statistisch bei 1,4, die der Europäischen Union betrug 1,5. Regional gibt es hinsichtlich der Bevölkerungsentwicklung erhebliche Unterschiede: Während die Bevölkerung der Algarve, Lissabons und der Azoren wächst, geht jene des Alentejo und im Centro zurück.Instituto Nacional de Estatística: Estatísticas Demográficas – 2008. Lissabon 2009, ISBN 978-972-673-961-6, S. 21. Innerhalb Portugals gibt es starke Migrationsbewegungen, wobei die Wanderungsbewegungen aus den Regionen des Hinterlandes in Richtung der Großstädte wie Lissabon, Porto, Coimbra, Braga, Leiria, Aveiro und in die Algarve gehen.

Die Bevölkerung Portugals altert: 2021 lebten in Portugal 1,3 Millionen Personen, die jünger als 16 Jahre alt waren, während 2,5 Millionen Personen 65 Jahre oder älter waren. Dieser Trend ist im Hinterland besonders ausgeprägt; der Grund ist die Abwanderung der jüngeren Bewohner in die Großstädte und in die Metropolregionen. Da zahlreiche Portugiesen, die im Ausland gearbeitet haben, für ihren Lebensabend in ihre Heimat zurückkehren, ist die Alterung der Bevölkerung des Landes besonders prägnant. Die Lebenserwartung der Einwohner Portugals ab der Geburt lag 2022 bei 81,6 Jahren (Frauen: 84,5, Männer: 78,8).

Bevölkerungsstruktur

Portugal ist, bezogen auf die alteingesessene Bevölkerung, in sprachlicher, ethnischer und religiöser Hinsicht ein sehr homogenes Land.

Die portugiesische Sprache wird im ganzen Land gesprochen und nur in den Dörfern von Miranda do Douro wird ein dem Asturischen zugeordneter Dialekt (Mirandesisch) gesprochen, der als Minderheitensprache anerkannt wird.