mini|Künstlerfriedhof, Waldfriedhof Alter Teil, München Hans Frahm (* 4. Oktober 1864 in Schwerin; † 21. Juni 1938 in München) war ein deutscher Theater- und Landschaftsmaler in München und Dessau. mini|Säule Künstlerfriedhof, Waldfriedhof Alter Teil, München
Leben Hans Frahm, Sohn des Schuhmachermeisters Friedrich Johann Heinrich Frahm und seiner Frau Sofie Maria Elisabet Frahm geb. Fentz, besuchte bis zum 14. Lebensjahr in Schwerin die Bürgerschule und ließ sich von 1878 bis 1882 bei dem Hoftheatermaler Hermann Willbrandt (1824–1895) am Hoftheater Schwerin zum Theatermaler ausbilden. 1882 war er als Gehilfe im Theateratelier tätig. 1882 bat Hans Frahm um ein Stipendium des Großherzogs Friedrich Franz II. von Mecklenburg-SchwerinMit Dank an Herrn Christian Krautz, Landeshauptarchiv Schwerin: Akte LHAS, 2.26-1/4 Großherzogliches Kabinett II / Personalia, Sign. 2628, um sich weiterbilden zu können. Das Theater in Schwerin brannte 1882 komplett ab. Ein Interimstheater wurde am Bahnhofsplatz errichtet. 1885 kam Carl Lautenschläger, bekanntester Theatertechniker seiner Zeit, nach Schwerin als Verantwortlicher für die Bühnentechnik des Theaterneubaus. Carl Lautenschläger war seit 1880 als technischer Leiter am Hoftheater München tätig und richtete seitdem, bekannt auch durch seine Drehbühne, Bühnen in ganz Europa ein.
Hans Frahm ging zum weiteren Studium zum Hoftheatermaler Angelo Quaglio (II.) nach München, das sich unter den bayerischen Königen, insbesondere unter Ludwig II. zu einem international bekannten Kunst- und Theaterzentrum entwickelt hatte.
Hans Frahm war seit spätestens 1893 als Malergehilfe an den Kgl. Hofbühnen in München angestellt, 1894 taucht er erstmals als Dekorationsmaler mit eigener Meldeadresse im Münchner AdressbuchAdressbuch Stadt München 1894, Bayerische Staatsbibliothek, Lesesaalausleihe: Frahm Hans Dek.-Maler. Falkenthurmst. 31 auf. 1900 schreibt Intendant Ernst von Possart, dass Hans Frahm seit mehr als sieben Jahren am kgl. Hoftheater beschäftigt sei.
Am 7. November 1896 schreibt Ernst Possart, seit 1893 Generaldirektor, seit 1895 Intendant der Kgl. HofbühnenPersonalakte Hans Frahm, Intendanz Hoftheater, Bayerisches Hauptstaatsarchiv MK 60246:
mini|Hans Frahm, Marterl Sellajoch Meisules mini|Hans Frahm, Watzmann Am 9. November 1896 erfolgte die Genehmigung, ab 1897 war Hans Frahm kgl. Hoftheatermaler, ersetzte nach mehrjähriger Vacanz Angelo Quaglio (II.) (1829–1890), Christian Jank (1833–1889) und Heinrich Döll.
Am 18. Dezember 1900 schrieb, inzwischen geadelt, Ernst von Possart erneut an den Prinzregenten:
Die Genehmigung erfolgte am 24. Dezember 1900.
Als Leiter des Ateliers für Theatermalerei war Hans Frahm u. a. beteiligt an den Bühnenbildausstattungen bei W.A.Mozart, Die Hochzeit des Figaro 1895 und 1904, Don Giovanni 1896; Richard Wagner, Das Rheingold und Siegfried 1903; Hans Pfitzner, Die Rose vom Liebesgarten 1904 sowie den Opernfestspielen (Plakat von 1900) und der Eröffnung des Prinzregententheaters 1901. Am Prinzregententheater dekorierte er u. a. Richard Wagner, Die Meistersinger von Nürnberg 1901, Richard-Wagner- und Mozartfestspiele 1904, Hector Berlioz, Die Trojaner 1907/1908. 1902 erhielt Hans Frahm für seine Verdienste die Ludwigsmedaille. Mit dem Weggang Ernst von Possarts als Intendant 1905 endete auch Hans Frahms Anstellung als Leiter des Theaterateliers.
Ab 1906 in München in eigenem Atelier schaffend, folgte er einem Ruf von Herzog Friedrich II. von Anhalt, des „Theaterherzogs“ (9) an die Hofbühnen nach Dessau, der ihn zum anhalt’schen Professor ernannte und für ihn 1911 im Stadtteil Ziebigk einen Neubau mit Theatermalsälen und Wohnhaus errichten ließ. Sein Werk fand Anerkennung durch Verleihung des Anhaltischen Verdienstordens für Wissenschaft und Kunst.
Die Spielzeit 1918/19 wurde die letzte des Herzoglichen Hof-Theaters. In Friedrichtheater umbenannt, fiel das Theater am 25. Januar 1922 einem Brand zum Opfer. In den Wirren nach dem Theaterbrand 1922 kehrte Hans Frahm nach München zurück. Seine ehemaligen Malsäle in der Friedrichsallee in Ziebigk werden 1923 in Beamtenwohnungen umgebaut.
Hans Frahm liegt auf dem Künstlerfriedhof auf dem Münchner Waldfriedhof (Alter Teil, 41-03-11) begraben.
Der Stil Frahms entspricht der Landschaftsmalerei der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Als in dieser Zeit ausgebildeter Theatermaler galt für ihn, dass die möglichst naturgetreue Darstellung der Motive gefragt war. So beauftragte laut einer Dissertation von 1932 über seine Schauspielregie Ernst von Possart Frahm für die Aufführung des Wallenstein zur Jahrhundertfeier des Werkes 1898, die noch vorhandenen Baureste und architektonischen Motive in Pilsen und Eger zu studieren. Neben Bühnenbildern - auch für kleinere Bühnen, so 1925 für Nördlingen, schuf Hans Frahm Landschaftsbilder überwiegend mit Gebirgsmotiven (z. B. Watzmann, Matterhorn, Sellagruppe, Garmisch).
Auszeichnungen 1902 Ludwigsmedaille Anhaltischen Verdienstorden für Wissenschaft und Kunst
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Einzelnachweise
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