mini|hochkant|Oskar Lehner (2017)

Oskar Lehner (* 21. Oktober 1955 in Linz) ist ein österreichischer Rechtswissenschaftler. Er war internationaler Experte für Wahlbeobachtung, Durchführung von Wahlen, Menschenrechtsschutz und für den Aufbau staatlicher Institutionen (z. B. Parlamente, Ombudsmänner) in Krisenländern.

Werdegang und Wirken Nach der Promotion (in Jura 1978) war Oskar Lehner von 1978 bis 1994 als Universitätsassistent bzw. als Assistenzprofessor an der Johannes Kepler Universität Linz (JKU) tätigSiehe Vademekum der Geschichtswissenschaften, 10. Ausgabe (2012/2013), Verlag Franz Steiner, Stuttgart 2012, ISBN 978-3-515-10079-3, S. 463.. Er habilitierte sich 1987 im Fach „Neuere Österreichische Rechtsgeschichte“ mit einer Arbeit zur österreichischen Familienrechtsgeschichte. Seine Werke zur österreichischen Familienrechtsgeschichte und zur Verfassungs- und Verwaltungsgeschichte Österreichs sind bis heute vielfach zitierte Standardwerke der Rechtsgeschichte.

Er verzichtete nach 16 Jahren auf eine weitere wissenschaftliche Laufbahn an der JKU und begann 1994 eine neue berufliche Karriere als selbständiger internationaler Rechtsexperte. Dazu motivierten ihn erste Erfahrungen bei einem mehrmonatigen Einsatz zur Wahlbeobachtung in Kambodscha 1993, sowie journalistische Nebentätigkeiten: 1979 und 1986 war er mehrfach als free lance Journalist in El Salvador oder NicaraguaBericht zur Tätigkeit in Nicaragua. Abgerufen am 10. März 2022. tätig, und arbeitete 1990 für die außenpolitische Redaktion der Tageszeitung Der Standard.

23 Jahre (1993–2016) war er als internationaler Experte für Wahlbeobachtung, Durchführung von Wahlen, Menschenrechtsschutz und Aufbau staatlicher Institutionen für die Vereinten Nationen, die Europäische Union und die OSZE in Krisenländern im Einsatz. Oskar Lehner lehrte (2006–2009) auch an der OSCE Academy in Bischkek (Kirgisistan).Newsletter der OSCE Academy, Dez. 2008. Abgerufen am 9. März 2022.

2016 trat er in den Ruhestand und begann eine dritte Karriere als Weltreisender und Reiseschriftsteller. Er startete 2016 mit seiner Partnerin Ursula Forster in einem Wohnmobil eine Reise um die Welt in mehreren Etappen. Die erste Etappe von Feuerland bis Alaska dauerte von Dezember 2016 bis Februar 2020. Es wird regelmäßig in Reiseblogs und Vorträgen über den Fortgang der Reise berichtet (s. u. den Abschnitt „Reisen und Reiseberichte“).Vgl. auch jeweils aktuelle Berichte auf der Homepage Oskar Lehners. Abgerufen am 25. März 2022.

Internationale Einsätze als Rechtsexperte (Auswahl) Oskar Lehner war ein international gefragter und bald hochrangiger Experte im Feld internationaler Missionen und war in Europa (Bosnien, Kroatien und Kosovo), in Afrika (Ruanda, Sierra Leone, Nigeria, Tansania und Somalia) sowie in Asien (Palästina, Kambodscha, Afghanistan, Pakistan, Tadschikistan, Kirgisistan und Indonesien) tätig.Für eine vollständige Liste siehe die Bio auf der Homepage Oskar Lehners. Abgerufen am 10. März 2022. 1993: Election Investigation Officer, Kambodscha, UNTAC, Organisation der Wahlen. 1994–1995: Head of Field Office in Gisenyi, Ruanda, Menschenrechtsmission (Mission des OHCRBericht zur Mission in Ruanda, in Französisch, PDF. Abgerufen am 9. März 2022.). 1996: Director for Human Rights and Democratization, Bosnien, Mission der OSZE in Bosnien 1996.Siehe OSZE Jahrbuch 1997, online, in Englisch, PDF. Abgerufen am 9. März 2022. 1996–1997: Head of Coordination Office in Knin, Kroatien, Mission der OSZE in Kroatien (Schutz der Minderheiten, Wahlbeobachtung).Bericht zur OSZE-Mission Kroatien, online, PDF. Abgerufen am 9. März 2022. 1998–1999: Deputy Head of Mission, Tadschikistan, Mission der OSZE (Unterstützung der Umsetzung des Friedensvertrags von 1997).Abschlussbericht Tadschikistan 1999, online, in Englisch, PDF. Abgerufen am 9. März 2022. 2000: Deputy Head of Mission, gemeinsame UNDP/OSZE Wahlbeobachtungskommission, Tadschikistan. 2000–2001: Head of Field Office, Vushtrria/Vučitrn, Kosovo, Mission der OSZE zur Organisation der Parlamentswahlen, sowie zum Aufbau der Lokalverwaltung dort. 2002: Deputy Chief Observer, Pakistan, EU-Wahlbeobachtungsmission (EUEOM, European Election Observation Mission der EU).Abschlussbericht zur EUEOM-Wahlbeobachtung in Pakistan 2002, online, in Englisch, PDF. Abgerufen am 9. März 2022. 2002: Long Term Observer, Sierra Leone, EU-Wahlbeobachtungsmission (EUEOM) der EU, Präsidentschaftswahlen in Sierra Leone.Abschlussbericht zur EUEOM-Wahlbeobachtung in Sierra Leone, online, in Englisch, PDF. Abgerufen am 9. März 2022. 2003: Country Director, Tadschikistan, Civic Education Projekt 2003 (Einführung von Schulbüchern), International Foundation for Electoral Systems (IFES).Aktuelle Homepage der International Foundation for Electoral Systems (IFES). Abgerufen am 8. März 2022. 2003: Deputy Chief Observer, Nigeria, EU-Wahlbeobachtungsmission (EUEOM) der EU.Abschlussbericht zur EUEOM-Wahlbeobachtung in Nigeria 2003, online, in Englisch, PDF. Abgerufen am 9. März 2022. 2004: Deputy Chief Observer, Indonesien, EU-Wahlbeobachtungsmission (EUEOM) der EU.Bericht zur EUEOM-Wahlbeobachtung in Indonesien 2003-2004, in Englisch, PDF. Abgerufen am 9. März 2022. 2005–2006: Chief Technical Advisor for Election, Kirgisistan, UNDP, Unterstützung bei der Durchführung von Wahlen. 2007–2009: Human Rights Advisor, Country Team Kirgisistan, Implementierung des Human Rights Based Approach, United Nations – UN, = Aufbau nationaler Menschenrechtsstrukturen und Stärkung der Ombudsman-Institution vor Ort. 2009–2010: Project Manager, Tansania, Election Support Project (UNDP), Unterstützung bei der Durchführung der Wahlen 2010, insbesondere in Sansibar. 2011–2014: Senior Technical Advisor, Afghanistan, UNDP, UNAMA, Unterstützung bei der Durchführung von Wahlen.Abschlussbericht zur Wahlbeobachtung in Afghanistan, in Englisch, PDF. 2014–2016: Chief Technical Advisor, Nationenbildungs-Projekt Somalia (Parliamentary and Constitutional Support Project des UNDP).Abschlussbericht der UNDP-Mission Somalia, in Englisch, PDF. Abgerufen am 9. März 2022.

Publikationen (Auswahl) Oskar Lehner hat bisher sieben Bücher und ca. 45 Artikel in wissenschaftlichen Zeitschriften und anderen Medien veröffentlicht. Hier wird eine Auswahl von zwanzig dieser fünfzig Publikationen dargestellt.

Bücher (Hrsg. mit Ursula Floßmann): Frau, Recht, Gesellschaft. Seminar zur Frauenrechtsgeschichte. Universitätsverlag Trauner, Linz 1985, ISBN 3-85320-365-5 (auch online full text Frau, Recht, Gesellschaft, PDF). Familie – Recht – Politik. Die Entwicklung des österreichischen Familienrechts im 19. und 20. Jahrhundert. Mit Geleitworten von Christian Broda und Walter Hauser, Springer Verlag, Wien/New York 1987, ISBN 3-211-81984-3. Österreichische Verfassungs- und Verwaltungsgeschichte. Mit Grundzügen der Wirtschafts- und Sozialgeschichte, Universitätsverlag Trauner, Linz 1992, ISBN 3-85487-339-5; inzwischen 4. Auflage 2007. Kinder- und Jugendrecht, Verlag Kremayr & Scheriau, Wien 1993, ISBN 3-7007-0368-6.

Artikel und Buchbeiträge Grundprinzipien des nationalsozialistischen Arbeitsrechtes, in: Zeitgeschichte, , 8. Jg. (1980/1981), S. 215–227 (auch online full text „Nationalsozialistisches Arbeitsrecht“, PDF). Hilfe für das Volk von El Salvador, in: Vorwärts (Organ der KPÖ Bezirk Steyr), 14. Jg. (1981) Heft 3, S. 4–5.Bericht zum Vortrag „Hilfe für El Salvador“. Abgerufen am 10. März 2022. Autoritäre Züge der ständestaatlichen Rechtsordnung in Österreich, in: Zeitgeschichte, , 10. Jg. (1982/1983), S. 3–25. Die Entwicklung der österreichischen Sozialdemokratie, dargestellt an Hand ihres Eigentumverständnisses, in: Zeitgeschichte, , 11. Jg. (1983/84), S. 1–18. Costa Rica - USA: droht eine Honduranisierung Costa Ricas?, in: Andreas Maislinger (Hrsg.): Costa Rica. Politik, Gesellschaft und Kultur eines Staates mit ständiger aktiver und unbewaffneter Neutralität, Inn-Verlag, Innsbruck 1986, ISBN 3-85123-091-4, S. 117–126. (mit anderen): Diskussion, in: Herbert Hofmeister (Hrsg.): Kodifikation als Mittel der Politik. Vorträge und Diskussionsbeiträge über die deutsche, schweizerische und österreichische Kodifikationsbewegung um 1900, Böhlau Verlag, Wien etc. 1986, ISBN 3-205-07007-0, S. 67–76. Von der Kabinettsjustiz zur richterlichen Unabhängigkeit. Die Stellunq der Justiz im Staat des ausgehenden 18. Jahrhunderts bis zum Ersten Weltkrieg, in: Erika Weinzierl und Karl R. Stadler (Hrsg.): Symposion zur Geschichte der richterlichen Unabhängigkeit in Österreich am 24. und 25. Oktober 1986, Edition Geyer, Wien etc. 1987, S. 1–56. Nicaragua und El Salvador (div. Texte), in: Harald Irnberger und Leo Gabriel (Hrsg.): Im Schatten del Vulkane. 10 Jahre Zentralamerika in Reportagem, Analysen und Interviews (1977–1987), Verlag der Österreichischen Staatsdruckerei („Edition S“), Wien 1987, ISBN 3-7046-0068-7, Texte in Kap. I (Texte 1977–1979), Kap. II (Texte 1980–1981) und Kap. V (Texte ab 1986). Senatus Consultum Velleianum. Die Wiederkehr einer antiken Rechtsfigur im frühneuzeitlichen österreichischen Recht, in: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte (Germanistische Abteilung), , Jg. 105 (1988), S. 270–288. Die völkerrechtliche Identität der Republik Deutschösterreich 1918/19 im Lichte der Entwicklung der Lehre von der Staatensukzession, in: Geschichte und Gegenwart. Vierteljahreshefte für Zeitgeschichte, , Heft 19 (1991), S. 284–304. Die Entstehung des Staates Albanien und seine völkerrechtliche Identität im 20. Jahrhundert, in: Dardania. Zeitschrift für Geschichte, Kultur, Literatur und Politik, , Nr. 2/3 (1992), S. 101–118. The Identity of Austria 1918/19 as a problem of State Succession, in: Austrian journal of public and international law, , 44. Jg. (1992), S. 63–84. Schwangerschaftsabbruch in Österreich, in: Marianne Enigl und Sabine Perthold (Hrsg.): Der weibliche Körper als Schlachtfeld. Neue Beiträge zur Abtreibungsdiskussion, Promedia Verlag, Wien 1993, ISBN 3-900478-62-7, S. 103–124. Verfassungsentwicklung, in: Emmerich Tálos, Herbert Dachs, Ernst Hanisch und Anton Staudinger (Hrsg.): Handbuch des politischen Systems Österreichs. Erste Republik 1918–1933, Manz Verlag, Wien etc. 1995, ISBN 3-214-05966-1, S. 45–55. Drogenpolitik in Österreich, dargestellt am Beispiel der Alkoholgesetzgebung vom 15. bis ins frühe 19. Jahrhundert, in: Werner Ogris (Hrsg.): Gedächtnisschrift Herbert Hofmeister, Manz Verlag, Wien etc. 1996, ISBN 3-214-06131-3, S. 347–368. Tajikistan: a successful example of incorporation of a militant Islamic movement into the constitutional framework?, in: Andrea Strasser (Hrsg.): Zentralasien und Islam, Deutsches Orient Institut (DOI), Hamburg 2002, ISBN 3-89173-067-5, S. 109–115. Nigeria. We're Not Here To Interfere With Election Process – EU Observer (Interview), in: Daily Trust (Newspaper), Lagos (Nigeria), April 11, 2003.Full text des „Daily-Trust“-Interviews online, Subskription nötig. Abgerufen am 9. März 2022. Human Rights Based Approach (HRBA) and Programming Advanced Training for the UN Country Team in Kyrgyzstan, UNDP, Kirgistan Mission, Bischkek 2006, online only (Oskar Lehner: In: Slideplayer, englisch, full text with 91 presentation slides). Respecting Human Rights in Central Asia. Will this Stabilize or Destabilize the Region?, in: Security and Human Rights, , Nr. 1 (2009), S. 48–55. Rushwa CCM – inatisha UNPD.Übersetzung: Die Korruption der CCM macht der UNPD Angst. Vortrag, Konferenz des UNDP in Daressalam August 2010, auszugsweise übersetzt in Swahili (siehe full text Bericht zur Konferenz Dar es Salaam 2010, in Swahili). (mit Ursula Forster): Die Zerstörung der Villa Peham in Hinterstoder – ein oberösterreichischer Landkrimi, in: Denkma[i]l. Nachrichten der Initiative Denkmalschutz, , Heft 29/30 (2021), S. 4–19.

Reisen und Reiseberichte 2005–2014: Asien (Afghanistan, Kirgisistan, Nepal, Indien, Iran) Infos und Foto-Blogs zu den verschiedenen Asien-Reisen.