Die Atemschutz-Notfall-Trainierte-Staffel (A.N.T.S.) ist eine Einheit von speziell ausgebildeten Feuerwehrleuten, die sich bei mehreren verschiedenen Feuerwehren in Deutschland etabliert hat. Ziel der Einheit ist die effektive Rettung verunfallter Atemschutzgeräteträger unter extremen Einsatzbedingungen.
Geschichte Das Konzept der A.N.T.S wurde aus der Notwendigkeit heraus entwickelt, im Brand- oder Gefahreneinsatz Atemschutzgeräteträger schnell und professionell retten zu können, wenn diese selbst in Not geraten. Besonders bei Innenangriffen unter Atemschutz besteht ein hohes Risiko für Hitzeerschöpfung, Orientierungslosigkeit oder technische Defekte am Atemschutzgerät. Die Erfahrungen aus vergangenen Einsätzen zeigten, dass eine speziell geschulte Einheit mit Fokus auf die Rettung eigener Einsatzkräfte von essenzieller Bedeutung sein kann.
Die ersten Konzepte entstanden in den 2000er-Jahren bei der Berliner Berufsfeuerwehr, teils in Anlehnung an die bereits existierenden Rapid Intervention Teams (RIT) aus England und den USA. Seither wurde das Modell weiterentwickelt und an die Bedingungen der deutschen Feuerwehrstrukturen angepasst.
Beschreibung Aufgaben und Einsatzspektrum Die Hauptaufgabe der A.N.T.S ist die Durchführung von Notfallrettungen bei Atemschutzunfällen. Dazu zählen:
Lokalisierung und Rettung verunglückter Atemschutzgeräteträger Durchführung erweiterter Sofortmaßnahmen zur Lebenserhaltung Unterstützung der Einsatzleitung bei der Bewältigung von Atemschutznotfällen
Darüber hinaus übernehmen A.N.T.S-Einheiten oft auch Aufgaben in der Aus- und Fortbildung anderer Einsatzkräfte zum Thema Atemschutznotfallmanagement.
Ausbildung und Ausrüstung Mitglieder der A.N.T.S durchlaufen eine spezielle Ausbildung, die deutlich über die übliche Ausbildung zum Atemschutzgeräteträger hinausgeht. Ausbildungsinhalte sind unter anderem:
Taktiken zur Eigensicherung und Rettung von Kameraden Umgang mit Rettungstechniken und speziellen Notfallmitteln Navigation unter Nullsichtbedingungen Kommunikation und Koordination in Stresssituationen
Zur Ausrüstung der A.N.T.S gehören unter anderem:
Rettungstrupp-Taschen mit Notfallmaterial Ersatz-Atemschutzgeräte und -Masken Wärmebildkameras Schleifkorbtragen und Fluchthauben
Verbreitung Die A.N.T.S hat sich in den letzten Jahren in zahlreichen Städten und Landkreisen Deutschlands etabliert. Zu den bekanntesten Beispielen zählt die Feuerwehr Berlin, die über eigene A.N.T.S-Trupps verfügt. Auch in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Hessen und Niedersachsen setzen verschiedene Feuerwehren auf dieses Konzept, wobei die organisatorische Einbindung und Ausstattung regional unterschiedlich ausfallen kann.
Liste der Feuerwehren mit A.N.T.S FeuerwehrArt der FeuerwehrLandkreisBundeslandA.N.T.S seitQuelleFeuerwehr BerlinBerufsfeuerwehrBerlin2009Feuerwehr HeilbronnBerufsfeuerwehrStadtkreis Heilbronn2024Feuerwehr LangenFreiwillige Feuerwehr (mit Hauptamt)Kreis Offenbach2015Feuerwehr RodgauFreiwillige Feuerwehr (mit Hauptamt)Kreis Offenbach2015Feuerwehr EislingenFreiwillige Feuerwehr (mit Hauptamt)Kreis Göppingen2016Feuerwehr RottweilFreiwillige FeuerwehrKreis RottweilFeuerwehr HeideFreiwillige FeuerwehrDithmarschen2015Feuerwehr ButzbachFreiwillige FeuerwehrWetteraukreis2022Feuerwehr HaigerlochFreiwillige FeuerwehrZollernalbkreis2021Feuerwehr GellersenFreiwillige FeuerwehrKreis Lüneburg2017Feuerwehr Selters (Taunus)Freiwillige FeuerwehrLimburg-Weilburg2019Feuerwehr LambrechtFreiwillige FeuerwehrBad Dürkheim2019
Bewertung und Bedeutung Die Einführung der A.N.T.S wird von Experten und Feuerwehrverbänden weitgehend positiv bewertet. Sie stellt eine konsequente Weiterentwicklung der Sicherheit im Atemschutzeinsatz dar und trägt dazu bei, das Risiko für Einsatzkräfte in besonders gefährlichen Lagen zu reduzieren. Gleichzeitig erhöht sie das Bewusstsein für strukturiertes Notfallmanagement innerhalb der Feuerwehren.
Einzelnachweise
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