Slatoustje (, ) ist ein verlassener Ort im Rajon Neman der russischen Oblast Kaliningrad.
Die Ortsstelle befindet sich südlich der Stadt Sowetsk (Tilsit) etwa anderthalb Kilometer südlich deren neuer Ortsumgehung, der Regionalstraße 27A-004. Zweieinhalb Kilometer westlich verläuft die Bahnstrecke Tschernjachowsk–Sowetsk (Insterburg–Tilsit), die im Personenverkehr nicht mehr betrieben wird.
Geschichte Eromeiten, zunächst Erimaiten oder Erimeiten, war um 1780 ein meliertes Dorf.Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Teil I, Königsberg/Leipzig 1785, Volständige Topographie vom Litthauischen Cammer-Departement, S. 32. 1820 wurde der Ort weiterhin als meliert bezeichnet.Alexander August Mützell: Neues Topographisch-Statistisch-Geographisches Wörterbuch des Preussischen Staates, Erster Band, A-F, Halle 1821, S. 347. 1874 wurde die Landgemeinde Eromeiten namensgebend für einen neu gebildeten Amtsbezirk im Kreis Tilsit.Rolf Jehke, Amtsbezirk Ehrenfelde Eromeiten, inzwischen im Kreis Tilsit-Ragnit gelegen, wurde 1938 in Ehrenfelde umbenannt.
1945 kam der Ort in Folge des Zweiten Weltkrieges mit dem nördlichen Ostpreußen zur Sowjetunion. 1947 erhielt er den russischen Namen Slatoustje und wurde gleichzeitig dem Dorfsowjet Petrowski selski Sowet im Rajon Sowetsk zugeordnet.Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 17 ноября 1947 г. «О переименовании населённых пунктов Калининградской области» (Verordnung des Präsidiums des Obersten Rats der RSFSR "Über die Umbenennung der Orte der Oblast Kaliningrad" vom 17. November 1947) Slatoustje wurde vor 1975 an den Ort Petrowo angeschlossen und mit diesem in den Rakitinski selski Sowet eingegliedertGemäß der Административно-территориальное деление Калининградской области 1975 (Die administrativ-territoriale Einteilung der Oblast Kaliningrad 1975, hrsg. vom Sowjet der Oblast Kaliningrad) auf soldat.ru (rar-Datei) und spätestens in den 1980er Jahren verlassen.Auf der sowjetischen topographischen Karte 100k--n34-032 von 1987 ist dort nichts mehr eingezeichnet.
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner 1867Die Gemeinden und Gutsbezirke des Preussischen Staates und ihre Bevölkerung nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. December 1871, Berlin 1874 201 1871 204 1885Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, I. Provinz Ostpreußen, Berlin 1888 199 1905Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Heft 1, Provinz Ostpreußen, Berlin 1907 202 1910 191 1933Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich, Teil I: Altreich und Land Österreich. Hrsg. vom Statistischen Reichsamt, 4. Auflage, 1939 228 1939 230
Amtsbezirk Eromeiten (Ehrenfelde) 1874–1945 Der Amtsbezirk Eromeiten wurde 1874 im Kreis Tilsit eingerichtet. Er bestand zunächst aus 13 Landgemeinden. Seit 1922 gehörte der Amtsbezirk zum Kreis Tilsit-Ragnit. 1939 wurde er in Ehrenfelde umbenannt.
Name Änderungsnamevon 1938 Russischer Namenach 1945 Bemerkungen Abud-Bussen 1893 zu Thalszenten Argeningken-Graudszen Argenhof Artjomowka 1936–1938: Argeningken-Graudschen Budeningken Budingen Budennowskoje b. Argeningken-Graudszen Eromeiten Ehrenfelde Slatoustje Kackscheiten Kaschingen Kosyrewo auch Kackszeiten, um 1900 zu Karteningken Karteningken Kartingen Kulikowo Klipschen-Rödszen Klipschen Skripatschewo 1936–1938: Klipschen-Rödschen Skambracken Brakenau Chochlowo Szudden Sudden um 1900 zu Karteningken Taurothenen Tauren Kroty Zunächst gab es die beiden Landgemeinden Groß Taurothenen und Klein Taurothenen. Um 1880 (?) wurde Klein Taurothenen an Groß Taurothenen angeschlossen. Um 1900 (?) wurde Groß Taurothenen in Taurothenen umbenannt. Thalszenten Grünhöhe Winogradowo 1936–1938: Thalschenten Trakeningkenb. Tilsit Hochau (Ostpr.) 1939 zur Gemeinde Willmannsdorf (Ostpr.) (ex Willmantienen) im Amtsbezirk Schalau (ex Paskallwen)
1935 wurden die Landgemeinden in Gemeinden umbenannt. Im Januar 1945 umfasste der Amtsbezirk Ehrenfelde die acht Gemeinden Argenhof, Brakenau, Budingen, Ehrenfelde, Grünhöhe, Kartingen, Klipschen und Tauern. Davon ist nur noch das ehemalige Argeningken-Graudszen/Argenhof bewohnt.
Kirche Eromeiten/Ehrenfelde gehörte zum evangelischen Kirchspiel Tilsit-Land.
Einzelnachweise
Kategorie:Wüstung in der Oblast Kaliningrad