mini|Kapellenruine St. Maria (Maria Schnee), ehemals Burgkapelle auf dem Schauerstein.

Schauerstein war ein Gemeindeteil von Griffenwang im ehemaligen Landkreis Parsberg und ist im Truppenübungsplatz Hohenfels zur Wüstung geworden.

Geographische Lage Die Einöde lag im Oberpfälzer Jura der Fränkischen Alb auf circa 580 m über NHN ca. 1 km südöstlich von Griffenwang.

Geschichte Die Burg Schauerstein gelangte 1297 von Ulrich Lotter samt den zugehörigen Gütern an das Hochstift Regensburg.Jehle, S. 385, 395 Im 19. Jahrhundert erscheint eine „Hofmark Schauerstein“, bestehend aus der Klause, der „Schauerklausel“, und der Wallfahrtskirche Schauerstein sowie einigen Gütern des Regensburger Domkapitels im hochstiftischen Amt Hohenburg; einen eigenen Rechtsstatus hatte diese Hofmark nicht. Die Wallfahrt ging noch im 19. Jahrhundert ein.Jehle, S. 465 f.

Durch das Königreich Bayern (1806) wurde um 1810 der Steuerdistrikt Griffenwang gebildet und 1811 zum Landgericht Parsberg gegeben.Jehle, S. 516 Diesem gehörten die Dörfer Griffenwang und Kittensee sowie die Einöden Aderstall, Neudiesenhof, Oberkeitenthal, Schauerstein (1 Häusl, die vorherige Klause)Jehle, S. 512 und Unterkeitenthal an. Mit dem zweiten bayerischen Gemeindeedikt von 1818 wurde daraus eine Ruralgemeinde.Jehle, S. 532, 542 Im Zuge der Bildung eines Truppenübungsplatzes für US- und NATO-Truppen wurde die zwischenzeitlich dem Landkreis Parsberg angehörende Gemeinde von der Größe von 1083,39 ha mit den sechs Orten Aderstall, Griffenwang, Kittensse, Oberkeitenthal, Schauerstein und Unterkeitenthal bis zum 1. Oktober 1951 geräumt und ihre Bewohner umgesiedelt; die Orte wurden zu Wüstungen.Jehle, S. 519Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München , Sp. 575 Die noch formal bestehende Gemeinde Griffenwang wurde zum 1. Oktober 1970 nach Velburg eingemeindet. Der Gemeindename wurde aufgehoben.Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799-1980. München 1983, S. 546 f.Jehle, S. 565

In der Einöde wohnten 1838: 6 Einwohner (1 Haus, 1 Marien-Wallfahrtskirche)Joseph Lipp (Bearbeiter): Matrikel des Bisthums Regensburg. Regensburg 1838, S. 3 1861: 4 Einwohner (2 Gebäude)Joseph Heyberger: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon, München 1867, Sp. 795 1871: 5 Einwohner (4 Gebäude; Großviehbestand 1873: 2 Stück Rindvieh) 1900: 8 Einwohner (2 Wohngebäude) 1925: 5 Einwohner (1 Wohngebäude) 1950: 8 Einwohner (2 Wohngebäude) Zuletzt waren es zwei Familien, die in den beiden Anwesen wohnten, die aus dem ehemaligen Einsiedlerhaus entstanden sind. Heute sind nur noch Grundmauern, Balkenreste und die Außenmauern der Kirche zu sehen.Schauerstein auf Onetz.de

Kirchliche Verhältnisse Die Ansiedelung gehörte zur katholischen Pfarrei Allersburg im Bistum Regensburg.Jehle, S. 382 Die Kinder gingen allerdings im 19./20. Jahrhundert 2,5 km weit zur katholischen Schule in Pielenhofen. Für Schauerstein selbst ist um 1835 eine Wallfahrtskirche „Maria Schnee“, die ehemalige Schlosskapelle, genannt. Der Altar mit der Marienfigur kam bei der Ablösung von Schauerstein nach Regensburg in das Kloster der Englischen Fräulein.

Literatur

Einzelnachweise

Kategorie:Wüstung in Velburg