Drzycim (deutsch Dritschmin, 1942–1945 Dretz) ist ein Dorf im Powiat Świecki der polnischen Woiwodschaft Kujawien-Pommern. Es ist Sitz der gleichnamigen Landgemeinde und hatte im Jahr 2011 ca. 1300 Einwohner.
Geographische Lage Das Dorf liegt im historischen Westpreußen am Schwarzwasser (Wda), einem linksseitigen Nebenfluss der Weichsel, etwa fünf Kilometer nordwestlich der Stadt Świecie (Schwetz) und zwölf Kilometer südwestlich der Stadt Nowe (Neuenburg i. Westpr.)Drzycim. GeoNames.org; abgerufen am 14. Februar 2021.
Geschichte mini|Dorfkirche mini|Häuser im Dorfzentrum Von 1818 bis zum Ende des Ersten Weltkriegs gehörte das Dorf Dritschmin zum Kreis Schwetz im Regierungsbezirk Marienwerder der preußischen Provinz Westpreußen des Deutschen Reichs. Aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags musste das Kreisgebiet mit dem Dorf 1920 zum Zweck der Einrichtung des Polnischen Korridors an die Zweite Polnische Republik abgetreten werden.
Während des Zweiten Weltkriegs war die Region mit dem Dorf von der deutschen Wehrmacht besetzt und gehörte seit 1939 völkerrechtswidrig zum Reichsgau Danzig-Westpreußen im Regierungsbezirk Bromberg. Soweit die deutschen Einwohner nicht vor Kriegsende geflohen waren, wurden sie nach 1945 vertrieben.
Demographie + Bevölkerungsentwicklung bis 1945 Jahr Einwohnerzahl Anmerkungen 1676 77 darunter der Schulze und Lehnmänner 1773 181 katholische Bewohner in 48 Haushaltungen (zwei Freischulzen, zwei Lehnmänner, 21 bäuerliche Pächter, ein Handwerker, ein Gewerbetreibender)Richard Wegner, Hans Maercker: Ein Pommersches Herzogthum und eine Deutsche Ordens-Komthurei. Kulturgeschichte des Schwetzer Kreises, nach archivalischen und anderen Quellen bearbeitet. Band II, Theil II: Spezielle Ortgeschichte. In: Zeitschrift des Westpreussischen Geschichtsvereins, 1880, Heft XVIII, S. 184–186; Th. Bertling, Danzig; books.google.de 1818 227 Alexander August Mützell, Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preussischen Staats. Band 1: A-F. Halle 1821, S. 300, Ziffer 2165; . 1864 432 davon 56 Evangelische und 367 Katholiken, 47 PrivatwohnhäuserEmil Jacobson: Topographisch-statistisches Handbuch für den Regierungsbezirk Marienwerder. Danzig 1868, S. 152–153, Ziffer 67; . 1905 905 1910 1048 am 1. Dezember, davon 215 Evangelische, 858 Katholiken, zehn Juden, ein Sonstiger (263 mit deutscher und 781 mit polnischer Muttersprache)Gemeindelexikon der Regierungsbezirke Allenstein, Danzig, Marienwerder, Posen, Bromberg und Oppeln. Auf Grund der Volkszählung vom 1. Dezember 1910 und anderer amtlicher Quellen. Heft III: Regierungsbezirk Marienwerder. Königlich Preußisches Statistisches Landesamt, S. 58–59, Ziffer 24: Dritschmin; books.google.de
Gemeinde Zur Landgemeinde (gmina wiejska) Drzycim gehören elf Dörfer mit einem Schulzenamt (solectwo).
Literatur Richard Wegner, Hans Maercker: Ein Pommersches Herzogthum und eine Deutsche Ordens-Komthurei. Kulturgeschichte des Schwetzer Kreises, nach archivalischen und anderen Quelle bearbeitet. Band I: Theil I und Theil II bis 1466. Louis Türk, Posen 1872; books.google.de Band II: Eine polnische Starostei und ein preussischer Landrathskreis. Geschichte des Schwetzer Kreises 1466–1873. In: Zeitschrift des Westpreussischen Geschichtsvereins, 1880, Heft XVII, S. 1–81; Th. Bertling, Danzig; books.google.de Band II, Theil II: Spezielle Ortgeschichte. In: Zeitschrift des Westpreussischen Geschichtsvereins, 1880, Heft XVIII, S. 184–186, Th. Bertling, Danzig; Th. Bertling, Danzig; books.google.de
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Einzelnachweise
Kategorie:Ort der Woiwodschaft Kujawien-Pommern Kategorie:Gmina Drzycim