mini|Jane Fonda (2015) Jane Seymour Fonda (* 21. Dezember 1937 in New York) ist eine US-amerikanische Schauspielerin, Bürgerrechtlerin und Klimaschutzaktivistin.
Die Tochter des Hollywood-Stars Henry Fonda wurde zu Beginn ihrer Filmkarriere in den 1960ern durch Filme wie Cat Ballou und Barbarella vor allem als Sexsymbol wahrgenommen. Im Kino des New Hollywood gelang jedoch die Entwicklung zu einer ernsthaften Charakterdarstellerin, und sie wurde für ihre Rollen in Klute (1971) und Coming Home – Sie kehren heim (1978) jeweils mit dem Oscar als Beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet. Von 1990 bis 2005 legte sie als Filmschauspielerin eine Pause ein.
Politisch engagierte sie sich ab 1969 im Kampf gegen den Vietnamkrieg und avancierte später mit zahlreichen Aerobic-Videos zur Fitness-Queen.
Familie und Kindheit Jane Fonda ist die Tochter von Hollywood-Star Henry Fonda (1905–1982) und dessen Ehefrau Frances Seymour Brokaw Fonda (1908–1950). Ihre Mutter konnte ihren Stammbaum zu Edward Seymour zurückverfolgen, dem Bruder von Jane Seymour, der im Jahr 1537 im Kindbett verstorbenen dritten Ehefrau des englischen Königs Heinrich VIII. Jane Fonda ist die ältere Schwester von Peter Fonda (1940–2019) und Tante von Bridget Fonda (* 1964), die beide ebenfalls Erfolge in Hollywood feiern konnten.
Ihre Mutter Frances Fonda starb 1950 an ihrem 42. Geburtstag. Sie litt Zeit ihres Lebens unter schweren Depressionen und nahm sich selbst das Leben. Ihr Mann hatte drei Monate zuvor die Scheidung wegen der 21-jährigen Susan Blanchard angekündigt. Die folgende dritte Ehe ihres Vaters hielt bis 1956. Die 12-jährige Jane, der man erzählt hatte, ihre Mutter sei einem Herzinfarkt erlegen, erfuhr erst ein Jahr später durch einen Zeitungsartikel von den Hintergründen.
Karriere Erfolge als Hollywood-Star mini|Jane Fonda in Nijmegen bei einer Veranstaltung über den Vietnamkrieg, 1975 Bereits im Jahr 1954 trat sie zusammen mit ihrem Vater am Theater auf. Ab 1958 besuchte sie das Actors Studio von Lee Strasberg, der sie zu einer Schauspielkarriere ermutigte, während sie sich selbst anfangs unsicher war. 1960 wurde sie für ihre Darstellung in dem Bühnenstück There Was a Little Girl für den Tony Award nominiert. Im selben Jahr drehte sie auch ihren ersten Kinofilm, Edward Dmytryks Drama Je länger – je lieber, in dem sie Filmpartnerin von Anthony Perkins war. Diese Darstellung brachte ihr im Jahr 1962 einen Golden Globe als beste Nachwuchsdarstellerin ein. Es folgten eine Reihe eher unauffälliger weiblicher Hauptrollen, darunter in den Komödien Zeit der Anpassung (1962) und Sonntag in New York (1963).
Mit René Cléments doppelbödigen Psychothriller Wie Raubkatzen an der Seite von Alain Delon gelang ihr im Jahr 1964 der internationale Durchbruch. Die folgenden Jahre waren von zunehmendem Erfolg und, neben weiteren Hollywood-Filmen, auch einigen Arbeiten in der französischen Filmindustrie geprägt. Beginnend mit Der Reigen aus dem Jahr 1964 drehte sie mehrere Projekte mit ihrem damaligen Ehemann, dem französischen Regisseur Roger Vadim. Insbesondere durch ihre Titelrolle einer liebestollen Astronautin und Diplomatin in der Science-Fiction-Komödie Barbarella (1968) unter Vadims Regie wurde sie zu einem bekannten Sexsymbol der 1960er-Jahre. Auch in Hollywood hatte sie in dieser Zeit einige Erfolge, so in dem Western Cat Ballou – Hängen sollst du in Wyoming (1965) als junge Frau, welche den Mord an ihrem Vater rächen möchte. Gemeinsam mit Robert Redford stand sie für Arthur Penns Drama Ein Mann wird gejagt (1966) und für die Komödie Barfuß im Park (1967) nach dem gleichnamigen Stück von Neil Simon vor der Kamera.
Mit ihrer Darstellung einer gescheiterten Schauspielerin in Sydney Pollacks Drama Nur Pferden gibt man den Gnadenschuß gelang es Fonda 1969, auch in den USA auf ihr Talent als dramatische Schauspielerin aufmerksam machen. Die Darstellung brachte ihr ihre erste Oscar-Nominierung ein. Im folgenden Jahrzehnt war Fonda vor allem in ersten Rollen erfolgreich. Für ihre Hauptrolle als Callgirl Bree Daniels in dem Kriminaldrama Klute an der Seite von Donald Sutherland wurde sie 1972 mit dem Oscar als Beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet, außerdem mit dem Golden Globe sowie diversen weiteren Filmpreisen. Ein Jahr später stand sie für Regisseur Joseph Losey in der Titelrolle der Ibsen-Verfilmung Nora vor der Kamera. In dem Jahr spielte sie auch nochmals zusammen mit Donald Sutherland, in der weniger erfolgreichen Komödie Ganoven auf Abwegen.
Nach mehreren Jahren ohne größeren Filmerfolg verkörperte Fonda 1977 die sozialistische Schriftstellerin Lillian Hellman in dem Nationalsozialismus-Drama Julia, was ihr eine erneute Oscar-Nominierung einbrachte. Im selben Jahr spielte sie außerdem neben George Segal in Ted Kotcheffs Krimikomödie Das Geld liegt auf der Straße. Großen Erfolg hatte sie 1978 als Ehefrau eines traumatisierten Vietnam-Veterans in dem Antikriegsfilm Coming Home – Sie kehren heim unter Regie von Hal Ashby. Sie wurde hierfür auf der Oscarverleihung 1979 mit dem Oscar als Beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet, während ihr Filmpartner Jon Voight dort den Preis als Bester Hauptdarsteller bekam. Auch ihre anderen beiden Filme im selben Jahr, das moderne Westerndrama Eine Farm in Montana und die Komödie Das verrückte California-Hotel, wurden für diverse Filmpreise wie den Oscar berücksichtigt. 1979 arbeitete sie erneut mit Sydney Pollack und Robert Redford zusammen, bei dem Drama Der elektrische Reiter, und spielte überdies im Katastrophenfilm Das China-Syndrom neben Jack Lemmon und Michael Douglas. Es war einer der ersten amerikanischen Filme, der sich kritisch mit der Nutzung der Kernenergie auseinandersetzte.
mini|Dolly Parton, Lily Tomlin und Jane Fonda (2000) An den Kinokassen war 1980 die Komödie Warum eigentlich … bringen wir den Chef nicht um? sehr erfolgreich, in der Fonda, Lily Tomlin und Dolly Parton ein Frauentrio darstellen, dass sich an ihrem boshaften Chef rächt. Mit einem Einspielergebnis von knapp über 100 Millionen US-Dollar war es nach Das Imperium schlägt zurück der kommerziell zweiterfolgreichste Film des Kinojahres 1980 in den USA. Im Jahr 1981 erschien der Film Am goldenen See, in dem sie das erste und einzige Mal zusammen mit ihrem Vater Henry Fonda – und außerdem Katharine Hepburn – vor die Kamera trat. In diesem Film verkörpert sie die sich wenig wertgeschätzt fühlende Tochter eines von Henry Fonda gespielten Professors; Henry Fonda erhielt für seine Rolle in diesem Film den lange ersehnten Oscar. Im selben Jahr war Jane Fonda überdies in Alan J. Pakulas Das Rollover-Komplott als Filmpartnerin von Kris Kristofferson zu sehen.
Während Fonda in den 1980er-Jahren mit ihren Aerobic-Videos sehr populär wurde, drehte sie deutlich weniger Filme, die zudem meist wenig populär an den Kinokassen waren. 1984 wurde sie für ihre Darstellung im Fernsehfilm The Dollmaker mit einem Emmy ausgezeichnet. 1985 spielte sie die Hauptrolle einer Psychologin in Norman Jewisons Drama Agnes – Engel im Feuer, das sich mit Fragen nach dem Verhältnis von Glauben und Wissenschaft auseinandersetzt. Es folgten Sidney Lumets Thriller Der Morgen danach (1986) an der Seite von Jeff Bridges – welcher Fonda ihre siebte und bislang letzte Oscar-Nominierung einbrachte – sowie ein Auftritt mit Gregory Peck im Drama Old Gringo (1989). Im Jahr 1990 spielte sie die Rolle der Witwe Iris King in Martin Ritts Filmdrama Stanley & Iris mit Robert De Niro als ihrem Filmpartner. Danach zog sie sich aus dem Filmgeschäft zurück, wofür ihre Ehe mit dem Milliardär Ted Turner als ein Grund gilt, wobei sie auch ein generell nachlassendes Interesse bei sich an der Schauspielerei anführte.
Fonda als Fitnessikone Fonda gehört seit Ende der 1970er Jahre zu den Protagonistinnen einer Fitness-Welle. Mit Aerobic-Videos und später auch Stretch- und Yoga-Videos schuf Fonda zusammen mit dem Videoproduzenten Stuart Karl ein Fitness-Imperium, dessen Wert später auf über 600 Millionen US-Dollar geschätzt wurde. stern.de Nach einigen Todesfällen von Freizeitsportlern vertrat die ursprünglich höchst radikale Anforderungen an den Körper propagierende Fonda („Hintern bewegen!“) schließlich eine gemäßigtere Linie. Im Alter gestand sie sogar ein, mehr als dreißig Jahre an Bulimie gelitten zu haben.
Ab 2005: Comeback als Schauspielerin mini|Jane Fonda, 2005 2001 hatte sie einen kurzen Cameo-Auftritt in Barry Levinsons Gangsterkomödie Banditen!, in der auch ihr Sohn Troy Garity mitwirkte. Ihre erste richtige Filmrolle nach 15 Jahren Pause übernahm sie aber erst im Jahr 2005 in der Komödie Das Schwiegermonster, in der Titelrolle als böse Schwiegermutter von Jennifer Lopez. Der Streifen, der bei der Kritik weitgehend durchfiel, erwies sich als Fondas erster Kassenschlager seit fast einem Vierteljahrhundert. Kurz vor der Premiere des Films brachte sie ihre Autobiografie unter dem Titel My Life So Far auf den Markt, mit der sie die Bestsellerlisten anführte. Dazu vermarktete sie eine DVD-Ausgabe ihrer Aerobic-Videos. Es folgten Rollen in der Komödie Georgias Gesetz (2007) sowie der deutsch-französischen Produktion Und wenn wir alle zusammenziehen? (2011).
2009 war Fonda, nach 46 Jahren Pause, wieder am Broadway engagiert und erhielt für ihre Rolle in Moisés Kaufmans Stück 33 Variations eine Nominierung für den Tony Award. Von 2012 bis 2014 war sie wiederkehrend in der Serie The Newsroom zu sehen. 2014 spielte sie eine Matriarchin in der Tragikomödie Sieben verdammt lange Tage, im darauffolgenden Jahr war sie in Paolo Sorrentinos mehrfach ausgezeichnetem Drama Ewige Jugend an der Seite von Michael Caine zu sehen. 2017 drehte sie bei dem Drama Unsere Seelen bei Nacht letztmals mit Robert Redford, danach war sie in den Komödien Book Club – Das Beste kommt noch (2018), 80 für Brady und Book Club – Ein neues Kapitel (beide 2023) zu sehen.
Von 2015 bis 2022 spielte Jane Fonda in der von Marta Kauffman und Howard J. Morris produzierten Netflix-Sitcom Grace and Frankie die Rolle der Grace, an der Seite von Lily Tomlin als Frankie. Nachdem die beiden sehr unterschiedlichen Frauen Gracie und Frankie herausfinden mussten, dass ihre jeweiligen Männer in einer Beziehung miteinander sind, ziehen sie zusammen. Die Serie erwies sich als populär und erreichte insgesamt sieben Staffeln, was sie zur Netflix-Originalserie mit den meisten Staffeln und Episoden macht.Grace and Frankie: 7. und letzte Staffel bestellt, abgerufen am 5. September 2019
Deutsche Synchronstimme In frühen Synchronisationen der 1960er-Jahre wurde Fonda jeweils mehrfach von Ingeborg Wellmann, Karin Remsing und Heidi Treutler gesprochen, ohne eine feste Standardsprecherin zu haben. Beginnend mit der Synchronisation ihrer oscarprämierten Rolle in Klute lieh Renate Küster Fonda von Mitte der 1970er-Jahre bis zu ihrem zeitweiligen Rückzug von der Schauspielerei 1990 am häufigsten die Stimme. Nach Fondas Comeback im Jahr 2005 ist vor allem Judy Winter ihre deutsche Standardstimme bei Kinofilmen geworden. Winter hatte Fonda bereits 1977 bei der Synchronisation von Julia erstmals gesprochen. In der Serie Gracie und Frankie ist Anne Moll Fondas Sprecherin.
Soziales und politisches Engagement mini|Jane Fonda spricht über Vietnam bei einer Pressekonferenz in Nijmegen (1975) Engagement für die amerikanische Bürgerrechtsbewegung